Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

03.09.2003. In der FAZ sieht Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde die Würde des Menschen zur bloßen Verfassungsnorm degradiert. In der taz trauert Lazlo F. Földeny um die deutsche Literatur: "Sprödigkeit und Schärfe sind dem Gehorsam gegenüber dem Konsens unterlegen". Die FR springt dem Jazz-Feind Adorno mit Wynton Marsalis beiseite. Und die NZZ liebt Mangos.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2003

Die langerwartete Neuinterpretation von Artikel 1 GG im renommierten Maunz/Dürig Kommentar markiert den Beginn einer neuen Epoche, stellt Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde (hier ein Plädoyer für die Geisteswissenschaften) auf eineinhalb FAZ-Seiten nicht unbesorgt fest. Im neuen Kommentar wird die Menschenwürde nun nicht mehr als das vorpositive sittliche Fundament verstanden, auf dem alles Weitere aufbaut, sondern degradiert zu einer bloßen Verfassungsnorm wie alle anderen auch. Böckenförde sieht damit alle Dämme gebrochen. "Gewiss gibt es auch einleuchtende theoretische Begründungen für diese Notwendigkeit, aber sie müssen bei den Menschen verfangen, müssen ihr Bewusstsein bestimmen, sollen davon Wirkungen ausgehen, die dem Druck auf Anpassung oder Veränderung standhalten. Fehlt oder verblasst solches Bewußtsein, bricht sich dieser Druck Bahn, und auch eine Ewigkeitsgarantie vermag das dann nicht zu verhindern." Günter Dürig hätte das genauso gesehen, glaubt Böckenförde, um am Ende durch ihn zu fragen: "Warum habt ihr das gemacht? Musste das denn sein?"

Andreas Kilb deutet das Mantel-und-Degen-Spektakel Fluch der Karibik als Selbstreflexion der an Filmpiraterie leidenden Branche. Dietmar Dath schreibt zum Tode des amerikanischen Philosophen Donald Davidson (mehr). Harald Hartung würdigt den verstorbenen Dichter Rainer Malkowski (mehr hier). Michael Althen berichtet in kurzen "Festivalfilmpassbildern" von neuen Streifen von Oliveira, Winterbottom, Coppola und Scott. Und "gey" notiert, dass das Leben Theodor Adornos weitaus mehr Interesse auf sich zieht als sein Werk.

Die letzte Seite: Auf dem Berliner Festival Tanz im August wurde Wiebke Hüster wieder einmal klar. "Nur Masochisten finden Spaß beim postmodernen Tanz." Paul Ingendaay hält das Fernbleiben Kubas von der Frankfurter Buchmesse für den letzten Beweis dafür, dass Fidel Castro so lange mit dem Kopf gegen die Wand laufen will, "bis er abfällt". Heinrich Wefing stellt uns kurz David Childs vor, den "Libeskind-Meister" und eigentlichen Wiedererbauer von Ground Zero.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Meisterwerken aus dem Nationalmuseum von Tokio in der Bundeskunsthalle Bonn, das Finale des insgesamt enttäuschenden "Rings" in Dresden, und Bücher, nämlich Felix Philipp Ingolds Lyrikband "Jeder Zeit andere Gedichte" und Hans Fischers amüsante Zunftporträts "Randfiguren der Ethnologie" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 03.09.2003

Wenn ich in Deutschland lese, werde ich ständig mit dem Problem konfrontiert, dass ich in einem Land angekommen bin, dessen früherer Kultur meine leidenschaftliche Liebe stets gegolten hat, das mir heute jedoch nicht mehr erlaubt, mich leidenschaftlich zu seiner Literatur hingezogen zu fühlen", schreibt der ungarische Schriftsteller Lazlo F. Földeny (mehr hier) in einem Beitag zum Zustand der Literatur. "Sprödigkeit und Schärfe sind dem Gehorsam gegenüber dem Konsens unterlegen, die Empfänglichkeit für die Metaphysik ist von der Zwangsvorstellung des 'Gutgeschriebenseins' verdrängt, die Vorstellung von Größe von den 'gelungenen Konstruktionen' erdrückt, und die für den literarischen Genuss unerlässliche Verwunderung vom distanzierten Verstehen abgelöst worden... Die Literatur ist Teil eines überaus gut und glatt verlaufenden, zwischen prächtigen Kulissen geführten Gesellschaftsspiels geworden."

