Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Patricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine

Michael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
16.12.2003. In der FAZ erklärt Christina Weiss, warum der Bund die Berliner Staatsoper niemals übernehmen wird. Die SZ erzählt uns die Horrorgeschichte vom Sozialstaat. Die FR erinnert die Ergreifung Saddam Husseins an den Sturz von Ceausescu. Der Tagesspiegel geht vor Lang Lang auf die Knie. Und die taz pflegt ihre Traditionen und lässt sich besetzen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Der Tagesspiegel | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2003
Christina Weiss, Staatsministerin für Kultur, erklärt, warum sie nie und nimmer glaubt, dass der Bund die Berliner Staatsoper übernehmen werde und verteidigt die jetzt ins Leben gerufene Berliner Opernstiftung. Und überhaupt: "In erster Linie leiden die Deutsche Staatsoper, die Komische Oper und die Deutsche Oper Berlin nämlich nicht an staatlicher Gängelung, sondern auch am Liebesentzug durch das Publikum." Und "es ist schon verwunderlich, dass einer Stadt mit drei Opernhäusern zum zweihundertsten Geburtstag des großartigen Hector Berlioz nichts, aber auch gar nichts einfallen will." Zumal die "Trojaner" soviel Statisten erfordern wie Berlin Arbeitslose hat!
Weitere Artikel: Christian Schwägerl erklärt, dass die Zukunft des Fliegens in unbemannten Drohnen liege, die zunehmend auch für zivile Zwecke eingesetzt werden. Zhou Derong wirft den deutschen Grünen einen schwer verdaulichen Brocken vor die Füße: "China braucht Atomenergie, wenn es einen größeren Beitrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft leisten will. Die Franzosen haben dafür Verständnis." Dirk Schümer wohnte der feierlichen Neueröffnung von La Fenice in Venedig bei. Jordan Mejias greift einen Artikel der New York Times über Bestseller auf dem irakischen Buchmarkt auf - zumeist sind sie religiöser Natur und kündigen den Schiiten die Wiederkehr des Imams Al Mahdi an (wir haben den Artikel leider nicht gefunden). Ludger Fittkau stellt eine Studie über das Phänomen der Patiententötungen im internationalen Vergleich vor. Jürg Altwegg schreibt zum Tod des ivorischen Dichters Ahmadou Kourouma.
Zwei Artikel widmen sich der neuen Lage im Irak: Der Militärhistoriker Edward Luttwak (mehr) prophezeit ein Nachlassen der Gewalt im Irak nach der Festnahme des Diktators. Und Hussain Al-Mozany zitiert Persönlichkeiten der neuen irakischen Führungsschicht, die verlangen, dass der Prozess gegen Hussein im Irak, aber nach internationalen Standards stattfinden soll.
Auf der letzten Seite porträtiert Michael Gassmann den DDR-Flüchtling Klaus Knabe, der nach der Wende in Pforzheim ein DDR-Museum gründete. Dieter Bartetzko schildert den Fall des Erbgrafen Eberhard zu Erbach-Erbach, der dem Land Hessen das Familienschloss und die Familiensammlung verkaufte und dann öffentlich schäkerte, er habe den Deal seines Lebens gemacht. Und Wolfgang Sandner erzählt, dass der Chansonnier Georges Moustaki eine neue Platte herausbringt.
Auf der Medienseite schildert Souad Mekhennet, wie das arabische 'Fernsehen auf die Festnahme des Tyrannen reagierte. Und Heike Hupertz beschreibt die Berichterstattung der amerikanischen TV-Kollegen. Ferner schreibt Joran Mejias, über das amerikanische Fernsehereignis des Jahres, den Mehrteiler "Angels in America" in der Regie von Mike Nichols mit Stars wie Meryl Streep und Emma Thompson.
Besprochen werden Marianne Freidigs Stück "Manana", inszeniert von Beat Fäh, in Stuttgart, Philip Tiedemanns Inszenierung des "Zerbrochenen Krugs" in Düsseldorf, eine Ausstellung über "Wendepunkte deutscher Zeichenkunst" im Frankfurter Städel und eine Ausstellung antiker Vasen aus Unteritalien im Dresdner Albertinum.
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Die Tageszeitung, 16.12.2003
Die taz wurde nach langer Zeit einmal wieder besetzt - diesmal von streikenden Studenten. Ihre Begründung: "Die taz ist mittlerweile unweit des gesellschaftlichen Mainstreams und dem von Sachzwanglogik geprägten Politikverständnis angekommen. Sie verzichtet auf grundlegende und weitergehende Kapitalismuskritik und die Infragestellung herrschender Geschlechterverhältnisse. Damit liegt sie bei aller zur Schau gestellten linken Attitüde ganz auf Linie Rot-Rot und Rot-Grün, die die Adressaten des derzeitigen Protestes gegen Sozialabbau sind." Auf den Seiten tazzwei und zweite Meinungsseite finden sich mehrere Texte der Streikenden, darunter eine Erklärung, warum ihre "Kritik nicht an der Uni endet", Überlegungen zum Nutzwert von Eliten und zum Frauenanteil an den Unis. Weitere studentische Statements auf einer eigenen Website sind hier zu lesen.
Die "Bildpolitik" in der Präsentation des festgenommenen Saddam Hussein kommentiert Dirk Knipphals als "Entzauberung" des ehemaligen Diktators. Indem die USA bewusst die Bilder eines "alten müden Mannes beim Arzt" zeigten, hätten sie deutlich gemacht, "dass der Körper Saddam Husseins mit dem body politic nicht mehr verbunden ist. Zu sehen gab es nur den body natural, mit all seinen Mängeln und Schwächen." Daniel Bax porträtiert den kurdischen Sänger Sivan Perwer (homepage), der "einst als Symbolfigur des kurdischen Befreiungskampfs" galt und dessen Berliner Konzert mit der Nachricht von der Festnahme Saddam Husseins zusammen fiel. Und Helmut Höge räsoniert über Berliner "Bauherren- oder Abschreibungsmodelle", respektive das "Elend auf der Welt und die Rolle der Kultur" dabei.
Besprochen werden die ersten drei Bände einer Thomas-Bernhard-Werkausgabe, außerdem gibt es Kurzkritiken zu Büchern von Michael-Andre Werner, Hanns-Josef Ortheil, Friedrich Ani, Birgit Vanderbeke und Wolfgang Schneider (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Und hier TOM.
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Frankfurter Rundschau, 16.12.2003
Die FR kommentiert noch einmal in zwei Texten die Ergreifung von Saddam Hussein. Karl Grobe vergleicht Hussein Ende, an dem er "ein anderer geworden" sei, aber doch immerhin eines verstanden habe, nämlich "sein Ende als Machthaber". "Ein anderer Diktator hat dies vor fast auf den Tag vierzehn Jahren in einem jäh aufblitzenden Moment begriffen. Nicolae Ceausescu auf dem Balkon, sich des anschwellenden Protests und der unerhörten Gegenwehr des Volkes mitten in einer realitätsfernen Rede inne werdend, erstarrte in der eigenen Suada zur Statue des Gescheiterten. Die Erinnerung an dieses Bild haftet so fest wie die an das andere, Ceausescu vor dem Erschießungspeloton: Genossen, Ihr könnt doch nicht... Verstehen und Nichtverstehen verschmolzen. Der rumänische Conducator ist bis zum letzten Atemzug er selbst geblieben."
Burkhard Müller-Ullrich denkt darüber nach, wie lange es wohl dauern wird, bis "die Bilder des kläglichen Saddam jene des triumphierenden verdrängen? Schon schwindet das Bewusstsein der Bedrohung, die er darstellte; man fühlt kaum noch den Schrecken, den er einst verbreitete - als Massenmörder seines Volkes, als diabolischer Stratege der Vernichtung Israels, als geisterhafter General des Untergrunds."
Weiteres: Natascha Freundel resümiert eine kulturwissenschaftliche Tagung am Potsdamer Einstein Forum zum Thema "Passion(s) in Culture(s)". In der Kolumne Times mager kommentiert Elisabeth Lemke die Karlsruher Scharmützel um das ZKM und Museum für Neue Kunst.
Als "geradezu unzeitgemäß großzügig" feiert Daniel Kothenschulte den "triumphalen" Abschluss von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie. Mehr als "Trainer denn als Regisseur" kam Hannelore Schlaffer dagegen der neue Intendant Hasko Weber bei seiner Inszenierung von "Die Drei von der Tankstelle" an der Stuttgarter Staatsbühne vor. Besprochen wird außerdem Tschaikowskys "Pique Dame" an der Berliner Staatsoper und ein ob seiner Bühnenperfektion "glamourös langweiliges" Konzert der New Yorker Band The Strokes.
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Der Tagesspiegel, 16.12.2003
In einem Interview macht der irakische Dichter Khalid Al-Maaly (mehr) seiner Freude über die Festnahme Saddam Husseins Luft: "Der vergangene Sonntag ist für die Iraker nur vergleichbar mit dem Geschehen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich bin derart erleichert, das können Sie sich gar nicht vorstellen. 25 Jahre nach meiner Flucht aus dem Irak, den ich seither nicht mehr betreten habe, bin ich kurz vor der Einreise. In zwei, drei Tagen will ich von Dubai aus nach Basra fahren."
Auch Christine Lemke-Matwey geht in die Knie: vor dem chinesischen Pianisten Lang Lang (homepage mit Hörproben), der in der Berliner Philharmonie Beethovens G-Dur Konzert spielte: "Lang Lang, der 21-jährige chinesische Wunderknabe, hätte bei seinem Berlin-Debüt auch in himmlischem Manna rühren oder einen simplen Staubsauger betätigen können - die Wirkung, die Faszination wäre die gleiche gewesen. Hier ist ein Mensch und Künstler, der in seinem Zugriff auf die Welt so ungeheuer begabt ist, so souverän und heiter und sensitiv, dass man ihm unverzüglich das eigene Herz zu Füßen legen möchte. Solange Lang Lang spielt, solange kann buchstäblich nichts falsch sein: im Leben nicht und nicht in der Musik."
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Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2003
Peter Hagmann schreibt zur Eröffnung des restaurierten Teatro La Fenice in Venedig (Homepage). Er hat die Rekonstruktionsarbeiten für gut befunden: "Der Raum erstrahlt in alter Schönheit, und wer sich mit etwas Phantasie in ihn hineinträumt, kann die Magie des Ortes sogleich wieder spüren." Claudia Schwartz kommentiert die Berliner Studentenproteste gegen die Hochschulmisere.
Besprechungen widmen sich heute der Ausstellung "Verborgen im Buch, verborgen im Körper. Haut zwischen 1500 und 1800" in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Urs Dietrichs Choreografie "Laren" am Bremer Tanztheater und selbstverständlich zahlreichen neuen Büchern, darunter ein Band mit Lyrik und Prosatexten des israelischen Dichters Dan Pagis, Sybille Bedfords "verwickelter, hochkomplexer, ereignisreicher" Roman "Ein Vermächtnis" und Simon Werles Familienroman "Der Schnee der Jahre" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 16.12.2003
An Stifters "Bergkristall" sieht sich Thomas Steinfeld angesichts des gerade glimpflich überstandenen Reformdramas erinnert: "Die Erzählung vom 'Bergkristall' ist auch eine Horrorgeschichte. Dreimal hören die Kinder das Eis des Gletschers krachen, scheinbar 'das Starrste', tatsächlich aber das 'Regsamste und Lebendigste'. Es wird der Sozialstaat sein."
"Eine Bestie sieht anders aus", kommentiert Willi Winkler die TV-Bilder vom gefangenen Saddam Hussein. "Der Mann in dem Erdloch am Tigris sah aus wie ein sehr holzgeschnitzter Hirte, vage einem der Dürer'schen Apostel nachempfunden, eine bloße Krippenfigur. Seine Erbärmlichkeit wird Saddam töten, vielleicht sogar ein halbwegs rechtsstaatliche Verfahren (...), aber mit Sicherheit besorgt es die Entdämonisierung, die mit diesen Fernsehbildern begonnen hat."
Weitere Artikel: Fritz Göttler untersucht den Einsatz von Namen, Bildern und Mythen bei der Operation "Red Dawn" im Irak. Henning Klüver freut sich über das wiederöffnete Theater La Fenice in Venedig. Gernot Wolfram stößt in Regionalzeitungen im Oder/Neisse-Gebiet auf ein "erregtes deutsch-polnisches Misstrauen" ("ein gewisses Ärgern und Sticheln ist unüberhörbar"). Ralf Berhorst resümiert eine Tagung des Potsdamer Einstein Forums über Affekte, Passionen und Empfindungen. In der "Zwischenzeit" bedauert Harald Eggebrecht anlässlich des Beginns der Jagdsaison sämtliche arme Sauen der Welt. Jens Bisky kommentiert einen mäßig fortschrittlichen Berliner Vorstoß in Sachen Gesamtschule. Kurz referiert wird außerdem ein Diskussionsbeitrag von Joachim Radkau in der Zeitschrift "Geschichte und Wissenschaft und Unterricht", in dem der Autor die "Grüne Revolution" im Geschichtsunterricht fordert. Und Burkhard Müller interpretiert ein Langgedicht des polnischstämmigen Nobelpreisträgers Czeslaw Milosz (mehr) in "Sinn und Form". Till Briegleb stellt eine Reihe von Filmen aus Afghanistan und Iran vor, die im Rahmen eines Festivals in der Berliner Volksbühne und im Babylon-Kino laufen. dpa meldet schließlich, dass die Ullstein-Verlage München verlassen und wieder nach Berlin zurückkehren.
Besprochen werden eine Ausstellung des Trecento-Malers Duccio in Siena, die Präsentation der Sammlung Ordrupgaard aus Dänemark in der Staatsgalerie Stuttgart, Hasko Webers Inszenierung von "Die Drei von der Tankstelle" am Stuttgarter Staatsschauspiel, Alan Ayckbourns Stück "Schöne Bescherung" an den Münchner Kammerspielen, ein Konzert des Violinisten Giuliona Carmignola und des Venice Baroque Orchestra in München, eine neue CD von Manfred Mann, der drei bislang unbekannte Hymnen von Edgar Elgar entdeckt hat, und Bücher, darunter Christoph Königs "Internationales Germanistenlexikon 1800 - 1950" (hier) und eine Geschichte der römischen Kaiserzeit. (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr)
Archiv: Heute in den Feuilletons
Muss ich etwas zu sagen haben?
20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix. Mehr lesen
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen


