Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

16.12.2003. In der FAZ erklärt Christina Weiss, warum der Bund die Berliner Staatsoper niemals übernehmen wird. Die SZ erzählt uns die Horrorgeschichte vom Sozialstaat. Die FR erinnert die Ergreifung Saddam Husseins an den Sturz von Ceausescu. Der Tagesspiegel geht vor Lang Lang auf die Knie. Und die taz pflegt ihre Traditionen und lässt sich besetzen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2003

Christina Weiss, Staatsministerin für Kultur, erklärt, warum sie nie und nimmer glaubt, dass der Bund die Berliner Staatsoper übernehmen werde und verteidigt die jetzt ins Leben gerufene Berliner Opernstiftung. Und überhaupt: "In erster Linie leiden die Deutsche Staatsoper, die Komische Oper und die Deutsche Oper Berlin nämlich nicht an staatlicher Gängelung, sondern auch am Liebesentzug durch das Publikum." Und "es ist schon verwunderlich, dass einer Stadt mit drei Opernhäusern zum zweihundertsten Geburtstag des großartigen Hector Berlioz nichts, aber auch gar nichts einfallen will." Zumal die "Trojaner" soviel Statisten erfordern wie Berlin Arbeitslose hat!

Weitere Artikel: Christian Schwägerl erklärt, dass die Zukunft des Fliegens in unbemannten Drohnen liege, die zunehmend auch für zivile Zwecke eingesetzt werden. Zhou Derong wirft den deutschen Grünen einen schwer verdaulichen Brocken vor die Füße: "China braucht Atomenergie, wenn es einen größeren Beitrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft leisten will. Die Franzosen haben dafür Verständnis." Dirk Schümer wohnte der feierlichen Neueröffnung von La Fenice in Venedig bei. Jordan Mejias greift einen Artikel der New York Times über Bestseller auf dem irakischen Buchmarkt auf - zumeist sind sie religiöser Natur und kündigen den Schiiten die Wiederkehr des Imams Al Mahdi an (wir haben den Artikel leider nicht gefunden). Ludger Fittkau stellt eine Studie über das Phänomen der Patiententötungen im internationalen Vergleich vor. Jürg Altwegg schreibt zum Tod des ivorischen Dichters Ahmadou Kourouma.

Zwei Artikel widmen sich der neuen Lage im Irak: Der Militärhistoriker Edward Luttwak (mehrprophezeit ein Nachlassen der Gewalt im Irak nach der Festnahme des Diktators. Und Hussain Al-Mozany zitiert Persönlichkeiten der neuen irakischen Führungsschicht, die verlangen, dass der Prozess gegen Hussein im Irak, aber nach internationalen Standards stattfinden soll.

Auf der letzten Seite porträtiert Michael Gassmann den DDR-Flüchtling Klaus Knabe, der nach der Wende in Pforzheim ein DDR-Museum gründete. Dieter Bartetzko schildert den Fall des Erbgrafen Eberhard zu Erbach-Erbach, der dem Land Hessen das Familienschloss und die Familiensammlung verkaufte und dann öffentlich schäkerte, er habe den Deal seines Lebens gemacht. Und Wolfgang Sandner erzählt, dass der Chansonnier Georges Moustaki eine neue Platte herausbringt.

Auf der Medienseite schildert Souad Mekhennet, wie das arabische 'Fernsehen auf die Festnahme des Tyrannen reagierte. Und Heike Hupertz beschreibt die Berichterstattung der amerikanischen TV-Kollegen. Ferner schreibt Joran Mejias, über das amerikanische Fernsehereignis des Jahres, den Mehrteiler "Angels in America" in der Regie von Mike Nichols mit Stars wie Meryl Streep und Emma Thompson.

Besprochen werden Marianne Freidigs Stück "Manana", inszeniert von Beat Fäh, in Stuttgart, Philip Tiedemanns Inszenierung des "Zerbrochenen Krugs" in Düsseldorf, eine Ausstellung über "Wendepunkte deutscher Zeichenkunst" im Frankfurter Städel und eine Ausstellung antiker Vasen aus Unteritalien im Dresdner Albertinum.

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Die Tageszeitung, 16.12.2003

Die taz wurde nach langer Zeit einmal wieder besetzt - diesmal von streikenden Studenten. Ihre Begründung: "Die taz ist mittlerweile unweit des gesellschaftlichen Mainstreams und dem von Sachzwanglogik geprägten Politikverständnis angekommen. Sie verzichtet auf grundlegende und weitergehende Kapitalismuskritik und die Infragestellung herrschender Geschlechterverhältnisse. Damit liegt sie bei aller zur Schau gestellten linken Attitüde ganz auf Linie Rot-Rot und Rot-Grün, die die Adressaten des derzeitigen Protestes gegen Sozialabbau sind." Auf den Seiten tazzwei und zweite Meinungsseite finden sich mehrere Texte der Streikenden, darunter eine Erklärung, warum ihre "Kritik nicht an der Uni endet", Überlegungen zum Nutzwert von Eliten und zum Frauenanteil an den Unis. Weitere studentische Statements auf einer eigenen Website sind hier zu lesen.

Die "Bildpolitik" in der Präsentation des festgenommenen Saddam Hussein kommentiert Dirk Knipphals als "Entzauberung" des ehemaligen Diktators. Indem die USA bewusst die Bilder eines "alten müden Mannes beim Arzt" zeigten, hätten sie deutlich gemacht, "dass der Körper Saddam Husseins mit dem body politic nicht mehr verbunden ist. Zu sehen gab es nur den body natural, mit all seinen Mängeln und Schwächen." Daniel Bax porträtiert den kurdischen Sänger Sivan Perwer (homepage), der "einst als Symbolfigur des kurdischen Befreiungskampfs" galt und dessen Berliner Konzert mit der Nachricht von der Festnahme Saddam Husseins zusammen fiel. Und Helmut Höge räsoniert über Berliner "Bauherren- oder Abschreibungsmodelle", respektive das "Elend auf der Welt und die Rolle der Kultur" dabei.

Besprochen werden die ersten drei Bände einer Thomas-Bernhard-Werkausgabe, außerdem gibt es Kurzkritiken zu Büchern von Michael-Andre Werner, Hanns-Josef Ortheil, Friedrich Ani, Birgit Vanderbeke und Wolfgang Schneider (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Und hier TOM.

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Frankfurter Rundschau, 16.12.2003

Die FR kommentiert noch einmal in zwei Texten die Ergreifung von Saddam Hussein. Karl Grobe vergleicht Hussein Ende, an dem er "ein anderer geworden" sei, aber doch immerhin eines verstanden habe, nämlich "sein Ende als Machthaber". "Ein anderer Diktator hat dies vor fast auf den Tag vierzehn Jahren in einem jäh aufblitzenden Moment begriffen. Nicolae Ceausescu auf dem Balkon, sich des anschwellenden Protests und der unerhörten Gegenwehr des Volkes mitten in einer realitätsfernen Rede inne werdend, erstarrte in der eigenen Suada zur Statue des Gescheiterten. Die Erinnerung an dieses Bild haftet so fest wie die an das andere, Ceausescu vor dem Erschießungspeloton: Genossen, Ihr könnt doch nicht... Verstehen und Nichtverstehen verschmolzen. Der rumänische Conducator ist bis zum letzten Atemzug er selbst geblieben."

Burkhard Müller-Ullrich denkt darüber nach, wie lange es wohl dauern wird, bis "die Bilder des kläglichen Saddam jene des triumphierenden verdrängen? Schon schwindet das Bewusstsein der Bedrohung, die er darstellte; man fühlt kaum noch den Schrecken, den er einst verbreitete - als Massenmörder seines Volkes, als diabolischer Stratege der Vernichtung Israels, als geisterhafter General des Untergrunds."

Weiteres: Natascha Freundel resümiert eine kulturwissenschaftliche Tagung am Potsdamer Einstein Forum zum Thema "Passion(s) in Culture(s)". In der Kolumne Times mager kommentiert Elisabeth Lemke die Karlsruher Scharmützel um das ZKM und Museum für Neue Kunst.

Als "geradezu unzeitgemäß großzügig" feiert Daniel Kothenschulte den "triumphalen" Abschluss von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie. Mehr als "Trainer denn als Regisseur" kam Hannelore Schlaffer dagegen der neue Intendant Hasko Weber bei seiner Inszenierung von "Die Drei von der Tankstelle" an der Stuttgarter Staatsbühne vor. Besprochen wird außerdem Tschaikowskys "Pique Dame" an der Berliner Staatsoper und ein ob seiner Bühnenperfektion "glamourös langweiliges" Konzert der New Yorker Band The Strokes.

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Twitterfeed der Verlage

Der Tagesspiegel, 16.12.2003

In einem Interview macht der irakische Dichter Khalid Al-Maaly (mehr) seiner Freude über die Festnahme Saddam Husseins Luft: "Der vergangene Sonntag ist für die Iraker nur vergleichbar mit dem Geschehen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich bin derart erleichert, das können Sie sich gar nicht vorstellen. 25 Jahre nach meiner Flucht aus dem Irak, den ich seither nicht mehr betreten habe, bin ich kurz vor der Einreise. In zwei, drei Tagen will ich von Dubai aus nach Basra fahren."

Auch Christine Lemke-Matwey geht in die Knie: vor dem chinesischen Pianisten Lang Lang (homepage mit Hörproben), der in der Berliner Philharmonie Beethovens G-Dur Konzert spielte: "Lang Lang, der 21-jährige chinesische Wunderknabe, hätte bei seinem Berlin-Debüt auch in himmlischem Manna rühren oder einen simplen Staubsauger betätigen können - die Wirkung, die Faszination wäre die gleiche gewesen. Hier ist ein Mensch und Künstler, der in seinem Zugriff auf die Welt so ungeheuer begabt ist, so souverän und heiter und sensitiv, dass man ihm unverzüglich das eigene Herz zu Füßen legen möchte. Solange Lang Lang spielt, solange kann buchstäblich nichts falsch sein: im Leben nicht und nicht in der Musik."

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Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2003

Peter Hagmann schreibt zur Eröffnung des restaurierten Teatro La Fenice in Venedig (Homepage). Er hat die Rekonstruktionsarbeiten für gut befunden: "Der Raum erstrahlt in alter Schönheit, und wer sich mit etwas Phantasie in ihn hineinträumt, kann die Magie des Ortes sogleich wieder spüren." Claudia Schwartz kommentiert die Berliner Studentenproteste gegen die Hochschulmisere.

Besprechungen widmen sich heute der Ausstellung "Verborgen im Buch, verborgen im Körper. Haut zwischen 1500 und 1800" in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Urs Dietrichs Choreografie "Laren" am Bremer Tanztheater und selbstverständlich zahlreichen neuen Büchern, darunter ein Band mit Lyrik und Prosatexten des israelischen Dichters Dan Pagis, Sybille Bedfords "verwickelter, hochkomplexer, ereignisreicher" Roman "Ein Vermächtnis" und Simon Werles Familienroman "Der Schnee der Jahre" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 16.12.2003

An Stifters "Bergkristall" sieht sich Thomas Steinfeld angesichts des gerade glimpflich überstandenen Reformdramas erinnert: "Die Erzählung vom 'Bergkristall' ist auch eine Horrorgeschichte. Dreimal hören die Kinder das Eis des Gletschers krachen, scheinbar 'das Starrste', tatsächlich aber das 'Regsamste und Lebendigste'. Es wird der Sozialstaat sein."

"Eine Bestie sieht anders aus", kommentiert Willi Winkler die TV-Bilder vom gefangenen Saddam Hussein. "Der Mann in dem Erdloch am Tigris sah aus wie ein sehr holzgeschnitzter Hirte, vage einem der Dürer'schen Apostel nachempfunden, eine bloße Krippenfigur. Seine Erbärmlichkeit wird Saddam töten, vielleicht sogar ein halbwegs rechtsstaatliche Verfahren (...), aber mit Sicherheit besorgt es die Entdämonisierung, die mit diesen Fernsehbildern begonnen hat."

Weitere Artikel: Fritz Göttler untersucht den Einsatz von Namen, Bildern und Mythen bei der Operation "Red Dawn" im Irak. Henning Klüver freut sich über das wiederöffnete Theater La Fenice in Venedig. Gernot Wolfram stößt in Regionalzeitungen im Oder/Neisse-Gebiet auf ein "erregtes deutsch-polnisches Misstrauen" ("ein gewisses Ärgern und Sticheln ist unüberhörbar"). Ralf Berhorst resümiert eine Tagung des Potsdamer Einstein Forums über Affekte, Passionen und Empfindungen. In der "Zwischenzeit" bedauert Harald Eggebrecht anlässlich des Beginns der Jagdsaison sämtliche arme Sauen der Welt. Jens Bisky kommentiert einen mäßig fortschrittlichen Berliner Vorstoß in Sachen Gesamtschule. Kurz referiert wird außerdem ein Diskussionsbeitrag von Joachim Radkau in der Zeitschrift "Geschichte und Wissenschaft und Unterricht", in dem der Autor die "Grüne Revolution" im Geschichtsunterricht fordert. Und Burkhard Müller interpretiert ein Langgedicht des polnischstämmigen Nobelpreisträgers Czeslaw Milosz (mehr) in "Sinn und Form". Till Briegleb stellt eine Reihe von Filmen aus Afghanistan und Iran vor, die im Rahmen eines Festivals in der Berliner Volksbühne und im Babylon-Kino laufen. dpa meldet schließlich, dass die Ullstein-Verlage München verlassen und wieder nach Berlin zurückkehren.

Besprochen werden eine Ausstellung des Trecento-Malers Duccio in Siena, die Präsentation der Sammlung Ordrupgaard aus Dänemark in der Staatsgalerie Stuttgart, Hasko Webers Inszenierung von "Die Drei von der Tankstelle" am Stuttgarter Staatsschauspiel, Alan Ayckbourns Stück "Schöne Bescherung" an den Münchner Kammerspielen, ein Konzert des Violinisten Giuliona Carmignola und des Venice Baroque Orchestra in München, eine neue CD von Manfred Mann, der drei bislang unbekannte Hymnen von Edgar Elgar entdeckt hat, und Bücher, darunter Christoph Königs "Internationales Germanistenlexikon 1800 - 1950" (hier) und eine Geschichte der römischen Kaiserzeit. (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr)

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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