Bücherschau der Woche
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- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.12.2003. In der FAZ singt Andrzej Stasiuk ein Hohelied auf die Welt jenseits des siebzehnten Grads östlicher Länge. In der Welt erklärt George Soros, wo und warum er sein Geld sinnvoll ausgibt. Im Tagesspiegel behauptet Leon de Winter, dass die arabische Welt unter arabischen Problemen leidet. Die NZZ versucht noch einmal zu klären, was Pop ist.
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2003
Andrzej Stasiuk, der Autor, der hundert Arten kennt, den Schnee zu beschreiben, und dem man darum alle Ostalgie verzeiht, singt mal wieder ein Hohelied auf jene Region irgendwo bei Ukraine und Slowakei, wo Europa anfängt, sich selbst ade zu sagen. "Das ist eine Sache von Instinkt und Geschmack, das hat man im Blut - so wie die Neigung zu ungesunden, doch erregenden Genüssen. Ich habe einfach eine Schwäche für alles, was rechts vom siebzehnten Grad östlicher Länge liegt. Ich mag das, diese nonchalante Lässigkeit der Materie, die für die Mühen des Intellekts und Geistes nur ein sardonisches Lächeln übrig hat; ich mag es, wenn etwas sich nicht allzusehr anstrengt, weil ihm gar nicht soviel daran liegt; ich mag, wenn etwas zurückbleibt, um Zeit zur Besinnung zu finden, die nicht unbedingt von einer Schlussfolgerung bekränzt sein muss." So geht's die ganze Zeit weiter - er kann halt schreiben.
Weitere Artikel: Jürgen Kaube mokiert sich in der Glosse über ein in Zürich angebotenes Theaterintendantenstudium zu 38.000 Franken Gebühren in Zeiten der Theaterschließungen. Ilona Lehnart fragt sich, was eine deutsche Stadt wohl bieten muss, um im Jahre 2010 zu Kulturhauptstadt erkoren zu werden. Gerhard Rohde schreibt zum Tod des großen Wagner-Sängers Hans Hotter. Uwe Walter sieht Thukydides in der Präambel zu Giscard d'Estaings europäischem Verfassungsentwurf (hier als pdf) falsch zitiert. Matthias Rüb war dabei, als in Washington in Gegenwart von Präsident Bush ein irakisches und ein Washingtoner Sinfonieorchester gemeinsam aufspielten. Paul Ingendaay lobt die Entscheidung, den Cervantes-Preis an den chilenischen Lyriker Gonzalo Rojas zu vergeben.
Auf der letzten Seite schreibt Stephan Kuß über das Politikberatungsagenturunwesen in der deutschen Hauptstadt. Peter Rawert analysiert ein höchstrichterliches Urteil, das Spenden und Schenkungen erbsteuerrechtlich gleichsetzt. Und Richard Kämmerlings stellt den Verlagsmann Georg Rieppel vor, der von Beck zu Suhrkamp geht, um Günter Bergs vakante Stelle zu besetzen.
Auf der Medienseite schildert Tobias Piller Turbulenzen beim italienischen Staatssender Rai. Während Erna Lackner Stillstand beim ORF beklagt.
Besprochen werden eine Georgia-O'Keeffe-Ausstellung in Zürich, Moritz Rinkes "Optimisten" am Freiburger Theater, neue Choreografien von Merce Cunningham in Paris und Elmar Fischers Spielfilmdebüt "Fremder Freund".
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Die Welt, 12.12.2003
Unter der ansprechenden Überschrift "Kann denn Spenden Sünde sein?" erklärt George Soros (mehr), warum er im amerikanischen Wahlkampf "zehn Millionen Dollar für America Coming Together (ACT), eine Basisorganisation für höhere Wahlbeteiligung, bereitgestellt" hat und "2,5 Millionen für den MoveOn.org-Wählerfonds, eine Internet-Werbegruppe, die in Anzeigen die Verfehlungen der Regierung herausstreicht". In den Vereinigten Staaten wurde er dafür hart kritisiert. Im Prinzip ist Soros für eine Reform der Wahlkampffinanzierung in den USA, aber "während die Debatte weitergeht, helfen meine Spenden sicherzustellen, dass die Geldzuwendungen derer, die Bushs Wiederwahl wollen, den Wahlvorgang nicht dominieren".
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Der Tagesspiegel, 12.12.2003
Die Araber, meint Leon de Winter (mehr) im Interview, sollten endlich zugeben, dass ihre Probleme selbstgemacht sind. "Es gibt zwei eindrucksvolle Rapporte von arabischen Intellektuellen und Wissenschaftlern für die Vereinten Nationen. Darin wird darauf verwiesen, dass die Probleme wirklich arabische Probleme sind. Was fehlt uns, wird dort gefragt. Hat das mit unserer Religion zu tun, mit unserem Stellenwert in der Welt? Natürlich. Aber lieber sucht man andere Erklärungen. Denn es ist einfacher und befriedigt die Emotionen mehr, wenn man sagt, das sind Verschwörungen, der Reichtum ist uns gestohlen worden, das sind der Westen und die Juden gewesen! Diese Art, Probleme zu erklären, ist ein schrecklicher Fehler der arabischen Welt."