Weitere Artikel: Dirk Knipphals befasst sich mit den Themenpaketen der großen Nachrichtenagenturen zu Adornos Hundertstem und Cristina Nord schickt ihren täglichen Venedig-Bericht heute mit Musik.

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 03.09.2003

Christian Broecking hat eine umfangreiche Recherche auf den Spuren von Adornos berühmter Verurteilung des Jazz (der "schlecht" sei, weil das Protestimage des Jazz die amerikanischen Schwarzen in die Schranken kollektiver Identität verweise) vorzuweisen. Immerhin führte im Sommer 2003 der afroamerikanische Trompeter und Komponist Wynton Marsalis eine ähnliche Argumentation wie Adorno ins Feld, zumindest in Bezug auf die Festschreibung des Jazz als Black Music, der die Schwarzen beleidige, weil er sie zur ständigen Erinnerung an ihr Sklavendasein zwinge. "Von Marsalis ... wird heute ausdrücklich ein Fortschritt schwarzer Musikentwicklung betont, der sich gerade im notierten Werkcharakter äußert. Damit wird nicht nur vorgeführt, dass die schwarzen Jazzmusiker das Stadium musikalischen Analphabetentums überwunden hätten, sondern zugleich eingeklagt, dass der gesellschaftlichen Gleichstellung der schwarzen Amerikaner mit den weißen nun auch die kulturelle zu folgen habe."

"Was hat der Schweizer noch, wenn er seine Prosperitätssymbolgiganten nicht mehr hat?" fragt Klaus-Hans Jungheinrich in der Kolumne Times Mager angesichts des Hinscheidens von Swiss Air, der Magerstufe bei Mövenpick und des Todesröchelns der Kulturzeitschrift Du. "Was hat der Schweizer noch? Natürlich, er hat die Schweizerberge. Und die Schweizergletscher? Auch die schmelzen ihm in diesem Mördersommer dahin."

Weitere Artikel: Daniel Kothenschulte schwelgt in den Filmen, die er auf der Biennale in Venedig gesehen hat. Wolfgang Detel schreibt einen Nachruf auf den amerikanischen Philosophen Donald Davidson (mehr hier). Und Johannes Wendland beobachtet das Projekt "Superumbau" in Hoyerswerda: "Sechs Tage dauert die Entkernung, bei der Türen, Fenster, Fensterrahmen, fest montiertes Küchenmobiliar und ähnliches demontiert werden. Der reine Abriss ist dann eine Kleinigkeit, für die eine knappe Woche veranschlagt wird. Wo einst in fünf Aufgängen rund 30 Mietparteien lebten, grünt schon bald eine Wiese."

Besprochen werden: Isabel Coixets Film "Mein Leben ohne mich", der "Renzo-Piano-Building-Workshop" im Kunstmuseum Louisiana bei Kopenhagen, eine Alfons-Mucha-Ausstellung in der Münchener Villa Stuck und Jacques Roubauds Roman "Fünfundfünfzigtausendfünfhundertfünfundfünfzig Bälle" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau).

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Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2003

"Wäre Eva eine Inderin gewesen, so hätte sie eine Mango und nicht einen Apfel gepflückt." B. N. Goswamy erzählt in einem Schauplatz Indien kleine Miniaturen über die Frucht des Paradieses und die Kunst des Genießens, etwa wie sie einer deutschen Freundin zu einem Besuch bei indischen Kunstsammler verholfen hat: "Ein köstliches Dinner stand bereit, und man plauderte verbindlich über allerlei. Die Stunden glitten vorüber - aber kein Bild wollte sich zeigen. Und dann, just als leise Verzweiflung meine Bekannte beschlich, fragte ihr Gastgeber unvermittelt: 'Mögen Sie Mangos?' Überrascht, aber um eine Antwort nicht verlegen, antwortete sie: 'Oh, ich liebe sie.' - 'Dann', erklärte Mr. Mittal, 'gibt es Anlass zur Hoffnung. Vielleicht gefällt Ihnen indische Malerei.' Was folgte, verschlug meiner Kollegin den Atem. Es war, als sei ein Zauberwort gesprochen worden, denn nun erschien ein flaches hölzernes Kästchen nach dem anderen, jedes randvoll mit den exquisitesten Miniaturen."

Weiteres: Christoph Egger berichtet von den Filmen, die er auf dem Lido gesehen hat. Nico Bleutge schreibt einen Nachruf auf den Lyriker Rainer Malkowski. Und wieder einmal ranken sich Streit und Gerüchte um die berühmte Portland-Vase (hier die Wedgewood-Kopie), wie George Waser zu berichten weiß: "Jetzt nämlich, in einem Artikel in der Septemberausgabe des Magazins Minerva, schreibt sie der amerikanische Gelehrte Jerome M. Eisenberg einem Künstler der Renaissance zu."

Besprochen werden Bücher, darunter Raoul Schrotts "grandioser" Roman "Tristan da Cunha" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 03.09.2003

"Wie konnte es soweit kommen?" fragt Sonja Zekri in einem Artikel, der sich mit der sinkenden Akzeptanz von Entwicklunghilfe bei den Empfängerländern befasst. "Wodurch wurde jener Rhythmus aus Geben und Nehmen gestört, der seit mehr als fünfzig Jahren so reibungslos zu funktionieren schien? Am Donnerstag, dem 20. Januar 1949, hatte der amerikanische Präsident Harry S. Truman in einer Rede vor dem Kongress erklärt: 'Wir müssen ein kühnes neues Programm auflegen, um die Wohltaten unseres wissenschaftlichen und industriellen Fortschritts für das Wachstum unterentwickelter Regionen zugänglich zu machen.' Die Idee der Entwicklungshilfe war geboren - und die 'nachholende Modernisierung' galt als ihr wertvollstes Instrument. Doch mehr als ein halbes Jahrhundert später hat sich an der Armut der Armen und dem Reichtum der Reichen nur eines geändert: Die Bedürftigen sind sich ihres Elends heute stärker bewusst. Fernseher tragen den Glanz der Telenovelas in jede Wellblechhütte der Favelas und mit ihm eine riesige Enttäuschung: Es ist eine verheerende Situation: Nach wie vor kommt unser Modell nur einer Minderheit zugute', sagt Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, 'wir wissen, dass daraus eine Glaubwürdigkeitslücke entsteht'.

Weitere Artikel: Jörg Häntzschel beschreibt, wie Sammler, Steuerzahler und Museen im Westen die Zerstörung der antiken Welt finanzieren. Albert von Schirnding verabschiedet den Dichter Rainer Malkowski. Susan Vahabzadeh schickt einen aktuellen (Wetter)Bericht aus Venedig. Ira Mazzoni befürchtet, dass der "Goldschatz der Baktrier" durch seine Wiederentdeckung in Kabul gefährdet ist. Christian Seidl war auf dem Terremoto-Festival im nordrheinwestfälischen Weeze, das die Nachfolge-Veranstaltung des traditionsreichen Kölner "Bizarre"-Festivals ist. Reinhard J. Brembeck hofft, dass der Dirigent Christian Thielemann nicht antisemitisch aus der Rolle gefallen ist. "aber" sinniert über die Frage, wie es kommt, dass plötzlich ein bestimmter Platz in der Stadt zum Treffpunkt einer Gruppe von Pennern wird.

Im Übrigen wird gemeldet, dass nachdem Deutschland offiziell nicht an der internationalen Buchmesse in Havanna teilnehmen wird, nun umgekehrt Kuba angekündigt hat, seinerseits der Frankfurter Buchmesse fernzubleiben.

Besprochen werden Gore Verbinski gefeierter Piratenfilm "Fluch der Karibik" (hier die offizielle Website), die grosse Adorno-Ausstellung "Denken im zwanzigsten Jahrhundert" im Zürcher Literaturmuseum Strauhof, Esa-Pekka Salonens erstes Baltic-Sea-Musikfestival und Bücher, darunter Nicolaus Sombarts "Journal intime" ("Ein einzigartiges Buch. Voller Klatsch, voller Intimität, voller Verblasenheit")  und Karen Joistens "Philosophie der Heimat" (mehr ab 14 Uhr in der Bücherschau des Tages.)

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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