Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

10.08.2004. Die taz feiert Partys mit David Mancuso. Die FAZ warnt vorm Feuer des Patriotismus in China. Die NZZ sieht Ralf Rothmann beim Zaubern eines sommerhellen Buchs zu. In der FR erzählt Richard Wagner, wie der Balkan in die Sommerhits schwappte. Und Candi Staton wird dringend empfohlen. Außerdem wird Grass gräßlich nach den Regeln seiner Orthografie geschrieben.

TAZ, 10.08.2004

Tilman Baumgärtel porträtiert in einem pophistorisch bewanderten Artikel den Erfinder der Disco-Musik David Mancuso, der bis heute in seinem Loft Partys feiert, und er stellt eine geradezu religiöse wirkende Hinwendung junger Europäer an die gloriose Disco-Zeit in den Siebzigern fest: "Der vorläufige Höhepunkt der Kanonisierung von Disco, die langsam Züge akademischer Pedanterie anzunehmen beginnt, ist das 500-seitige 'Love saves the day' (Duke University Press, 24 Dollar) von Tim Lawrence. Obwohl er im Wesentlichen bekannte Informationen aufwärmt, behauptet der Londoner Uni-Professor frech, er habe das erste Buch über die New Yorker Disco-Szene der Siebziger geschrieben. Solch universitäres Platzhirsch-Gebaren ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier an einer endgültigen Historisierung von Disco gearbeitet wird." Wir schlagen eine Übersetzung in bewährter Rechtschreibung vor.

Weitere Artikel: Kolja Mensing schildert das traurige Schicksal der Rentnerin Ingrid Galla, die aus ihrer Sozialwohnung ausziehen muss, weil die Rente nicht mehr reicht. Burkhard Brunn erzählt, jahreszeitlich bedingt, eine Kulturgeschichte des Schattens. Besprochen werden zwei Ausstellungen zeitgenössischer afrikanischer Kunst in Bochum und in Düsseldorf und ein Band über Fotografen der Weimarer Republik,

Auf der Medienseite berichtet Klaus-Helge Donath, dass der Kreml die letzte legale freie Zeitung für Tschetschenien verboten hat.

Und hier Tom.

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FR, 10.08.2004

In verschiedenen Versionen wurde ausgerechnet das Lied einer moldawischen Boygroup zum Sommerhit des Jahres. Richard Wagner versucht das Phänomen zu erfassen: "In Bukarest wird die Auftrittsform der Boygroup kopiert, in Rom übernimmt ein DJ eine rumänische Melodie. Die westliche Klubszene wird zum Raum für die östliche Inszenierung. Die rumänische Sängerin nennt, indem sie auf den lakonischen Originaltext zurückgreift, ihr Projekt Haiducii, Heiducken. Das jedoch ist ein Balkanwort, und Balkanwörter kommen, seit dem Diskotheken-Erfolg der Zigeunerkapellen wie Fanfare Ciocarlia, im Westen gut an. Die Heiducken aber werden uns als Robin Hoods des Balkans präsentiert. Wir erinnern uns: Robin Hood ist der, der den Armen half. Arm und reich werden vom DJ zusammengeführt."

Außerdem bespricht Gunnar Luetzow verschiedene Manifestationen der Berliner Subkultur und HipHop-Szene. Claus Lochbihler schreibt ein sehr überzeugendes Plädoyer für die frühen Soulhits der Candi Staton, die erst jetzt, gut 30 Jahre später, gemeinsam auf einer CD herausgebracht werden. Helmut Müller-Sievers widmet sich in seiner Kolumne zum amerikanischen Wahlkampf dem Thema Todesstrafe (John Kerry ist dagegen). In Times mager nimmt Svenja Klauke die Diätprogramme der religiösen Rechten in den USA unter die Lupe. Guido Fischer verfolgte die siebten Stockhausen-Kurse in Kürten. Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Deutschland sucht" im Kölnischen Kunstverein, die Aufschluss über neueste Tendenzen der deutschen Kunst verspricht.

Der Rechtschreibung widmet die FR auf den vorderen Seiten ein umfängliches Dossier. Stephan Hebel hat in einem Kommentar gute Nachrichten für Günter Grass: "Grass darf schreiben, wie er will, ohne fürchten zu müssen, nach den Regeln seiner Orthografie in 'Graß' umbenannt zu werden."

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NZZ, 10.08.2004

Wolfgang Schneider hat den neuen Roman von Ralf Rothmann gelesen und ist begeistert. Ein "sommerhelles Buch" habe Rothmann da "gezaubert". Es sind die Adoleszenz-Erlebnisse des 12-jährigen Julian im Ruhrgebiet der fünfziger Jahre, die Rothmann - laut Schneider - ganz meisterhaft erzählt: "Es gibt kaum einen anderen Autor, der so poetisch über das Ende der Kindheit und die Schwellenerlebnisse der Pubertät schreiben kann. Im Flöz seiner autobiografischen Erinnerung funkeln die Salzkristalle. Zum Roman einer Jugend gehören erste Begegnungen mit Sexualität und Tod. Für den Tod ist Opa Jupp zuständig, ein Original mit funkenstiebender Zigarre, Inhaber eines Bestattungsinstituts und eines auffälligen Ami- Schlittens, den er zum Leichenwagen umfunktioniert hat. Für den Sex Marusha, die Stieftochter des Hausbesitzers Gorny."

Gemeldet wird, dass die "schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren" an der neuen Rechtschreibung festhalten will; selbiges gilt für Österreich, wo man die deutsche Debatte mit "müder Anteilnahme" zur Kenntnis nimmt. Am 23. August soll dann eine "Krisensitzung" mit Vertretern der drei deutschsprachigen Länder stattfinden.

Weiteres: Marc Zitzmann porträtiert den französischen Comic-Zeichner Joann Sfar. "köh" gibt bekannt, dass der legendäre Gotham Book Mart in New York umgezogen ist.

Besprochen werden eine Ausstellung über das Werk des Ingenieurs und Architekten Werner Sobek im Münchner Architekturmuseum, eine Ausstellung der Werke Johan Barthold Jongkinds im Pariser Musee d'Orsay und Bücher, darunter Urs Augstburgers Roman "Gatto Dileo" und das Werkverzeichnis Robert Schumanns (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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FAZ, 10.08.2004

Die Chinesen haben im Endspiel der Asien-Meisterschaft 1:3 gegen die Japaner verloren. Das hatte Folgen, berichtet Zhou Derong. Die Japaner wurden "konsequent ausgepfiffen" und sogar der Wagen des japanischen Botschafters von erbosten Chinesen angegriffen. "Seit 1995 hat Peking mit dem Feuer des Patriotismus gespielt. Jetzt hat man die Kontrolle über die Geister verloren, die man gerufen hatte. Noch will man in Peking nicht wahrhaben, dass dies alles auf die massive 'patriotische' Erziehung zurückgeht", schreibt Zhou Derong. Die Regierung hat die Zwischenfälle denn auch verschwiegen - das Spiel wurde im Fernsehen mit einer Zeitverzögerung von 30 Sekunden live übertragen. In den Internetforen kommen die Chinesen allerdings ungehemmt zur Sache: "Bei Sina.com findet man laute Schimpfereien über das 'kleine Japan', das Land der verlogensten Menschen, denen man beizeiten noch eine Lektion erteilen werde. Besonnene Wortmeldungen dagegen liest man nur in den relativ freien Internetforen. Im Sportforum von Club.cat 898.com gelten das Staatsfernsehen und die chinesischen Fußballfunktionäre als die Hauptschuldigen ... " Hier ein Link zu einem Video der BBC, das aufgebrachte Chinesen nach dem Spiel zeigt.

"Die Einheit der Rechtschreibung ist dahin", klagt der Deutschlehrer Matthias Richter, gibt allerdings zu, dass die Reform durchaus auch Verbesserungen gebracht hat: Auch die alte Rechtschreibung war schließlich "in Teilen willkürlich" und wurde von einer "nichtöffentlichen Instanz wie der Duden-Redaktion" ausgeübt.

Lore Kramer erzählt die Geschichte des Freiheitspavillons, den deutsche Emigranten 1939 anlässlich der New Yorker World's Fair errichten wollten, um das "Bild eines freien, demokratischen, friedlich-starken Deutschland zu zeigen, das nach Hitler kommen wird", wie die Geschwister Mann schrieben. Das Unternehmen scheiterte, weil amerikanische Mitglieder des Komitees fürchteten, einen "Konflikt" mit Hitler zu provozieren. Auch einige deutsche Künstler waren dagegen, weil sie Repressalien gegen ihre Verwandten in Deutschland befürchteten.

Weitere Artikel: Paul Ingendaay berichtet über die in den Medien viel gescholtene Arbeit des spanischen Untersuchungsausschusses zu den Anschlägen in Madrid. Vor allem die Tatsache, dass der Ausschuss sich jetzt bis September vertagt hat, damit die Mitglieder in den Urlaub fahren können, hat viel Zorn erregt. Ernst Osterkamp nennt Gottfried Kellers "Der Grüne Heinrich" sein Lieblingsbuch. Kerstin Holm stellt das Kunstmuseum von Barnaul, der Hauptstadt des sibirischen Altaigebiets, vor. Joseph Hanimann grübelt in einem seiner lexikalischen Grenzgänge, warum die Franzosen das Wohnmobil "le camping-car" nennen: "Die Ratlosigkeit der Sprachlogik darüber, ob dieses Wohngefährt sich nun seinem Wesen nach bewegt oder im Grunde eher stehen bleibt, ist seit dem Jahr 1974 nicht verklungen." Martin Kämpchen referiert Arundhati Roys Essay über das Staudammprojekt am Narmada-Fluss, das Hunderttausende von ihrem Land vertreibt (wir berichteten in unserer Magazinrundschau). Rh. schreibt den Nachruf auf die Fotografin Eva Kemlein. Edo Reents schreibt zum Tod des Funkmusikers Rick James.

Auf der letzten Seite schildert Heinrich Wefing den Abschluss der Umbauarbeiten am Berliner Olympiastadion. Kerstin Holm porträtiert Wladimir Iljitsch Tolstoi: der "Direktor des Museumsgutes Jasnaja poljana bei Tula und Ururenkel des literarischen Klassikers" hat den Direktor des nahe gelegenen Chemiewerks dazu bewegen können, "gegenseitige Konsultationen und die größtmögliche Sozialverträglichkeit bei Entwicklungsprojekten" schriftlich zu geloben.

Besprochen werden Meisterzeichnungen von Michelangelo in der Wiener Albertina und Bücher, darunter Ulrich Barths Studie "Aufgeklärter Protestantismus" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Stichwörter: Deutschland, Michelangelo

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Welt, 10.08.2004

Manuel Brug plaudert mit der russischen Operndiva Anna Netrebko, die zwar gerade in ihrer italienischen Phase steckt, aber auch anders könnte: "Ich hätte gerne den 'Parsifal' in Bayreuth gesehen. Für Wagner würde ich morden - beinahe. Ich will diese einzigartige Aura am Grünen Hügel mal erleben. Schon weil es für mich nichts zu singen gibt, außer vielleicht Waldvogel?"

Stichwörter: Anna Netrebko

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Tagesspiegel, 10.08.2004

Im Tagesspiegel führt ab heute Petros Markaris ein Olympia-Tagebuch: "Wenn Olympische Spiele den Wettkampf schlechthin bedeuten, so war bereits deren Organisation für Griechenland ein einziger Wettkampf. Vier Jahre lang haben wir gegen die Zweifel und die Arroganz der 'Fremden' in aller Welt ankämpfen müssen, haben ganze Serien von Demütigungen eingesteckt, aber siehe, am elften Tage vor der Eröffnungsfeier war sogar die 'olympische Spur' fertig. Das ist die linke Überholspur, die im Athener Straßenverkehr nun ausschließlich für Olympia-Fahrzeuge reserviert ist." Das hat natürlich ganz schön gekostet. Kein Wunder, dass das andere Wort für die Rechnung oder Quittung im Griechischen "die Traurige" ist: "Nach einem fröhlichen Essen rufen die Griechen dem Kellner zu: 'Herr Ober, jetzt bringen Sie mal die Traurige!'"

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SZ, 10.08.2004

Der Historiker Valentin Groebner gibt uns eine kleine Einführung in die hohe Kunst des Vortrags, bei dem der Vortragende meist zwei Bewegungen gleichzeitig ausführt. "Er signalisiert Distanzierung ('ich arbeite über grundlegende methodische Fragen und nicht über dieses oberflächliche Zeug') gleichzeitig mit Erlösungswunsch ('Endlich Leute, die meine Arbeit zu würdigen wissen!'). Kein Wunder, dass die Atmosphäre auf Kongressen oft eine so besondere ist: eine Art Autistenrodeo."

Weiteres: Der Berliner Juniorprofessor Steffen Martus schildert von seinem Standpunkt aus, wie es um ihn und seine Kollegen bestellt ist. Andrian Kreye erzählt, wie Bruce Springsteen, Moby und Public Enemy gegen George Bush antreten. Regisseur Elmar Goerden, der uns als ein "Mann der Exegese, nicht der Exekution, der Mimikry, nicht des Massakers" vorgestellt wird, spricht mit Christopher Schmidt über sein Theater: "Für mich ist die Begegnung mit einem Stück mehr als nur ein Anlass, meine 'Marke' wie einen Nylonstrumpf über jedes Gesicht zu ziehen."

Burkhard Müller möchte gern die Olympischen Spiele abschaffen: "Die Athleten kommen angereist aus aller Welt, um den Unterschied zwischen 35,7 und 36,1 km/h auszutesten, in Flugzeugen, die leicht die zwanzigfache Geschwindigkeit erreichen. Es ist lächerlich" (Ja, da loben wir uns den gepflegten Spaziergang vom Bücherregal zum Sofa). Helmut Mauro meldet, dass das Opernfestival von Sevilla geplatzt ist. Sibylle K. Scholtz und Wolfgang U. Eckart erinnern daran, dass nunmehr seit vierzig Jahren weiche Kontaktlinsen produziert werden.

Besprochen wird die Rubens-Ausstellung, die derzeit in Braunschweig zu sehen ist, und Bücher, darunter Peter Sloterdijks "Sphären"-Trilogie, ein Gesprächband mit Said  und Heinz Berggruens Erinnerungen "Kleine Abschiede" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr). 

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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