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Frankfurter Rundschau, 12.12.2003
"Müsste der Theaterliebhaber eines Tages seine Lieblingszelte abbrechen und umziehen, wobei ihm nichts anderes als eine einsame Insel bei der Ankunft bliebe, er nähme neben dem Londoner Globe, der Mailänder Scala und dem Bochumer Schauspielhaus nur wenig mehr in seinem Theatergepäck mit - aber ganz bestimmt auch das Fenice." Christian Thomas freut sich, wie unschwer zu erkennen ist, ganz außerordentlich über den Wiederaufbau des Gran Teatro La Fenice, der dreimal abgebrannten und jetzt wiederhergestellten Oper von Venedig.
Weitere Artikel: Daniel Kothenschulte ist entsetzt über die Urteilsbegründung im Aachener Prozess gegen zwei Kindermörder. Richter Gerd Nohl hatte erklärt, etwas Schlimmeres als den Tod erwarte die Täter, die als Kindermörder und Kinderschänder im Gefängnis auf der untersten Stufe stünden. "Was Nohl höchst richterlich konstatiert, ist nichts anderes als eine Form institutionalisierter Folter." Peter Fuchs stellt systemtheoretische Überlegungen zur Reform der sozialen Sicherungssysteme an. Gerhard Midding schreibt zum 100. Geburtstag des japanischen Filmemachers Yasujiro Ozu ("die Kamera befindet sich stets drei Fuß über dem Boden, in Augenhöhe eines Sitzenden"). Robert Kaltenbrunner macht sich Gedanken über die "schrumpfende Stadt", ein Thema, das heute im Bauhaus Dessau diskutiert wird (mehr hier). In Times Mager kann sich Sylvia Staudte nur halb darüber freuen, dass die Stadt Frankfurt ihrem Ballettchef William Forsythe "nun doch noch ein Angebot unterbreitet hat": für die großen abendfüllenden Forsythe-Ballette wird es nicht ausreichen. Eine kurze Meldung informiert uns, dass der Suhrkamp Verlag einen Nachfolger für Günter Berg gefunden hat: Georg Rieppel, der 15 Jahre Mitarbeiter beim Beck Verlag war. Er soll bei Suhrkamp für Marketing, Vertrieb und Werbung zuständig sein.
Besprochen wird eine Installation von Thomas Hirschhorn in der Frankfurter Schirn, die Ausstellung "Artconstitution" (mehr hier) im Moskauer Museum für zeitgenössische Kunst ("Über 100 Künstler haben die 137 Artikel der Konstitution dechiffriert und mit Ironie, Humor und Kritik eine erste 'illustrierte Ausgabe der russischen Verfassung' geschaffen") und Bücher, darunter Alexandre Jolliens "Die Kunst, Mensch zu sein" und "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski und Eve Chiapello (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2003
Die "Cyberspace-Romantik" ist verpufft, die "hochfliegenden Phantasien" über ein unabhängiges World Wide Web sind auf dem Boden der Wirklichkeit gelandet, schreiben Dieter Ruloff und Marc Holitscher, denn die "Realitäten der Kontrolle und der internationalen Machtpolitik" durften ihren Einstand feiern. "Schuld am Verlust der Unschuld", versichern die beiden, sei wie so oft kein geringerer als der Erfolg, "im Falle des Internets mit einer geradezu paradigmatischen Kette von Konsequenzen: Die Attraktivität der neuen Kulturtechnik ruft den Kommerz auf den Plan, was den Erfolg potenziert und zu Knappheit führt und damit zum Konflikt. Dieser wiederum sorgt für Regelungsbedarf und bringt die Politik ins Spiel. Da die Problemlage grenzüberschreitend ist, wird die Sache zum Thema internationaler Beziehungen, wo auch im 21. Jahrhundert die Regeln der Machtpolitik das Geschehen bestimmen."
Weitere Artikel: Wolfgang Lange liefert einen Zwischenbericht zur "deutschen Phänomen" der Popliteratur und versichert: "Der 11. September und die Liquidierung der New-Economy-Blase an den Börsen sind lange kein Grund, die Totenglocken zu läuten. Pop ist und bleibt der Stil der Jetztzeit." Der aktuell noch beim Beck Verlag beschäftigte Georg Rieppel wird Nachfolger von Günter Berg in der Geschäftsleitung des Suhrkamp Verlags, meldet Joachim Güntner. Kurt Malisch schreibt einen Nachruf auf den Bariton Hans Hotter. Auf der Filmseite stellt Christoph Egger mit "The Twilight Samurai" von Yoji Yamada einen etwas anderen Samuraifilm vor, und Harry Tomicek schreibt zum hundertsten Geburtstag des Filmemachers Yasujiro Ozus (mehr hier). Besprochen wird noch die Ernst Ludwig Kirchner Ausstellung "Bergleben. Die frühen Davoser Jahre 1917-1926" im Kunstmuseum Basel.
