Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 10.24 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

10.08.2004. Die taz feiert Partys mit David Mancuso. Die FAZ warnt vorm Feuer des Patriotismus in China. Die NZZ sieht Ralf Rothmann beim Zaubern eines sommerhellen Buchs zu. In der FR erzählt Richard Wagner, wie der Balkan in die Sommerhits schwappte. Und Candi Staton wird dringend empfohlen. Außerdem wird Grass gräßlich nach den Regeln seiner Orthografie geschrieben.

Die Tageszeitung, 10.08.2004

Tilman Baumgärtel porträtiert in einem pophistorisch bewanderten Artikel den Erfinder der Disco-Musik David Mancuso, der bis heute in seinem Loft Partys feiert, und er stellt eine geradezu religiöse wirkende Hinwendung junger Europäer an die gloriose Disco-Zeit in den Siebzigern fest: "Der vorläufige Höhepunkt der Kanonisierung von Disco, die langsam Züge akademischer Pedanterie anzunehmen beginnt, ist das 500-seitige 'Love saves the day' (Duke University Press, 24 Dollar) von Tim Lawrence. Obwohl er im Wesentlichen bekannte Informationen aufwärmt, behauptet der Londoner Uni-Professor frech, er habe das erste Buch über die New Yorker Disco-Szene der Siebziger geschrieben. Solch universitäres Platzhirsch-Gebaren ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier an einer endgültigen Historisierung von Disco gearbeitet wird." Wir schlagen eine Übersetzung in bewährter Rechtschreibung vor.


Weitere Artikel: Kolja Mensing schildert das traurige Schicksal der Rentnerin Ingrid Galla, die aus ihrer Sozialwohnung ausziehen muss, weil die Rente nicht mehr reicht. Burkhard Brunn erzählt, jahreszeitlich bedingt, eine Kulturgeschichte des Schattens. Besprochen werden zwei Ausstellungen zeitgenössischer afrikanischer Kunst in Bochum und in Düsseldorf und ein Band über Fotografen der Weimarer Republik,

Auf der Medienseite berichtet Klaus-Helge Donath, dass der Kreml die letzte legale freie Zeitung für Tschetschenien verboten hat.

Und hier Tom.

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Frankfurter Rundschau, 10.08.2004

In verschiedenen Versionen wurde ausgerechnet das Lied einer moldawischen Boygroup zum Sommerhit des Jahres. Richard Wagner versucht das Phänomen zu erfassen: "In Bukarest wird die Auftrittsform der Boygroup kopiert, in Rom übernimmt ein DJ eine rumänische Melodie. Die westliche Klubszene wird zum Raum für die östliche Inszenierung. Die rumänische Sängerin nennt, indem sie auf den lakonischen Originaltext zurückgreift, ihr Projekt Haiducii, Heiducken. Das jedoch ist ein Balkanwort, und Balkanwörter kommen, seit dem Diskotheken-Erfolg der Zigeunerkapellen wie Fanfare Ciocarlia, im Westen gut an. Die Heiducken aber werden uns als Robin Hoods des Balkans präsentiert. Wir erinnern uns: Robin Hood ist der, der den Armen half. Arm und reich werden vom DJ zusammengeführt."


Außerdem bespricht Gunnar Luetzow verschiedene Manifestationen der Berliner Subkultur und HipHop-Szene. Claus Lochbihler schreibt ein sehr überzeugendes Plädoyer für die frühen Soulhits der Candi Staton, die erst jetzt, gut 30 Jahre später, gemeinsam auf einer CD herausgebracht werden. Helmut Müller-Sievers widmet sich in seiner Kolumne zum amerikanischen Wahlkampf dem Thema Todesstrafe (John Kerry ist dagegen). In Times mager nimmt Svenja Klauke die Diätprogramme der religiösen Rechten in den USA unter die Lupe. Guido Fischer verfolgte die siebten Stockhausen-Kurse in Kürten. Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Deutschland sucht" im Kölnischen Kunstverein, die Aufschluss über neueste Tendenzen der deutschen Kunst verspricht.

Der Rechtschreibung widmet die FR auf den vorderen Seiten ein umfängliches Dossier. Stephan Hebel hat in einem Kommentar gute Nachrichten für Günter Grass: "Grass darf schreiben, wie er will, ohne fürchten zu müssen, nach den Regeln seiner Orthografie in 'Graß' umbenannt zu werden."

