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Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

04.12.2003. lindenstraße, neue folge: Die Feuilletons kommentieren heute natürlich alle den Rücktritt des Suhrkamp-Stiftungsrats. Der Hanser-Verleger Michael Krüger erfreut sich dagegen bester Vitalität, wie er selbst in der Zeit mitteilt. In der SZ erzählt Stewart O'Nan, wie George Bush einmal die Stahlarbeiterstadt Pittsburgh besuchte. Alle verabschieden den großen Will Quadflieg.

Zeit | SZ | FR | NZZ | TAZ | FAZ

Zeit, 04.12.2003

An sich sind wir keine Anhänger der Gattung der Geburtstagshommagen, schon gar nicht zum Sechzigsten, aber diesen auf den Literaturseiten versteckten Artikel müssen wir empfehlen: "Als ich den Verleger des Hanser Verlags Michael Krüger besuchte", heißt die Unterzeile. Autor: Michael Krüger. Virtuos mokiert er sich über sich selbst und jene kulturkritischen Klagen, die uns auch diese Woche aus der Zeit entgegenschwellen (Das Fernsehen! Die Kultur! Der Niedergang! Reinhold Beckmann! Bei Sandra Maischberger!). Unsere Lieblingspassage: "Mein Vater war bei der Post, sagt der Verleger mit ernster Miene, zu einer Zeit als man noch Briefe schrieb. Während er redet, stellt er den Laptop an, auf dessen Schirm in langen Reihen die Absatzeichen auftauchen. Gott sei dank, murmelt er zufrieden vor sich hin, die deutsche Literaturkritik zeigt Wirkung." Leute, die diesen Autor mögen, haben auch diesen Autor gelesen.

Weitere Artikel: Aufmacher des Feuilletons ist ein Essay von Thomas E. Schmidt: "Leiser Abschied vom Staat". In der Leitglosse klagt Thomas Assheuer in über das Ende des Kulturradios in Deutschland (und zitiert einen ARD-Intendanten: "Das Wort darf nicht zum Hinhören zwingen."). Thomas Groß porträtiert doch recht distanziert die Sängerin Alicia Keys als "singendes Individuum, das nur zufällig ins Showgewerbe geraten ist" und außerdem an Gott glaubt und gut aussieht. Hanno Rauterberg stellt den Leiter den nächsten Documenta vor, Roger M. Bürgel, von dessen Existenz sowohl Rauterberg als auch wir bisher nichts ahnten. Petra Reski schreibt zu Wiedereröffnung der abgebrannten La Fenice in Venedig. Peter Kümmel ist nicht so begeistert von John Cassavetes' wieder laufendem Film "Opening Night" wie Andreas Kilb gestern in der FAZ. Michael Naumann macht sich auf drei Fünfteln einer Zeit-Seite Gedanken über die Karriere des Begriffs "Bildung" seit dem Mittelalter. Renate Klett stellt die Theatergruppe "Nico and the Navigators" vor.

Auf der Literaturseite bespricht Karl Otto Conrady (der Herausgeber der berühmten Lyrik-Anthologie "Der Conrady") das viel umstrittene Germanistenlexikon, das es wagte, auf heute unfreiwillige Karriereschritte aus grauer Vorzeit hinzuweisen. Und auch Iris Radisch klagt über die "Grundauftragsvergessenheit" der öffentlich-rechtlichen Sender.

Hinzuweisen ist auch auf das Dossier, in dem Thomas Fischermann über den Kampf der Hacker gegen die Polizei und umgekehrt berichtet, auf den Aufmacher der Wirschaftsseite, in dem Helmut Schmidt über den Verfall der Moral in den oberen Etagen der deutschen Wirtschaft klagt, und auf einen Essay des irakischen Autors Najem Wali: "Wer den Abzug der Amerikaner fordert, hilft nicht dem irakischen Volk, sondern seinen schlimmsten Feinden."

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SZ, 04.12.2003

Lothar Müller sieht in Folge des Rücktritts des Suhrkamp-Stiftungsrats und des damit verbundenen Abschieds des Verlages "aus der Ära seiner symbolischen Überhöhung" an die Stelle der 'Suhrkamp-Kultur' die 'Suhrkamp-Fiction' treten, "als Homestory aus der Frankfurter Lindenstraße, im ironischen Farce- und Comedyformat".

Stewart O'Nan (mehr hier) schreibt über einen Besuch George W. Bushs in der Stahlarbeiterstadt Pittsburgh (wo O'Nan geboren wurde), der so konspirativ wie dessen Bagdad-Besuch abgelaufen ist, obwohl er nur an einem Fundraisig-Essen zu Wahlkampfzwecken teilgenommem hat ("Gedeck für zweitausend Dollar." ) "Die Arbeiter von Pittsburgh sind in ihrer Mehrheit Demokraten, und wenn sie bei der vergangenen Wahl trotzdem für George Bush gestimmt haben, dann weil er versprochen hatte, den einheimischen Markt für amerikanischen Stahl mit hohen Zöllen zu schützen. Jetzt aber hat der Präsident der Forderung der Welthandelsorganisation zugestimmt, die Zölle vor dem letzten Termin im März 2005 zu senken. Die Arbeiter sehen sich verraten, und sie glauben, dass dieser Betrug vor allem offenbart, wie groß der Abgrund zwischen der herrschenden Elite und den Arbeitern geworden ist."

Weitere Themen: Ioma Mangold begrüßt die Veröffentlichung der EU-Studie über Antisemitismus in der EU (nachzulesen hier), da ihre Nicht-Veröffentlichung auf viel dräuendere Weise jene Stimmung aus Mutmaßungen, Verdächtigungen und Ressentiments geschaffen hätte, die sie eigentlich vermeiden wollte. Außerdem war Müller auf einem Tschetschenien-Abend im Berliner Martin-Gropius-Bau. Susan Vahabzadeh berichtet über die Schlammschlacht in Entenhausen: Roy Disney gegen Michael Eisner. Stefan Koldehoff freut sich, dass Roger-Martin Buergel Leiter der nächsten Documenta in Kassel wird (und hier freut sich Buergel selbst). Jens Bisky ärgert sich, dass die Unterzeichnung des Hauptstadt-Kulturvertrag vom Berliner Senat hintertrieben wurde.

Fritz Göttler erinnert an den Krimi-Autor Cornell Woolrich, der heute hundert Jahre alt geworden wäre. Alexander Kissler findet die Liturgiereform nach vierzig Jahren umstrittener denn je. "Auch die Callas ist berühmt geworden wegen und trotz des Bruchs in ihrem Gesang", schreibt schließlich Thomas Thieringer zum Tod des Schauspielers Will Quadflieg, "Eine Stimme des Wohllauts, mit einem charaktervollen Knarzen... Er hätte immer Offiziere spielen können mit diesen Tönen der preußischen Entschiedenheit, die er allerdings für gewöhnlich milderte durch eine freundlichere Sprach-Melodie, wie sie unter den Leuten im Ruhrpott üblich ist."

Außerdem wird mit einem kleinen Textstrauß des siebzigsten Todestags von Stefan George gedacht: Ernst Osterkamp beleuchtet wahnhaften Weltverlust und letzte Einfachheit in Georges Spätwerk. Ulrich Raulff hat Nachrichten von einem Treffen zwischen George und Friedrich Gundolf, das nicht stattgefunden haben sollte. Jens Malte Fischer schreibt über George und München.

Besprochen werden: Clark Johnsons Film "S.W.A.T." (hier ein Interview mit S.W.A.T.-Sternenkrieger Samuel L. Jackson und hier geht es zur homepage des Films), Marco Bechis Film über die argentinische Militärjunta "Garage Olimpo", Dieter Giesings Inszenierung von Jon Fosses Drama 'Schönes' am Schauspiehaus Bochum; ein Konzert mit geistlicher Musik des spanischen Komponisten Francisco Guerrero in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche und die Neueinstudierung des Ballettklassikers "Dornröschen" am Münchner Nationaltheater durch Ballettchef Ivan Liska.

