Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

10.05.2005. Für die taz ist Peter Eisenmans Holocaust-Mahnmal ein Skandal, der gefällt. Die Berliner Zeitung erklärt den Unterschied zwischen Peter Eisenman und Daniel Libeskind. Die FAZ bringt ein langes Gespräch mit Albert Speer junior und Heinrich Breloer. Die SZ berichtet über neue Dokumente, die Albert Speers direkte Beteiligung am Judenmord nachweisen.

TAZ, 10.05.2005

Das Holocaust-Mahnmal, stellt Stefan Reinecke auf den Tagesthemenseiten fest, überrascht Befürworter wie Mahner. Indem Peter Eisenmans Stelenfeld den "Schrecken in Form auflöse", scheine sich das Gedenken an den Holocaust "fast mit etwas Angenehmem zu verbinden". "Peter Eisenman hat einen Skandal gebaut, der gefällt. Damit spiegelt dieses Mahnmal die paradoxen Bewegungen der bundesdeutschen Geschichtspolitik präzise wider."

Im Interview erläutert Dagmar von Wilcken, die Kuratorin des "Orts der Information" die Funktion der das Mahnmal ergänzenden Institution: "Was wir versuchen, ist, einen winzigen Ausschnitt des Leids zu zeigen. Jeder kann es dann in sich selbst multiplizieren und hochrechnen, was das wirklich bedeutet hat."

Auf den Kulturseiten informiert Sebastian Moll über die aktuelle Befindlichkeitdes "schwarzen Amerika", dem es so schlecht gehe wie lange nicht mehr. "Auch das Entstehen einer schwarzen Mittelschicht hat nach Ansicht schwarzer Bürgerrechtler der schwarzen Sache nicht weiter geholfen. In den vergangenen 20 Jahren sind 25 Prozent der schwarzen Bevölkerung in die Mittelschicht aufgestiegen. 'Diese Mittelschicht ist allerdings', schreibt Cornel West, 'dekadent und unfähig, politische und intellektuelle Führer hervorzubringen'. Wie ihre weißen Gegenüber seien die Angehörigen der schwarzen Mittelschicht von Statussymbolen und vom Konsum besessen. Darüber hinaus produziere ihr weißes Umfeld unter ihnen einen Selbsthass, der sie daran hindere, sich für die zurückgebliebenen Brüder und Schwestern im Ghetto einzusetzen. Schwarze Karrieristen wie Condoleezza Rice wollen nicht als schwarz wahrgenommen werden - sie wollen zum weißen Amerika gehören. Eine Tatsache, die laut West am tragischsten in den Metamorphosen des Michael Jackson zum Ausdruck kommt."

Andreas Becker berichtet über den Berliner Designmai, bei dem es um die Konsumentengruppe "Fünfzig plus" ging; dort erfuhr er, dass man in diesem Zusammenhang die Vokabel "grau" besser vermeidet und stattdessen lieber von "Generation Gold" oder "Silver Sex" spricht. Helmut Höge staunt über eigentümliche Dreharbeiten, Filmlocations und Fakefilmer (die gar keinen Film in der Kamera haben) in Berlin.

Besprochen werden eine Ausstellung des Karlsruher ZKM zur Geschichte der amerikanischen Aktions- und Architektenkünstlergruppe "Ant Farm 1968-1978" (mehr). Andreas Busche erklärt, inwiefern Nicole Kassells Regiedebüt "The Woodsman" - das davon erzählt, wie ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann in die Gesellschaft zurückzufinden versucht - sich zwar gegen reflexhafte Affekte wehre, aber doch in Erklärungsnöte gerate.

Und hier Tom.

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FR, 10.05.2005

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts "Populism", das ab morgen im Frankfurter Kunstverein gezeigt wird, setzt sich Ingo Niermann mit dem Fernsehen als "Platz der Nation" auseinander. Und er stellt ein Konzept für eine eigene Sendung mit dem Titel "Wer rettet unser Land?" vor. "Sicher muss, wer das eigene Land retten will, wenigstens die Menschen auf der ganzen Welt retten wollen. Aber der Weg führt über das nationale Fernsehen." Ursula März räsoniert über "Kinder als Ursache von Verzicht" und hält ernüchternd fest: "Als Zukunftsphänomen finden wir die Kinderlosigkeit etwas erschreckend, aber in der Gegenwart ist ein Leben ohne Kinder irgendwie längst völlig normal." In Times mager denkt Harry Nutt über einen ihm rätselhaften Transparenttext an einer Autobahnbrücke zum 8. Mai nach.

Besprochen werden eine Ausstellung von Kinoplakaten des "Malerstars" Peter Doig im Kölner Museum Ludwig, der Abschied von Peter Konwitschny und Ingo Metzmacher von der Hamburger Staatsoper mit Mozarts "La clemenza di Tito", ein weiterer Abschied, nämlich der von Matthias Hartmann, der kurz vor seinem Wechsel nach Zürich "fünf höchst erfolgreiche Jahre" im Schauspielhaus Bochum mit Molieres "Menschenfeind" beschließt. Und Michael Rogowskis 20 Thesen "Für ein neues Wirtschaftswunder" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

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FAZ, 10.05.2005

Frank Schirrmacher und Nils Minkmar haben ein episches Gespräch mit Albert Speer junior und Heinrich Breloer, dem Regisseur des gerade im Fernsehen laufenden Films "Speer und er", geführt. Breloer schildert Speer senior als eine Gestalt des dienstbaren Bürgertums, auf das Hitler angewiesen gewesen sei: "Hitler war einer, der gar nicht viel konnte. Thomas Mann hat das sehr schön im 'Bruder Hitler' beschrieben. Er konnte nicht Auto fahren, nicht reiten, nicht mal ein Kind zeugen. Nichts, was Männer so können. Gut, er konnte Gebäude zeichnen, aber die wären zusammengebrochen. Er hätte keines bauen können. Er brauchte, um alle in seine Pläne hineinzuziehen, das gesamte im Bürgertum angelagerte Wissen. Er brauchte die Generäle, die Industriellen, die Architekten." In einem Leitartikel auf Seite 1 der Zeitung betrachtet Schirrmacher den Film vor allem als einen Film über die Generation der Kriegskinder: "Die immer wieder aufbrechende Fassungslosigkeit von Albert Speer junior angesichts von Albert Speer senior ist symbolisch für die ganze Generation."

Weitere Artikel: In der Leitglosse freut sich Michael Gassmann über Initiativen der katholischen Kirche, wieder mit modernen Komponisten zusammenzuarbeiten um vom klebrigen Sakralpop heutiger liturgischer Musik loszukommen. Der Leiter der Eliteschule Salem Bernhard Bueb fordert eine Elitebildung, welche die "moralische Exzellenz" fördert: "Ein Kind soll sich an Askese und Arbeit gewöhnen, seinen Verstand schulen, seine schöpferischen Kräfte entfalten..." (und die Eltern sollen wenigstens die Schulgebühren entrichten). Dirk Schümer berichtet über neue und alte Verschwörungstheorien zu dem Mord an Pier Paolo Pasolini. Eleonore Büning zeigt sich keineswegs überzeugt von einer Darbietung von Mahlers Sechster in einer Doppelbesetzung von Wiener und Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle in Wien.

Auf der Medienseite empfiehlt Nina Rehfeld ein offensichtlich sehr spannendes Buch über den Disney-Manager Michael Eisner - James B. Stewarts "Disneywar" (ausführliche Leseprobe). Und Michael Hanfeld zitiert ausführlich aus einem Papier des Privatsenderverbands VPRT, der den öffentlich-rechtlichen Anstalten Verstöße gegen die Wettbewerbsregeln der EU vorwirft.

Auf der letzten Seite besucht Kerstin Holm die Gedenkstätten der Stadt Wolgo- alias Stalingrand. Jordan Mejias berichtet aus New York über die Eröffnung von "Kontaktbüros" deutscher Universitäten. Und Gina Thomas erinnert an den britischen Verleger Allen Lane, den Erfinder des Penguin-Taschenbuchs.

Besprochen werden Mozarts Oper "La clemenza di Tito" unter Ingo Metzmacher in Hamburg, eine Ausstellung zu Walter Kempowskis "Echolot 45" in Kiel und der uruguayische Film "Whisky" von Juan Pablo Rebella.

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Welt, 10.05.2005

Thomas Kielinger befragt Speer-Biografin Gitta Sereny, ob Heinrich Breloer alles richtig gemacht hat. Hat er nicht. Speer werde die Ehrlichkeit genommen, die ihn immer ausgezeichnet habe, moniert Sereny. Überhaupt ist ihr die Filmfigur zu diabolisch. "Was hat er über Juden gefühlt? Ich sage Ihnen: gar nichts. Er war alles andere als ein aktiver Hasser der Juden. Sie waren ihm egal. Daher nach dem Kriege seine fast besessene Verzweiflung über den Holocaust."

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NZZ, 10.05.2005

Lilo Weber staunt nicht schlecht über Heinz Spoerlis Ballett "allem nah, allem fern" zu Mahlers Sinfonie Nr. 5, das im Opernhaus Zürich uraufgeführt wurde. Noch nie habe Spoerli sich so weit in den zeitgenössischen Tanz vorgewagt. "Die Männer hechten über den Boden, stellen sich auf die Schulter, rollen aus dem Bild, die Frauen verkrampfen ihre Glieder - und das alles fügt sich nahtlos zu Spitzentanz und Jete." Fazit: "Ein großer Abend einer großartigen Kompanie."

Weiteres: Roman Bucheli war dem schlechten Wetter während der 27. Solothurner Literaturtage "fast dankbar", denn "es hat dazu beigetragen, das Geschehen ganz in die Innenräume zu verlagern." Iso Camartin sinniert in der Rubrik "Europäischer Kulturhorizont" über Bruckners Motette "Locus iste" aus dem Jahre 1869.

