Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
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- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
10.08.2004. Die taz feiert Partys mit David Mancuso. Die FAZ warnt vorm Feuer des Patriotismus in China. Die NZZ sieht Ralf Rothmann beim Zaubern eines sommerhellen Buchs zu. In der FR erzählt Richard Wagner, wie der Balkan in die Sommerhits schwappte. Und Candi Staton wird dringend empfohlen. Außerdem wird Grass gräßlich nach den Regeln seiner Orthografie geschrieben.
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Die Tageszeitung, 10.08.2004
Tilman Baumgärtel porträtiert in einem pophistorisch bewanderten Artikel den Erfinder der Disco-Musik David Mancuso, der bis heute in seinem Loft Partys feiert, und er stellt eine geradezu religiöse wirkende Hinwendung junger Europäer an die gloriose Disco-Zeit in den Siebzigern fest: "Der vorläufige Höhepunkt der Kanonisierung von Disco, die langsam Züge akademischer Pedanterie anzunehmen beginnt, ist das 500-seitige 'Love saves the day' (Duke University Press, 24 Dollar) von Tim Lawrence. Obwohl er im Wesentlichen bekannte Informationen aufwärmt, behauptet der Londoner Uni-Professor frech, er habe das erste Buch über die New Yorker Disco-Szene der Siebziger geschrieben. Solch universitäres Platzhirsch-Gebaren ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier an einer endgültigen Historisierung von Disco gearbeitet wird." Wir schlagen eine Übersetzung in bewährter Rechtschreibung vor.
Weitere Artikel: Kolja Mensing schildert das traurige Schicksal der Rentnerin Ingrid Galla, die aus ihrer Sozialwohnung ausziehen muss, weil die Rente nicht mehr reicht. Burkhard Brunn erzählt, jahreszeitlich bedingt, eine Kulturgeschichte des Schattens. Besprochen werden zwei Ausstellungen zeitgenössischer afrikanischer Kunst in Bochum und in Düsseldorf und ein Band über Fotografen der Weimarer Republik,
Auf der Medienseite berichtet Klaus-Helge Donath, dass der Kreml die letzte legale freie Zeitung für Tschetschenien verboten hat.
Und hier Tom.
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Frankfurter Rundschau, 10.08.2004
In verschiedenen Versionen wurde ausgerechnet das Lied einer moldawischen Boygroup zum Sommerhit des Jahres. Richard Wagner versucht das Phänomen zu erfassen: "In Bukarest wird die Auftrittsform der Boygroup kopiert, in Rom übernimmt ein DJ eine rumänische Melodie. Die westliche Klubszene wird zum Raum für die östliche Inszenierung. Die rumänische Sängerin nennt, indem sie auf den lakonischen Originaltext zurückgreift, ihr Projekt Haiducii, Heiducken. Das jedoch ist ein Balkanwort, und Balkanwörter kommen, seit dem Diskotheken-Erfolg der Zigeunerkapellen wie Fanfare Ciocarlia, im Westen gut an. Die Heiducken aber werden uns als Robin Hoods des Balkans präsentiert. Wir erinnern uns: Robin Hood ist der, der den Armen half. Arm und reich werden vom DJ zusammengeführt."
Außerdem bespricht Gunnar Luetzow verschiedene Manifestationen der Berliner Subkultur und HipHop-Szene. Claus Lochbihler schreibt ein sehr überzeugendes Plädoyer für die frühen Soulhits der Candi Staton, die erst jetzt, gut 30 Jahre später, gemeinsam auf einer CD herausgebracht werden. Helmut Müller-Sievers widmet sich in seiner Kolumne zum amerikanischen Wahlkampf dem Thema Todesstrafe (John Kerry ist dagegen). In Times mager nimmt Svenja Klauke die Diätprogramme der religiösen Rechten in den USA unter die Lupe. Guido Fischer verfolgte die siebten Stockhausen-Kurse in Kürten. Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Deutschland sucht" im Kölnischen Kunstverein, die Aufschluss über neueste Tendenzen der deutschen Kunst verspricht.
Der Rechtschreibung widmet die FR auf den vorderen Seiten ein umfängliches Dossier. Stephan Hebel hat in einem Kommentar gute Nachrichten für Günter Grass: "Grass darf schreiben, wie er will, ohne fürchten zu müssen, nach den Regeln seiner Orthografie in 'Graß' umbenannt zu werden."
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Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2004
Wolfgang Schneider hat den neuen Roman von Ralf Rothmann gelesen und ist begeistert. Ein "sommerhelles Buch" habe Rothmann da "gezaubert". Es sind die Adoleszenz-Erlebnisse des 12-jährigen Julian im Ruhrgebiet der fünfziger Jahre, die Rothmann - laut Schneider - ganz meisterhaft erzählt: "Es gibt kaum einen anderen Autor, der so poetisch über das Ende der Kindheit und die Schwellenerlebnisse der Pubertät schreiben kann. Im Flöz seiner autobiografischen Erinnerung funkeln die Salzkristalle. Zum Roman einer Jugend gehören erste Begegnungen mit Sexualität und Tod. Für den Tod ist Opa Jupp zuständig, ein Original mit funkenstiebender Zigarre, Inhaber eines Bestattungsinstituts und eines auffälligen Ami- Schlittens, den er zum Leichenwagen umfunktioniert hat. Für den Sex Marusha, die Stieftochter des Hausbesitzers Gorny."
Gemeldet wird, dass die "schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren" an der neuen Rechtschreibung festhalten will; selbiges gilt für Österreich, wo man die deutsche Debatte mit "müder Anteilnahme" zur Kenntnis nimmt. Am 23. August soll dann eine "Krisensitzung" mit Vertretern der drei deutschsprachigen Länder stattfinden.
Weiteres: Marc Zitzmann porträtiert den französischen Comic-Zeichner Joann Sfar. "köh" gibt bekannt, dass der legendäre Gotham Book Mart in New York umgezogen ist.
Besprochen werden eine Ausstellung über das Werk des Ingenieurs und Architekten Werner Sobek im Münchner Architekturmuseum, eine Ausstellung der Werke Johan Barthold Jongkinds im Pariser Musee d'Orsay und Bücher, darunter Urs Augstburgers Roman "Gatto Dileo" und das Werkverzeichnis Robert Schumanns (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2004
Die Chinesen haben im Endspiel der Asien-Meisterschaft 1:3 gegen die Japaner verloren. Das hatte Folgen, berichtet Zhou Derong. Die Japaner wurden "konsequent ausgepfiffen" und sogar der Wagen des japanischen Botschafters von erbosten Chinesen angegriffen. "Seit 1995 hat Peking mit dem Feuer des Patriotismus gespielt. Jetzt hat man die Kontrolle über die Geister verloren, die man gerufen hatte. Noch will man in Peking nicht wahrhaben, dass dies alles auf die massive 'patriotische' Erziehung zurückgeht", schreibt Zhou Derong. Die Regierung hat die Zwischenfälle denn auch verschwiegen - das Spiel wurde im Fernsehen mit einer Zeitverzögerung von 30 Sekunden live übertragen. In den Internetforen kommen die Chinesen allerdings ungehemmt zur Sache: "Bei Sina.com findet man laute Schimpfereien über das 'kleine Japan', das Land der verlogensten Menschen, denen man beizeiten noch eine Lektion erteilen werde. Besonnene Wortmeldungen dagegen liest man nur in den relativ freien Internetforen. Im Sportforum von Club.cat 898.com gelten das Staatsfernsehen und die chinesischen Fußballfunktionäre als die Hauptschuldigen ... " Hier ein Link zu einem Video der BBC, das aufgebrachte Chinesen nach dem Spiel zeigt.
"Die Einheit der Rechtschreibung ist dahin", klagt der Deutschlehrer Matthias Richter, gibt allerdings zu, dass die Reform durchaus auch Verbesserungen gebracht hat: Auch die alte Rechtschreibung war schließlich "in Teilen willkürlich" und wurde von einer "nichtöffentlichen Instanz wie der Duden-Redaktion" ausgeübt.
Lore Kramer erzählt die Geschichte des Freiheitspavillons, den deutsche Emigranten 1939 anlässlich der New Yorker World's Fair errichten wollten, um das "Bild eines freien, demokratischen, friedlich-starken Deutschland zu zeigen, das nach Hitler kommen wird", wie die Geschwister Mann schrieben. Das Unternehmen scheiterte, weil amerikanische Mitglieder des Komitees fürchteten, einen "Konflikt" mit Hitler zu provozieren. Auch einige deutsche Künstler waren dagegen, weil sie Repressalien gegen ihre Verwandten in Deutschland befürchteten.
Weitere Artikel: Paul Ingendaay berichtet über die in den Medien viel gescholtene Arbeit des spanischen Untersuchungsausschusses zu den Anschlägen in Madrid. Vor allem die Tatsache, dass der Ausschuss sich jetzt bis September vertagt hat, damit die Mitglieder in den Urlaub fahren können, hat viel Zorn erregt. Ernst Osterkamp nennt Gottfried Kellers "Der Grüne Heinrich" sein Lieblingsbuch. Kerstin Holm stellt das Kunstmuseum von Barnaul, der Hauptstadt des sibirischen Altaigebiets, vor. Joseph Hanimann grübelt in einem seiner lexikalischen Grenzgänge, warum die Franzosen das Wohnmobil "le camping-car" nennen: "Die Ratlosigkeit der Sprachlogik darüber, ob dieses Wohngefährt sich nun seinem Wesen nach bewegt oder im Grunde eher stehen bleibt, ist seit dem Jahr 1974 nicht verklungen." Martin Kämpchen referiert Arundhati Roys Essay über das Staudammprojekt am Narmada-Fluss, das Hunderttausende von ihrem Land vertreibt (wir berichteten in unserer Magazinrundschau). Rh. schreibt den Nachruf auf die Fotografin Eva Kemlein. Edo Reents schreibt zum Tod des Funkmusikers Rick James.
Auf der letzten Seite schildert Heinrich Wefing den Abschluss der Umbauarbeiten am Berliner Olympiastadion. Kerstin Holm porträtiert Wladimir Iljitsch Tolstoi: der "Direktor des Museumsgutes Jasnaja poljana bei Tula und Ururenkel des literarischen Klassikers" hat den Direktor des nahe gelegenen Chemiewerks dazu bewegen können, "gegenseitige Konsultationen und die größtmögliche Sozialverträglichkeit bei Entwicklungsprojekten" schriftlich zu geloben.
Besprochen werden Meisterzeichnungen von Michelangelo in der Wiener Albertina und Bücher, darunter Ulrich Barths Studie "Aufgeklärter Protestantismus" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Welt, 10.08.2004
Manuel Brug plaudert mit der russischen Operndiva Anna Netrebko, die zwar gerade in ihrer italienischen Phase steckt, aber auch anders könnte: "Ich hätte gerne den 'Parsifal' in Bayreuth gesehen. Für Wagner würde ich morden - beinahe. Ich will diese einzigartige Aura am Grünen Hügel mal erleben. Schon weil es für mich nichts zu singen gibt, außer vielleicht Waldvogel?"
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Der Tagesspiegel, 10.08.2004
Im Tagesspiegel führt ab heute Petros Markaris ein Olympia-Tagebuch: "Wenn Olympische Spiele den Wettkampf schlechthin bedeuten, so war bereits deren Organisation für Griechenland ein einziger Wettkampf. Vier Jahre lang haben wir gegen die Zweifel und die Arroganz der 'Fremden' in aller Welt ankämpfen müssen, haben ganze Serien von Demütigungen eingesteckt, aber siehe, am elften Tage vor der Eröffnungsfeier war sogar die 'olympische Spur' fertig. Das ist die linke Überholspur, die im Athener Straßenverkehr nun ausschließlich für Olympia-Fahrzeuge reserviert ist." Das hat natürlich ganz schön gekostet. Kein Wunder, dass das andere Wort für die Rechnung oder Quittung im Griechischen "die Traurige" ist: "Nach einem fröhlichen Essen rufen die Griechen dem Kellner zu: 'Herr Ober, jetzt bringen Sie mal die Traurige!'"
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Süddeutsche Zeitung, 10.08.2004
Der Historiker Valentin Groebner gibt uns eine kleine Einführung in die hohe Kunst des Vortrags, bei dem der Vortragende meist zwei Bewegungen gleichzeitig ausführt. "Er signalisiert Distanzierung ('ich arbeite über grundlegende methodische Fragen und nicht über dieses oberflächliche Zeug') gleichzeitig mit Erlösungswunsch ('Endlich Leute, die meine Arbeit zu würdigen wissen!'). Kein Wunder, dass die Atmosphäre auf Kongressen oft eine so besondere ist: eine Art Autistenrodeo."
Weiteres: Der Berliner Juniorprofessor Steffen Martus schildert von seinem Standpunkt aus, wie es um ihn und seine Kollegen bestellt ist. Andrian Kreye erzählt, wie Bruce Springsteen, Moby und Public Enemy gegen George Bush antreten. Regisseur Elmar Goerden, der uns als ein "Mann der Exegese, nicht der Exekution, der Mimikry, nicht des Massakers" vorgestellt wird, spricht mit Christopher Schmidt über sein Theater: "Für mich ist die Begegnung mit einem Stück mehr als nur ein Anlass, meine 'Marke' wie einen Nylonstrumpf über jedes Gesicht zu ziehen."
Burkhard Müller möchte gern die Olympischen Spiele abschaffen: "Die Athleten kommen angereist aus aller Welt, um den Unterschied zwischen 35,7 und 36,1 km/h auszutesten, in Flugzeugen, die leicht die zwanzigfache Geschwindigkeit erreichen. Es ist lächerlich" (Ja, da loben wir uns den gepflegten Spaziergang vom Bücherregal zum Sofa). Helmut Mauro meldet, dass das Opernfestival von Sevilla geplatzt ist. Sibylle K. Scholtz und Wolfgang U. Eckart erinnern daran, dass nunmehr seit vierzig Jahren weiche Kontaktlinsen produziert werden.
Besprochen wird die Rubens-Ausstellung, die derzeit in Braunschweig zu sehen ist, und Bücher, darunter Peter Sloterdijks "Sphären"-Trilogie, ein Gesprächband mit Said und Heinz Berggruens Erinnerungen "Kleine Abschiede" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Gruß über den Gartenzaun
25.05.2013. In der FAZ erneuert Giorgio Agamben seine Kritik an der politischen Führung der EU. Hans Christoph Buch fordert Daniel Cohn-Bendit in der FR zum europäischen Dornröschenkuss auf. Die SZ fordert von den Grünen die Aufarbeitung ihrer Pädophilen-philen Wurzeln. Die Welt bringt ein einmütiges Pro und Contra zu Joseph Beuys. Die NZZ gratuliert dem Antidemokraten Henry Kissinger zum Neunzigsten. Die taz ist ernüchtert vom postrevolutionären Ägypten. Ansonsten herrscht allgemeine Zufriedenheit mit dem Programm von Cannes und Vorfreude auf den Fußballgipfel von Wembley. Mehr lesen
Spiele zuerst einmal drei Akkorde
24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen
Darling flüstert die Amsel
23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen








