Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

09.05.2005. Der Tagesspiegel bringt sämtliche aktuellen Gedenktage mit der Frage "Was hätte Schiller zu 'Speer und er' gesagt?" zur Kernschmelze. Die FAZ löst sich von der allgemein grassierenden Rückschau und sagt eine neue Revolution an: Aber wird Rolf Hochhuth sie noch erleben? Hans Magnus Enzensberger sieht das im Spiegel ganz anders. Die FR stellt nach eingehender Klassiker-Obduktion fest: Schiller ist tausendmal toter als Hitler. Die SZ hat das erste Hakenkreuz-Graffito am Holocaust-Mahnmal gesichtet.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2005

Richard Kämmerlings sagt in einem interessanten Aufmacher die Revolution an und zitiert die entsprechenden Hoffnungen einiger, zumeist aber auffällig betagter Intellektueller wie Andrea Breth und Rolf Hochhuth, um zu konstatieren: "Die Kapitalismusdebatte wurde nicht nur aus durchsichtigen wahltaktischen Gründen vom Zaun gebrochen. Vielmehr zeigt die Geschwindigkeit, mit der viele Stellungnahmen in eine Fundamentalkritik umschlugen, dass hier sehr genau kalkuliert eine tiefer liegende Zeitgeistströmung angezapft wurde. Es gibt ein Wiedererstarken einer Haltung radikaler 'außerparlamentarischer' Opposition, die sich bislang freilich vor allem theoretisch äußert." Kämmerlings' Schlussfolgerung allerdings ist unbestimmt: "Der Zweifel ist die revolutionäre Haltung unserer Tage."

Gerhard Stadelmaier hat sich in Frankfurt im Beisein der besten dortigen Gesellschaft von Peter Stein den "Wallenstein" vorlesen lassen und war nicht zufrieden: "Zunächst dringt in unsere Köpfe der Hauptfehler der meisten deutschen Theaterleute ein: Sie sind zu schnell. Und zu schnell fertig. Mit dem Text. Mit den Figuren. Stein ist - das lässt sich nach zwei Abenden 'Lager' und 'Piccolomini' feststellen, die man getrost fürs Ganze nehmen darf - besonders schnell fertig."

Weitere Artikel: In der Leitglosse schildert Andreas Kilb die Stadt Berlin am gestrigen 8. Mai mit ihren Demonstrationen und Feierlichkeiten und lobt die Rede Horst Köhlers als "Musterbeispiel demokratischer Eloquenz". Patrick Bahners war dabei, als die Stadt Moers den achtzigsten Geburtstag ihres Ehrenbürgers Hanns Dieter Hüsch feierte. Andreas Rossmann nimmt Abschied vom Bochumer Intendanten Matthias Hartmann. Kerstin Holm hörte in Moskau die Chöre und Orchester der Roten Armee die stalinistischen Hymnen auf den großen vaterländischen Krieg schmettern und entwickelt an dieser Musik ein Psychogramm der russischen Seele. Die Kunsthistorikerin Birgit Schwarz interpretiert die von Speer ausgewählte Gemäldesammlung, die einst Hitlers Reichskanzlei zierte. Martin Otto berichtet als Sensation, dass in Kopenhagen eine bisher unbekannte Episode der Comicreihe "Petzi" (dänisch: "Rasmus Klump") des dänischen Zeichners Vilhelm Hansen aufgefunden wurde.

Auf der Medienseite feiert Michael Jeismann den heute mit Teil 1 beginnenden Mehrteiler "Speer und er" von Heinrich Breloer als fernsehgeschichtliches Ereignis. Und Jorfan Mejias berichtet, dass die Auflage amerikanischer Zeitungen sinkt.

Auf der letzten Seite schildert Dietmar Dath Impressionen von einer vom Staat Isreael veranstalten Journalistenreise zur Vorbereitung der Ausstellung "100 Jahre Kunst in Israel", die demnächst im Martin-Gropius-Bau eröffnet wird. Katja Gelinsky porträtiert den Bush nahestehenden Juristen C. Boyden Gray, der mit seinem "Committee for Justice" gegen linke Kollegen zu Felde zieht. Und Peter Jochen Winters erzählt, wie Walter Ulbricht die Problematik der Vergewaltigungen deutscher Frauen durch sowjetische Soldaten offiziell verdrängen ließ.

Besprochen werden Ferruccio Busonis Oper "Faust" in Stuttgart, die Operette "Phoenix - Wem gehört das Licht?" der Komikergruppe "Studio Braun" in Hamburg und die große Schiller-Gedenkausstellung im Marbacher Schiller-Nationalmuseum.

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Spiegel Online, 09.05.2005

Hans Magnus Enzensberger reagiert im Spiegel auf die Kapitalismus-Debatte und sieht das mit der Revolution ganz anders als die FAZ: "Hoch die internationale Solidarität! Nieder mit der Bourgeoisie! Enteignung! Revolution! Leider ist dieses Rezept schon ein paarmal ausprobiert worden, und es gibt wenige Leute, die Lust darauf hätten, den Versuch zu wiederholen."

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Die Tageszeitung, 09.05.2005

In Russland muss die Freiheit der Kunst erst noch erstritten werden, kommentiert Sandra Frimmel mit Blick auf die Auseinandersetzungen um die Ausstellung "Vorsicht, Religion!", die im Januar 2003 von sechs ultraorthodoxen Gläubigen gestürmt und beschädigt wurde. Die Vandalen wurden freigesprochen, die Kuratoren verurteilt (mehr). "Vor diesem Hintergrund scheint sich hier der Wunsch des Staates - gestützt von großen Teilen der Bevölkerung- auszudrücken, sein Monopol auf die Kontrolle des künstlerischen Geschmacks zurückzugewinnen, so wie er es zu Sowjetzeiten durch die Künstlerverbände innehatte, die die gesamte offizielle Kunstproduktion kontrollierten. Russland befindet sich 14 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion immer noch, und das ist nach dieser relativ kurzen Zeit letztendlich nicht weiter verwunderlich in einer Situation, in der zahlreiche Grenzen erst noch ausgelotet werden müssen. Hierzu zählen wesentlich die Grenzen der Kunst, die zu Sowjetzeiten eben nicht frei, sondern staatlich gelenkt war - und mit ihnen der Publikumsgeschmack."

In der zweiten taz sieht Robert Misik keine Alternative zu Rot-Grün. Denn die Konservativen sind keineswegs aufgeklärt, sondern "wie eh machtgierige, böse Typen". Bloß, Roten wie Grünen fehlt es an Elan und Sprache. Susanne Lang begleitet Karl-Josef Laumann aus dem "agrophilen Münsterland", den neuen arbeitspolitischen Sprecher der Union. "Ohne Kameras ist er definitiv in Form." Albert Hefele belauscht ein Gespräch von Angela Merkel mit ihrem Friseur Udo Walz. Auf der Medienseite enttarnt Steffen Grimberg die Seilschaften des Geschichtsfernsehens.

Besprechungen widmen sich Bahman Ghobadis "authentischem" Spielfilm "Schildkröten können fliegen" sowie dem von Marc Amann herausgegebenen Reader "go.stop.act! Die Kunst des kreativen Straßenprotestes".

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 09.05.2005

Schiller ist "tausendmal toter als Hitler", schließt der Literaturwissenschaftler Manfred Schneider aus dem Gedenktagswettbewerb der vergangenen Monate. Idealismus ist heute schwer aus der Mode. "Hitler gilt uns als der Totengräber des Idealismus, er hat den guten Willen und den Glauben einer ganzen Kultur gnadenlos vernichtet. Daher schauen ihm die Liebhaber der Geschichte so gerne noch zu. Er hat uns zur Vernunft gebracht, die uns jetzt aus den kühlen Augen der Konzernchefs und Fondsmanager anblickt. Leider sind es unsere eigenen Blicke, die diese Gänsehaut machen. Schiller sprach in seiner Abhandlung über die ästhetische Erziehung den Gedanken aus, dass der Mensch nur da ganz Mensch sei, wo er spielt, dass also der gute alte homo ludens das so genannte Humane zum Ausdruck brächte, der Künstler zumal. Unsere Vernunft liest das Wort so, dass der global player der zukünftige Prototyp der Menschheit sei."

Peter Iden lässt sich im Frankfurter Schauspiel von Peter Stein den ersten Teil des Wallensteins vorlesen und lehnt sich zufrieden zurück, hofft aber auf eine veritable Stein'sche Inszenierung in vielleicht zwei Jahren. In Times mager bekundet Jenni Zylka ihre Sympathie für das auf Liedern der Punkband Ramones basierende Musical "Gabba Gabba Hey - A Lower East Side Love Story", dessen deutsche Fassung vom Splatterfilmer Jörg Buttgereit inszeniert wird, fragt sich aber, wer dort hingehen soll. Und Daniel Kothenschulte feiert Robert Thalheims Film "Netto" als "echte deutsche Kino-Überraschung".

Im Medienteil beschreibt Schauspieler Sebastian Koch, der heute als Speer in Heinrich Breloers Dreiteiler "Speer und Er" zu sehen ist, im Interview mit Jan Freitag die notwendige Liebe zur Figur während der Dreharbeiten. "Die Zeit des Spielens ist definitiv eine verteidigende." Christian Thomas identifiziert "Konfrontation und Zuspitzung" als wichtigste dramaturgische Mittel Breloers.

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Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2005

Andrea Köhler hängt Gedanken über St. Louis nach, den Ort, "an dem bemerkenswert viele Familienkatastrophen zu einem erfolgreichen Schriftstellerleben führten: T. S. Eliot, Mark Twain, Theodore Dreiser, Tom Wolfe, Kate Chopin und Marianne Moore haben hier gelebt und geschrieben. Für Tennessee Williams hatte die Stadt seiner Kindheit 'die Farbe getrockneten Bluts'." 1870 noch die viertgrößte Stadt Amerikas, 1904 Schauplatz der Weltausstellung, 1927 Namenspatronin der Maschine, die Lindbergh über den Atlantik trug, hat sich der "Spirit of St. Louis" seither mehr und mehr verflüchtigt. "1980 war St. Louis auf Platz siebenundzwanzig der amerikanischen Großstädte gerutscht. 'Die Stadt war krank', heißt es in Jonathan Franzens Roman 'Die 27ste Stadt'. Doch wenn die Stadt krank ist, dann ist ihre Krankheit schleichend. Es ist, als sei dieser Ort vor sich selbst auf der Flucht."

Weiteres: Claudia Schwartz kommentiert die Zukunft der Berliner Erinnerungslandschaft mit ihren Gedenkstätten, Denkmälern und Museen: "Man muss nicht so weit gehen wie Götz Aly, der in der Süddeutschen Zeitung den Berliner Erinnerungsorten 'Verwahrlosung' vorwirft. Dennoch ist die geschichtspolitische Debatte mehr als fällig." Roman Bucheli klagt, dass das Literaturfestival mit Buchmesse in Basel nicht nur größer, sondern auch lauter geworden ist. Besprochen werden Ferruccio Busonis "Doktor Faust" in der Stuttgarter Produktion von Jossi Wieler und Sergio Morabito, Werner Düggelings Inszenierung von Molieres "Der Geizige" am Schauspielhaus Zürich und Xavier Dayers "Memoires d'une jeune fille triste" in Genf.

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Die Welt, 09.05.2005

Die Welt hat Schauspieler und Regisseure befragt, warum auf deutschen Bühnen kein Schiller mehr gespielt wird. Hübsch, wie sich alle gegenseitig den Schwarzen Peter zuspielen. Schauspieler Ulrich Mühe: "Schauspieler können Schiller durchaus noch sprechen. Nur fehlen die Regisseure, die sich dafür interessieren." Regisseur Peter Stein: "Seit Jahren biete ich eine 'Wallenstein'-Inszenierung an wie sauer Bier. Niemand will sie. Das Problem bleibt, daß es keine Schiller-Sprecher mehr gibt."

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Der Tagesspiegel, 09.05.2005

Was hätte Schiller zu Heinrich Breloers "Speer und er" gesagt, fragt Christina Tilmann und bringt damit die Themen des Tages in einen Satz. "Wie geht man mit negativen Helden um? Hitler als Mensch, Goebbels als Ästhet, Speer als Familienvater - geht das? Und was bringt es? Schiller hat es vorgeführt: Fiesco, ein Intrigant, Verschwörer, einer, der sich durch Macht korrumpieren lässt. Posa, der Idealist, der für seine Ideale eine Freundschaft, eine Welt zu opfern bereit ist. Wallenstein, der abtrünnige Feldherr. Oder der Despot Philipp II. als schwacher Mensch: 'Der König hat geweint' lautet der Schlüsselsatz einer Schlüsselszene in 'Don Carlos'.

