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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.08.2004. In der Zeit teilt Flick-Schwester Dagmar Ottmann präzise Hiebe an alle Seiten aus. Die SZ malt ein Bild schäbiger Realität vom Düsseldorfer Prozess gegen Jörg Immendorff. Der FR erscheint George Bush in einer Aura des Glaubens. In der taz erwartet der libanesische Journalist Michael Young nicht viel von der eingebildeten UNO. Die FAZ beschreibt die sechsstufige Choreografie der Fliegenbalz.

Zeit, 05.08.2004

In einem äußerst differenzierten Offenen Brief an Salomon Korn (mehr) und Michael Fürst (mehr) teilt Dagmar Ottmann, Literaturwissenschaftlerin und Schwester Friedrich Christian Flicks, auf das Höflichste formulierte, präzise Hiebe an die jüdische Gemeinde, ihren Bruder, Journalisten und Museumsverantwortliche aus. Letztere kritisiert sie dafür, dass sie die Zurschaustellung der Sammlung als eine Art Wiedergutmachung feiern - "Schwerter zu Konzeptkunst" -, während ihnen kein Wort "des Verständnisses für die Empfindungen der - noch lebenden - Flick-Opfer über die Lippen" gekommen sei. Statt "der Geschichte ins Auge zu sehen", richteten die Museumsleute ihren Blick "'ersatzweise' auf die Kunst". Doch niemand hat das Recht, den Opfern "vorzuschreiben, wie sie ihres Leidens gedenken sollen und welche Erinnerungen sie haben dürfen, wenn ihnen in Berlin eine 'Flick'-Sammlung als 'Mahnmal' präsentiert wird", findet Ottmann, die die Weglassung "des symbolbelasteten Familiennamens" vorschlägt. Aber lesen Sie doch den ganzen Brief selbst.

Weitere Artikel: Peter Kümmel liefert "Schlachtnotizen" von den Salzburger Festspielen, wo ihm der Videohimmel auf den Kopf gefallen ist. Werner Bloch stellt in einer - leider viel zu kurzen - Reportage die "Informationsstelle" des Goetheinstituts im nordkoreanischen Pjöngjang vor: 140 Quadratmeter Lesesaal, "sämtliche Medien der Bibliothek sind elektronisch erfasst und stehen nun im nordkoreanischen Intranet, sind also landesweit zugänglich - ein absolutes Novum für Nordkorea", das nur einen einzigen Autor von Rang aufweist, den "verehrten Herrn Staatsführer, Kim Il Sung". In der Leitglosse nimmt Evelyn Finger Kardinal Ratzingers neuesten Versuch aufs Korn, die Frauen vom Priesteramt fernzuhalten. Mathieu von Rohr wurde nicht so recht glücklich mit der Doku-Soap "Die Helden von Olympia" auf Arte.

Eva Schweitzer porträtiert den Ombudsmann der New York Times, Daniel Okrent, der darauf bestanden hat, seinen Vertrag auf 18 Monate zu befristen, denn "ich wollte nicht in die Lage geraten, nett zu Times-Leuten zu sein, nur um meinen Job zu behalten". Thomas Groß stellt die Hip-Hop-Band "The Roots" vor: "Die Mienen verschlossen bis finster, die Sonnenbrillen spiegeln dem Amerika der Mehrheit das Fremde im eigenen Land, und ausuferndere Afros hat man seit Black-Power-Zeiten nicht gesehen. Immer noch geistert das Gespenst eines schwarzen Separatismus durch ihre Selbstdarstellung: ein Stamm verwegener Straßendenker, der den Lehren des Malcolm X nicht abgeschworen hat und kaum verhohlen den Umsturz fordert." 

Besprochen werden (im Aufmacher) drei Kunstausstellungen über Afrika - "New Identities" im Museum Bochum, "Africa Screams" im Iwalewa-Haus der Uni Bayreuth und "Africa Remix" im Museum Kunst Palast in Düsseldorf - letztere findet Hanno Rauterberg am gelungensten, denn "hier befruchten die Widersprüche dank einer geschickten Komposition, die dem Besucher alle Gewissheiten über das, was an der Kunst afrikanisch sei, austreibt". Weiter ein Gastspiel des  Klarinettisten Woody Allen in Berlin, Alex Proyas "begriffsstutziger" Film  "I, Robot" und Abderrahmane Sissaskos Film  "Warten auf das Glück".

Den Aufmacher des Literaturteils widmet Verena Auffermann den "Geheimen Tagebüchern" von Samuel Pepys (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr). Unbedingt lesenswert außerdem im Dossier die Reportage von Kerstin Kohlenberg über zwei Hauptschülerinnen und im Wirtschaftsteil das Interview mit der Ökonomin Loretta Napoleoni ("Die Ökonomie des Terrors", ausführliche Leseprobe) darüber, wie Al Qaida die westliche Wirtschaft für ihre Zwecke nutzt.

SZ, 05.08.2004

"Ein Bild, das schäbige Realität in zynischer Pointierung zurechtverzerrt - es muss noch gemalt werden", schildert G.K. die Düsseldorfer Szenerie im Verfahren gegen Jörg Immendorff, der gestern zu einer Geldstafe und elf Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. "Oben, hinter einem massiven Eichenholztresen verschanzt, der süffisant lächelnde Vorsitzende Richter, der seine spitze Zunge nicht zwischen den Zähnen halten kann; unter ihm, kaum mehr greifbar, in seinem korrekt gebügelten Anzug, der zum Gerippe abgemagerte, kranke Künstler; rings an den Tischen, auf den Hockern hechelndes Volk, das sich um die vom Tresen fallenden Pointen balgt. Ein Gemälde wie aus der legendären satirisch-kritischen Bildserie 'Cafe Deutschland', die der Düsseldorfer Maler Jörg Immendorf in den 80er Jahren begonnen hat - es ist bislang noch nicht gemalt worden, doch aufgeführt worden ist die geschilderte Szene mit all ihren abstoßenden Details. In einem Saal des Düsseldorfer Landgerichts hat der Richter Jochen Schuster dem wegen Rauschgift-Delikten und 'Sexparties mit Prostituierten' angeklagten 'Künstlerfürsten' Jörg Immendorff einen Schauprozess geliefert, wie er in ähnlich obzönem Detailfanatismus wohl selten in Deutschland veranstaltet worden ist."

"Mit diesen Äußerungen wird Ottman unweigerlich den moralischen Druck auf ihren Bruder erhöhen", kommentiert Holger Liebs einen in der heutigen  Zeit veröffentlichten offenen Brief der Flick-Schwester Dagmar Ottmann an Salomon Korn und Michael Fürst.

Weiteres: Alex Rühle berichtet von der freundlichsten Übernahme der Wirtschaftsgeschichte: dem massenhaften Ausschwärmen der Playmobilfiguren in Wohnungen, Sofaritzen und Staubsaugerbeutel, deren Markteinführung sich in diesen Tagen zum 30. Mal jährt. "Wo verlaufen die Grenzen des Weltkulturerbes, und wo beginnt die sich normal entwickelnde Stadt von 2004?" fragt Jörg Häntzschel mit Blick auf den Streit um den Kölner Dom, der wegen geplanter Hochhäuser in Köln von der UNESCO auf die Rote Liste der gefährdeten Kulturstätten gesetzt wurde. Barbara Wünschisch stellt die Rassismusforscherin Eske Wollrad und ihre Studien zum "Weißsein" (mehr hier) vor. Jens Malte Fischer würdigt den vorgestern verstorbenen Germanisten Helmut Kreuzer.

Besprochen werden Anne Fontaines "erotisches Kammerspiel" "Natalie" (außerdem gibt es ein Interview mit Fanny Ardant, die neben Gerard Depardieu und Emmanuelle Beart, die Hauptrolle spielt), Antoine Fuquas Film "Lightning in a bottle" und Bücher, darunter Wenedikt Jerofejews Jugendtagebuch aus den fünfziger Jahren "Aufzeichnungen eines Psychopathen", das Sonja Zekri als "Fingerübungen eines kommenden Virtuosen" feiert (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

TAZ, 05.08.2004

"Für jene im Nahen Osten", schreibt der libanesische Journalist Michael Young (mehr hier) auf der Meinungsseite, "die sich als Liberale betrachten und die den größten Teil ihres Lebens damit verbracht haben, sich durch Diktaturen und das Ersticken demokratischer Freiheiten zu bewegen, repräsentiert der Irak die erste reale Gelegenheit, einen mächtigen arabischen Staat in eine pluralistische Ordnung zu überführen. Dies ist immer noch der Fall - wenn die USA nicht von einer Situation davonlaufen, die sie seit 2003 systematisch falsch gehandhabt haben.... Viele hoffen auf ein Scheitern der USA und glauben, dass der gespaltenen und eingebildeten UNO gelingt, was der Bush-Regierung verwehrt bleibt. Bedauerlich ist, dass die Amerikaner dies selbst zu glauben beginnen. Der Schein internationaler Legitimität könnte schon bald im Irak wiederhergestellt sein. Aber es wäre schade, wenn alle Hoffnung auf breiten demokratischen Wandel in der arabischen Welt mit ihr verflöge."

Weiteres: Im Kulturteil legt uns Dirk Knipphals Schleswig-Holstein als zukünftiges Rentner-Paradies ans Herz. Veronika Rall schreibt vom Internationalen Filmfestival Locarno. Auf der Suche nach einem neuen Kursbuch-Verlag empfiehlt die taz heute Bertelsmann-Tochter Random House ("Dem Feind ins Auge blicken und kämpfen, kämpfen, kämpfen!"), und in einem Gespräch mit Harald Fricke stellt "I,Robot"-Produktions-Designer Patrick Tatopoulos die entscheidende Frage:"Braucht man ein Gehirn, um Mensch zu bleiben?" In der tazzwei befasst sich Brigitte Werneburg mit dem Prozess gegen Jörg Immendorff, in dem gestern das Urteil gesprochen wurde.

Besprochen werden Everett Lewis Dennis-Cooper-Adaption "Luster-Lust", Anne Fontaines Film  "Nathalie" und Antoine Fuquas Bluesfilm  "Lightning in a Bottle".

Und schließlich Tom.
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FR, 05.08.2004

"Besser eine fanatische Anhängerschaft, die etwas mehr als die Hälfte der Wählerschaft ausmacht, so das Kalkül, als durch politisches Manövrieren die Wankelmütigen zur Zustimmung zu bringen", charakterisiert Helmut Müller-Sievers (mehr hier) in seinen Betrachtungen zum US-Wahlkampf die Positionierung von George W. Bush. "Angetrieben wird der Prozess der Fanatisierung durch die Auseinandersetzung über Werte statt über Sachverhalte. Man kann von einer Abtreibung der Politik gerade insofern sprechen, als die oft blutigen Auseinandersetzungen um das Recht auf Abtreibung in den 90er Jahren das Modell abgeben. Nicht so sehr in den offiziellen Verlautbarungen, dafür umso mehr in der Rhetorik werten die Republikaner jedes politische Problem in ein moralisches oder gar religiöses um und versuchen so, es der eigentlichen Entscheidung zu entziehen."

"Was ich verkaufe, ist das für mich essentielle Element des Lebens", sagt Will Smith, dessen neuer Film "I, Robot" jetzt in die Kinos kommt, in einem sehr lesenswerten Interview mit Daniel Kothenschulte. "Ich verkaufe die Hoffnung. Und ich glaube, das, wofür amerikanische Filme am meisten kritisiert werden, ist diese Idee der Hoffnung. Ja, es kann einmal alles gut werden, es kann sich alles wenden am Ende, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt."

Weiteres: In der Kolumne Times Mager beschäftigt sich Peter Michalzik noch einmal mit Schlingensiefs Bayreuther Parsifal beziehungsweise mit dem ihm wenig gewogenen Sänger der Titelpartie (und Katharina-Wagner-Gefährten) Endrik Wottrich. Nachdem die "Popkomm" nach Berlin abgewandert ist, versucht man jetzt in Köln mit "c/o pop" neue Kräfte zu bündeln, berichtet Oliver Tepel. Auf der Medienseite lästert Jürgen Roth ausgiebig über den Literaturkritiker der Bild-Zeitung, Alex Dengler.

Besprochen werden zwei Bände zu Olympia und eine kleine Sozialgeschichte des Spitzelwesens (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

NZZ, 05.08.2004

Markus Jakob hat einige seltsame Ausstellungen beim Weltkulturforum 2004 in Barcelona gesehen: "Eine merkwürdige Gesellschaft ist es, in die man in der Kapelle Santa Agata gerät: Da steht einem Kentauren aus den Vatikanischen Museen, auf dessen Kruppe ein Eros hockt, Paul McCarthys kaninchenköpfiger 'Spaghetti Man' mit seinem endlos langen Nudelpenis gegenüber, und Auge in Auge mit einem kambodschanischen Buddha, der einen Elefantenrüssel trägt, starrt Paul Klees 'Angelus Novus' auf den Trümmerhaufen der Weltgeschichte."

Weitere Artikel: Hanno Helbling macht sich Gedanken über das katholische Abendmahl, das dank allzu kreativer Pfarrer und deren ökumenischen "Grenzüberschreitungen" in die "Krise" geraten ist. Eine Broschüre des Vatikan soll das nun wieder "beheben". Joachim Güntner kommentiert das "vernichtende" Gutachten, das der Wissenschaftsrat der Stiftung Weimarer Klassik ausgestellt hat. Gemeldet wird, dass Henri Cartier-Bresson verstorben ist.

Die Buchbesprechungen widmen sich heute unter anderem Georg Kleins Schauerroman "Die Sonne scheint uns" sowie einem Band zur deutsch-jüdischen Literaturgeschichte (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Stichwörter: Markus Jakob, Vatikan

Weitere Medien, 05.08.2004

Die Netzeitung bringt heute ein Interview mit Perlentaucher Thierry Chervel über unseren kommenden englischsprachigen Dienst.

FAZ, 05.08.2004

Peter Fromherz vom Max-Planck-Institut für Biochemie oder Bruce Baker von der Stanford-Universität schaffen es, bioelektrische Prozesse wie etwa das Balzverhalten der Fruchtfliege gewissermaßen "filmisch" festzuhalten, berichtet Joachim Müller-Jung: "Die ganze sechsstufige Choreographie der Fliegenbalz, angefangen von der Wahrnehmung des weiblichen Dufts bis zum Vibrieren der Flügel und dem typischen 'Minnegesang' der Männchen bis zur Kopulation ist in der Aktivität von genau sechzig Nervenzellen festgelegt. Sechzig Zellen im Manneshirn, die in ihrem elektrischen und biochemischen Zusammenspiel über das Wohl und Wehe einer ganzen Spezies entscheiden." Da geht's ja wilder zu als in Bayreuth! Christian Geyer stellt in einem zweiten Artikel zum Thema unter Hinweis auf einige Neuerscheinungen zentrale erkenntnistheoretische Fragen.

In Frankreich haben die "Intermittents du spectacle" schon Ärger gemacht. Die freie Dramaturgin Claudia Steinseifer legt dar, dass sich die ohnehin missliche Lage freier Schauspieler und Theaterschaffender in Deutschland durch "Hartz IV" noch verschlimmern wird, denn sie werden sehr schnell als "langzeitarbeitslos" gelten: "Viele Talente werden sich, diesem Druck unterworfen, erst gar nicht mehr entfalten können. Ganz zu schweigen von den persönlichen Konsequenzen für jeden einzelnen Betroffenen. Neben finanziellen Einbußen droht der Verlust der Wohnung, wenn diese ein paar Quadratmeter zu groß, die Miete nicht den Sozialmietsätzen entspricht."

Weitere Artikel: Jordan Mejias unterhält sich mit Jeremy Rifkin, der überzeugt ist, dass Europa die Zukunft gehört - und zwar wegen seiner Sozialsysteme (Rifkins neues Buch "Der europäische Traum" erscheint in den nächsten Tagen). Dirk Schümer erzählt in der Leitglosse, dass man in einem Museum in Tirana die "mythische Knarre" aufgestöbert hat, mit der Benito Mussolini erschossen wurde. Hans Magnus Enzensberger erinnert sich in der Kolumne "Mein Lieblingsbuch" an sein Kinderbuch "Hatschi Bratschis Luftballon" von Franz Karl Ginzkey und Erwin Tintner. Wiebke Huster stellt das Programm von "Tanz im August" in Berlin vor. Hans-Peter Riese berichtet über einen Streit um die amerikanische Präsenz auf der nächsten Kunstbiennale in Venedig, nachdem sich Sponsoren zurückzogen und das State Department schlicht das Guggenheim-Museum mit der Auswahl des nächsten Künstlers betraute. Robert von Lucius meldet, das im dänischen Sonderburg eine Skulptur von Günter Grass durch die Kronprinzessin Mary enthüllt wurde.

Auf der Medienseite spießt Jörg Thomann das Verschwinden der Silbe "un-" im Kopf der gestrigen FR auf, das die Konkurrenzzeitung zur "abhängigen" Tageszeitung machte - die Auslieferung dieser Sammlerexemplare wurde leider gestoppt. In der Reihe Stimmen schreibt die Brigitte-Redakteurin Anne Petersen über die Stimme von Karl Lagerfeld. Jürg Altwegg berichtet, dass der grandiose französische Plan eines mit 70 Millionen Euro finanzierten Staatssenders, der als internationaler Newskanal CNN Konkurrenz machen sollte, zu scheitern scheint ("Der Sommer ist die Zeit, in der schlechte Nachrichten verkündet und Abwicklungen ohne große Widerstände vorgenommen werden können.")

Auf der Filmseite unterhält sich Michael Althen mit Emmanuelle Beart, die unter anderem erzählt, wie sie sich auf die Nacktszenen in ihrem neuen Film "Nathalie" vorbereitete. ("Natürlich hat sie auch in Wirklichkeit jenen Blick, dem man erst einmal standhalten muss, wenn man ihn nicht als Mitleid mit den Männern interpretieren will", schreibt Althen übrigens im Vorspann) Andreas Kilb bedauert, dass die Grenzlandfilmtage von Selb vor dem Aus stehen. Und Johanna Adorjan durfte Heike Makatsch zu Dreharbeiten in die Karibik begleiten.

Auf der letzten Seite lässt der iranische Romancier Amir Hassan Cheheltan in einer Tour d'horizon alle Themen Revue passieren, die zur Zeit in Teheran diskutiert (oder auch gerade nicht diskutiert werden), wie drohende Erdbeben, Frauenhandel und Aids. Regina Mönch berichtet, dass die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten einen Katalog über die in der Kriegszeit verlorenen und geraubten Kunstschätze vorlegt. Tilman Spreckelsen erinnert an den Schriftsteller und Droste-Hülsoff-Freund Levin Schücking, dem 1997 im emsländischen Sögel ein Museum eingerichtet wurde, das nun wegen Geldmangels vor dem Ende steht.

Besprochen werden die Ausstellung "Die Thraker - Das goldene Reich des Orpheus" in der Bundeskunsthalle Bonn und der Dokumentarfilm "Die Thuranos" über eine Artistenfamilie von Kerstin Stutterheim und Niels Bolbrinker.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

04.08.2004. Die SZ findet das Jugendorchester von Caracas genauso gut wie die Berliner Philharmoniker. Der Guardian bringt einen posthumen Essay von Edward Said über künstlerische Spätwerke. Die FR grübelt in Salzburg über Abendgarderobe und Mozartliebe. Der Bayreuther Flimm-"Ring" wird von taz und FAZ ungnädig verabschiedet. Mehr lesen

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03.08.2004. Im Tagesspiegel fordert Wolfgang Becker mehr Wahnsinn im deutschen Film, so wie bei "French Connection" zum Beispiel. Die NZZ fängt Flocken von Pappelsamen im Handke-Land. Die FAZ probiert japanisches Knoblauch-Eis. Die FR findet in ihrer Eigenschaft als Frankfurter Zeitung die Münchner Hochhaus-Debatte beispiellos. Mehr lesen

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02.08.2004. In der Frankfurter Rundschau plädiert Richard Wagner für das Habsburger Modell für Europa. In der Welt entzieht uns Wolfgang Sofsky die Grundsicherung des Daseins. Die FAZ erinnert daran, dass für Polen schon vor sechzig Jahren der Eiserne Vorhang niederging. Die NZZ besucht die Chinesen von Peru. Mehr lesen

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31.07.2004. FR, FAZ, NZZ und SZ erinnern an den Ersten Weltkrieg. George Steiner meint in der Berliner Zeitung, "zuviel Geschichte" hat die Deutschen müde gemacht. Todmüde. Die taz fragt, warum Nacktheit und Gewalt im Theater skandalträchtig sind, nicht aber im Kino. Und Franzobel verteidigt in der Welt die Freiräume in der neuen Rechtschreibung. Mehr lesen

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30.07.2004. Die SZ verteidigt die Bundeskulturstiftung gegen die Lordsiegelbewahrer des Bewährten. Die FAZ verteidigt die bewährte Rechtschreibung. Die FR hat den neuen Handke gelesen und findet ihn gar nicht verschroben. Die NZZ misst österreichische Widerstände gegen österreichische Widerständler. Die taz bespricht die österreichische Briefmarke für den österreichischen Nationalhelden Arnold Schwarzenegger. Mehr lesen

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29.07.2004. In der Zeit beschreibt Robert Menasse Österreich als erstes Opfer des Ersten Weltkriegs. Die FR beschwert sich über allzu viele Neologismen im neuen Duden. Die taz vergleicht Michael Moore mit Marcel Ophüls. In der SZ verteidigt Otfried Höffe die einfachen Bürger, die auch partizipieren sollen. Der Tagesspiegel begab sich auf… Mehr lesen

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28.07.2004. Nun startet Michael Moores "Fahrenheit 9/11" auch in Deutschland. Die Kritiker strengen sich noch mal richtig an, kommen aber nicht zu einem einheitlichen Urteil. Die FAZ ist pro und kontra zugleich. Die FR feiert den Film als mediale Rückeroberung, die Berliner Zeitung als grandioses Machwerk . Die SZ bewundert den investigativen… Mehr lesen

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27.07.2004. Dunkel war's bei Schlingensiefs "Parsifal" in Bayreuth, aber schön! Die taz liebte die fast nackte Venus, die FAZ Klingsors Raketenhöllenfahrt, die FR das Beschwipste, die NZZ die pochenden Maden, und die Welt freute sich, dass sie mal wieder nachdenken konnte in Bayreuth. Der SZ ist es zu postmodern, der Tagesspiegel… Mehr lesen

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26.07.2004. In der FAZ begrüßt Mario Vargas-Llosa die Abwesenheit des lieben Gottes im europäischen Verfassungsentwurf. Für die taz besucht Gabriele Goettle das einzige Berliner Sterbehospiz für krebskranke Kinder. In der FR staunt Richard Wagner über die Renaissance des Billigen. Die NZZ wird mit dem Jubiläums-"Tell" auf dem Rütli nicht glücklich. Mehr lesen

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24.07.2004. Außer der FAZ finden eigentlich alle Zeitungen den neuen Walser gut. In der Welt befürwortet Leon de Winter den Irak-Krieg immer noch. Der Tagesspiegel interviewt Nike Wagner zu Schlingensief. Auch die SZ stimmt uns ausführlich auf Salzburg und Bayreuth ein. Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

23.07.2004. Die SZ liest Martin Walsers neuen Roman "Der Augenblick der Liebe" als "dünn überfirnistes Bild einer wahren Affäre des alten Mannes mit einer jungen Frau". Die FR sieht Walser im "unbefriedbaren Ödipalkampf". In der FAZ kritisiert Andre Glucksmann die französische Politik, die den Antisemistimus befördere. Die NZZ spielt Pachinko. Mehr lesen

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22.07.2004. Die Zeit bespricht als erste Zeitung Martin Walsers neuen Roman "Der Augen blick der Liebe". In der Welt weist Jeffrey Gedmin vom Aspen Institut nach, dass Europa ein Irrtum ist. Im Tagesspiegel beklagt Matthias Politycki die fortwährende Demütigung der Deutschen. In der FR insistiert der Medientheoretiker Manfred Schneider, dass Europa… Mehr lesen

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21.07.2004. Die FR präsentiert Thomas Fliers Fünfjahresplan für die Berliner Theater. Die taz schildert die Nöte des Berliner Naturkundemuseums mit Blaps Mortisaga. In der SZ stimmt Jean Rouaud einen Abgesang auf den Pariser Kiosk an. Die NZZ lässt sich von Santeria behexen. Die FAZ feiert Angela Merkels historischen fünfzigsten Geburtstag. Mehr lesen

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20.07.2004. In der SZ spottet Leon de Winter über die Scheinheiligkeit der UNO in Sachen Israel: "Eine Gruppe von Serienmördern beklagt über einen Taschendieb". In der FAZ erzählt Elke Heidenreich, wie sie mit leichter Hand Mozarts "Gärtnerin aus Liebe" umschrieb: "Elke, das ist jetzt kein literarisches Riesending." Die NZZ hat langsam genug… Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

19.07.2004. Die FAZ musste weghören, als das politische Theater in Avignon lallte und strampelte. Die SZ erkennt dagegen im Theatermarkt einen entgrenzten Merkantilismus. Die Welt behandelt das Trauma des Christoph Schlingensief (er sieht zu gut aus). Im Tagesspiegel spricht der Maestro selbst über seine Nähe zu Richard Wagner. Die NZZ wundert sich… Mehr lesen