Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

16.12.2003. In der FAZ erklärt Christina Weiss, warum der Bund die Berliner Staatsoper niemals übernehmen wird. Die SZ erzählt uns die Horrorgeschichte vom Sozialstaat. Die FR erinnert die Ergreifung Saddam Husseins an den Sturz von Ceausescu. Der Tagesspiegel geht vor Lang Lang auf die Knie. Und die taz pflegt ihre Traditionen und lässt sich besetzen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2003

Christina Weiss, Staatsministerin für Kultur, erklärt, warum sie nie und nimmer glaubt, dass der Bund die Berliner Staatsoper übernehmen werde und verteidigt die jetzt ins Leben gerufene Berliner Opernstiftung. Und überhaupt: "In erster Linie leiden die Deutsche Staatsoper, die Komische Oper und die Deutsche Oper Berlin nämlich nicht an staatlicher Gängelung, sondern auch am Liebesentzug durch das Publikum." Und "es ist schon verwunderlich, dass einer Stadt mit drei Opernhäusern zum zweihundertsten Geburtstag des großartigen Hector Berlioz nichts, aber auch gar nichts einfallen will." Zumal die "Trojaner" soviel Statisten erfordern wie Berlin Arbeitslose hat!


Weitere Artikel: Christian Schwägerl erklärt, dass die Zukunft des Fliegens in unbemannten Drohnen liege, die zunehmend auch für zivile Zwecke eingesetzt werden. Zhou Derong wirft den deutschen Grünen einen schwer verdaulichen Brocken vor die Füße: "China braucht Atomenergie, wenn es einen größeren Beitrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft leisten will. Die Franzosen haben dafür Verständnis." Dirk Schümer wohnte der feierlichen Neueröffnung von La Fenice in Venedig bei. Jordan Mejias greift einen Artikel der New York Times über Bestseller auf dem irakischen Buchmarkt auf - zumeist sind sie religiöser Natur und kündigen den Schiiten die Wiederkehr des Imams Al Mahdi an (wir haben den Artikel leider nicht gefunden). Ludger Fittkau stellt eine Studie über das Phänomen der Patiententötungen im internationalen Vergleich vor. Jürg Altwegg schreibt zum Tod des ivorischen Dichters Ahmadou Kourouma.

Zwei Artikel widmen sich der neuen Lage im Irak: Der Militärhistoriker Edward Luttwak (mehrprophezeit ein Nachlassen der Gewalt im Irak nach der Festnahme des Diktators. Und Hussain Al-Mozany zitiert Persönlichkeiten der neuen irakischen Führungsschicht, die verlangen, dass der Prozess gegen Hussein im Irak, aber nach internationalen Standards stattfinden soll.

Auf der letzten Seite porträtiert Michael Gassmann den DDR-Flüchtling Klaus Knabe, der nach der Wende in Pforzheim ein DDR-Museum gründete. Dieter Bartetzko schildert den Fall des Erbgrafen Eberhard zu Erbach-Erbach, der dem Land Hessen das Familienschloss und die Familiensammlung verkaufte und dann öffentlich schäkerte, er habe den Deal seines Lebens gemacht. Und Wolfgang Sandner erzählt, dass der Chansonnier Georges Moustaki eine neue Platte herausbringt.

Auf der Medienseite schildert Souad Mekhennet, wie das arabische 'Fernsehen auf die Festnahme des Tyrannen reagierte. Und Heike Hupertz beschreibt die Berichterstattung der amerikanischen TV-Kollegen. Ferner schreibt Joran Mejias, über das amerikanische Fernsehereignis des Jahres, den Mehrteiler "Angels in America" in der Regie von Mike Nichols mit Stars wie Meryl Streep und Emma Thompson.

Besprochen werden Marianne Freidigs Stück "Manana", inszeniert von Beat Fäh, in Stuttgart, Philip Tiedemanns Inszenierung des "Zerbrochenen Krugs" in Düsseldorf, eine Ausstellung über "Wendepunkte deutscher Zeichenkunst" im Frankfurter Städel und eine Ausstellung antiker Vasen aus Unteritalien im Dresdner Albertinum.

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Die Tageszeitung, 16.12.2003

Die taz wurde nach langer Zeit einmal wieder besetzt - diesmal von streikenden Studenten. Ihre Begründung: "Die taz ist mittlerweile unweit des gesellschaftlichen Mainstreams und dem von Sachzwanglogik geprägten Politikverständnis angekommen. Sie verzichtet auf grundlegende und weitergehende Kapitalismuskritik und die Infragestellung herrschender Geschlechterverhältnisse. Damit liegt sie bei aller zur Schau gestellten linken Attitüde ganz auf Linie Rot-Rot und Rot-Grün, die die Adressaten des derzeitigen Protestes gegen Sozialabbau sind." Auf den Seiten tazzwei und zweite Meinungsseite finden sich mehrere Texte der Streikenden, darunter eine Erklärung, warum ihre "Kritik nicht an der Uni endet", Überlegungen zum Nutzwert von Eliten und zum Frauenanteil an den Unis. Weitere studentische Statements auf einer eigenen Website sind hier zu lesen.


Die "Bildpolitik" in der Präsentation des festgenommenen Saddam Hussein kommentiert Dirk Knipphals als "Entzauberung" des ehemaligen Diktators. Indem die USA bewusst die Bilder eines "alten müden Mannes beim Arzt" zeigten, hätten sie deutlich gemacht, "dass der Körper Saddam Husseins mit dem body politic nicht mehr verbunden ist. Zu sehen gab es nur den body natural, mit all seinen Mängeln und Schwächen." Daniel Bax porträtiert den kurdischen Sänger Sivan Perwer (homepage), der "einst als Symbolfigur des kurdischen Befreiungskampfs" galt und dessen Berliner Konzert mit der Nachricht von der Festnahme Saddam Husseins zusammen fiel. Und Helmut Höge räsoniert über Berliner "Bauherren- oder Abschreibungsmodelle", respektive das "Elend auf der Welt und die Rolle der Kultur" dabei.

Besprochen werden die ersten drei Bände einer Thomas-Bernhard-Werkausgabe, außerdem gibt es Kurzkritiken zu Büchern von Michael-Andre Werner, Hanns-Josef Ortheil, Friedrich Ani, Birgit Vanderbeke und Wolfgang Schneider (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Und hier TOM.

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Frankfurter Rundschau, 16.12.2003

Die FR kommentiert noch einmal in zwei Texten die Ergreifung von Saddam Hussein. Karl Grobe vergleicht Hussein Ende, an dem er "ein anderer geworden" sei, aber doch immerhin eines verstanden habe, nämlich "sein Ende als Machthaber". "Ein anderer Diktator hat dies vor fast auf den Tag vierzehn Jahren in einem jäh aufblitzenden Moment begriffen. Nicolae Ceausescu auf dem Balkon, sich des anschwellenden Protests und der unerhörten Gegenwehr des Volkes mitten in einer realitätsfernen Rede inne werdend, erstarrte in der eigenen Suada zur Statue des Gescheiterten. Die Erinnerung an dieses Bild haftet so fest wie die an das andere, Ceausescu vor dem Erschießungspeloton: Genossen, Ihr könnt doch nicht... Verstehen und Nichtverstehen verschmolzen. Der rumänische Conducator ist bis zum letzten Atemzug er selbst geblieben."


Burkhard Müller-Ullrich denkt darüber nach, wie lange es wohl dauern wird, bis "die Bilder des kläglichen Saddam jene des triumphierenden verdrängen? Schon schwindet das Bewusstsein der Bedrohung, die er darstellte; man fühlt kaum noch den Schrecken, den er einst verbreitete - als Massenmörder seines Volkes, als diabolischer Stratege der Vernichtung Israels, als geisterhafter General des Untergrunds."

Weiteres: Natascha Freundel resümiert eine kulturwissenschaftliche Tagung am Potsdamer Einstein Forum zum Thema "Passion(s) in Culture(s)". In der Kolumne Times mager kommentiert Elisabeth Lemke die Karlsruher Scharmützel um das ZKM und Museum für Neue Kunst.

Als "geradezu unzeitgemäß großzügig" feiert Daniel Kothenschulte den "triumphalen" Abschluss von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie. Mehr als "Trainer denn als Regisseur" kam Hannelore Schlaffer dagegen der neue Intendant Hasko Weber bei seiner Inszenierung von "Die Drei von der Tankstelle" an der Stuttgarter Staatsbühne vor. Besprochen wird außerdem Tschaikowskys "Pique Dame" an der Berliner Staatsoper und ein ob seiner Bühnenperfektion "glamourös langweiliges" Konzert der New Yorker Band The Strokes.

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Der Tagesspiegel, 16.12.2003

In einem Interview macht der irakische Dichter Khalid Al-Maaly (mehr) seiner Freude über die Festnahme Saddam Husseins Luft: "Der vergangene Sonntag ist für die Iraker nur vergleichbar mit dem Geschehen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich bin derart erleichert, das können Sie sich gar nicht vorstellen. 25 Jahre nach meiner Flucht aus dem Irak, den ich seither nicht mehr betreten habe, bin ich kurz vor der Einreise. In zwei, drei Tagen will ich von Dubai aus nach Basra fahren."


Auch Christine Lemke-Matwey geht in die Knie: vor dem chinesischen Pianisten Lang Lang (homepage mit Hörproben), der in der Berliner Philharmonie Beethovens G-Dur Konzert spielte: "Lang Lang, der 21-jährige chinesische Wunderknabe, hätte bei seinem Berlin-Debüt auch in himmlischem Manna rühren oder einen simplen Staubsauger betätigen können - die Wirkung, die Faszination wäre die gleiche gewesen. Hier ist ein Mensch und Künstler, der in seinem Zugriff auf die Welt so ungeheuer begabt ist, so souverän und heiter und sensitiv, dass man ihm unverzüglich das eigene Herz zu Füßen legen möchte. Solange Lang Lang spielt, solange kann buchstäblich nichts falsch sein: im Leben nicht und nicht in der Musik."

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Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2003

Peter Hagmann schreibt zur Eröffnung des restaurierten Teatro La Fenice in Venedig (Homepage). Er hat die Rekonstruktionsarbeiten für gut befunden: "Der Raum erstrahlt in alter Schönheit, und wer sich mit etwas Phantasie in ihn hineinträumt, kann die Magie des Ortes sogleich wieder spüren." Claudia Schwartz kommentiert die Berliner Studentenproteste gegen die Hochschulmisere.


Besprechungen widmen sich heute der Ausstellung "Verborgen im Buch, verborgen im Körper. Haut zwischen 1500 und 1800" in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Urs Dietrichs Choreografie "Laren" am Bremer Tanztheater und selbstverständlich zahlreichen neuen Büchern, darunter ein Band mit Lyrik und Prosatexten des israelischen Dichters Dan Pagis, Sybille Bedfords "verwickelter, hochkomplexer, ereignisreicher" Roman "Ein Vermächtnis" und Simon Werles Familienroman "Der Schnee der Jahre" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 16.12.2003

An Stifters "Bergkristall" sieht sich Thomas Steinfeld angesichts des gerade glimpflich überstandenen Reformdramas erinnert: "Die Erzählung vom 'Bergkristall' ist auch eine Horrorgeschichte. Dreimal hören die Kinder das Eis des Gletschers krachen, scheinbar 'das Starrste', tatsächlich aber das 'Regsamste und Lebendigste'. Es wird der Sozialstaat sein."


"Eine Bestie sieht anders aus", kommentiert Willi Winkler die TV-Bilder vom gefangenen Saddam Hussein. "Der Mann in dem Erdloch am Tigris sah aus wie ein sehr holzgeschnitzter Hirte, vage einem der Dürer'schen Apostel nachempfunden, eine bloße Krippenfigur. Seine Erbärmlichkeit wird Saddam töten, vielleicht sogar ein halbwegs rechtsstaatliche Verfahren (...), aber mit Sicherheit besorgt es die Entdämonisierung, die mit diesen Fernsehbildern begonnen hat."

Weitere Artikel: Fritz Göttler untersucht den Einsatz von Namen, Bildern und Mythen bei der Operation "Red Dawn" im Irak. Henning Klüver freut sich über das wiederöffnete Theater La Fenice in Venedig. Gernot Wolfram stößt in Regionalzeitungen im Oder/Neisse-Gebiet auf ein "erregtes deutsch-polnisches Misstrauen" ("ein gewisses Ärgern und Sticheln ist unüberhörbar"). Ralf Berhorst resümiert eine Tagung des Potsdamer Einstein Forums über Affekte, Passionen und Empfindungen. In der "Zwischenzeit" bedauert Harald Eggebrecht anlässlich des Beginns der Jagdsaison sämtliche arme Sauen der Welt. Jens Bisky kommentiert einen mäßig fortschrittlichen Berliner Vorstoß in Sachen Gesamtschule. Kurz referiert wird außerdem ein Diskussionsbeitrag von Joachim Radkau in der Zeitschrift "Geschichte und Wissenschaft und Unterricht", in dem der Autor die "Grüne Revolution" im Geschichtsunterricht fordert. Und Burkhard Müller interpretiert ein Langgedicht des polnischstämmigen Nobelpreisträgers Czeslaw Milosz (mehr) in "Sinn und Form". Till Briegleb stellt eine Reihe von Filmen aus Afghanistan und Iran vor, die im Rahmen eines Festivals in der Berliner Volksbühne und im Babylon-Kino laufen. dpa meldet schließlich, dass die Ullstein-Verlage München verlassen und wieder nach Berlin zurückkehren.

Besprochen werden eine Ausstellung des Trecento-Malers Duccio in Siena, die Präsentation der Sammlung Ordrupgaard aus Dänemark in der Staatsgalerie Stuttgart, Hasko Webers Inszenierung von "Die Drei von der Tankstelle" am Stuttgarter Staatsschauspiel, Alan Ayckbourns Stück "Schöne Bescherung" an den Münchner Kammerspielen, ein Konzert des Violinisten Giuliona Carmignola und des Venice Baroque Orchestra in München, eine neue CD von Manfred Mann, der drei bislang unbekannte Hymnen von Edgar Elgar entdeckt hat, und Bücher, darunter Christoph Königs "Internationales Germanistenlexikon 1800 - 1950" (hier) und eine Geschichte der römischen Kaiserzeit. (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr)

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

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Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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