Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
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- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
03.08.2004. Im Tagesspiegel fordert Wolfgang Becker mehr Wahnsinn im deutschen Film, so wie bei "French Connection" zum Beispiel. Die NZZ fängt Flocken von Pappelsamen im Handke-Land. Die FAZ probiert japanisches Knoblauch-Eis. Die FR findet in ihrer Eigenschaft als Frankfurter Zeitung die Münchner Hochhaus-Debatte beispiellos.
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Der Tagesspiegel, 03.08.2004
Christiane Peitz unterhält sich nett mit Wolfgang Becker, Dani Levy, Tom Tykwer und Stefan Arndt über ihre Firma X-Filme, die die ersten zehn Jahre wacker durchgehalten hat. Für die nächsten zehn Jahre wünscht sich Wolfgang Becker deshalb "etwas mehr Wahnsinn", "für den gesamten deutschen Film. Ein bisschen Hollywood der Siebziger, als Coppola im Urwald 'Apocalypse Now' drehte und den Schluss noch nicht wusste oder William Friedkin seine Verfolgungsjagd aus 'French Connection' ohne Drehgenehmigung inszenierte, so dass die Unfälle alle echt waren. Der deutsche Film ist unglaublich schwerfällig! Am Set sind 100 Meter LKWs geparkt, und wenn man die Szene aus der anderen Richtung filmen will, sagt der Aufnahmeleiter: Kannste vergessen, es dauert Stunden, bis die Autos umgeparkt sind."
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Die Tageszeitung, 03.08.2004
Sebastian Hammelehle porträtiert Frank Schulz (mehr hier), der sich den Ruf als "Schriftsteller der Generation von 1978" erschrieben habe und nach anfänglicher Erfolglosigkeit heute über eine "ungemein treue Fangemeinde" verfüge. "Unbeabsichtigt scheint Frank Schulz also geschafft zu haben, was Autoren wie Reinhard Mohr oder Matthias Politycki mit viel Getöse versucht haben: Bücher zu schreiben, in denen sich die so genannten 78er wiederfinden - diejenigen, die zu jung waren für 1968 und zu alt für Punk".
Weiteres: Dirk Knipphals kommentiert die Suche des "Kursbuchs" nach einem neuen Verlag als Chance für einen "inszenierten Neubeginn". Helmut Höge hat sich in Berlins "PC-Bezirk" Prenzlauer Berg im "sozialen Kosmos Internetcafe" umgesehen. Jonathan Fischer stellt Kanye West (mehr) vor, der bisher ein gefragter HipHop-Produzent war und mit seinem Debütalbum "The College Dropout" nun als Rapper "eine neue Ära einleiten" könnte. Und in tazzwei durchlebt Bernhard "Ding Dong" Pötter in einer Berliner "Ding Dong" Meldestelle den "Ding Dong" Vorhof zur Hölle (doch, doch, lesen Sie nur selbst). Klaus Raab rechnet unter der einleuchtenden Überschrift "Wozu der Lärm?" dortselbst mit der erzkonservativen Fangemeinde der Heavy-Metal-Szene ab .
Besprochen wird schließlich das Berliner Konzert von Woody Allen.
Und hier TOM.
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Frankfurter Rundschau, 03.08.2004
Oliver Herwig erläutert Berechtigung und Wahnsinn der "beispiellosen Hochhausdebatte", die derzeit in München tobt. "Über nichts können sich die Münchner so erregen wie über neue Spitzen am Himmel. Dieses Mal haben sie allen Grund dazu. Wie Akupunkturnadeln sollten die Türme den Norden beleben. Statt aber die Seele der Bayern zu massieren, bleiben sie Fremde über der Stadt. Anders als in Frankfurt, wo eine Reihe von teilweise schwachen Hochhäusern zu einer ausdrucksstarken Silhouette zusammenfindet, sind die Münchner Riesen über die ganze Stadt verstreut und somit stets präsent."
Harry Nutt wertet die Krise um das "vorübergehend herrenlose Kursbuch" als ein "weiteres Indiz einer Krise der kulturellen Güterproduktion". "Intellektuelle Kontinuität und die Entdeckung und Pflege von gesellschaftlichen Ungleichzeitigkeiten sind kaum mehr nachgefragte Güter und dürfen selbst dort nicht auf Artenschutz rechnen, wo unzeitgemäße Medien wie Bücher auf relativ erfolgreiche Weise produziert werden."
In Times mager interpretiert Christian Schlüter das päpstliche Gender-Papier als Abwehrversuch der "Erosion der Wertefundaments" in den eigenen Reihen. Und schließlich lesen wir noch eine weitere Besprechung des Berliner Konzerts von Woody Allen.
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Süddeutsche Zeitung, 03.08.2004
Ab heute gibt es die SZ nur noch als kostenpflichtiges E-paper zu lesen, wofür Abonnenten im Monat nur schlappe drei Euro mehr zahlen müssen, die anderen 20 Euro.
Thomas Urban informiert über die Argumentationsmuster und Frontverläufe in der neu entfachten polnischen Debatte um die Vertreibung und das Täter-Opfer-Verhältnis. So sei "einer der Gründe für die heftigen Reaktionen im nationalen Lager im Bestreben zu suchen, den Mythos vom Volk der Helden und Opfer zu verteidigen. Das Bild vom deutschen Erbfeind wird kultiviert, den Deutschen sogar unterstellt, über die EU-Osterweiterung das Lebensraumprojekt der Nazis verwirklichen zu wollen ..."
Weitere Artikel: Johannes Willms berichtet über die nicht unerheblichen Anstrengungen, den ehemaligen "Bauch von Paris" wieder zu einem lebendigen Zentrum zu machen. Derzeit jedenfalls, so die Bildunterschrift, könne es das Hallenviertel als "antiauratischer Ort wahrscheinlich sogar mit dem Potsdamer Platz aufnehmen". Vier Architekten - Rem Koolhaas, Jean Nouvel, Winy Maas und David Mangin - hat die Stadt gebeten, Entwürfe für eine Neubebauung vorzulegen. Das Ergebnis sehen Sie hier. In der Serie über den christlichen Charakter Europas klagt der Theologe Hubert Windisch über die "Verzagtheit" der Christen in Deutschland und denkt über den Sinn des Kirchendienstes nach, der zunehmend in der Gefahr stünde, "banal und substanzlos und furchtsam" zu werden.
Jürgen Berger bilanziert das 58. Theaterfestival in Avignon und machte dort als Höhepunkt Patrick Pineaus "Peer Gynt" aus. Joachim Kaiser zeigt sich nach einer Woche Herrenchiemsee-Festspiele ganz beseelt ("Identität überzeugend gefunden"). Florian Welle resümiert eine Tagung der Schwabenakademie Irsee über den Mikrokosmos Bahnhof. In der "Zwischenzeit" liest Claus Heinrich Meyer im WK I-Tagebuch eines "empfindsamen Kavalleristen", und "zri" staunt über den neuesten Ebay-Hype: Wasser aus Loch Ness.
Besprochen werden eine Ausstellung mit Arbeiten von Vanessa Beecroft in der Kunsthalle Bielefeld, der Film "Dickie Roberts: Kinderstar" von Sam Weisman, ein Konzert der Japan-Surf-Punk-Band "The 5,6,7,8" (mehr hier und hier) und Bücher, darunter Volker Brauns Prosaband "Das unbesetzte Gebiet", eine Studie über Constantinus II. und die Anfänge des Staatskirchentums, sowie zwei Neuauflagen: von Ernst Friedrichs "epochalem Dokument des militanten Pazifismus" "Krieg dem Kriege" und der Pädagogikklassiker "Psychologie im Klassenzimmer" von Rudolf Dreikurs (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2004
Martin Meyer widmet Peter Handkes neuem Roman eine lyrische Besprechung. Unter anderem erkennt Meyer hier das "Gegenbild zu den Libretti des Meisters vom Bodensee". Und er zeigt sich fasziniert von Handkes Beschreibungskunst: "Also etwa Landschaft. Das Gebiet der großen Ebene bei Paris; darin aber Klüfte und Täler, Wälder, Büsche, unberührt von jedem verfügenden Griff. Oder Blütenstaub; Flocken von Pappelsamen; das Gelb an den Ginsterruten. Oder eine Rosskastanie, aus deren Wipfel einmal mit jähem Geschrei und flatternd ein Rabe emporbricht. Das ist Handke-Land, wie es heute kein anderer Autor zu erfassen und zu schreiben vermag, ein Tableau, in den Motiven und Einzelheiten gelockert, moderne und bis zum Erschrecken genaue Romantik."
Hans Dieter Sauer begleitete die Ausgrabungen zur Varus-Schlacht bei Kalkriese. Angelika Timm stellt Initiativen zur Wiederbelebung des Jiddischen in Israel vor. Gabriele Schor bespricht eine Ausstellung der Künstlerin Charline von Heyl in der Wiener Secession (mehr hier). Susanne Ostwald hat die Liebeskomödie "Love's Brother" (mehr) gesehen. Es wird gemeldet, dass Rowohlt das "Kursbuch" nicht mehr verlegen will. Und es gibt einen Vorabdruck aus Christian Hallers (mehr hier) Roman "Das schwarze Eisen" zu lesen.
Weitere Buchrezensionen befassen sich mit dem Familienroman "Heimkehr bei Nacht" vom Loida Maritza Peretz sowie Markus Werners Roman "Am Hang" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2004
"tak." besucht für die Leitglosse ein Eismuseum in Tokio, das regionale Erfindungen der Eismacherkunst präsentiert: "'Isson - Ippin - Undo' heißt die amtliche Parole: ein Dorf, eine Spezialität, Aufschwung. Und so zeigt das Eismuseum in Tokio dreihundert Sorten, die dem einheimischen Geschmack schmeicheln. Alle kann man im Internet bestellen. Da kommt aus der Provinz Nagoya das Bandnudelsuppen-Eis, aus einer anderen Ecke das Eis nach Art der gebratenen Auberginen. Eis von grünem Tee war immer schon beliebt. Aber Maroni-Eis und Süßkartoffel-Eis sind neuer. Ob das Knoblauch-Eis sich durchsetzen wird?"
Weitere Artikel: Geschichtsselige FAZ: Drei Artikel erliegen noch mal der Magie der (wenn auch ziemlich krummen) runden Zahl. Eberhard Rathgeb begibt sich auf den Tag genau neunzig Jahre nach dem 2. August 1914 auf den Münchner Odeonsplatz, wo sich seinerzeit auch Hitler in der kriegsbegeisterten Masse einfand - wie ein welthistorischer Schnappschuss seines späteren Leibfotografen Heinrich Hoffmann belegt. Heinrich Wefing besucht Berliner Stätten und versucht, sich die Atmosphäre vor 90 Jahren zu vergegenwärtigen. Andreas Platthaus unternimmt den gleichen Versuch in Wien. Thomas Hettche empfiehlt Cormac McCarthys (mehr hier) Roman "All die schönen Pferde" als sein Lieblingsbuch. Matthias Grünzig fürchtet, dass die Stadt Gotha durch Vernachlässigung ihrer vielen Baudenkmäler auch alle Zukunftschancen verspielt. F. L. schreibt zum Tod der Fotografin Ellen Auerbach.
Auf der Medienseite stellt Matthias Funk Gabriel Garcia Marquez' "Fundacion Nuevo Periodismo Iberoamericano" vor, in der Hunderte von Journalisten weitergebildet wurden. Birgit Svensson besucht die Zeitungsbörse von Bagdad, wo ganze Zeitungsstöße an Straßenverkäufer versteigert werden - nebenbei erfahren wir, dass es in Bagdad inzwischen über dreißig Zeitungen gibt. Und Esther Kilchmann stellt den Fluter vor, ein von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördertes Jugendmagazin im Internet.
Auf der letzten Seite trifft Andreas Rosenfelder einige ungarische Emigranten, die sich über die internationale Verkennung ihrer nationalen Genies beklagen und über die Aufnahme in die EU dennoch freuen. Andreas Rossmann würdigt das Musik- und Literaturfestival "Wege durch das Land", das die Schönheiten Nordrhein-Westfalens ins Licht setzt. Und Dietmar Dath porträtiert den stramm konservativen Charismatiker William F. Buckley, der gerade seine Autobiografie veröffentlicht hat.
Besprochen werden Sidi Larbi Cherkaouis Choreografie "Tempus Fugit" beim Wiener Festival "Impuls Tanz" (die laut Wiebke Hüster "zum Besten (zählt), was in dieser Kunst augenblicklich zu sehen ist"), eine Mapplethorpe-Ausstellung in Berlin und ein Konzert mit Woody Allen in Berlin.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen








