Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

09.08.2004. Die NZZ kritisiert das schlechte Deutsch der Frakturfraktion. Trotzdem plädiert Hans Küng in der Welt für einen Dialog der Religionen. Die taz konstatiert: Die Intellektuellen haben ohnehin ausgedient. Die New York Times ist sehr streng mit Nicholson Bakers neuem Roman "Checkpoint". Der Salzburger "Rosenkavalier" stößt auf widersprüchliche Reaktionen.

NZZ, 09.08.2004

Roman Bucheli macht sich lesenswerte Gedanken über die Rechtschreibreform und die jüngsten Akte der Gegenreformation. Unter anderem ist ihm das Argument der Gegner sauer aufgestoßen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die neue Schreibung sei. Ginge man allein davon aus, dann wäre, so Bucheli, "vermutlich jede Rechtschreibregelung überflüssig". Auch ansonsten ist Bucheli kein Freund der Reformgegner: "Die Rechtschreibreform wird heute aus dem gleichen fundamentalistischen Geist heraus bekämpft, aus dem sie entstanden ist. Dass man damit einen Kultur- und Machtkampf auf dem Rücken der Schüler austrägt, scheint niemanden zu kümmern. Und wie man bei regelmäßiger Lektüre leicht feststellen kann, wird bei den betroffenen Zeitungen wohl auch nicht die Sorge um die Sprache allein die Maßgabe des Handelns sein."

Weitere Artikel: Hansgeorg Hermann, freier Journalist und Reiseführer auf Kreta, führt durch die griechische Kultur. Roman Hollenstein folgt den Spuren antiker Bauwerke in Mailand. Daghild Bartels berichtet über die schleichende Auflösung der Sammlung Barbier-Müller, der größten Sammlung primitiver Kunst in privater Hand.

Besprochen werden die Aufführung von Strauss' "Rosenkavalier" bei den Salzburger Festspielen und eine Ausstellung über Wohnungsbau im Architekturzentrum Arc en reve in Bordeaux.

Stichwörter: Zeitungen

nach oben

Weitere Medien, 09.08.2004

In der New York Times Book Review bespricht Leon Wieseltier Nicholson Bakers neuen Roman "Checkpoint", der auch hierzulande schon von sich reden machte, weil darin ein gewisser George W. Bush ermordet werden soll. Wieseltiers Kritik fängt so an: "Dieses schmutzige kleine Büchlein handelt von der Frage, ob die Probleme unseres ehrsamen und ängstlichen kleinen Landes durch das Erschießen des Präsidenten gelöst werden können. Zwar plädiert das Buch nicht für die Ermordung George W. Bushs. Es ist perfider..." Wieseltiers Urteil ist am Ende sehr streng: "Die Radikalität der Rechten hat zu einer Radikalität der Linken geführt. Der amerikanische Liberalismus im Ganzen scheint seinen Kopf zu verlieren. Wenn die Befremdlichkeit gegenüber Bush zu einer Entschuldigung für eine große Vereinfachung wird, wird das schlimme Folgen für den Liberalismus und Amerika haben."

nach oben

TAZ, 09.08.2004

Die Intellektuellen haben als Gesellschaftskritiker ausgedient, diagnostiziert der Philosoph und Autor Ludger Heidbrink. Grund dafür ist die Ungewissheit in der Gesellschaft selbst. "Solange der Bürger nicht sagen kann, was letztlich für ihn wichtig ist - das schöne Leben oder die Sorge um die Natur, der eigene Arbeitsplatz oder das Wohl der Gemeinschaft -, hat es der Gesellschaftskritiker schwer. Woher soll er die Reformziele nehmen, wenn die Betroffenen selbst nicht wissen, was sie wollen? Die Gesellschaft, darin liegt das Hauptproblem, ist zu einem System ohne Eigenschaften geworden, an dem jede Kritik abprallt."

"Wer einmal mit dem Gedanken spielt, den US-Präsidenten oder den Bundeskanzler umzubringen, muss nicht gleich psychisch angeknackst sein", meint Gerrit Bartels nach der Lektüre von Nicholson Bakers Roman "Checkpoint" und nimmt Baker damit vor den Rezensentenkollegen der New York Times in Schutz (hier die Kritik von Leon Wieseltier). Daniel Bax schreibt einen Nachruf auf den exzentrischen Funk-Pionier Rick James. Und Jan Freitag liest die Rückkehr der alten Werte an der Besetzungsliste der neuen Schwarzwaldklinik ab.

Klaus Harpprecht wundert sich, warum die deutsche Sprache allgemeine Regeln braucht und plädiert auf der Meinungsseite für ein bisschen mehr Anarchie. "Vermutlich war der 'Duden', gleichviel in welcher Version, von Beginn an ein sprachfeindliches Unternehmen." Im Medienteil lacht Arno Frank über den angeblich größten Sportteil der Welt - in der neuen Bild am Sonntag.

Schließlich Tom.