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Süddeutsche Zeitung, 09.05.2005

Erhaben wird das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (mehr) nie, meint Gerhard Matzig, eher ein Schauplatz im Krieg der Zeichen. Der Krieg hat schon begonnen. "Das Hakenkreuz ist so groß wie die Hand eines Mannes, befindet sich etwa anderthalb Meter über dem Boden und wurde mit blauem Kugelschreiber offensichtlich in Hast auf die östliche Breitseite einer der größeren, beinahe haushohen Stelen gekritzelt. Wenn man vom langgezogenen südwestlichen Eck des trapezförmig verformten Areals zwischen Ebertstraße und Hannah-Arendt-Straße ausgeht, dann findet man die solcherart herausragende Betonscheibe in der 19. Reihe in östlicher und in der 22. Reihe in nördlicher Richtung."

Auf der ersten Seite, die ganz dem Mahnmal gewidmet ist, befürchtet Gustav Seibt, dass sich das zu klein geratene unterirdische Informationszentrum zum "wunden Punkt" der Anlage entwickeln könnte. Holger Liebs gefällt die Offenheit, die das Mahnmal vermittelt und selbst darstellt. "Wie bei der abstrakten Kunst des Minimalismus wird im Berliner Stelenfeld allein durch die Formation der steinernen Blöcke ein theatralischer Ort definiert, in dem man selbst zum einzigen Darsteller wird." Und Lothar Müller lässt noch einmal die Diskussion über das Mahnmal Revue passieren.

"Was für ein grandioser Abend!" Freudentrunken besingt Reinhard J. Brembeck Jossi Wiehlers Inszenierung der Oper "Doktor Faust" des Musikvisionärs Ferruccio Busoni an der Staatsoper Stuttgart. "Das ist erzählende Musik, und sie erzählt nur von Einem: von Faust. Nicht vom Goethe-Faust, sondern vom Faust des Puppenspiels. Den hat sich Busoni in seinem eigenen, etwas verquast auf Deutsch geschriebenen Libretto anverwandelt, und Gerd Grochowski ist stimmlich wie darstellerisch der ideale Mann für dieses Stück, das Regisseur Jossi Wieler und Dramaturg Sergio Marabito konsequent als Künstlerdesaster im Heute verankern. Ein alternder Sonnyboy ist dieser Faust, der in einem heruntergekommenen Atelier haust."

Weitere Artikel: "Auf diese Phrasen können sie bauen." Zum 200. Todestag Friedrich Schillers versammelt die Redaktion geflügelte Worte des Dichters auf einer Seite und kommentiert sie. Peter Burghardt treibt die sorge um, dass Spanien wieder auseinanderbrechen könnte - der Ton zwischen Sozialisten und Nationalkonservativen verschärft sich. "Es ist wie ein zweiter Übergang, drei Jahrzehnte nach dem ersten." Nach einer Tagung zu den Enteignungen in der DDR rät Arne Boecker den Alteigentümern, sich auf den politischen Lobbyismus statt auf die Gerichte zu konzentrieren. Stefan Koldehoff sorgt sich, dass im Kölner Wallraf-Richartz-Museum die Sponsoren die Macht übernehmen. Tobias Timm wirbt für den Designmai in Berlin. "Aus der Leistungsschau der Berliner Bastler ist eine richtige Messe geworden." Auf der Medienseite kolportiert Klaus Ott, dass Anke Schäferkordt Ende des Jahres zur RTL-Chefin gekrönt werden soll.

Besprochen werden Heinz Strunks Stück "Phoenix", eine Bühnenadaption seines Romans "Fleisch ist mein Gemüse" im Hamburger Schauspielhaus, Claus Peymanns Inszenierung von Max Frischs "Andorra" am Berliner Ensemble ("Ein trauriger Abend, weil Claus Peymann sich selbst demontiert", seufzt C. Bernd Sucher), Nicole Kassells Film The Woodsman, in dem Kevin Bacon einen verstörend ambivalenten Triebtäter gibt sowie Robert Thalheims Film "Netto".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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