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Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2004

Wolfgang Schneider hat den neuen Roman von Ralf Rothmann gelesen und ist begeistert. Ein "sommerhelles Buch" habe Rothmann da "gezaubert". Es sind die Adoleszenz-Erlebnisse des 12-jährigen Julian im Ruhrgebiet der fünfziger Jahre, die Rothmann - laut Schneider - ganz meisterhaft erzählt: "Es gibt kaum einen anderen Autor, der so poetisch über das Ende der Kindheit und die Schwellenerlebnisse der Pubertät schreiben kann. Im Flöz seiner autobiografischen Erinnerung funkeln die Salzkristalle. Zum Roman einer Jugend gehören erste Begegnungen mit Sexualität und Tod. Für den Tod ist Opa Jupp zuständig, ein Original mit funkenstiebender Zigarre, Inhaber eines Bestattungsinstituts und eines auffälligen Ami- Schlittens, den er zum Leichenwagen umfunktioniert hat. Für den Sex Marusha, die Stieftochter des Hausbesitzers Gorny."


Gemeldet wird, dass die "schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren" an der neuen Rechtschreibung festhalten will; selbiges gilt für Österreich, wo man die deutsche Debatte mit "müder Anteilnahme" zur Kenntnis nimmt. Am 23. August soll dann eine "Krisensitzung" mit Vertretern der drei deutschsprachigen Länder stattfinden.

Weiteres: Marc Zitzmann porträtiert den französischen Comic-Zeichner Joann Sfar. "köh" gibt bekannt, dass der legendäre Gotham Book Mart in New York umgezogen ist.

Besprochen werden eine Ausstellung über das Werk des Ingenieurs und Architekten Werner Sobek im Münchner Architekturmuseum, eine Ausstellung der Werke Johan Barthold Jongkinds im Pariser Musee d'Orsay und Bücher, darunter Urs Augstburgers Roman "Gatto Dileo" und das Werkverzeichnis Robert Schumanns (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2004

Die Chinesen haben im Endspiel der Asien-Meisterschaft 1:3 gegen die Japaner verloren. Das hatte Folgen, berichtet Zhou Derong. Die Japaner wurden "konsequent ausgepfiffen" und sogar der Wagen des japanischen Botschafters von erbosten Chinesen angegriffen. "Seit 1995 hat Peking mit dem Feuer des Patriotismus gespielt. Jetzt hat man die Kontrolle über die Geister verloren, die man gerufen hatte. Noch will man in Peking nicht wahrhaben, dass dies alles auf die massive 'patriotische' Erziehung zurückgeht", schreibt Zhou Derong. Die Regierung hat die Zwischenfälle denn auch verschwiegen - das Spiel wurde im Fernsehen mit einer Zeitverzögerung von 30 Sekunden live übertragen. In den Internetforen kommen die Chinesen allerdings ungehemmt zur Sache: "Bei Sina.com findet man laute Schimpfereien über das 'kleine Japan', das Land der verlogensten Menschen, denen man beizeiten noch eine Lektion erteilen werde. Besonnene Wortmeldungen dagegen liest man nur in den relativ freien Internetforen. Im Sportforum von Club.cat 898.com gelten das Staatsfernsehen und die chinesischen Fußballfunktionäre als die Hauptschuldigen ... " Hier ein Link zu einem Video der BBC, das aufgebrachte Chinesen nach dem Spiel zeigt.


"Die Einheit der Rechtschreibung ist dahin", klagt der Deutschlehrer Matthias Richter, gibt allerdings zu, dass die Reform durchaus auch Verbesserungen gebracht hat: Auch die alte Rechtschreibung war schließlich "in Teilen willkürlich" und wurde von einer "nichtöffentlichen Instanz wie der Duden-Redaktion" ausgeübt.

Lore Kramer erzählt die Geschichte des Freiheitspavillons, den deutsche Emigranten 1939 anlässlich der New Yorker World's Fair errichten wollten, um das "Bild eines freien, demokratischen, friedlich-starken Deutschland zu zeigen, das nach Hitler kommen wird", wie die Geschwister Mann schrieben. Das Unternehmen scheiterte, weil amerikanische Mitglieder des Komitees fürchteten, einen "Konflikt" mit Hitler zu provozieren. Auch einige deutsche Künstler waren dagegen, weil sie Repressalien gegen ihre Verwandten in Deutschland befürchteten.

Weitere Artikel: Paul Ingendaay berichtet über die in den Medien viel gescholtene Arbeit des spanischen Untersuchungsausschusses zu den Anschlägen in Madrid. Vor allem die Tatsache, dass der Ausschuss sich jetzt bis September vertagt hat, damit die Mitglieder in den Urlaub fahren können, hat viel Zorn erregt. Ernst Osterkamp nennt Gottfried Kellers "Der Grüne Heinrich" sein Lieblingsbuch. Kerstin Holm stellt das Kunstmuseum von Barnaul, der Hauptstadt des sibirischen Altaigebiets, vor. Joseph Hanimann grübelt in einem seiner lexikalischen Grenzgänge, warum die Franzosen das Wohnmobil "le camping-car" nennen: "Die Ratlosigkeit der Sprachlogik darüber, ob dieses Wohngefährt sich nun seinem Wesen nach bewegt oder im Grunde eher stehen bleibt, ist seit dem Jahr 1974 nicht verklungen." Martin Kämpchen referiert Arundhati Roys Essay über das Staudammprojekt am Narmada-Fluss, das Hunderttausende von ihrem Land vertreibt (wir berichteten in unserer Magazinrundschau). Rh. schreibt den Nachruf auf die Fotografin Eva Kemlein. Edo Reents schreibt zum Tod des Funkmusikers Rick James.

Auf der letzten Seite schildert Heinrich Wefing den Abschluss der Umbauarbeiten am Berliner Olympiastadion. Kerstin Holm porträtiert Wladimir Iljitsch Tolstoi: der "Direktor des Museumsgutes Jasnaja poljana bei Tula und Ururenkel des literarischen Klassikers" hat den Direktor des nahe gelegenen Chemiewerks dazu bewegen können, "gegenseitige Konsultationen und die größtmögliche Sozialverträglichkeit bei Entwicklungsprojekten" schriftlich zu geloben.

Besprochen werden Meisterzeichnungen von Michelangelo in der Wiener Albertina und Bücher, darunter Ulrich Barths Studie "Aufgeklärter Protestantismus" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 10.08.2004

Manuel Brug plaudert mit der russischen Operndiva Anna Netrebko, die zwar gerade in ihrer italienischen Phase steckt, aber auch anders könnte: "Ich hätte gerne den 'Parsifal' in Bayreuth gesehen. Für Wagner würde ich morden - beinahe. Ich will diese einzigartige Aura am Grünen Hügel mal erleben. Schon weil es für mich nichts zu singen gibt, außer vielleicht Waldvogel?"


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Der Tagesspiegel, 10.08.2004

Im Tagesspiegel führt ab heute Petros Markaris ein Olympia-Tagebuch: "Wenn Olympische Spiele den Wettkampf schlechthin bedeuten, so war bereits deren Organisation für Griechenland ein einziger Wettkampf. Vier Jahre lang haben wir gegen die Zweifel und die Arroganz der 'Fremden' in aller Welt ankämpfen müssen, haben ganze Serien von Demütigungen eingesteckt, aber siehe, am elften Tage vor der Eröffnungsfeier war sogar die 'olympische Spur' fertig. Das ist die linke Überholspur, die im Athener Straßenverkehr nun ausschließlich für Olympia-Fahrzeuge reserviert ist." Das hat natürlich ganz schön gekostet. Kein Wunder, dass das andere Wort für die Rechnung oder Quittung im Griechischen "die Traurige" ist: "Nach einem fröhlichen Essen rufen die Griechen dem Kellner zu: 'Herr Ober, jetzt bringen Sie mal die Traurige!'"

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Süddeutsche Zeitung, 10.08.2004

Der Historiker Valentin Groebner gibt uns eine kleine Einführung in die hohe Kunst des Vortrags, bei dem der Vortragende meist zwei Bewegungen gleichzeitig ausführt. "Er signalisiert Distanzierung ('ich arbeite über grundlegende methodische Fragen und nicht über dieses oberflächliche Zeug') gleichzeitig mit Erlösungswunsch ('Endlich Leute, die meine Arbeit zu würdigen wissen!'). Kein Wunder, dass die Atmosphäre auf Kongressen oft eine so besondere ist: eine Art Autistenrodeo."


Weiteres: Der Berliner Juniorprofessor Steffen Martus schildert von seinem Standpunkt aus, wie es um ihn und seine Kollegen bestellt ist. Andrian Kreye erzählt, wie Bruce Springsteen, Moby und Public Enemy gegen George Bush antreten. Regisseur Elmar Goerden, der uns als ein "Mann der Exegese, nicht der Exekution, der Mimikry, nicht des Massakers" vorgestellt wird, spricht mit Christopher Schmidt über sein Theater: "Für mich ist die Begegnung mit einem Stück mehr als nur ein Anlass, meine 'Marke' wie einen Nylonstrumpf über jedes Gesicht zu ziehen."

Burkhard Müller möchte gern die Olympischen Spiele abschaffen: "Die Athleten kommen angereist aus aller Welt, um den Unterschied zwischen 35,7 und 36,1 km/h auszutesten, in Flugzeugen, die leicht die zwanzigfache Geschwindigkeit erreichen. Es ist lächerlich" (Ja, da loben wir uns den gepflegten Spaziergang vom Bücherregal zum Sofa). Helmut Mauro meldet, dass das Opernfestival von Sevilla geplatzt ist. Sibylle K. Scholtz und Wolfgang U. Eckart erinnern daran, dass nunmehr seit vierzig Jahren weiche Kontaktlinsen produziert werden.

Besprochen wird die Rubens-Ausstellung, die derzeit in Braunschweig zu sehen ist, und Bücher, darunter Peter Sloterdijks "Sphären"-Trilogie, ein Gesprächband mit Said  und Heinz Berggruens Erinnerungen "Kleine Abschiede" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr). 

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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