Bücherschau der Woche
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
02.08.2004. In der Frankfurter Rundschau plädiert Richard Wagner für das Habsburger Modell für Europa. In der Welt entzieht uns Wolfgang Sofsky die Grundsicherung des Daseins. Die FAZ erinnert daran, dass für Polen schon vor sechzig Jahren der Eiserne Vorhang niederging. Die NZZ besucht die Chinesen von Peru.
Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Neue Zürcher Zeitung
Frankfurter Rundschau, 02.08.2004
In einem Essay denkt der in Rumänien geborene Schriftsteller Richard Wagner über die "Feigheit der Politik" im heutigen Europa nach. Er verweist dabei auf die habsburgische Vorkriegsordnung und wehrt sich gegen deren "Musealisierung": "Auch heute gäbe es in der Frage der europäischen Integration einiges von den Habsburgern zu lernen, vor allem bei der Überwindung des ethnonationalen Provinzialismus. Das habsburgische Modell wird aber von allen Seiten mutwillig ignoriert. Im Zuge der EU-Osterweiterung, als eine wahre Flut von Artikeln über Ostmitteleuropa die Zeitungen beherrschte, fand sich außer dem Publizisten Richard Swartz, kaum jemand, der auf das Beispiel Habsburg und dessen kosmopolitischen Kultursockel verwies, für den der Prager Schriftsteller Johannes Urzidil den Begriff 'hinternational' geprägt hat."
Weiteres: In Times mager erzählt Sandra Pott, wie sie es in den neuen Roman von Martin Walser geschafft hat, und wie es auf einer von ihm darin beschriebenen Tagung wirklich zugegangen ist. Besprochen werden eine Ausstellung über früheste Kriegsfotografie im Pariser Musee d'Orsay, Sebastian Nüblings Inszenierung von Christopher Marlowes "rüdem" Stück "Edward II." bei den Salzburger Festspielen und die Einspielung von "Cosi fan tutte" im Salzburger Großen Festspielhaus. Außerdem politische Bücher, darunter vier Biografien über John Kerry, eine umfassende Darstellung des Warschauer Aufstands und die Reflexionen einer Philosophin über das Trauma (ihrer eigenen) Vergewaltigung (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 02.08.2004
Hassan Khader, Herausgeber der arabischen Literaturzeitschrift Al Karmel, erklärt, weshalb das Scheitern der israelischen Besatzung noch keinen Erfolg der Palästinenser bedeutet. Denn diese Gesellschaft halte letztlich nichts weiter aufrecht als ihr "Überlebenstrieb", ein "ausgeklügeltes System familiärer und gesellschaftlicher Solidarität" sowie ihr "Unternehmenssinn". Ihre Regierung, so Khader, ist "als populistisches Regime zu bezeichnen, wie es in vielen Teilen der arabischen Welt verbreitet ist, besonders in den radikal nationalistischen Republiken. Derartige Regimes mögen zwar bestimmte Aspekte der Staatsführung verändern oder anpassen oder verteidigen, doch niemals verändern oder reformieren sie sich selbst im echten Wortsinn."
Weiteres: Der Künstler Olaf Arndt warnt vor den Folgen von Chip-Implantaten. Heiko Behr würdigt den postumen Erfolg des "misanthropischen" White-Tash-Künstlers und Underground-Designers Von Dutch. Ijoma Mangold spricht mit Tilman Spengler, Herausgeber des Kursbuchs, über Geschichte und Zukunft der Zeitschrift, die der Rowohlt Berlin Verlag aufgeben will. Fritz Göttler informiert über die wahren Sachverhalte hinter dem Buch "Du fehlst mir, meine Schwester" ("Forbidden Love") von Norma Khouri, einer weiteren angeblich authentischen Lebensgeschichte, die sich nun als Fake entpuppte. "bch" räsoniert über gutes und schlechtes Licht respektive Lampen im Wandel der Zeiten. Nachrufe gelten der Fotografin Ellen Auerbach, die 98-jährig in New York gestorben ist, und der Pasolini-Schauspielerin Laura Betti. Gemeldet wird schließlich die Weigerung von amazon.co.uk, das Bush-kritische Buch "House of Bush, House of Saud" von Craig Unger zu vertreiben, das als Vorlage für Moores "Fahrenheit 9/11" diente.
"Effektvoll verspielt" nennt C. Bernd Sucher im Aufmacher Sebastian Nüblings Inszenierung von Christopher Marlowes "Edward II." bei den Salzburger Festspielen. Besprochen werden weiterhin die Inszenierung von Mozarts "Cosi fan tutte", ebenfalls dort, eine Ausstellung über "Wikinger am Rhein" im Rheinischen Landesmuseum in Bonn, das neue Tanztheaterstück "Tempus Fugit" von Sidi Larbie Cherkaoui beim Festival ImPulsTanz in Wien, und Bücher, darunter eine Studie des Altphilologen Eske Bockelmann über die Genese des Denkens im "Im Takt des Geldes", Paul Austers Roman "Nacht des Orakels", eine Biografie von Verdis zweiter Ehefrau, Guiseppina Strepponi (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Die Welt, 02.08.2004
"Ob Versicherungen zuletzt die kollektive Sicherheit steigern, ist keineswegs ausgemacht. Wenn andere für den Schaden aufkommen, lebt es sich unbekümmerter und kostspieliger. Mit der Versicherung im Rücken lässt sich manches Unheil riskieren", überlegt der Soziologe Wolfgang Sofsky in einem Beitrag zu Freiheit, Risiko und dem Prinzip der Assekuranz. Und weiter: "Die Sozialkassen sollen den Normalfall finanzieren. Die Garantie gilt für Ereignisse, die höchstwahrscheinlich sind. Eine Lebensversicherung wettet darauf, dass der Versicherte nicht stirbt; eine Kranken- oder Rentenkasse kann nur existieren, wenn der Versicherte frühzeitig zu Tode kommt. Die Assekuranz verteilt das Risiko auf viele Schultern, die Sozialkasse verteilt ihr Geld auf unzählige Köpfe. So wird am Ende die Auszahlung immer kleiner und die Ungewissheit der Menschen immer größer. Mit dem Prinzip der Versicherung ist die Grundsicherung des Daseins nicht zu haben."
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Die Tageszeitung, 02.08.2004
Auf den Kulturseiten erzählt Andreas Becker, wie sich die Berliner Bevölkerung unter ihrem "neuen Emotionsdeckel" versammelte und die Eröffnung des modernisierten Olympiastadions feierte. "Irgendwann wünschte man sich einfach ein ganz normales Bundesligaspiel mit der Hertha-Krückentruppe. Aber es ging immer weiter mit der Konsensshow für ein Stadion, das auch 'schwierige Zeiten' erlebt hat, wie in einer Chronik zu Beginn der Einweihungsshow kryptisch vermerkt wurde."
In tazzwei überprüft Matthias Urbach die These neuerer Erziehungsratgeber wonach nur strenge Eltern gute Eltern seien. Vor allem der Tipp "Keine Diskussionen!" erweist sich dabei als durchaus problematisch, weiß Urbach, denn: "Nach spätestens fünfzehn Minuten konsequentem Nichtdiskutieren eskaliert die Zahnpflege."
Ansonsten gibt es Besprechungen heute. Tilmann Baumgärtel sah in Lille die Ausstellung "Microfolies", in der nach mehr als drei Jahrzehnten eine Rekonstruktion der einzigen Installation des kalifornischen Komponisten Terry Riley (mehr) zu sehen ist. Rezensiert werden außerdem der Comic "Die Katze des Rabbiners" aus der Feder des französischen Zeichners Joann Sfar, der so heikle Fragen aufwirft wie: "Sind sprechende Katzen, die in einem jüdischen Haushalt leben, deswegen selber Juden?" oder "Sollte man einem solchen Kater den Wunsch nach seiner Bar-Mizwa-Feier erfüllen?"; des weiteren der "haarsträubende" Roman "Krass!" von Augusten Burroughs, der in den USA ein Bestseller ist, und Winfried Pauleits Analyse "Filmstandbilder. Passagen zwischen Kunst und Kino", in der er den "merkwürdigen Brauch" untersucht, "mit Standbildern auf Laufbilder zu verweisen" (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Schließlich Tom.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2004
Regina Mönch erinnert daran, wie vor sechzig Jahren beim Warschauer Aufstand auch die Westalliierten Polen verloren gaben. "Für Polen .., Gründungsmitglied der siegreichen Anti-Hitler-Koalition mit einer westlich orientierten Exilregierung in London, ging der Eiserne Vorhang bereits im August 1944 nieder..."
Gunter Sachs (ja, der) erinnert sich an den Mitentdecker der DNS, Francis Crick, dessen Institut er einst das Rechenzentrum spendiert hat. Niklas Maak besucht das Dorf Fournes-en-Weppes, wo einst eine Schlacht des Ersten Weltkriegs Tausende von Opfern forderte, nur Hitler nicht. Jürgen Kaube vermerkt, dass Niklas Luhmann in seinem Testament recht unsystematisch verfuhr, so dass sich seine Erben heute darüber streiten müssen, wem Luhmanns legendärer Zettelkasten gehört. Dirk Schümer empfiehlt "Meyers Konversationslexikon" als sein Lieblingsbuch . Ingeborg Harms liest deutsche Zeitschriften. Andreas Kilb schreibt zum Tod der Pasolini-Schauspelerin Laura Betti. Eduard Beaucamp gratuliert dem Lyriker und Kunstkritiker Dieter Hoffmann zum Siebzigsten.
Auf der Medienseite erinnert Paul Ingendaay an die "Ikone der spanischen Klatschpresse", Carmen Ordonez, Tochter eines von Hemingway verehrten Stierkämpfers, die vor zehn Tagen nur 49-jährig gestorben ist. Heike Hupertz analysiert, wie das deutsch-französische Arte-Magazin Karambolage Klischees über die Nachbarn beseitigen will - und sie dabei nur bestätigt. Und Michael Jeismann empfiehlt dringend, die heute startende Dokumentationsserie der ARD über den Ersten Weltkrieg.
Auf der letzten Seite erinnert der Hispanist Roland Berens an den Schriftsteller Horacio Quiroga, der mit seinen Erzählungen die literarische Moderne in Lateinamerika mit begründete. Christian Geyer wendet sich gegen die Argumente, mit denen Alexander Fest das Kursbuch aus dem Rowohlt-Verlag verabschieden will. Und Eleonore Büning schreibt eine kleine Hommage auf Nike Wagner, deren Bewerbung für Bayreuth im Papierkorb landete, und die jetzt in Bayreuths hübschem Barocktheater ein Festival vorstellte, das sie für die ebenfalls hochsymbolische Stadt Weimar ins Leben ruft.
Besprochen werden Christopher Marlowes "Edward II.", inszeniert von Sebastian Nübling in Salzburg, Jan Sardis Film "Eine italienische Hochzeit", Mozarts "Cosi fan tutte" in neuer Besetzung in Salzburg und Sachbücher, darunter Eberhard Straubs "Das spanische Jahrhundert" über Spaniens Geschichte im 20. Jahrhundert, von Paul Ingendaay mit einigen Einschränkungen sehr empfohlen (siehe unsere Bücherschau ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2004
Knut Henkel stellt die größte chinesische Gemeinde Lateinamerikas vor, nämlich die in Peru. Die knapp 2,5 Millionen Chinesen sind dort so gut organisiert, dass sie auch ohne Spanisch gut auskommen, wie Henkel unter anderem bemerkt: "'Mui beng, mui beng', wiederholt die Frau, nickt dabei bekräftigend mit dem Kopf und deutet mit dem Zeigefinger immer wieder auf die Flasche mit der Sojasauce. Die Frage, ob die für das Marinieren von Fisch geeignet sei und was sie sonst dafür empfehlen könne, dürfte sie nicht richtig verstanden haben. Auch eine weitere Nachfrage scheitert kläglich."
Weiteres: Christoph Schmidt macht sich Gedanken über die Versöhnung von Judentum, Christentum und Islam und besucht einen Rabbi, einen Mönch und einen Imam in Jerusalem. Peter Hagmann befasst sich mit den Dirigenten der Salzburger Festspiele. Weiterhin drei Besprechungen: Nick Liebmann war bei den 14. Langnauer Jazz Nights, Jürg Huber hat sich die Inszenierung von Debussys "Pelleas et Melisande" in München angesehen, Barbara Villiger Heilig widmet sich Sebastian Nüblings Inszenierung von Marlowes "Edward II." in Hallein.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Spiele zuerst einmal drei Akkorde
24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen
Darling flüstert die Amsel
23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen