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FR, 04.12.2003

Ina Hartwig findet das Misstrauen, das der zurückgetretene Suhrkamp-Stiftungsrat der neuen Verlegerin mit seinem Rücktritt ausspricht, formal wohl nicht gerechtfertigt. "Ein Debakel für den Verlag ist dieser Rücktritt auf symbolischer Ebene dennoch. Ursprünglich sollte der Rat die Wahrung der intellektuellen Kontinuität des Verlags garantieren. Und gerade auf diesem Gebiet hat der Rat der Weisen leider versagt. Hier wäre das Wort von der Verantwortung eigentlich ganz angemessen. Das einzige Mal, dass im Verlauf des letzten Jahres der Stiftungsrat von sich hat reden machen, betraf die peinliche Affäre um das Buch 'Nach dem Terror' von Ted Honderich, in dem dieser palästinensische Selbstmordattentate in einer Weise relativiert, wie es einem Haus nicht geziemt, das den Jüdischen Verlag beherbergt."

Weitere Themen: Peter Iden verabschiedet den Schauspieler Will Quadflieg. Silke Hohmann stellt Roger-Martin Buergel, den frisch gekürten Leiter der 12. "documenta" in Kassel vor. Alexander Kluy hat im Potsdamer Einstein Forum den Soziologieprofessor Heinz Bude mit Gustav Seibt über die Renaissance des Ideals vom guten Bürger reden hören. In der Kolumne Times Mager sinniert Harry Nutt über komplizierte Akkreditierungssysteme bei Popkonzerten und Veranstaltungen sowie deren Coolheitsgrade. Und Rolf Paasch erzählt, wie er Daniel Ellsberg traf, den Mann, der Richard Nixon stürzte.

Besprochen werden eine Ausstellung über den Heiligen Sebastian in der Gegenwartskunst, die in der Wiener Kunsthalle zu sehen ist, eine CD des Ensemble Modern, auf der zu seinem zehnten Todestag richtungsweisend Frank Zappas Musik interpretiert wird

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Twitterfeed der Verlage

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NZZ, 04.12.2003

Joachim Güntner kommentiert in der Printausgabe den gestern erfolgten Rücktritt des Suhrkamp-Stiftungsrats. Aus der entsprechenden Erklärung gehe hervor, dass der Stiftungsrat, der keinerlei faktische Kompetenzen besaß, "seine bloß ornamentale Rolle leid war". Hanno Helbig schreibt zum Tode des Schauspielers Will Quadling. Besprochen werden die Ausstellung "Duccio - alle origini della pittura senese" in Siena, die in Italien als "Hit des Jahres" gefeiert wird, diverse Hector Berlioz-Interpretationen, Hugo Wolfs "Liedschaffen" auf Compact Disc und selbstredend Bücher, darunter eine erhellende Studie zu Max Taut, Richard David Prechts Roman "Kosmonauten" und eine in Italien erschienene biografische Skizze Emilio Gentiles über den "bekanntesten italienischen Zeithistoriker seiner Zeit", Renzo de Felice.

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TAZ, 04.12.2003

Die EU-Studie zum Antisemitismus ist nun öffentlich (und hier nachzulesen). Im Interview mit Philipp Gessler sagt Beate Winkler, Leiterin der "Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" (EUMC), die die Studie in Auftrag gegeben hatte: "Wir haben alles dazu getan, damit es nicht zum Eklat kommt. Jetzt müssen alle Beteiligten schauen, wie sie die Situation entschärfen. Wir sollten uns nicht gegenseitig befehden, denn wir alle haben den Auftrag, gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus vorzugehen. Wir sollten die Situation auch nutzen und einen breiten gesellschaftlich-politischen Diskurs zum Thema Antisemitismus führen."

Weitere Themen: taz zwei ist unter anderem dem zehnten Todestag von Frank Zappa gewidmet, mit Texten von Vaclav Havel, Harald Fricke und Thilo Knott. Brigitte Werneburg porträtiert den neuen documenta-Chef Roger-Martin Buergel. Manfred Hermes interviewt die Filmemacherin Angelika Levi, deren Film über ihre deutsch-jüdische Familiengeschichte "Mein Leben Teil" jetzt in die Kinos kommt. Gerrit Bartels schreibt über den Erfinder der Schwarzen Serie, den Krimiautor Cornell Woolrich, der heute 100 Jahre alt geworden wäre.

Besprochen werden Clark Johnsons Film "S.W.A.T.",  Jean-Claude Brisseaus Film "Heimliche Spiele" und Lukas Moodysson Film "Lilja 4-ever", der die Geschichte einer jungen Russin erzählt, die zur Prostitution gezwungen wird.

Und vor lauter Kino hätten wir fast TOM vergessen.

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FAZ, 04.12.2003

Der Suhrkamp-Stiftungsrat ist zurückgetreten. In einer Erklärung (die der Verlag nicht auf seiner Homepage veröffentlicht) bedauert das Gremium, dass es keinen Einfluss auf zurückliegende Entwicklungen nehmen konnte und mit der neuen Führungsstruktur des Hauses einfach nur konfrontiert wurde - der Rat hatte immer den ebenfalls zurückgetretenen Verlagschef Günter Berg unterstützt, erläutert Hubert Spiegel, und kommentiert: "Ulla Berkewicz kann einen weiteren Sieg verzeichnen... Sie hat sich von der geballten Autorität der fünf Herren offenbar nicht im mindesten beeindrucken lassen, muss aber nun mit dem Makel leben, fünf bedeutende Autoren des Verlags aus einem Gremium vertrieben zu haben, in das Siegfried Unseld sie berufen hatte."

Etwas spät, erst am Nachmittag, bemerken wir, dass auch Patrick Bahners das Geschehen auf Seite 1 der Zeitung kommentierte: "Der Rücktritt läuft auf ein Misstrauensvotum gegen die Verlegerin hinaus, in deren Hände die fünf Herren die eigenen Bücher weiter legen wollen."

Weitere Artikel: Gerhard Stadelmaier würdigt Will Quadflieg ("Er machte nie viel: Er atmete eine Rolle sozusagen einfach ein und aus. Ein Sprechschauspieler. Er deklamierte Konflikte, rhythmisierte Abgründe, artikulierte Erregungen, bildete Wahn, Witz, Liebe und Tod fast allein mit den Lippen.") Niklas Maak stellt den Chef der Documenta 12 vor, Roger M. Bürgel, ehemaliger Privatsekretär von Hermann Nitsch und Autor der Kunstzeitschrift Springerin. In einer Meldung erfahren wir, dass das Bundesarchiv die von Walter Jens behauptete "unfreiwillige" (oder unbewusste?) Mitgliedschaft bei der NSDAP für unwahrscheinlich hält .Der israelische Autor David Grossmann setzt zaghafte Hoffnungen in eine israelisch-palästinensische Friedensinitiative, die in Genf tagte. Jordan Mejias resümiert eine New Yorker Tagung zu Bildern von Wissenschaft und Wissenschaftlern. Paul Ingendaay erzählt, dass Carlos Saura Bizets "Carmen" an Originalschauplätzen in Sevilla inszeniert. Joseph Hanimann berichtet von der Verleihung des Meister-Eckart-Preises an Claude Levi-Strauss in Paris. Dietmar Polaczek berichtet aus Rom über Dario Fos neueste Satire "L'anomalo bicefalo" über Berlusconi, dem die Hälfte des Hirns von Putin eingepflanzt wird.

Besprochen werden eine Ausstellung über den drastischen Karikaturisten Reiser in Paris und der Film "Lilja Forever".

Auf der letzten Seite erzählt uns Mathias Mayer die Geschichte des Säulenheiligen von den Anfängen (Simeon, im fünften Jahrhundert) bis zur Gegenwart (ein Schlingensief-Spektakel). Christian Schwägerl mokiert sich darüber, dass Renate Künast die Pflanzung genveränderter Apfelbäume verhindert, obwohl Apfelbäume nicht durch Pollenflug vermehrt werden. Und Martin Otto stellt Jakob Pilzbarth vor, einen fiktiven Kollegen Sigmund Freuds, der als Akademikerwitz durch diverse Enzyklopädien geistert.

Auf der Kinoseite freut sich Bert Rebhandl über eine überfällige Retrospektive der Filme Jean-Claude Biettes in Berlin. Hans-Jörg Rother berichtet vom Filmfest in Thessaloniki. Tilman Spreckelsen sieht sich alte Woody-Allen-Filme auf DVD an. Auf der Medienseite gratuliert Michael Seewald dem Playboy zum Fünfzigsten. Und Jürg Altwegg meldet, das Brüssel die Megafusion der Verlage Hachette und Havas stoppen will.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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