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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
04.08.2004. Die SZ findet das Jugendorchester von Caracas genauso gut wie die Berliner Philharmoniker. Der Guardian bringt einen posthumen Essay von Edward Said über künstlerische Spätwerke. Die FR grübelt in Salzburg über Abendgarderobe und Mozartliebe. Der Bayreuther Flimm-"Ring" wird von taz und FAZ ungnädig verabschiedet.
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Die Tageszeitung, 04.08.2004
Kein Meisterstück, aber immerhin luzide Unterhaltung liefert Alex Proyas mit seiner Verfilmung von Isaac Asimovs Science-Fiction-Romanvorlage "I, Robot", findet Georg Seeßlen: "Will Smith ist ein schäbiger Retro-Cop in einer schmutzig banalen Zukunft, in
denen einzig und allein die Robot-Diener das Leben erträglich machen. Sie sind freilich radikal privatisiert; sie dienen offensichtlich nur ihrem Besitzer, und sie tun das im Sinne treuer persönlicher Loyalität, aber mit der Traurigkeit eines missbrauchten Objekts. Diese Privatisierung, so viel verrate ich, ist in Bezug auf das Asimovsche 'Ethos' der Robots der Kick zur Lösung des Problems. Denn was ist mit Mensch gemeint, ein Individuum, ein soziales Glied oder eine existenzielle Gattung? Das Problem nämlich liegt nicht in der inneren Evolution zum lebendigen und bewussten System, sondern es liegt im Maschinen-Bewusstsein des Menschen. Das Tolle an einer Ich-Maschine ist es, dass sie die Probleme des menschlichen Subjekts zugleich widerspiegelt und verschärft." Mehr über Asimovs "Gesetze des Roboters", erfährt man in der tazzwei von Niklaus Hablützl, der außerdem die Seite asimovlaws vorstellt.
Weitere Artikel: Frieder Reininghaus fragt sich, warum Jürgen Flimm ein so gefragter Regisseur ist und vermutet, es liegt am sozialdemokratischen Mittelmaß seiner Helden: "Flimm bleibt Flimm, und das ist guter Willen. Auch in Bayreuth, wo der von ihm zum Millennium inszenierte 'Ring des Nibelungen' am Wochenende nun zum fünften und letzten Mal vorgeführt wurde. Unverdrossen erscheinen Flimms Götter dort als kontemporäre Mittelständler - und so als Leute, die gesellschaftlich nicht oben sind; aber auch keine vulkanischen, diabolischen Antipoden." Jörg Sundermeier ärgert sich über den Hit "Wir sind wir" - das ist "Nationalismus in windelweichem Pop verpackt", findet er. Außerdem überlegt die taz, wer das Kursbuch übernehmen könnte. Kandidat heute: der Piper Verlag.
Auf der Medienseite berichtet Steffen Grimberg, dass Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ein Interview mit der Berliner Zeitung absagte, weil ihm der Interviewpartner Jan Thomsen nicht passte. In der tazzwei erzählen Hartmut Metz und Arno Frank die Geschichte des Schachgenies Bobby Fisher, der in Japan gegen seine Auslieferung in die USA kämpft. Und auf der Meinungsseite erklärt die Historikerin Brigitte Hamann, warum der Erste Weltkrieg mehr über die Grundstruktur moderner Kriege lehrt als der Zweite: "Wenn man sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt, lernt man viel über die Schwäche und den Leichtsinn von Politikern. Diese Sicherheit, mit der man auch heute noch in Kriege geht und denkt: Es kann uns nichts passieren, wir haben die mächtigste Militärmacht überhaupt. Damals wurde der klitzekleine Krieg gegen Serbien innerhalb von drei Tagen zum Weltkrieg. Dieses Risiko muss sich heute jeder Staatsmann überlegen, bevor er überhaupt einen Krieg anfängt."
Schließlich Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2004
Carlo Caduff, Kulturanthropologe und derzeit Doktorand in Berkeley, denkt über die Patientenverfügung (mehr dazu hier) nach. Ob der vorher festgelegte Patientenwille tatsächlich zur Autonomie des Patienten beiträgt - Caduff hat da seine Zweifel: "Über die Bedingungen des modernen Lebens und Sterbens soll man sich nicht täuschen. Der bürokratische Betrieb beruht auf Standardisierung; auf die vorgegebenen Fragen sind klare Antworten erwünscht und gefordert: Organtransplantation - ja oder nein, Ruhigstellung - ja oder nein, künstliche Ernährung - ja oder nein, künstliche Beatmung - ja oder nein, Dialyse - ja oder nein, Antibiotika - ja oder nein. Immerhin ist auf dem entsprechenden Formular des 'Humanistischen Vereins Deutschlands' die Möglichkeit vorgesehen, auf die Frage, ob die Ärzte den potenziellen Patienten bei Komplikationen konsequent sterben lassen sollen, mit 'weiß nicht' zu antworten. Auch dies - eine Entscheidung."
Weitere Artikel: Patricia Benecke wirft einen Blick auf die britischen Regionaltheater, die dank eines Subventionsanstiegs erfolgreicheres und weniger provinzielles Theater machen. Heute abend beginnt das Filmfestival in Locarno. Präsident Marco Solari spricht im Interview über die künftige Leitung des Festivals.
Besprochen werden eine Architektur-Ausstellung in Rotterdamer NAI und Bücher, darunter Eberhard Straubs historische Studie "Das spanische Jahrhundert" und ein Bildband über Diderot (mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Weitere Medien, 04.08.2004
Die deutschen Zeitungen geben uns noch ein bisschen Zeit zum Herumsurfen, und so finden wir im Guardian einen langen Auszug aus Edward Saids letztem Essay, in dem er über künstlerische Spätwerke nachdenkt. Oft würden sie als besonders versöhnlich geschildert, schreibt er. "But what of artistic lateness not as harmony and resolution, but as intransigence, difficulty and contradiction? What if age and ill health don't produce serenity at all?" Und meint damit natürlich vor allem Beethoven. Der vollständige Essay steht in der London Review of Books, allerdings nicht online. Heute Abend gibt Daniel Barenboim übrigens in London ein Gedenkkonzert für Said.
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Frankfurter Rundschau, 04.08.2004
Die FR dürfen wir heute nur online lesen, meldet Spiegel Online. Und zwar stand auf dem Titelkopf nicht "unabhängige" Zeitung wie sonst, sondern "abhängige Zeitung". Es handelt sich selbstverständlich um einen "technischen Fehler" wie der Geschäftsführer der von der SPD gehaltenen Zeitung Günter Kamissek laut spiegel.de betont.
Peter Michalzik grübelt in Salzburg über die Verbindung von Abendgarderobe und Mozartliebe - beim Publikum und auf der Bühne, etwa bei Stefan Herheims Inszenierung der "Entführung aus dem Serail": "Die Kostüme aber sind wieder nur der Spiegel dessen, was im Saal ohnehin zu sehen ist, mit einem Dreh in Richtung Hochzeit. Die liebenden Damen mit langen weißen Kleidern und Schleiern, die aber doch wie elegante Ballgarderobe wirken. Die Herren anlassgemäß in Frack und Weste. Dazu der Chor in allen möglichen Formen von vornehmer Abendbekleidung, natürlich wieder bis hin zur Unterwäsche. Jenes Weiß mit Rüschen, aus dem Peter Palmers jene Mischung von Keuschheit und Sex macht, die sonst nur 'Nivea' so genial herzustellen weiß, und die so wunderbar in die frische Salzburger Landschaft passt."
Weitere Artikel: In Times Mager sinniert Hans-Jürgen Linke über den Zahlenzauber der Messenger. Besprochen werden die Ausstellung "Afrika Remix" im Museum Kunst Palast in Düsseldorf und Bücher, darunter Vladimir Nabokovs "Eigensinnige Ansichten" und Gunnar Deckers Buch über "Rilkes Frauen" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 04.08.2004
Hundert Jugendorchester und mehr als fünfzig Kinderorchester gibt es in Venezuela, mit einem davon, dem Jugendorchester "Simon Bolivar" spielte Simon Rattle in Caracas Mahler, und zwar mit einer Besetzung von 850 Musikern: "vier Tuben, zehn Querflöten, 23 Celli", 600 Sänger. "Dieses Mahler-Konzert war keinen Deut schlechter als eine Rattle-Aufführung mit den Berliner Philharmonikern", schwärmt Bernd Feuchtner.
Weiteres: Petra Steinberger greift einen Bericht aus dem Independent auf, in dem eine britische Ärztin vor der Feminisierung des Ärztestandes warnte, weil damit unweigerlich Unterbezahlung und Statusverlust einhergehen. Wolfgang Eckart trägt die bisher unbestätigten Berichte weiter, dass in Turkmenistan und Usbekistan die Pest ausgebrochen ist. Kai Martin Wiegandt berichtet von den wahren Olympischen Spielen, die derzeit in Nemea stattfinden, inklusive Tunika, Sklaven und Selleriekranz. Ralf Schnell schreibt zur Situation der Geisteswissenschaften.
Fritz Göttler bereitet uns auf Alex Proyas Roboter-Film "I, Robot" vor, wobei er auch Isaac Asimovs heilige Roboter-Gesetze erklärt. Außerdem besprochen werden Claus Guths "Holländer"-Inszenierung in Bayreuth, ein Konzert des Jazzpianisten Brad Mehldau auf Schloss Elmau, Aufführungen von "La Traviata" und "Madame Butterfly" beim Festival in Verona.
Auf der Literaturseite besucht Ulrich Raulff Jürgen Manthey, der gerade an einer Geistesgeschichte Königsbergs arbeitet. Roswitha Budeus-Budde unterhält sich den Geschäftsführern des Oetinger Verlags über Bücher, die ein Verlag gern verschenkt. Meike Fessman bespricht Adelheid Duvanels Erzählungen "Beim Hute meiner Mutter" (siehe auch unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2004
Vor 300 Jahren haben die Briten den Spaniern Gibraltar (www.gibraltar.gi) abgeknöpft, und seitdem streiten sie um den Landzipfel, konstatiert Paul Ingendaay im Aufmacher: "An Gibraltar kann Tony Blair ungestraft seinen Unmut über die neue spanische Regierung kühlen. An Gibraltar wird sich Spanien auf absehbare Zeit die Zähne ausbeißen."
Weitere Artikel: In der Leitglosse schreibt Christian Geyer über die Kunst des Leserbriefschreibens, die der Philosoph Georg Simmel besonders gut beherrschte. Jordan Mejias empfiehlt dringend die große Schau in Chicago um Seurats berühmtes Gemälde "La grande jatte", die nicht durch die Kunstmetropolen wandern wird, weil Chicago das Bild nicht reisen lässt. Eleonore Büning schreibt über Wiederaufnahmen in Bayreuth, unter anderem über die letzten Vorstellungen des Flimm-"Rings" ("Dieser 'Ring' ist nun abgespielt. Und während er zum letzten Male läuft, wird er schon zur Strafe für seine Halbherzigkeiten von der Furie des Vergessens verschlungen", lautet Bünings Verdikt). Walter Hinck schreibt zum Tod des Literaturwissenschaftlers Helmut Kreuzer. Jürgen Kaube gratuliert dem Juristen Hasso Hofmann zum Siebzigsten. Der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering (mehr hier) erkiest ausgerechnet die Bibel zu seinem Lieblingsbuch. Gerhard Koch hat seinen ganzen Mut zusammengenommen und sich ein parsifaleskes Orgien-Mysterien-Theater von Hermann Nitsch, samt ergebener Truppe und malerisch drapierten Schweinehälften zu Gemüte geführt ("Parsifal tritt nicht auf, denn der sind wir angeblich alle selber", erfahren wir da).
Auf der Medienseite werden weitere Dokumentationen über den Ersten Weltkrieg (der lange nicht mehr so in Mode war) sowie über den Dopingfall (oder nicht) Dieter Baumann besprochen.
Auf der letzten Seite berichtet Irmela Spelsberg, dass Polen und Deutsche gemeinsam das Welterbe Fürst-Pückler-Park in Muskau retten. Esther Kilchmann, liest jene Litfasslyrik, die uns auf sommerlichen Plakaten zu denken gibt. Wolfgang Sandner würdigt die Arbeit Solf Schäfers, der seit zehn Jahren die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik leitet.
Weitere Besprechungen gelten dem Film "I, Robot", eine Ausstellung über "Andachtsbilder" im Kölner Schnütgen-Museum und die Ausstellung "Kein Krieg ist heilig" über die Kreuzzüge im Bischöflichen Diözesanmuseum Mainz.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen
Abkehr vom Mainstream der Alltagsheringe
02.05.2013. In Spiegel online fordert Sascha Lobo viel mehr Investitionen in ein schnelles Internet - und zwar von der Regierung. Im Tagesspiegel stellt Achim Freyer mit Richard Wagner ein Notgleichgewicht her. Die taz beleuchtet die Rolle von Gewerkschaften und SPD in der Nazi-Zeit. In der Zeit spricht Cecila Bartoli über tragische und weniger tragische Frauenrollen. Die FAZ übernimmt Salman Rushdies Aufruf für die Anerkennung von Freiheitshelden als Freiheitshelden. Das WWW ist zwanzig Jahre alt. Das CERN stellt die allerallererste Website wieder online. Mehr lesen
Wo es ernst wird, reicht das Netz nicht aus
30.04.2013. Die FAZ schreitet über die Stege des Mucem ins mediterrane Glitzerlicht der Kulturhauptstadt Marseille. Jürgen Habermas hat in Belgien über Europa gesprochen - und die Deutschen zu Opfern aufgefordert. Die NZZ erkundet die Möglichkeiten des Netzes als Medium des Protestes. Brigitte eröffnet die Berichterstattung über den NSU-Prozess. Und in der Welt hält Matthias Küntzel fest: Richard Wagner war ein Klassiker - und zwar des deutschen Antisemitismus. Mehr lesen






