Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.08.2004. Der Tagesspiegel  erzählt die Geschichte des Euthanasiearztes Heinrich Eufinger, der auch Gerhard Richters Schwiegervater war. In der FR beschreibt Richard Wagner die Montagsdemos als Luxus. In der NZZ diskutieren Adolf Muschg und Horst Sitta über die Rechtschreibreform. Die Welt macht sich Gedanken über die "Wüstungen" im Osten Deutschlands. Die FAZ war bei einem Privatkonzert von Julio Iglesias.

Tagesspiegel, 23.08.2004

Hinweisen müssen wir noch auf eine Geschichte aus dem Tagesspiegel vom Sonntag, Jürgen Schreiber erzählt sie. Es ist eine Geschichte der Familie Gerhard Richters, und es geht um Richters schizophrene Tante Marianne, die Opfer der NS-Euthanasie-Kampagne wurde, und um Richters Schwiegervater Heinrich Eufinger, der als Euthanasie-Arzt Karriere bei der SS gemacht hatte: "Namenlos. Parteilos. Funktionslos. So behauptet das Phantom seinen Platz in Richters Oeuvre. Im familiären Kontext malte er ihn, wie Eufinger sich wünschte, gesehen zu werden. Nahm Richter dessen Verstrickung mit den Mächten der Finsternis wirklich nicht zur Kenntnis? Es ist immerhin der Mann, von dem er abhängig war, der ihn zeitweise finanziell über Wasser hielt. 50 Jahre später sieht sich der Künstler nun durch die Recherchen des Besuchers mit Eufingers SS-Blitzkarriere konfrontiert, binnen fünf Jahren Obersturmbannführer, das ging wie geschmiert. Die Geister ruhen nicht, mit Nazi-Symbolen dekoriert, entsteigt der Untote seiner Akte. Der Vorhang reißt, gibt den Blick frei auf die Wahrheit von Haus 91. Richter: 'Ich habe immer gedacht, ich habe damit nichts zu tun.'" Am besten lesen Sie selbst!

Stichwörter: Heinrich Eufinger, Wasser

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FR, 23.08.2004

Der Schriftsteller Richard Wagner sieht die Montagsdemonstrationen als Luxus, der niemandem etwas bringt. Die Vereinigungsdebatte sei nur eine Ausrede, und auch an Wirtschaft, Gewerkschaften und Politikern lässt er kein gutes Haar. "Die Aufgabe einer zeitgemäßen Regierung wäre vielmehr, die Rahmenbedingungen für die Initiativen der Bürger zu verbessern. Sie sollte die Staatsausgaben senken und damit die Einkünfte der immer öfter durch Inkompetenz auffallenden politischen Klasse und ihrer Beamtenschleppe, statt weitere Menschen in die stigmatisierende Sozialhilfe zu treiben. Auch diese muss schließlich finanziert werden. Wäre die Festschreibung eines Mindesteinkommens und dessen Ausgleich durch eine negative Besteuerung nicht doch hilfreicher und psychologisch verträglicher?"

Ansonsten feiert Oliver Tepel die c/o pop, erfolgreicher Nachfolger der Popkomm und Forum für alternative Klänge. Rudolf Walther nutzt Times mager, um die italienische Variante der Esserziehung per Universitätsdoktor anzuzweifeln. Auf der Medienseite untersucht Henning Hoff die Auswirkungen der Tabloiditis in England und erkennt. "Je länger der Kampf der Formate andauert, desto deutlicher wird, dass Größe nicht alles ist." 

Besprochen werden zwei politische Bücher, Jean Hatzfelds Interviewband "Nur das nackte Leben", für das er mit Überlebenden der Massaker in Ruanda 1994 gesprochen hat sowie Michael Stolleis' "schöner" Essay über "Das Auge des Gesetzes" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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NZZ, 23.08.2004

Eine ganze Seite ist reserviert für ein Streitgespräch zum Thema Rechtschreibreform; auf der Contra-Seite steht der Schriftsteller Adolf Muschg, auf der Pro-Seite der Sprachwissenschaftler Horst Sitta. Adolf Muschg wünscht sich, man möge mehr auf die unter der Reform leidenden Literaten hören: "Wenn der Zahnarzt erklärt, seine Operation tue gar nicht weh, und der Patient schreit vor Schmerz - wer hat Recht? Es ist der empfindlichste Teil der Sprachgemeinschaft, vorweg die literarischen Autorinnen und Autoren, der mit der Reform nicht leben kann und will."
Reformer Sitta begreift nicht, warum Muschg glaubt, die Reform schreibe ihm vor, wie er künftig zu schreiben habe: "Die Rechtschreibung hat sich an den Stellen, für die sie gemacht worden ist, durchgesetzt. Sie ist in der Schule und in der Verwaltung akzeptiert, und ich verstehe nicht recht, warum Sie so schlecht damit umgehen können. Sie ist liberaler als die vorhergehende Regelung, und als Schriftsteller können Sie doch souverän mit vorgegebenen Regeln umgehen."

Weitere Artikel: Hanno Helbling stellt die italienische Orthografie vor, in der es keine verordnete Schreibung gibt und auch niemand eine solche vermisst. Claudia von Selle informiert über die Rechtslage bezüglich der Verfahren vor amerikanischen Gerichten gegen mehrere europäische Staaten auf Rückgabe von NS-Raubkunst. Alfred Schlienger war beim Theaterfestival "Welt in Basel" und fand dort ein "überzeugendes Konzept gegen die Beliebigkeit".

Besprochen werden die Schau "Jo'burg now" im Wiener Architekturmuseum zum Thema südafrikanische Stadtplanung, zwei Konzerte beim Menuhin-Festival in Gstaad und die Studie "Wien-London 1939" über österreichische NS-Flüchtlinge.

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TAZ, 23.08.2004

Katrin Bettina Müller freut sich über den entspannten Auftakt zur Zwischennutzung des Palasts der Republik in Berlin. Philipp Mausshardt trauert um das "Schwäbische Tagblatt", einst ein Nabel der Zeitungswelt, später normales Lokalblatt und jetzt verkauft. Niklaus Hablützel hat erfahren, dass "Real Networks" jetzt das Apple-Musikimperium im Netz attackiert. Peter Unfried erinnert sich im Olympischen Tagebuch an die Siegerweite im Speerwerfen 1972. Auf der Medienseite sorgt sich Heide Platen um die FR und ihren Ruf als unabhängige Zeitung.

Der Raub der beiden Munch-Gemälde Der Schrei und Madonna in Oslo ist für die taz ein Tagesthema. Reinhard Wolff berichtet von der Tat und ersten Reaktionen, erinnert an den spektakulären Raub der zweiten Version des "Schreis" vor zehn Jahren und würdigt das berühmte Bild.

Besprochen werden Dirk Baeckers Sammelband "Wozu Soziologie?" und das neue Album "Always Outnumbered, Never Outgunned" der mittlerweile auf ein Mitglied geschrumpften Band "The Prodigy".

Schließlich Tom.

Stichwörter: Oslo, Heide Platen, Taz

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Welt, 23.08.2004

Auf den Kulturseiten denkt Johann Michael Möller über das Phänomen der "Wüstungen" im Osten Deutschlands nach. Er verurteilt die Regionalplaner und Wirtschaftspolitiker, die "ihr Handwerk in den kleinteiligen Gartenbaukulturen des Westens gelernt haben, die mittelständisch denken, die eine Pendlerpauschale erfunden haben und die Eigenheimzulage". Und er beobachtet als Folge einen schmerzvollen Rückgang zur "puren Natur": "Jetzt kehrt sie im Osten wieder. Nicht als Wildnis. Es ist keine Wiederkehr der Natur. Es ist die Leere dieser Landschaft, die mit ihren Alleen und Kopfsteinpflasterstraßen wie eine große Allegorie erscheint, eine des Verlusts."

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FAZ, 23.08.2004

Paul Ingendaay schildert auf der letzten Seite bewegende Szenen von einem Privatkonzert Julio Iglesias' in Marbella: "Julio singt von kurz vor Mitternacht bis um kurz vor zwei. Er bewegt sich auf der Bühne mit merkwürdiger Unbeholfenheit. Wenn seine Rechte nicht gerade wedelnde Gesten macht, liegt sie auf seiner Brust, als wollte Julio unentwegt darauf hinweisen, wo sein Herz sitzt. Doch unter den Zuhörern herrscht großes Einverständnis. Denn dieser Mann kennt Reichtum, Freiheit und Luxus noch besser als sie. Und er teilt mit ihnen die letzten vierzig Jahre. Wer geschrumpft und verwelkt ist, braucht nur auf Julio zu blicken und fühlt sich getröstet. Julios Vater übrigens, 'Papuchi', hat vor ein paar Wochen noch einen Sohn bekommen, so dass Julio Iglesias jetzt einen Säugling zum Halbbruder hat. Ein Teufelskerl, dieser Papuchi."

Hannes Hintermeier beklagt, dass die Mitglieder der Rechtschreib-Kommission ganz unbekannt sind (als wäre es nicht Aufgabe dieser Zeitung gewesen, sie bekannt zu machen), und versucht dann, diesen Missstand zu beheben. Keiner zählt zur ersten Liga der Germanisten - das zumindest hat Hintermeier "von Kollegen" gehört. Gerhard Aust etwa "hat viel publiziert, rangiert aber nach Einschätzung von Fachkollegen im Mittelfeld", Peter Gallmann war Korrektor der Neuen Zürcher Zeitung, "Kollegen beschreiben ihn als dogmatisch und halsstarrig, aber auch als kreativ und wissenschaftlich potent", Dieter Nerius "ist Autor des Hauses Bertelsmann. Dem Vernehmen nach fiel er weniger durch wissenschaftliche Brillanz als dadurch auf, dass er der freien Wirtschaft Seminare anbot, die Firmen auf die neue Rechtschreibung vorbereiten sollten", der "hochspezialisierte DDR-Wissenschaftler" Dieter Herberg "gilt als ordentlich, aber unauffällig". (Wir freuen uns schon darauf zu erfahren, was Hintermeiers Recherchen ergeben, wenn er seine Behauptungen selbst überprüft hat.)

Weitere Artikel: Timo John stellt den städtischen Bauhof in Stuttgart-Feuerbach vor, den Stefen Kamm "mit leichter Hand" als "neuen Typus der 'Urhütte" gestaltet hat. Lorenz Jäger schreibt zum achtzigsten Geburtstag von Ephraim Kishon. Harald Hartung nennt die Tagebücher Thomas Manns seine Lieblingsbücher. Rüdiger Klein findet das neue Pfarrzentrum der barocken St. Peter und Paul Kirche in Thalmässing "protestantisch streng". Albrecht Thiemann lauscht ersten Ergebnissen der Rheinsberger Opernwerkstatt: Schön, aber dem experimentellen Musiktheater eröffnen sie noch "keine aufregenden Perspektiven".

Auf der letzten Seite porträtiert Tilman Spreckelsen den Schriftsteller Terence Hanbury White, der 1941 mit "The once and future king" den düstersten aller Artus-Romane schrieb. Und Esther Kilchmann berichtet über ein fingiertes Hassverbrechen: Die amerikanische Psychologin Kerri Dunn hatte ihr Auto beschädigt und mit rassistischen, antisemitischen und sexistischen Sprüchen beschmiert. Anschließend behauptete sie, Opfer einer hate-crime geworden zu sein.

Besprochen werden die Ausstellung "Jenseits der Geometrie" im Los Angeles County Museum of Art, eine Ausstellung im Deutschen Technik Museum Berlin über den Weg der E-Gitarre vom Musik- zum Kultinstrument und Bücher, darunter Hans-Ulrich Gumbrechts Suche nach dem "Diesseits der Hermeneutik" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Stichwörter: Berlin, Harald Hartung, Sohn

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SZ, 23.08.2004

In New York wird der Parteitag der Republikaner mit Spannung und Schrecken erwartet, berichtet Andrian Kreye, der auch einen Überblick über die zahlreichen  angekündigten Proteste und Demonstrationen gibt. Gottfried Knapp klärt uns über den dreisten Diebstahl der beiden Munch-Bilder Der Schrei und Madonna in Oslo auf. Dirk Peitz resümiert das Kölner Musikfestival c/o pop, Nachfolger der Popkomm.

Tobias Moorstedt schlendert über die Videospielmesse Games Convention in Leipzig, die sich in einer für Deutschland mittlerweile ungewohnten Aufbruchsstimmung befindet. Ergänzend dazu sinniert der Videospieldesigner Bob Bates über sein Metier. "jby" sieht bei der ZDF-Wahl "Unsere Besten - Das große Lesen" einen beruhigenden Konservatismus am Werk. Als nicht weniger als eine "Sensation" annonciert Rudolf Schmitz die Rückkehr Gerhard Richters ins Dresdner Albertinum, mit einer stattlichen Dauerleihgabe von 41 Werken. Kristina Maidt-Zinke gratuliert Ephraim Kishon zum Achtzigsten.

Die Dritte Seite wartet mit einer Reportage von Dirk Peitz über das harte Leben der Musiker in diesen krisengeschüttelten Zeiten auf. Gerd Kröncke erzählt noch einmal die mittlerweile von Steven Spielberg verfilmte Geschichte des Iraners, der seit 16 Jahren gezwungenermaßen am Pariser Flughafen lebt.

Auf der Medienseite porträtiert Kai-Hinrich Renner den "zur Zeit begehrtesten Zeitungs- und Zeitschriftendesigner der deutschsprachigen Verlagsszene", Lukas Kircher. Er ist etwa für die neue Welt am Sonntag verantwortlich. Michael Jürgs fordert die Vielseitigkeitsspringer zur Montagsdemo auf. Klaus Ott verrät, dass Helmut Thoma bei der Kabel Deutschland GmbH reüssieren soll, die nun auch Programm machen will.

Besprochen werden Simon Rattles konzertante Aufführungen des "Rheingold" mit Originalinstrumenten bei den Londoner Proms und im Festspielhaus Baden-Baden als Testlauf für den seinen Salzburger "Ring" 2006, Sara Sugarmans Film "Bekenntnisse einer Highschool Diva", Eli Roths Horrorfilm "Cabin Fever", und Bücher, darunter John Banvilles "meisterhafter" Roman "Caliban", Edgar Salins von Paul Hugger editiertes Tagebuch "Im Sonderzug nach Alaska" sowie das Hörbuch zu Claudia Otts neuer Übersetzung von "Tausendundeine Nacht" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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