Bücherschau der Woche
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- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
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- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
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- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
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- Adam Michnik
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- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
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- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
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- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
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- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
23.12.2003. In der SZ beobachten wir den sonst nie um Worte verlegenen Autor Andrzej Stasiuk auf der vergeblichen Suche nach einem Adjektiv für sein Volk. In der taz erklärt der Historiker Michael Ignatieff noch einmal, warum er den Irak-Krieg befürwortete. Die FR schlägt den Einsatz von MP3-Playern zur Stimmzählung bei den amerikanischen Wahlen vor. Die NZZ staunt über den Bauboom in Kuala Lumpur. In der FAZ fragt Felix Philipp Ingold, wie Dostojewski zum Meisterdenker der neuen russischen Rechten werden konnte.
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Süddeutsche Zeitung, 23.12.2003
Einige Schwierigkeiten hat der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk (mehr), sein Land zu erklären. "Lieber Freund", schreibt er, "Du hast mich gebeten, einen Text über den 'renitenten Polen' zu schreiben. Das ist nicht einfach. Wie es auch nicht einfach wäre, über den 'dummen Polen, den 'klugen Polen', den 'stattlichen Polen' oder den 'nicht besonders attraktiven Polen' zu schreiben. Seit etwa dreiundvierzig Jahren bin ich selbst Pole. Ich betrachte mein Volk, lebe sein Leben, bisweilen bringt es mich zur Verzweiflung, bisweilen erweckt es meine Bewunderung, aber ich hätte wirklich Schwierigkeiten, ein einziges Adjektiv zu finden, das es definieren könnte. Ein solches Adjektiv gibt es nicht."
Petra Steinberger räsoniert über die vom US-Nachrichtenmagazin Time gekürte "Person des Jahres": den "amerikanischen Soldat". Dabei werde, so Steinberger, gerade was die Sicherheit in Kriegsgebieten angeht, heute inzwischen auch auf private Dienstleister zurückgegriffen. Allerdings habe "die Privatisierung der Gewalt und des Krieges keinen besonders guten Ruf. Das Outsourcing der Gewalt, die heute immer häufiger so genannten PMCs, private military companies, oder PMFs, privatized military firms, und ihre diversen Untergruppen auf dem freien Markt anbieten, war einst unter einem anderen Namen bekannt: Söldnertum."
Weiteres: Auf Seite Drei gratuliert Evelyn Roll Altkanzler Helmut Schmidt mit einem Porträt zum 85. Geburtstag. ("Mit den 68iger Zauseln oder den androgynen Frisurexperimentierern der Beckham-Generation sollte man einmal diskutieren, was es bedeutet, wenn ein Mann seinen Haarschnitt ein langes Leben lang nicht ein einziges Mal ändert. Und sein Lachen schon gar nicht"). Jörg Häntzschel stellt das Campus Center des Illinois Institute of Technology von Rem Koolhaas in Chicago vor. Sonja Zekri berichtet über Querelen um die Gründung des Deutschen Historischen Instituts in Moskau. Andreas Höll besichtigt eine jetzt eingeweihte Arbeit des Leipziger Medienkünstlers Ritchie Riediger (mehr hier), die als "virtuelle Antwort auf den 'Goldenen Reiter'" zu begreifen ist. Und in der Zwischenzeit verzweifelt Evelyn Roll am Fachpersonal beim Musikkauf.
Besprochen werden Michael Thalheimers Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Stück "Einsame Menschen" am Berliner Deutschen Theater, eine Aufführung von Mozarts "Idomeneo" am Münchner Gärtnerplatztheater, Kleists Lustspiel "Amphitryon" am Schauspielhaus Basel, Janaceks Oper "BrouCek" in Prag und Veit Helmers Film "Das Tor zum Himmel". Und Bücher, so die Neuauflage von Gottfried Kellers "Martin Salander" und Dietmar Daths Essay zur Mathematik des 20. Jahrhunderts und eine Geschichte Kambodschas (siehe dazu unsere Bücherschau ab 14 Uhr).
