Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.03.2004. In der taz stöhnt Jochen Schmidt über das infantile Abkürzungskauderwelsch der Westler. In der SZ befürchtet Salomon Korn ein Kraftdreieck des Antisemitismus. Die NZZ hat in Berlin einen sozialkritischen Softporno gesehen. In der FAZ fordert Juan Goytisolo in Europa lebende Muslime auf, sich an die hiesigen Gesetze zu halten.

Die Tageszeitung, 31.03.2004

Der Schriftsteller Jochen Schmidt (mehr hier) stöhnt ausgiebig über all die Wörter, die nach 1989 vom Westen in den Osten schwappten, also die "Sprachokkupation, die keinen Widerstand mehr zulässt": "Das erste Wort von drüben, das dann alle infizierte, war 'Teil'. Plötzlich war alles ein 'supergeiles Teil'. Dann schmeckte das Essen nicht mehr 'gut', sondern 'lecker'. Sicher, auch in der Odyssee steht: 'Und sie erhoben die Hände zum lecker bereiteten Mahle', aber ich könnte schwören, dass ich das Wort vor 89 nie benutzt habe, es klingt für mich nach wie vor irgendwie lasch. Die Westberliner Hausbesetzer, die sofort in den Osten übersiedelten, pflegten ein infantiles Abkürzungskauderwelsch. Es hieß nur noch 'Studi', 'Flugi', 'Touri', 'Demo', 'AB', 'O-Saft'. Manchmal klang das sehr kryptisch: 'Bei Faschoalarm kein Alk und kein Kiff.'"


Weiteres: Thomas Winkler bezweifelt, dass die Musikindustrie mit einem schärfere Vorgehen gegen private Musikpiraten Erfolg haben wird. Das Münchner Lenbachhaus und das Kölner Museum Ludwig tauschen ihre Sammlungen, Ira Mazzoni kommt "bei allen moralischen Bedenken" nicht umhin "zu staunen". Heide Platen bespricht die Frankfurter Ausstellung zum Auschwitzprozess im Bürgerhaus.

Und noch Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2004

Barbara Villiger Heilig hat sich Thomas Ostermeiers "sozialkritischen Softporno" angesehen und ist abgestoßen: die Berliner Inszenierung von Wedekinds "Lulu" sei vollkommen geistlos und misslungen. Denn erstens könne man die pornosüchtige Gesellschaft nicht dadurch kritisieren, wenn man allein auf "sex sells" setzt und zweitens habe sich der Regisseur als vollkommen ahnungslos erwiesen gegenüber dem "Skandal, der dieses Stück immer noch ist", schimpft Villiger Heilig. Vollkommen begeistert ist sie dagegen von der Hamburger Inszenierung: "Eine hochintelligent gekürzte und gleichwohl staunenswert integrale 'Lulu' ? nichts vom Berliner Belle-Epoque-Klimbim bei Thalheimer", der auf der Bühne mit nur sparsamen Gesten die "naturhafte Urkraft" weiblicher Sexualität sich entfesseln lässt.

 
Weitere Artikel: Hubertus Adam besuchte die große Jugendstilausstellung in der Villa Stuck: dem Anspruch einer "großen Schau" zum Thema werde sie zwar nicht gerecht, ein Besuch in München lohne sich dennoch. Claudia Schwartz kommentiert den Rücktritt Reinhard Rürups: Es reiche nicht, meint sie, dass Bund und Land "wohlwollend Gesinnung" kundtun. "Es geht darum, Verantwortlichkeit in die Tat umzusetzen", denn: "Das ist keine berlinische Angelegenheit, sondern eine der Berliner Republik".   

Drei Bilderbücher, die Kindern erklären sollen, was Kunst ist, hat sich Christine Jenny angesehen und ist überrascht, dass ausgerechnet "diese explizite Sachbuch-Publikation aus der Fülle an Kunst-Bilderbüchern hervorsticht": "Tatort Leinwand - Eine Reise mit den Augen". Gerd Hammer berichtet über das Erscheinen Jose Saramagos Roman-Essay, der in Portugal als Kultursensation gefeiert wird (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 31.03.2004

Karl Grobe berichtet, dass der deutsch-koreanische Wissenschaftler Song Du Yul (mehr hier) von einem Gericht in Seoul verurteilt wurde: Ihm wurde vorgehalten, dass er sich der "immanenten Methode" bedient habe, "um das Funktionieren des nordkoreanischen Systems zu erforschen", wie Grobe es nennt. Mit anderen Worten: Er hat sich unter falschem Namen zum Mitglied des nordkoreanischen Politbüros gemacht. Was Grobe besonders empört ist die Urteilsbegründung: "Die Freiheit der Forschung und des Gewissens kann aus Gründen der nationalen Sicherheit und Ordnung begrenzt werden."


Rupert von Plottnitz wendet sich angesichts des spanischen Wahlausgangs gegen die Rede von einem "Triumph des Terrors": "In Spanien hat die konservative Regierung der Partido Popular den erbärmlichen Versuch unternommen, aus den 200 Toten und 1500 Verletzten der Anschläge von Madrid wahlpolitische Münze zu schlagen....Dass sich in der spanischen Wählerschaft keine Mehrheiten für solche Machenschaften finden ließen, ist kein 'Triumph des Terrors', sondern eher ein Triumph der Demokratie über die politische Lüge."

In Times mager fragt sich Gunnar Luetzow nach einer Tour durchs Berliner Nachtleben, was eigentlich schlimmer ist: Die Rede von der "Spaßgesellschaft" oder Forderung nach ihrem Ende?" Besprochen werden die große Schau "Stanley Kubrick" in Frankfurt, die Ausstellung zum Auschwitz-Prozess ebenfalls in Frankfurt, Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Brechts "Puntila" in Zürich und Patti Smith' neues Album "Trampin".

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2004

Der Schriftsteller Juan Goytisolo rechnet mit der Regierung Aznar ab und überlegt dann, wie Europa und die Muslime zusammen leben können: "Was wir von den Muslimen, die in Europa leben, verlangen müssen, ist die Einhaltung der Gesetze. Zugleich müssen wir ihnen die Rechte anbieten, die alle europäischen Bürger genießen, und ihre Integration fördern, also individuelle Freiheit, Gleichstellung der Frau, Achtung des Glaubens und der Traditionen, sofern und soweit sie der Rechtsprechung des Aufnahmelandes nicht widersprechen ... Gefordert sind außerdem: die Legalisierung der ohne Papiere in Spanien lebenden Ausländer; eine neue Politik, die entsprechend dem Bedarf an Arbeitskräften in den verschiedenen spanischen Regionen die legale Einwanderung fördert; das Gespräch mit den Gemeinden aus den Maghreb-Staaten, um den Wogen rassistischer Übergriffe vorzubeugen, die auf uns zukommen. Lassen wir uns nicht auf das Spiel der Extremisten ein."


Weitere Artikel: Patrick Bahners vergleicht den Streit ums Kopftuch mit dem Kulturkampf Bismarcks und der Liberalen gegen die Katholiken. Christian Schwägerl berichtet über eine europäische Wissenschaftsdebatte in Genua. Fvl. war bei der Lesung Les Murrays in Frankfurt. In der Reihe "Christentum als Kulturgrenze" schreibt Stefanie Peters über die Polen, die Religion "zunehmend als Privatsache" betrachten.

Auf der Medienseite berichtet Michael Hanfeld ausführlich über die Bilanzpressekonferenz von Bertelsmann: 1,123 Milliarden Euro operativen Gewinn habe das Unternehmen im letzten Jahr gemacht. Auf der letzten Seite porträtiert Dieter Bartetzko den Archäologen Manfred Korfmann. Ludger Fittkau schreibt über katholische Krankenhäuser in Belgien, die sich auf die Sterbehilfe einstellen. Und Jürg Altwegg betrachtet Jacques Chirac als Verlierer des "Krieges gegen die Kultur": "Der Widerstand der Kultur war die Speerspitze des Kampfs gegen die Reformversuche der Regierung, die zumindest in Umfragen von zwei Dritteln der Bevölkerung begrüßt werden. Ihre Notwendigkeit müsste eigentlich auch von den Intellektuellen eingesehen werden."

Besprochen werden die Tilman Riemenschneider-Ausstellung im Mainfränkischen Museum und im Dom Museum Würzburg, Andrej Swjaginzews "großartiges" Kinodebüt "Die Rückkehr", Friedrich Cerhas Oper "Der Rattenfänger" in Darmstadt, Gerhard Polts Film "Germanikus", Donizettis Oper "Viva la Mamma!" an der Semperoper und eine Ausstellung über die französischen Einflüsse auf Sachsen im Leipziger Stadtmuseum.

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Süddeutsche Zeitung, 31.03.2004

Im Aufmacher begründet Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, warum er bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse während der Rede der ehemaligen lettischen Außenministerin Sandra Kalniete den Saal verlassen hat: Weil er in Kalnietes Aussagen eine Gleichsetzung der kommunistischen und der nationalsozialistischen Terrorherrschaft sah, eine Gleichsetzung, die er als "gefährlich für ein weiteres Erstarken des Antisemitismus" einschätzt. Und er geht noch weiter: "Der gleichzeitig von Südeuropa vordringende islamistische Antisemitismus und der aus dem Osten Europas in die bisherige Europäische Union einsickernde 'klassische' Antisemitismus werden eine 'Zangenbewegung' vollziehen, die den in Westeuropa vorhandenen sekundären oder 'schuldreflexiven' Antisemitismus vermutlich stärken wird. Die Folge wäre womöglich eine Art 'Kraftdreieck des Antisemitismus' - eine sich wechselseitig stützende Allianz unterschiedlich ausgeprägter Formen der Judenfeindschaft."


Tobias Timm beobachtet argwöhnisch den Aufbau einer "feinen Gesellschaft" in Berlin und fragt sich, für wen die geradezu "irrationalen Investitionen" in Luxusquartiere aller Art eigentlich sein sollen: "Was soll die Reichsten der Reichsten in die Stadt der Pleite drängen, was wollen die hier? ... Im Bezirk Mitte sind 17 Prozent der Bevölkerung Sozialhilfeempfänger. Soll man vom Grand Hotel aus also auf Armut-Safari gehen?"

Weiteres: Thomas Urban denkt über Nato, EU und Osterweiterung nach: "Die neue Ostgrenze von Nato und EU verläuft weitgehend auf der alten Kulturscheide zwischen dem Europa der katholischen Kirche, der Reformation und der Aufklärung einerseits, und dem Herrschaftsgebiet der Orthodoxie, die weder Gewaltenteilung noch Bürgergesellschaft kannte." Sonja Zekri stellt das Okkupationsmuseum in der lettischen Hauptstadt Riga vor, in dem das "Trauma einer dreifachen Besetzung" dokumentiert ist. Alexander Kissler resümiert  eine Tagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im oberschwäbischen Weingarten, auf der es um patriotische Heilige und ihre Rolle als Stifter des Nationalbewusstseins ging. "pst" sinniert über erlaubte und verbotene Autokennzeichen in New York (so wurde "DUMPBUSH" - haut Bush auf den Müll" - verboten, "YES2KERRY" wäre dagegen statthaft). Und auf der Medienseite wird das neue "Magazin für Kunst und Leben" von Florian Illies vorgestellt: "Monopol": "132 Seiten elitär, höflich romantisch". Gemeldet wird schließlich, dass die Phonoindustrie Anzeige gegen illegale Tauschbörsen im Internet gestellt hat.

Besprochen werden Armin Petras' Inszenierung von Hauptmanns "Die Ratten" am Hamburger Thalia Theater, der in Venedig ausgezeichnete "faszinierende" Debütfilm von Andrej Swjaginzew "Die Rückkehr", unter der schönen Überschrift: "Balsamisch schauerlich", ein Münchner Musikabend, auf dem Kurt Moll Schuberts "Winterreise" sang, und Bücher, darunter der Roman "Franklin Flyer" von Nicholas Christopher, die Studie "Tellergerichte. Die Deutschen und das Essen" von Ullrich Fichtner und das "Falschwörterbuch" von Ivan Nagel, das sich mit Krieg und Lüge am Jahrhundertbeginn" beschäftigt (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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