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

nach oben

Welt, 09.08.2004

"Soweit es das offizielle Russland angeht, hat man ein Dreivierteljahrhundert von Massenmord, Hungertoden, Plünderung von Privateigentum, zu schweigen von der verwerflichen Institution der Sklavenarbeit, einfach weißgewaschen, wenn nicht geradezu mit dem Siegel der Billigung versehen", schreibt der britische Journalist Paul Johnson über den Umgang mit den stalinistischen Verbrechen in Russland. "Hier genau liegt die zentrale moralische Schwäche des russischen Staates, der eigentliche Grund, warum russische Geschichte vielfach wie die Abfolge endloser Schrecken wirkt. Und ich sage das trotz der Leiden, die dem russischen Volk durch die Nazis, die fremden Invasoren, zugemutet wurden. Kein Staatsdiener in Russland, und sei er noch so brutal, ist je bestraft worden, es sei denn durch Zufall. Schon das Regime Iwans des Schrecklichen wurde von seinen Nachfolgern in Ehren gehalten. Tatsächlich impliziert ja der Herrschertitel 'der Schreckliche' im Russischen keine Verdammung. Dasselbe Wort der Hochachtung begegnet uns zum Beispiel auch als Anrufung in der alten Nationalhymne der Zarenzeit: 'Gott der Allschreckliche.'"

Im Feuilleton unterhält sich Gernot Facius mit dem Tübinger Theologen Hans Küng ("Französische Laizisten können so dogmatisch und autoritär sein wie römische Prälaten") natürlich über den Dialog der Religionen, diesmal unter besonderer Berücksichtigung des Islams, seine angeblich "blutigen Grenzen" und seine Erneuerungsfähigkeit.

Stichwörter: Russland

nach oben

FR, 09.08.2004

Furios verreißt Hans-Klaus Jungheinrich Robert Carsens Inszenierung des Rosenkavaliers in Salzburg. Ein auf das Fernsehen ausgerichtetes, "ungenügend durchgearbeitetes", "beschämendes Debakel", schimpft er. "Der kleine anekdotische Marsch für den Sarottimohren, der das von der Marschallin verlorene Taschentüchel sucht, gilt nun einem dunklen Halbwüchsigen, der im Personenverzeichnis der Neuinszenierung Mohammed heißt und, sich die Augen reibend und torkelnd, aus einer der peripheren Bordell-Lagerstätten auftaucht, ein Gewehr ergreift und wild um sich schießt, derweil sich vom geöffneten Hintergrund eine bedrohlich anmutende Armee in Kriegsuniform nähert. Aha, sagt sich der aufgeklärte Besucher."

Weitere Artikel: Durchwachsen findet Daniel Kothenschulte drei deutsche Filme auf dem Festival in Locarno, "zwischen gelungener Synästhesie und visueller Amnesie". In Times mager beäugt Rene Aguigah die Simulation des Konservatismus in der Debatte um die Rechtschreibreform. Auf der Meinungsseite trägt Michael Lüders überraschend kritische Töne aus Artikeln der arabischen Zeitung Al Hayat zusammen. So schreibt der libanesische Schriftsteller Amil al-Ma'aluf: "Demokratie ist konkret, kein Allgemeinplatz, und sie führt die arabische Nation zu ihrem Ursprung, versöhnt gesellschaftliche Notwendigkeiten mit den Ansprüchen des Einzelnen."

Besprechungen widmen sich dem neuen Album der Hip-Hop-Combo "Arrested Development" und politischen Büchern, Klaus Roths Untersuchung des neuzeitlichen Politikverständnisses "Genealogie des Staates", die erst jetzt veröffentlichten "Heimlichen Erinnerungen" des Architekten Julis Posener sowie Ilse von zur Mühlens Dokumentation zur Kunstsammlung Herrmann Görings (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

SZ, 09.08.2004

"Kakanien, mon amour", schwärmt Jürgen Otten über Robert Carsens Inszenierung des Rosenkavaliers in Salzburg. "Ein Abend reich an Poesie wie ein Roman von Proust und bildersüchtig wie ein Film von Visconti". Und weiter. "Die Morbidität einer bürgerlichen Gesellschaft in Agonie, ihre verzweifelte Liebe zu sich selbst, sie ist, musikalisch wie szenisch, tauglich als Parabel über den Zustand unserer Psyche. Der Inszenierung gelingt etwas Erstaunliches: Sie strebt glücklich aus der Zeit, in der sie vorwiegend handelt, hinaus."

In einem recht besinnlichen Brief erklärt Rocksänger Bruce Springsteen seine Sorgen um Amerika und kündigt an, "mit einer Reihe meiner Künstlerkollegen - darunter die Dave Matthews Band, Pearl Jam, R.E.M., die Dixie Chicks, Jurassic 5, James Taylor und Jackson Browne - ... im Oktober durch Amerika (zu) touren. Wir werden unter dem Gruppennamen 'Vote for Change' auftreten. Unser Ziel ist eine Richtungsänderung der amerikanischen Politik und eine neue Führung des Landes im November."

Weitere Artikel: Petra Steinberger fasst das Buch "The Empty Cradle. How Falling Birthrates Threaten World Prosperity - And What To Do About It" des Wirtschaftsjournalisten und Autors Phillip Longman zusammen, in dem dieser die desaströsen Effekte einer schrumpfenden Weltbevölkerung schildert. Alexander Menden streift durch das Londoner Viertel Willesden, in dem die britische Polizei in vergangenen Monaten immer wieder nach Mitgliedern von Al-Qaida gesucht hat. Willesden ist auch bekannt geworden durch Zadie Smith' Roman "Zähne zeigen". Angela Köckritz schildert die Renaissance der Revolutionären Oper in China: "Die Soldatinnen jubeln. Revolutionärin Qionghua tanzt der aufgehenden Sonne entgegen. Küsst die wehende rote Flagge. Begeisterung im Publikum." Siebzig Jahre nach ihrer Erfindung wird nun endlich die fatale Gehirnoperationstechnik der Lobotomie historisch aufgearbeitet, berichtet Sonja Zekri. Im Aufmacher trauert Christopher Schmidt um die großen Ferien, die jetzt zu komprimierten Extrem- und Aktivurlauben zusammengeschrumpft sind.  "bru" verabschiedet den verstorbenen Funk-Pionier Rick James.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Bildern von Charlotte Salomon im Frankfurter Städel, Kerstin Stutterheims und Niels Bolbrinkers Zirkusfilm "Die Thuranos", und Bücher, darunter die Neuausgabe von Else Lasker-Schülers "Mein Herz", Amelie Nothombs Roman "Die Kosmetik des Bösen" sowie ein Hörbuch mit Erwin Strittmatters Lesungen aus seinem Roman "Der Laden" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Stichwörter: Oper, Poesie, Charlotte Salomon

nach oben

FAZ, 09.08.2004

Christian Geyer fragt nach den Gründen einer angeblichen Flut biografischer Literatur (sie liegen im bedauerlichen "Niedergang des animal metaphysicum"). Michael Siebler freut sich, dass kurz vor der Olympiade eine Säule des zentralen Zeustempels im Heiligen Hain des antiken Olympia wiedererrichtet wurde. Jürgen Kaube kritisiert in der Leitglosse das von Hamburger Politikern durchgeboxte Vorhaben einer Ehrendoktorwürde für Wladimir Putin. Jürg Altwegg vermerkt Schweizer Irritationen über die Rechtschreiberei der deutschen Frakturfraktion. Erna Lackner berichtet über Verstimmungen in Österreich aus dem gleichen Grund.

Michael Jeismann empfiehlt Nagib Mahfus' Roman "Der Rausch" als sein Lieblingsbuch. Andreas Kilb zeigt sich in seiner Kolumne vom Filmfestival Locarno tief beeindruckt von Volker Schlöndorffs Film "Der neunte Tag", einer kammerspielartigen Auseinandersetzung zwischen einem von den Nazis verfolgten Priester und einem SS-Mann, gespielt von Ulrich Matthes und August Diehl. Achim Heidenreich bespricht erste Konzerte bei den Darmstädter Ferienkursen für neue Musik. Kerstin Holm schildert einen sibirischen Streit um eine Nomaden-Mumie - nach einem Erdbeben fordern örtliche Schamanen, dass die Wissenschaftler die Mumie wieder zur Begrabung freigeben. Jürgen Richter bedauert, dass Offenburg das ehemalige Ausbesserungswerk der Bahn abreißen will.

Auf der Medienseite schreibt die amerikanischen Medienkünstlerin Eliza Slavet in der Reihe "Stimmen" über die Stimmen der Simpsons. Außerdem erfahren wir, dass der MDR sparen will, und dass Frankreich seine Zeitungen subventioniert.

Auf der letzten Seite erinnert Frank-Rutger Hausmann daran, dass Carl Schmitt seine ersten Veröffentlichungen nach dem Krieg beim Verlag Greven herausbrachte, welche heute als bibliophile Sammlerstücke zu gelten haben. Dirk Schümer erinnert an den Flugzeugabsturz der Fußballmannschaft von Turin, der dem Fußball begabte junge Männer raubte und fünf Jahre später das Wunder von Bern erheblich erleichterte - die Italiener machen jetzt einen Film darüber. Und Thomas Wagner erinnert an den Politiker des Vormärz Bernhard August von Lindenau, der vor 150 Jahren gestorben ist.

Besprochen werden eine Austellung über die Naturmalerei der englischen Präraffaeliten im Alten Museum Berlin, der Salzburger "Rosenkavalier" unter Robert Carsen und Semyon Bychkov, eine Ausstellung mit gestrickten Kunstwerken geisteskranker Künstlerinnen aus der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg und Neuerscheinungen aus der akademischen Welt.

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons