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Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

13.12.2003. Die taz erkennt in den protestierenden Studenten die neueste Mitte. Die SZ glaubt, dass man mit dem Kopftuchverbot an französischen Schulen nur Symptome kuriert. Die FR mokiert sich über die Aufnahme Valery Giscard d'Estaings in die Academie francaise. Die FAZ fragt: "Wie allgemein ist das individuelle Gehirn."

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SZ, 13.12.2003

Gleich zwei lange Artikel gibt es zum mit großer Heftigkeit tobenden Kopftuchstreit in Frankreich. Mit dem geplanten Verbot des Kopftuchtragens von Schülerinnen - und an öffentlichen Orten überhaupt - kuriert man Symptome, nicht die völlig ungelösten Probleme, die zugrunde liegen, meint Clemens Pornschlegel: "Die Götter sind nicht tot, die Geschlechterdifferenz ist nicht tot, der Machismus ist nicht tot, die kulturellen Unterschiede sind nicht tot, der nationalistische Rassismus ist nicht tot, die theologisch aufgeladene Politik ist nicht tot. Nur lassen sich die Töchter islamischer Migranten mit ihren Kopftücher eben kaum dafür verantwortlich machen." Und Axel Rühle berichtet von der Eröffnung des ersten muslimischen Privatgymnasiums  Frankreichs in Lille: "Es gibt etwa 9000 Privatschulen in Frankreich; die meisten davon werden von der katholischen Kirche betrieben. Tadellos. Als aber das Lycee Averroes aufmachte, war der Unmut verbreitet: Würde diese Schule nicht der Isolierung und Radikalisierung Vorschub leisten?"

Weitere Artikel: In Polen kommt der Deutschen-Hass wieder in Mode, vermeldet Thomas Urban. Anlässe sind der Irak-Krieg, die EU-Verfassung und auch das diskutierte "Zentrum für Vertreibungen". Von einer von der SPD veranstalteten Podiumsdiskussion zu letzterem berichtet Jens Bisky. Gottfried Knapp gratuliert dem Maler Antonio Tapies zum 80. Geburtstag. Eine Inszenierung des Theaterstücks "Hilda" von Marie NDiaye hat Christine Dössel in München gesehen: Keine schlechte Aufführung, schade nur, dass im Zentrum des Stücks "Durchzug herrscht". Reinhard J. Brembeck hat den Dirigenten Simon Rattle und das "Orchestra of Enlightenment" in München gehört - und zeigt sich nicht sehr begeistert. Axel Rühle bietet Eindrücke von gleich zwei Ausstellungen zum Künstler Richard Artschwager, eine in München, eine in Passau. Ulrich Raulff stellt einen Brief Sigmund Freuds an den neunjährigen Peter Paret aus dem Jahr 1933 vor und Doris Kuhn bespricht die Filmkomödie "Freaky Friday". Den Nachruf auf den Schriftsteller Günter Seuren hat Lothar Müller verfasst.

Besprochen werden unter anderem Kleists Familie Schroffenstein in der Brandenburger Ausgabe, Astrologisches zu Nostradamus und ein mieses Komponisten-Lexikon. (Mehr in der Bücherschau des Tages.)

In der SZ am Wochenende macht sich der Soziologe Wolf Lepenies Gedanken über nicht weniger als Europa, Amerika und Shakespeare: "Für Jacques Delors lag Europas Problem darin, sich immer noch in der Rolle Hamlets zu gefallen, während die Union längst einen Fortinbras nötig hatte. Amerika dagegen war selten in der Gefahr, den Hamlet spielen zu wollen." Der Regisseur Elmar Fischer ("Fremder Freund") trotzt der Welt, ganz ohne Geld: "Verdient hat niemand an dieser Produktion. Die Bezahlung war sozialistisch - jeder, egal ob Schauspieler oder Fahrer, bekam gleichviel, nämlich fast nichts. 14 Monate habe ich für 'Fremder Freund' gelebt und nichts verdient in dieser Zeit. Arm und glücklich. Eine naiv-romantische Erfahrung, die mir mein kontoführendes Geldinstitut wahrscheinlich nur selten gönnt." Bernd Graff wiederum trotzt der Technik, von der er nichts versteht und schenkt uns einen Linux-Erfahrungsbericht.

Als Vorabdruck aus einem im Frühjahr erscheinenden Band gibt es eine bisher noch nicht in deutscher Sprache veröffentlichte Geschichte von Italo Calvino: "Der letzte Kanal". Und Tobias Kniebe hat sich mit Janosch unterhalten, der das Thema wählen durfte: "Also, das Thema wäre die Grundstimmung meines Lebens, die Auflehnung gegen alles, was Macht ausübt: Anarchie."

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FR, 13.12.2003

Er hat's geschafft, nach "lächerlichem Ränkespiel", wie Martina Meister feststellt: Valery Giscard d'Estaing, Nicht-Gaullist und schriftstellerisch minder talentiert, ist Mitglied der Academie Francaise: "Die Wahl war knapp und, so seltsam das klingen mag, ein echtes Politikum in Frankreich, dem vermutlich einzigen Land, in dem man für die Unsterblichkeit kandidieren kann. Das geht so: Man schreibt einen Brief, dann wird man vorstellig bei den einzelnen Mitgliedern der Academie, was vermutlich nicht viel anders sein dürfte als 39- mal der Besuch bei einem schwerkranken, kinderlosen Großonkel, dessen Gunst man in letzter Sekunde noch gewinnen will." (Hier die Website der Academie.)

Weitere Artikel, vor allem zu Ausstellungen: Mirja Rosenau berichtet von einer Präsentation von Aufnahmen des Fotografen Thomas Ruff in Hannover, die Bilder kopulierender Menschen und Bilder von Maschinen in anzüglicher Nachbarschaft zeigt: "Wer zuerst im Raum mit den unscharf kopulierenden Paaren war und nun hier auf den kleinen Schildern zu gigantischen, treffsicher in Löcher und Gewinde schraubenden Bohrstangen 'Vor', 'Zurück', 'Ruhelage' und 'Anschlag' liest, für den haben die Maschinen ihre mechanische Unschuld verloren."

In Marbach wird an die Schriftstellerin Isolde Kurz erinnert, eine "vergessene Berühmtheit, deren Exhumierung erst einmal begründet werden müsste", wie Hannelore Schlaffer meint. Diese Begründung leistet die Ausstellung wohl nicht, und auch die Eröffnungsrednerin Sibylle Lewitscharoff hat mit sehr kritischen Worten zu Kurz den Machern die Leviten gelesen. Und zu guter Letzt hat sich Christina Heinen eine Ausstellung in Bochum (Website) angesehen, die die Folgen des Bilderverbots in den Bildern jüdischer Künstler untersucht.  

Außerdem: In ihrer Zimt-Kolumne macht sich Renee Zucker Gedanken über den unbefangenen Umgang mit Kannibalen. Zwei Nachrufe, zum einen auf den Wagnersänger Hans Hotter: "Unangefochten beschritt Hotter den Weg zum dramaturgisch glaubwürdigen Musiktheater." Zum anderen auf den Schriftsteller Günter Seuren.

Die frohsten Botschaften gibt's wie stets in den Kurzmeldungen: Bunte-TV wird eingestellt und der Landtag in NRW hat, von der Not des Festivals gedrungen, beschlossen, dass die RuhrTriennale mehr Geld bekommt.

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TAZ, 13.12.2003

Jan-Hendrik Wulf erkennt in den protestierenden Studenten die neueste Mitte: "Der moderate Tonfall der Protestierenden ist dafür nur ein Anzeichen. Denn in einer Rochade haben inzwischen auch die politischen Argumentationsmuster zwischen Studierenden und Regierenden gewechselt. Umstandslos haben die streikenden Studenten eine Strategie der großen Parteien nachvollzogen und für ihren Protest die Position der gesellschaftlichen Mitte vereinnahmt. Wie sich in Meinungsumfragen zeigt, offenbar mit Erfolg." In der tazzwei vergleicht Christian Semler die jüngsten Proteste mit eigenen Erfahrungen aus den 60ern. Und Jan-Hendrik Wulf darf noch mal ran und ergänzt, dass der Protest in Zeiten der Kohl-Ära auch anders aussah als heute.

Weitere Artikel: Eher müde glossiert wird Valery Giscard d'Estaings Aufnahme in die Academie Francaise. Kalt ist es und dunkel im zum Ausstellungsraum umfunktionierten Berliner Postbahnhof: der Besuch der Ausstellung zeitgenössischer Kunst mit dem hübsch prätentiösen Titel "Lautloses Irren, ways of worldmaking, too ?" lohnt sich dennoch, findet Pamela Jahn. (Website) Manfred Hermes bespricht den Film "Yossi & Jager" über ein schwules Paar in der israelischen Armee.

Besprochen werden unter anderem eine Anthologie junger chinesischer Literatur, Geplauder von Julian Barnes, eine Patricia-Highsmith-Biografie und ein Bildband über Pinguine. (Das alles und noch viel mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr.)

Für das tazmag war Reinhard Krause in Worpswede und hat sich die Otto-Meier-Retrospektive angesehen - Meier, erfahren wir, gehört zu den "Top Five der deutschen Studiokeramik des 20. Jahrhunderts". Im Dossier berichtet Heide Oestreich von einem Sorgerechtsprozess. Angelika Friedl klärt auf über Placebo-Effekte.

Und Tom.

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NZZ, 13.12.2003

Im Aufmacher von Literatur und Kunst feiert Martin Meyer die Gustav-Mahler-Biografie von Jens Malte Fischer und stellt fest: "Gustav Mahler war kein glücklicher Mensch, weder in der Kindheit noch als Zelebrität; weder beim Komponieren noch in den Armen der Damen. Was zu erreichen war, wurde dem Leben förmlich abgepresst."

Ein kleiner Schwerpunkt ist dem vor zweihundert Jahren gestorbenen Herder gewidmet: Luca di Blasi erklärt, wie Herder die "authentische Stimme der Menschheit" suchte und den Nationalismus fand. Marion Heinz und Jochen Johannsen fragen nach der Aktualität seiner Humanitätsphilosophie. "Propheten sind immer solche, die Wissen und Angst miteinander verbinden. Das macht ihre Autorität aus", schreibt Wilhelm Schmidt-Biggemann zu Nostradamus, der vor fünfhundert Jahren geboren wurde. Robert Jütte erzählt die Krankengeschichte des Moses Mendelssohn, der offenbar einem Nervenleiden unterworfen war. Martino Stierli untersucht die Bedeutung des Architekten und Theoretikers Robert Venturi für die Postmoderne.

Im Feuilleton glossiert Joachim Güntner eine Meldung, nach der in Berlin die öffentlichen Abfallkörbe ihre Benutzung nun mit einem "Dankeschön" vergelten sollen: "Nun also probiert man es auf die höfliche Tour." Heinz Hug schreibt zum Tod des aus der Elfenbeinküste stammenden Schriftstellers Ahmadou Kourouma (mehr hier).

Besprochen werden eine Ausstellung zu den Anfängen der Pittura metafisica in Rom, eine Aufführung von Berlioz' "La Damnation de Faust" in der Tonhalle Zürich und Bücher, darunter Gedichte des argentinischen Schriftstellers Juan Gelman (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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FAZ, 13.12.2003

"Wie allgemein ist das individuelle Gehirn?" Und "wie lässt sich feststellen, ob Neuron B, das nach Neuron A feuert, kausal von Neuron A abhängt?" Und wonach suchen wir überhaupt? Fragen über Fragen, bei deren Beantwortung nach Meinung des Mathematikers Reinhard Olivier sein Fach behilflich sein könnte, falls die Hirnforscher selbst nicht weiter kommen. Gerhard Stadelmaier feiert Jutta Lampe, die jetzt auch schon sechzig wird und die "das Damenmädchenhafte mit einem hinreißen dosierten Überschuss Kobold oder Elfe zum flammend roten Haar trägt wie einen unsichtbaren Schleier". Barbara Catour gratuliert dem katalanischen Maler Antoni Tapies zum Achtzigsten. Und Heinrich Wefing beghet den Neunzigsten von Thomas Manns Privatsekretär Konrad Kellen (mehr hier). In der Randglosse würdigt Christian Geyer den großen Kunstraub von Kopenhagen. Ingeborg Harms blättert durch deutsche Zeitschriften, die deutsche Institutionen durchleuchten. Andreas Rossmann wirft noch einen Blick auf das Bonner Konrad-Adenauer-Haus, bevor es gesprengt wird. Timo John bewundert ein Vertriebs- und Servicezentrum, das das Berliner Architekturbüro Leibinger Barkow an der A81 in Ditzingen gebaut hat.

In den Resten von Bildern und Zeiten erzählt Julia Voss, wie der "freundliche Lehnstuhlanarchist" Charles Darwin die Unordnung entdeckte. Julia Spinola holt den "Nussknacker" aus dem Weihnachtsprogramm und siedelt ihn auf dem Gipfel von Tschaikowskys Können an.

Auf der Medienseite widerspricht Gualtiero Zambonini der Behauptung, die Türken in Deutschland würden die ARD nicht schätzen. Schallplatten und Phono widmet sich neuen Alben des britischen Rapper Dizzee Rascal, Kaizers Orchestra, Death Cab For Cutie und einer "famosen" neuen Einspielung von Scarlattis "Griselda".

Besprochen werden Rickie Lee Jones' Konzert in Hamburg, bei dem der Blues eher ausgelöffelt, als ausgelebt wurde, die Ausstellung "Spuren - Sledy" im Bonner Haus der Geschichte und Ben Verbongs Film "Sams in Gefahr".

Und Bücher: Gustav Meyrinks "Golem" als Hörbuch, Rudolf Borchardts "Anabasis" und Thomas Manns "Lotte in Weimar" in der kommentierten Frankfurter Ausgabe (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

In der Frankfurter Anthologie stellt Wolfgang Schneider Hölderlins Gedicht "Die Kürze" vor:

"Warum bist du so kurz? Liebst du, wie vormals, denn
Nun nicht mehr den Gesang? Fandst du, als Jüngling, doch,
In den Tagen der Hoffnung
Wenn du sangest, das Ende nie!"

Wie mein Glück, ist mein Lied. - Willst du im Abendrot
Froh dich baden? Hinweg ists! und die Erd ist kalt 
Und der Vogel der Nacht schwirrt  
Unbequem vor das Auge dir.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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