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Frankfurter Rundschau, 23.12.2003
"Eine kleine Verdachtsgeschichte" überschreibt Marcia Pally ihr Kolumne über den Einsatz von Elektronik bei der nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahl. "Nach dem papiergestützten Wahldebakel von Florida im Jahr 2000, das die Menschen im Ausland peinlich berührte und selbst hier zu Lande in den USA manchen unruhig machte, ist das Ansehen elektronischer Wahlmaschinen natürlich gestiegen. Und wenn die Menschen in der Zukunft ihre Stimmen per Handy oder MP3-Player abgeben können, werden Versuche, Schwarze von dem Erreichen der Wahllokale abzuhalten, so passe sein wie Kautabak. Die Wahlhelfer werden befreit sein von der Bürde, Schwarze zu befragen, ob sie auch keine Verbrecher seien, bevor sie ihre Stimme abgeben dürfen."
Weitere Artikel: Die Filmkritiker, weiß Daniel Kothenschulte, rüsten zum Protest an der Festival-Politik in Venedig. Dirk Fuhrig bedauert das "Verschwinden der DDR-Architektur" - der Kaufhof motzt das ehemalige Centrum-Kaufhaus am Alexanderplatz zeitgenössisch auf. In Times mager gruselt sich Gunnar Lützow über den Einsatz von "Profiler"-Tests zum Zwecke der Einschätzung von Sozialhilfeempfängern ("vermerkt wird dabei auch das 'günstige', 'neutrale' oder 'ungünstige' Erscheinungsbild").
Besprochen werden eine Inszenierung von Kleists "Amphitryon" in Basel, die Uraufführung von David Lindemanns Stück "Koala Lumpur" in Bochum, die Wiederauflage der Operette "Die lustige Witwe" am Essener Aalto-Theater und Bücher, darunter Essays und Marginalien von Michael Maar, Erzählungen des Tschechen Jan Cep, ein Band mit Briefen von Else Lasker-Schüler sowie die Briefe der österreichischen Lyrikerin Christine Lavant an das Künstlerehepaar Lampersberg und die jüngste Ausgabe der Zeitschrift "Text + Kritik" zum Thema Pop-Literatur (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 23.12.2003
"Widerstand ist produktiv", erklärt der kanadische Publizist und Historiker Michael Ignatieff (mehr), einer der wenigen Unterstützer des Irak-Kriegs, in einem Interview. Er wirft Europa "mangelnde Empathie" vor, "weil es glaubt, dass internationales Recht und die UNO gerechter wären. Aber das ist eine fromme Fiktion. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es gab gute Gründe gegen den Krieg. Und zwar: Er ist zu riskant. Er könnte die Region destabilisieren. Es könnte schwierig sein, dort eine Demokratie aufzubauen. (...) In Europa geriet der Irakkrieg zu einem Referendum über die USA. Die Tatsache, dass es auch um 26 Millionen Iraker ging, fiel dabei völlig unter den Tisch. Die Grundfrage war doch: Waren die Konsequenzen des Kriegs den Einsatz der Mittel wert? Auch wenn man bedenkt, dass die Leute, die dazu beitragen, von anderen, nicht immer ehrenwerten Motiven geleitet waren."
Außerdem dokumentiert die taz einen Offenen Brief des Schweizer Künstlers Thomas Hirschhorn (hier), in dem er ankündigt, seine Arbeiten künftig nicht mehr in der Schweiz ausstellen zu wollen: "in der kunst triumphiert das unmögliche über das mögliche, das ist der triumph über den narzissmus, über die depression, über ressentiment und über die angst - ich will unbeugsam sein, denn kunst ist nicht konsensfähig, kunst ist nicht diplomatisch, man kann keine kunst mit faulen kompromissen machen ..."
Weiteres: Brigitte Werneburg berichtet über eine private Initiative, die die Flick-Collection in Berlin um eine Dokumentation zur Entstehung des Flick-Vermögens zur Zeit des Naziregimes ergänzen will. Fraglich sei allerdings, ob derlei in Berlin überhaupt willkommen ist . Christian Broecking resümiert die "bemerkenswerten Stücke" des Jahres, die auf einer einzigen CD Platz fänden. Auf den Brennpunktseiten wird über das Trio "Landser" berichtet, das das Berliner Kammergericht als "kriminelle Vereinigung" eingestuft hat (mehr zum Thema hier und hier). Und auf der Medienseite informiert Jan Brandt über die Einstellung der Fachzeitschrift "Die Bastelfrau" - der "Sommer war zu heiß". Schließlich gibt die Kulturredaktion noch letzte Geschenktipps.
Und hier TOM.
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Neue Zürcher Zeitung, 23.12.2003
Robert Kaltenbrunner erzählt vom Bauboom in Kuala Lumpur , was übrigens, wie wir erfahren, so viel wie "schlammige Flussmündung" heißt. "Kuala Lumpur gibt sich heute als eine brummende, hupende, rauchende, ölverschmierte Maschine. Eine Stadt in Vollgas. Und weitgehend ohne Vergangenheit. Unmittelbar hinter der Stelle, wo Klang und Gombak zusammenfließen und vor 95 Jahren die älteste Moschee der Stadt, Masjid Jamek, errichtet wurde, herrscht beispielloses Baufieber. Gleich unbändigen Himmelsstürmern erheben sich immer mehr Appartementhäuser und Bürotürme, Luxushotels mit Atrien und hängenden Gärten sowie gigantische Shopping Malls aus dem Häusermeer der traditionellen Viertel - und das in einem bei uns kaum vorstellbaren Tempo. Alles scheint gleichzeitig zu passieren."
Franz Haas berichtet aus Italien, wie die dortige Autobahngesellschaft um Autofahrer buhlen muss, weil die Bahnen so attraktiv und preiswert sind! Besprochen werden eine Aufführung der "Fledermaus" in Luzern, eine Ausstellung zu den Architekten Giraudi und Wettstein in Como und Bücher, darunter eine neue Ausgabe der Gedichte von Gertrud Kolmar, Junichiro Tanizakis Roman "Gold und Silber", Eliot Weinbergers Essays "Kaskaden" und Dieter Thomäs Schrift "Vom Glück in der Moderne" (mehr in unserer Bücherschau ab 24 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2003
Auf der Bücher-und-Themen-Seite fragt Felix Philipp Ingold in einem instruktiven Essay: "Worin besteht aus heutiger Sicht das Interesse an Dostojewskis publizistischem Vermächtnis?" Er lässt auch Dostojewskis Antisemitismus nicht aus und bemerkt: "Dostojewski (wird) im postsowjetischen Russland, nach jahrzehntelanger Immunisierung durch die Sowjetkritik, erneut als Meisterdenker gefeiert, kein anderer Klassiker wird so ausgiebig publiziert und kommentiert wie er... Namentlich für die neue russische Rechte, die zwischen Neofaschismus, orthodoxem Patriotismus und Nationalbolschewismus ein breites Meinungsspektrum abdeckt, ist Dostojewski zum führenden Schriftsteller des 21. Jahrhunderts geworden."
Hubert Spiegel fragt sich in einem Kommentar auf Seite 1 der Zeitung: "Wie erklärt sich die öffentliche Wirkung, die gerade vom Suhrkamp Verlag ausgeht?" Aber er findet keine rechte Antwort mehr darauf und schließt nach einer Schilderung allerlei chaotischer Vorgänge in der deutschen Verlagsszene in diesem Jahr: "Das Interesse an den deutschen Verlagen wird in ebenjenem Maße abnehmen, in dem sich die Kopflosigkeit als Normalzustand unter ihnen durchsetzt."
Weitere Artikel: Patrick Bahners kommentiert eine Äußerung Jörg Haiders über den "schwachen Diktator" Saddam Hussein. Der Anglist Theo Stemmler begibt sich im besinnlichen Aufmacher auf Spurensuche nach den Ursprüngen des heutigen Weihnachtsfests. Paul Ingendaay schildert den spanischen Brauch der Weihnachtslotterie mit von Schulkindern im Fernsehen gesanglich bekannt gegebenen Gewinnerlosen. Rose-Maria Gropp gratuliert dem Maler Richard Artschwager zum Achtzigsten. Arnold Bartetzky freut sich über ein vom Leipziger Medienkünstler Ritchie Riediger am "Leipziger Eck" unweit des Zusammenflusses von Pleiße und Elster aufgestelltes Pferdedenkmal, das man übrigens nur nachts sehen kann, eine parodistische und scheinbar holographische Anspielung auf das "Deutsche Eck" in Koblenz und "ein heiterer Gruß aus der Traumwelt". Jürg Altweg stellt das Schweizer Wort des Jahres vor: "Konkordanz". Wulf Segebrecht schildert eine Hommage Günter Grass' auf seinen Freund und Förderer Walter Höllerer in dessen Geburtsort Sulzbach-Rosenberg, wo auch Höllerers Archiv aufbewahrt wird.
Auf der Medienseite erinnert sich Wilhelm Hindemith, einst Nachtredakteur der Radiosendung "Guten Morgen, Deutschland" bei RTL, an die Anfänge Harald Schmidts als Gagschreiber und porträtiert ihn als "stillen Profi": "Er hatte ein Augenmaß für das Machbare und dafür, wie er hier seine Position sicherte, genügend auf- und doch nie aus der Rolle fiel, dass er die cholerischen Anfälle von Helmut Thoma oder anderer hausinterner Kritiker zu fürchten hätte." Michael Hanfeld macht in einem längeren Kommentar noch einmal deutlich, dass er mit den Entwicklungen bei Sat 1 - neuer Geschäftsführer, Abgang des verehrten Schmidt - nicht einverstanden ist.
Auf der letzten Seite fragt Dietmar Dath: "Was bleibt von Dickens und dem Urtext der Weihnachtserzählkunst im einundzwanzigsten Jahrhundert?" Christian Schwägerl porträtiert den Stammzellforscher Hans Schöler, der die University of Pennsylvania verlässt, um zum Max-Planck-Institut für Vaskuläre Biologie in Münster zu gehen - er möchte eine Stammzellforschung ohne entwicklungsfähige Embryonen vorantreiben. Andreas Rossmann schildert kulturpolitische Querelen um Oper und Schauspiel in Köln.
Besprochen werden eine Giorgione-Ausstellung in den Gallerie dell'Accademia in Venedig, Janaceks Oper "Die Ausflüge des Herrn Broucek auf den Mond und ins Prag des fünfzehnten Jahrhunderts" in Prag und Kleists "Amphitryon" in Barbara Freys Basler Inszenierung.
Archiv: Heute in den Feuilletons
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen
Abkehr vom Mainstream der Alltagsheringe
02.05.2013. In Spiegel online fordert Sascha Lobo viel mehr Investitionen in ein schnelles Internet - und zwar von der Regierung. Im Tagesspiegel stellt Achim Freyer mit Richard Wagner ein Notgleichgewicht her. Die taz beleuchtet die Rolle von Gewerkschaften und SPD in der Nazi-Zeit. In der Zeit spricht Cecila Bartoli über tragische und weniger tragische Frauenrollen. Die FAZ übernimmt Salman Rushdies Aufruf für die Anerkennung von Freiheitshelden als Freiheitshelden. Das WWW ist zwanzig Jahre alt. Das CERN stellt die allerallererste Website wieder online. Mehr lesen