Besprochen werden die Abschiedsinszenierung des Duos Konwitschny / Metzmacher an der Staatsoper Hamburg mit Mozarts "La Clemenza di Tito", die architekturhistorische Ausstellung "Rettet die Altstadt" im Berner Kunstmuseum, die Uraufführung von Tom Lanoyes neuem Stück "Fort Europa" auf dem Wiener Südbahnhof, sowie Joseph Coulsons Romandebüt "Abnehmender Mond" und der neue Lyrikband von Tomas Tranströmer "Das große Rätsel" (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Berliner Zeitung, 10.05.2005

Nikolaus Bernau betont, dass die Offenheit in Deutung und Nutzung des Mahnmals nur dann als Beliebigkeit missverstanden werden kann, "wenn man kein Vertrauen in den Besucher setzt, in seine Einsichtsfähigkeit und sein Vermögen, den 2 711 Stelen selbst Sinn zu verleihen. Solches Vertrauen fehlt offenbar deutschen Didaktikern, wie auch die geradezu panische Angst vor Schmierereien zeigt. Viel lieber wäre es sicher vielen, Eisenman würde so wie Daniel Libeskind in seinem Jüdischen Museum eindeutige Lesarten vorgeben. Doch Libeskind hat seinen Besuchern auch die intellektuelle Arbeit abgenommen. Bei ihm muss man nicht denken, darf sich ganz seinen Gefühlen hingeben."

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SZ, 10.05.2005

Nach den Dreharbeiten zu Heinrich Breloers Dokumentation "Nachspiel - Die Täuschung", die seinen Dreiteiler "Speer und Er" ergänzt, ist die Historikerin Susanne Willems in Auschwitz auf neue Dokumente zu Speers Rolle im Dritten Reich gestoßen, berichtet Sonja Zekri. Willems, die auch schon im Film gemeinsam mit anderen Speers Schuld nachweist, fand drei Dokumente, die den "angeblich verträumten Edelnazi" zusätzlich belasteten: So gibt es eine Genehmigung Speers von 1942 für die "Vergrößerung des Barackenlagers Auschwitz"; unter seiner Ägide sei es um jene Einrichtungen ergänzt worden, die das Lager "dauerhaft zu einem Vernichtungslager machten"; das dritte Dokument schließlich belege, dass dieses Ausbauprogramm bei der SS unter dem Titel "Sonderprogramm Prof. Speer" firmiert habe. "Wenn sich die Öffentlichkeit allerdings von ihrem 'Lieblings-Nazi' verabschiede, so Willems, dann vom Richtigen: 'Von einem Mann, der vor keinem Verbrechen zurückscheute, um seine politischen Ziele durchzusetzen, der die Entrechtung und Deportation von Juden forcierte' und der wusste, dass und wie dies in Auschwitz endete."

Der spanische Schriftsteller Enrique Vila-Matas schlendert über die Baseler Buchmesse und erklärt, worin die Rolle eines Flaneurs zu bestehen habe: "Er wird erzürnt auf die Verkäufer schlechter Bücher sehen". Katharina Deloglu berichtet über Recherchen des chilenischen Philosophen, Historikers und Literaturwissenschaftlers Victor Farias (mehr), der in frühen Schriften von Salvador Allende eindeutig antisemitische und rassistische Aussagen gefunden hat. Gottfried Knapp stellt das neue Kirchenzentrum von Florian Nagler in der Münchner Messestadt Riem vor. Tim B. Müller resümiert eine Tagung über Stereotypen und Bilder des Nahen Ostens in Berlin. In der Zwischenzeit meditiert Evelyn Roll über den ewigen Kreislauf der Killerapplikationen, der dafür sorgt, dass im Partykeller wieder alles beim Alten ist. Gemeldet werden schließlich die Nominierungen zum Deutschen Filmpreis 2005 und die Nachfolge von Burgtheaterdirektor Klaus Bachler von Sir Peter Jonas am Nationaltheater in München.

Besprochen werden der Abschied von Peter Konwitschny und Ingo Metzmacher von der Hamburger Staatsoper mit Mozarts "La clemenza di Tito", das Scheitern von Johan Simons mit der Uraufführung von Tom Lanoyes "Fort Europa" bei den Wiener Festwochen, die urugayische Filmkomödie "Whisky", die Ausstellung "Coolhunters" im Karlsruher ZKM über das "Rätsel der Pubertät", eine Ausstellung von Arbeiten des Zeichners Franz Kobell in der Graphischen Sammlung München, eine Schau im Stuttgarter Literaturhaus, die den Buchhändler Wendelin Niedlich würdigt, und Bücher, darunter der Roman "Trojaspiel" von Marc Höpfner und zwei Publikationen über den Völkermord in Ruanda (siehe dazu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

Außerdem präsentiert die SZ heute eine umfangreiche Literaturbeilage.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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