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Die Tageszeitung, 12.12.2003
Wie immer gibt's am Freitag Musik: "Ryan Adams, in welcher Erscheinungsform auch immer, gehört definitiv zum Coolsten, was man sich momentan auf den Plattenteller legen kann", weiß Thomas Winkler Da trifft es sich gut, dass dieser Mann unter einer "kreativen Inkontinenz" leidet, wie Winkler es nennt: Gleich drei neue Alben. "Als er von New York nach Los Angeles umzog, entstanden vor lauter Aufregung in wenigen Tagen 15 Lieder über die neue Heimat. In Kneipen sitzt er an der Bar und dichtet auf Papierservietten. Hat er mal zwei Tage nichts zu tun, mietet er sich für 1.200 Dollar in ein Studio ein, zahlt mit der Kreditkarte und kommt mit einem Album wieder raus."
Weiteres: Henning Kober stellt das Debüt-Album des New Yorker Society-DJ Mark Ronson vor. Der Kasseler Gedenk-Künstler Horst Hoheisel sagt Rolf Lautenschläger seine Meinung zu den Plänen für die New Yorker Gedenkstätte von ground zero: "Die Jury wollte eine Heldengedenkstätte, und sie hat sich für Entwürfe einer staatlichen Heldengedenkstätte entschieden."
Und schließlich TOM.
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Süddeutsche Zeitung, 12.12.2003
"Verplappert? Unvorsichtig gewesen? Falsch interpretiert?" Thomas Steinfeld würdigt die Ironie, dass ausgerechnet Rolf Breuer und Jürgen Schrempp derartig über läppische Interviews stolpern. "tost" erzählt die Geschichte eines großen Kunstraubs in Kopenhagen: Jahrzehntelang waren Hunderte von Raritäten aus der Königlichen Bibliothek verschwunden. Nun wurden sie bei der Witwe eines früheren, natürlich ganz unscheinbaren Mitarbeiters gefunden. Der Experte für altindische Schriften hatte Tag für Tag, Woche für Woche die eine oder andere Kostbarkeit mitgehen lassen. "skoh" berichtet dagegen von der anhaltenden Schwindssucht in der Barnes Foundation in Philadelphia. Henning Klüver hat einer europäischen Lehrstunde des Staatsrechtlers und Diplomaten Giuliano Amato gelauscht.
C. Bernd Sucher lässt uns wissen, was sich eigentlich nach den Streiks in der französischen Kulturszene bewegt hat: so gut wie nichts. "Kommt nach Florida-Rolf nun Kindergeld-Klaus?", fragt Ralf Hertel nach einer Spiegel-Geschichte über angeblich abgezockte Kindergeld-Milliarden. Christine Brinck berichtet vom New Yorker Fiddlefest in der Carnegie Hall, das der Musikerziehung dienen soll. Fritz Göttler erinnert an den Filmemacher Yasujiro Ozu, der heute vor hundert Jahren geboren wurde. Wolfgang Schreiber schreibt zum Tod des Heldenbaritons Hans Hotter. Und Helmut Schödel kennt das Theaterprogramm und den neuen Werbeslogan der Wiener Festwochen: "Ohne Wiener Festwochen wär's so schön."
Besprochen werden eine Ausstellung in Wien zum hundertsten Geburtstag der Wiener Werkstätten im MAK (die nach dem "Schwulst des späten Historismus" und dem "Wuchern des Jugendstils" immerhin, wie Gottfried Knapp konzediert, in der Formengeschichte der Moderne ein paar Monate lang die Vorhut bildeten), Moritz Rinkes Stück "Die Optimisten" am Theater Freiburg, Dietrich Hilsdorfs Operetten-Debüt mit Lehars "Lustiger Witwe" in Essen, der Film "Sams in Gefahr" und Bücher, darunter Hartmut Leppins Studie "Theodosius der Große", Emanuel Eckardts Porträt von Herbert List Bernhard Fischers Findebuch, Standardwerk und Schmöker: die Bibliographie des Cotta Verlags (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Gruß über den Gartenzaun
25.05.2013. In der FAZ erneuert Giorgio Agamben seine Kritik an der politischen Führung der EU. Hans Christoph Buch fordert Daniel Cohn-Bendit in der FR zum europäischen Dornröschenkuss auf. Die SZ fordert von den Grünen die Aufarbeitung ihrer Pädophilen-philen Wurzeln. Die Welt bringt ein einmütiges Pro und Contra zu Joseph Beuys. Die NZZ gratuliert dem Antidemokraten Henry Kissinger zum Neunzigsten. Die taz ist ernüchtert vom postrevolutionären Ägypten. Ansonsten herrscht allgemeine Zufriedenheit mit dem Programm von Cannes und Vorfreude auf den Fußballgipfel von Wembley. Mehr lesen
Spiele zuerst einmal drei Akkorde
24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen
Darling flüstert die Amsel
23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen








