Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

09.08.2004. Die NZZ kritisiert das schlechte Deutsch der Frakturfraktion. Trotzdem plädiert Hans Küng in der Welt für einen Dialog der Religionen. Die taz konstatiert: Die Intellektuellen haben ohnehin ausgedient. Die New York Times ist sehr streng mit Nicholson Bakers neuem Roman "Checkpoint". Der Salzburger "Rosenkavalier" stößt auf widersprüchliche Reaktionen.

Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2004

Roman Bucheli macht sich lesenswerte Gedanken über die Rechtschreibreform und die jüngsten Akte der Gegenreformation. Unter anderem ist ihm das Argument der Gegner sauer aufgestoßen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die neue Schreibung sei. Ginge man allein davon aus, dann wäre, so Bucheli, "vermutlich jede Rechtschreibregelung überflüssig". Auch ansonsten ist Bucheli kein Freund der Reformgegner: "Die Rechtschreibreform wird heute aus dem gleichen fundamentalistischen Geist heraus bekämpft, aus dem sie entstanden ist. Dass man damit einen Kultur- und Machtkampf auf dem Rücken der Schüler austrägt, scheint niemanden zu kümmern. Und wie man bei regelmäßiger Lektüre leicht feststellen kann, wird bei den betroffenen Zeitungen wohl auch nicht die Sorge um die Sprache allein die Maßgabe des Handelns sein."


Weitere Artikel: Hansgeorg Hermann, freier Journalist und Reiseführer auf Kreta, führt durch die griechische Kultur. Roman Hollenstein folgt den Spuren antiker Bauwerke in Mailand. Daghild Bartels berichtet über die schleichende Auflösung der Sammlung Barbier-Müller, der größten Sammlung primitiver Kunst in privater Hand.

Besprochen werden die Aufführung von Strauss' "Rosenkavalier" bei den Salzburger Festspielen und eine Ausstellung über Wohnungsbau im Architekturzentrum Arc en reve in Bordeaux.

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Weitere Medien, 09.08.2004

In der New York Times Book Review bespricht Leon Wieseltier Nicholson Bakers neuen Roman "Checkpoint", der auch hierzulande schon von sich reden machte, weil darin ein gewisser George W. Bush ermordet werden soll. Wieseltiers Kritik fängt so an: "Dieses schmutzige kleine Büchlein handelt von der Frage, ob die Probleme unseres ehrsamen und ängstlichen kleinen Landes durch das Erschießen des Präsidenten gelöst werden können. Zwar plädiert das Buch nicht für die Ermordung George W. Bushs. Es ist perfider..." Wieseltiers Urteil ist am Ende sehr streng: "Die Radikalität der Rechten hat zu einer Radikalität der Linken geführt. Der amerikanische Liberalismus im Ganzen scheint seinen Kopf zu verlieren. Wenn die Befremdlichkeit gegenüber Bush zu einer Entschuldigung für eine große Vereinfachung wird, wird das schlimme Folgen für den Liberalismus und Amerika haben."

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Die Tageszeitung, 09.08.2004

Die Intellektuellen haben als Gesellschaftskritiker ausgedient, diagnostiziert der Philosoph und Autor Ludger Heidbrink. Grund dafür ist die Ungewissheit in der Gesellschaft selbst. "Solange der Bürger nicht sagen kann, was letztlich für ihn wichtig ist - das schöne Leben oder die Sorge um die Natur, der eigene Arbeitsplatz oder das Wohl der Gemeinschaft -, hat es der Gesellschaftskritiker schwer. Woher soll er die Reformziele nehmen, wenn die Betroffenen selbst nicht wissen, was sie wollen? Die Gesellschaft, darin liegt das Hauptproblem, ist zu einem System ohne Eigenschaften geworden, an dem jede Kritik abprallt."


"Wer einmal mit dem Gedanken spielt, den US-Präsidenten oder den Bundeskanzler umzubringen, muss nicht gleich psychisch angeknackst sein", meint Gerrit Bartels nach der Lektüre von Nicholson Bakers Roman "Checkpoint" und nimmt Baker damit vor den Rezensentenkollegen der New York Times in Schutz (hier die Kritik von Leon Wieseltier). Daniel Bax schreibt einen Nachruf auf den exzentrischen Funk-Pionier Rick James. Und Jan Freitag liest die Rückkehr der alten Werte an der Besetzungsliste der neuen Schwarzwaldklinik ab.

Klaus Harpprecht wundert sich, warum die deutsche Sprache allgemeine Regeln braucht und plädiert auf der Meinungsseite für ein bisschen mehr Anarchie. "Vermutlich war der 'Duden', gleichviel in welcher Version, von Beginn an ein sprachfeindliches Unternehmen." Im Medienteil lacht Arno Frank über den angeblich größten Sportteil der Welt - in der neuen Bild am Sonntag.

Schließlich Tom.

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Die Welt, 09.08.2004

"Soweit es das offizielle Russland angeht, hat man ein Dreivierteljahrhundert von Massenmord, Hungertoden, Plünderung von Privateigentum, zu schweigen von der verwerflichen Institution der Sklavenarbeit, einfach weißgewaschen, wenn nicht geradezu mit dem Siegel der Billigung versehen", schreibt der britische Journalist Paul Johnson über den Umgang mit den stalinistischen Verbrechen in Russland. "Hier genau liegt die zentrale moralische Schwäche des russischen Staates, der eigentliche Grund, warum russische Geschichte vielfach wie die Abfolge endloser Schrecken wirkt. Und ich sage das trotz der Leiden, die dem russischen Volk durch die Nazis, die fremden Invasoren, zugemutet wurden. Kein Staatsdiener in Russland, und sei er noch so brutal, ist je bestraft worden, es sei denn durch Zufall. Schon das Regime Iwans des Schrecklichen wurde von seinen Nachfolgern in Ehren gehalten. Tatsächlich impliziert ja der Herrschertitel 'der Schreckliche' im Russischen keine Verdammung. Dasselbe Wort der Hochachtung begegnet uns zum Beispiel auch als Anrufung in der alten Nationalhymne der Zarenzeit: 'Gott der Allschreckliche.'"


Im Feuilleton unterhält sich Gernot Facius mit dem Tübinger Theologen Hans Küng ("Französische Laizisten können so dogmatisch und autoritär sein wie römische Prälaten") natürlich über den Dialog der Religionen, diesmal unter besonderer Berücksichtigung des Islams, seine angeblich "blutigen Grenzen" und seine Erneuerungsfähigkeit.

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Frankfurter Rundschau, 09.08.2004

Furios verreißt Hans-Klaus Jungheinrich Robert Carsens Inszenierung des Rosenkavaliers in Salzburg. Ein auf das Fernsehen ausgerichtetes, "ungenügend durchgearbeitetes", "beschämendes Debakel", schimpft er. "Der kleine anekdotische Marsch für den Sarottimohren, der das von der Marschallin verlorene Taschentüchel sucht, gilt nun einem dunklen Halbwüchsigen, der im Personenverzeichnis der Neuinszenierung Mohammed heißt und, sich die Augen reibend und torkelnd, aus einer der peripheren Bordell-Lagerstätten auftaucht, ein Gewehr ergreift und wild um sich schießt, derweil sich vom geöffneten Hintergrund eine bedrohlich anmutende Armee in Kriegsuniform nähert. Aha, sagt sich der aufgeklärte Besucher."


Weitere Artikel: Durchwachsen findet Daniel Kothenschulte drei deutsche Filme auf dem Festival in Locarno, "zwischen gelungener Synästhesie und visueller Amnesie". In Times mager beäugt Rene Aguigah die Simulation des Konservatismus in der Debatte um die Rechtschreibreform. Auf der Meinungsseite trägt Michael Lüders überraschend kritische Töne aus Artikeln der arabischen Zeitung Al Hayat zusammen. So schreibt der libanesische Schriftsteller Amil al-Ma'aluf: "Demokratie ist konkret, kein Allgemeinplatz, und sie führt die arabische Nation zu ihrem Ursprung, versöhnt gesellschaftliche Notwendigkeiten mit den Ansprüchen des Einzelnen."

Besprechungen widmen sich dem neuen Album der Hip-Hop-Combo "Arrested Development" und politischen Büchern, Klaus Roths Untersuchung des neuzeitlichen Politikverständnisses "Genealogie des Staates", die erst jetzt veröffentlichten "Heimlichen Erinnerungen" des Architekten Julis Posener sowie Ilse von zur Mühlens Dokumentation zur Kunstsammlung Herrmann Görings (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 09.08.2004

"Kakanien, mon amour", schwärmt Jürgen Otten über Robert Carsens Inszenierung des Rosenkavaliers in Salzburg. "Ein Abend reich an Poesie wie ein Roman von Proust und bildersüchtig wie ein Film von Visconti". Und weiter. "Die Morbidität einer bürgerlichen Gesellschaft in Agonie, ihre verzweifelte Liebe zu sich selbst, sie ist, musikalisch wie szenisch, tauglich als Parabel über den Zustand unserer Psyche. Der Inszenierung gelingt etwas Erstaunliches: Sie strebt glücklich aus der Zeit, in der sie vorwiegend handelt, hinaus."


In einem recht besinnlichen Brief erklärt Rocksänger Bruce Springsteen seine Sorgen um Amerika und kündigt an, "mit einer Reihe meiner Künstlerkollegen - darunter die Dave Matthews Band, Pearl Jam, R.E.M., die Dixie Chicks, Jurassic 5, James Taylor und Jackson Browne - ... im Oktober durch Amerika (zu) touren. Wir werden unter dem Gruppennamen 'Vote for Change' auftreten. Unser Ziel ist eine Richtungsänderung der amerikanischen Politik und eine neue Führung des Landes im November."

Weitere Artikel: Petra Steinberger fasst das Buch "The Empty Cradle. How Falling Birthrates Threaten World Prosperity - And What To Do About It" des Wirtschaftsjournalisten und Autors Phillip Longman zusammen, in dem dieser die desaströsen Effekte einer schrumpfenden Weltbevölkerung schildert. Alexander Menden streift durch das Londoner Viertel Willesden, in dem die britische Polizei in vergangenen Monaten immer wieder nach Mitgliedern von Al-Qaida gesucht hat. Willesden ist auch bekannt geworden durch Zadie Smith' Roman "Zähne zeigen". Angela Köckritz schildert die Renaissance der Revolutionären Oper in China: "Die Soldatinnen jubeln. Revolutionärin Qionghua tanzt der aufgehenden Sonne entgegen. Küsst die wehende rote Flagge. Begeisterung im Publikum." Siebzig Jahre nach ihrer Erfindung wird nun endlich die fatale Gehirnoperationstechnik der Lobotomie historisch aufgearbeitet, berichtet Sonja Zekri. Im Aufmacher trauert Christopher Schmidt um die großen Ferien, die jetzt zu komprimierten Extrem- und Aktivurlauben zusammengeschrumpft sind.  "bru" verabschiedet den verstorbenen Funk-Pionier Rick James.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Bildern von Charlotte Salomon im Frankfurter Städel, Kerstin Stutterheims und Niels Bolbrinkers Zirkusfilm "Die Thuranos", und Bücher, darunter die Neuausgabe von Else Lasker-Schülers "Mein Herz", Amelie Nothombs Roman "Die Kosmetik des Bösen" sowie ein Hörbuch mit Erwin Strittmatters Lesungen aus seinem Roman "Der Laden" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2004

Christian Geyer fragt nach den Gründen einer angeblichen Flut biografischer Literatur (sie liegen im bedauerlichen "Niedergang des animal metaphysicum"). Michael Siebler freut sich, dass kurz vor der Olympiade eine Säule des zentralen Zeustempels im Heiligen Hain des antiken Olympia wiedererrichtet wurde. Jürgen Kaube kritisiert in der Leitglosse das von Hamburger Politikern durchgeboxte Vorhaben einer Ehrendoktorwürde für Wladimir Putin. Jürg Altwegg vermerkt Schweizer Irritationen über die Rechtschreiberei der deutschen Frakturfraktion. Erna Lackner berichtet über Verstimmungen in Österreich aus dem gleichen Grund.


Michael Jeismann empfiehlt Nagib Mahfus' Roman "Der Rausch" als sein Lieblingsbuch. Andreas Kilb zeigt sich in seiner Kolumne vom Filmfestival Locarno tief beeindruckt von Volker Schlöndorffs Film "Der neunte Tag", einer kammerspielartigen Auseinandersetzung zwischen einem von den Nazis verfolgten Priester und einem SS-Mann, gespielt von Ulrich Matthes und August Diehl. Achim Heidenreich bespricht erste Konzerte bei den Darmstädter Ferienkursen für neue Musik. Kerstin Holm schildert einen sibirischen Streit um eine Nomaden-Mumie - nach einem Erdbeben fordern örtliche Schamanen, dass die Wissenschaftler die Mumie wieder zur Begrabung freigeben. Jürgen Richter bedauert, dass Offenburg das ehemalige Ausbesserungswerk der Bahn abreißen will.

Auf der Medienseite schreibt die amerikanischen Medienkünstlerin Eliza Slavet in der Reihe "Stimmen" über die Stimmen der Simpsons. Außerdem erfahren wir, dass der MDR sparen will, und dass Frankreich seine Zeitungen subventioniert.

Auf der letzten Seite erinnert Frank-Rutger Hausmann daran, dass Carl Schmitt seine ersten Veröffentlichungen nach dem Krieg beim Verlag Greven herausbrachte, welche heute als bibliophile Sammlerstücke zu gelten haben. Dirk Schümer erinnert an den Flugzeugabsturz der Fußballmannschaft von Turin, der dem Fußball begabte junge Männer raubte und fünf Jahre später das Wunder von Bern erheblich erleichterte - die Italiener machen jetzt einen Film darüber. Und Thomas Wagner erinnert an den Politiker des Vormärz Bernhard August von Lindenau, der vor 150 Jahren gestorben ist.

Besprochen werden eine Austellung über die Naturmalerei der englischen Präraffaeliten im Alten Museum Berlin, der Salzburger "Rosenkavalier" unter Robert Carsen und Semyon Bychkov, eine Ausstellung mit gestrickten Kunstwerken geisteskranker Künstlerinnen aus der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg und Neuerscheinungen aus der akademischen Welt.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Das nenne ich totalitär

18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen

Tagtäglich dem Leser zugemutet

17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen

Ist Gott jetzt zufrieden?

16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen

Samples der Oberflächenwelt

15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Filzhaltige Kunstzeichen

14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen

Es zeichnet sich der Morgenstern ab

13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen

Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht

11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen

Was öffentlich ist und was nicht

10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen

Hegemoniale Metaerzählung

08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen.  Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen  bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen

So sehr haben die Chefs Angst

07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen

Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung

06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald  zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen

Die Empörung ist eine europäische Sünde

04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen

Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit

03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen

Abkehr vom Mainstream der Alltagsheringe

02.05.2013. In Spiegel online fordert Sascha Lobo viel mehr Investitionen in ein schnelles Internet - und zwar von der Regierung. Im Tagesspiegel stellt Achim Freyer mit Richard Wagner ein Notgleichgewicht her. Die taz beleuchtet die Rolle von Gewerkschaften und SPD in der Nazi-Zeit. In der Zeit spricht Cecila Bartoli über tragische und weniger tragische Frauenrollen. Die FAZ übernimmt Salman Rushdies Aufruf für die Anerkennung von Freiheitshelden als Freiheitshelden. Das WWW ist zwanzig Jahre alt. Das CERN stellt die allerallererste Website wieder online. Mehr lesen

Wo es ernst wird, reicht das Netz nicht aus

30.04.2013. Die FAZ schreitet über die Stege des Mucem ins mediterrane Glitzerlicht der Kulturhauptstadt Marseille. Jürgen Habermas hat in Belgien über Europa gesprochen - und die Deutschen zu Opfern aufgefordert. Die NZZ erkundet die Möglichkeiten des Netzes als Medium des Protestes. Brigitte eröffnet die Berichterstattung über den NSU-Prozess. Und in der Welt hält Matthias Küntzel fest: Richard Wagner war ein Klassiker - und zwar des deutschen Antisemitismus. Mehr lesen

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