Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

29.07.2003. Die FAZ rächt sich an Klaus Harpprecht. In der FR klärt Peter Fuchs Blair und Bush über ihren Dilettantismus auf. Die SZ stöhnt: Jetzt statten die Amerikaner sogar schon die Videospiele mit nicht letalen Waffen aus. Die taz sah einem norwegischen DJ zu, bei dem die Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen. Die NZZ untersucht das Verhältnis der Österreicher zu ihrer jüdischen Gemeinde.

Süddeutsche Zeitung, 29.07.2003

Die USA machen sich ernsthaft Sorgen über den Antiamerikanismus, berichtet Andrian Kreye. "Es ist keineswegs so, dass sich die USA mental auf eine Position des Isolationismus und der unilateralen Politik zurückgezogen hätten, von der sie sich um den Rest der Welt nicht weiter scheren. An der amerikanischen Ostküste vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendeine Konferenz stattfindet, die Motiv und Wesen des Antiamerikanismus untersucht." Meist gehe es dann um die Frage "Warum hassen sie uns so". Erwähnenswert auch Ann Coulters  Bestseller "Treasons", in dem europäische Außenpolitik, islamischen Fundamentalismus und inneramerikanische Kapitalismuskritik unter den Schlagworten "Antiamerikanismus" subsumiert werden und in dem sich laut Kreye der bemerkenswerte Gedanke findet: "Liberale haben die widernatürlich Gabe, sich auf die Seite des Hochverrats zu schlagen."


Eine Gruselgeschichte erzählt auch Olaf Arndt (mehr hier) aus den USA: Dort arbeiten Militär und Entertainment gemeinsam daran, den neuesten Technologien für den Kampf gegen den Terrorismus zu mehr Akzeptanz zu verhelfen: mithilfe des Gameboys, dessen Helden künftig mit so genannten nicht-letalen Waffen ausgestattet werden sollen. "John B. Alexander (mehr hier), der Mann, dessen Wissen hinter dem wohl größten Gemeinschaftprojekt von Militär und Entertainment steht, ist der Leitstern einer neuen militärischen Kultur. Seine Interessen klingen wie ein Alptraum jedes Bürgerrechtlers: Der 66-jährige ehemalige Hilfssheriff aus Dade County, Florida, und Oberst im Ruhestand ist der Botschafter einer Hightech-Ausrüstung für Polizei und Bodentruppen, die Aufrührer durch Schlaf, Schmerz, Blindheit, Lähmung, Erbrechen oder spontane Defäkation außer Gefecht setzt. Dieser Mann wird künftig Szenarien für die Entwicklung 'nicht-tödlicher Waffen' liefern, die als Plot für Comics, Featurefilme und die Entwicklung von Spielhandlungen in tragbaren Konsolen, PDAs und Mobiltelefonen genutzt werden können."

Weitere Artikel: Lothar Müller wirft einen Blick auf die Brand-Schäden im Hamburger Bahnhof und in die entsetzten Gesichter der Mitarbeiter. Willi Winkler hat sich beim Frank-Zappa-Konzert in Bad Doberan vergnügt, "der besten Gedenkfeier, die sich ein intelligenter Musiker nur wünschen kann". Wolfgang Jean Stock meldet, dass das berühmte Parkhotel von Hall in Tirol rekonstruiert, markant erweitert und wieder eröffnet ist. Fritz Göttler verabschiedet sich von der Komikerlegende Bob Hope, im "Testbild" nimmt er neueren Fahndungsplakate unter die Lupe.

Auf der Medienseite urteilt Hans Leyendecker über die gegen den Waffenexperten David Kelly geführte Treibjagd: "Derart ist eine saubere Quelle noch nie beschmutzt worden".

Besprochen werden Stefan Herheims Inszenierung der "Entführung aus dem Serail" bei den Salzburger Festspielen, Susan Sontags "lebertranige" Ibsenbearbeitung der "Frau am Meer", die Monika Gintersdorfer ebenfalls in Salzburg auf die Bühne gebracht hat, und Bücher, darunter Renate Bergers Biografie "Rudolfo Valentino", Elias Canetti postum erschienenes Buch "Über den Tod" und Navid Kermanis Berichte von Städten und Kriegen "Schöner neuer Orient" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 29.07.2003

Christian Horn stellt den neuen Star der englischen Kinderbuchszene vor, den Autor der fulminanten "Eddie Dickens Trilogie": "Philip Ardagh heißt er, sprüht in seinen Sach- und Kinderbüchern vor absurdem und rabenschwarzem Humor - und gibt sich alle Mühe, sein Talent belangloser erscheinen zu lassen, als es ist." Daniel Kothenschulte schreibt zum Tod von Bob Hope, der sich "zu den vielen Zweitschönsten" rechnen musste, und sich "dennoch nicht unterkriegen ließ". In "Times mager" fragt sich Volker Schmidt, ob die Bürgerversicherung auch gegen das Bürgerlich-Werden versichern soll.


Der Soziologe Peter Fuchs seufzt über den "Dilettantismus" von Bush und Blair, der jegliche Staatskunst der Vergangenheit komplett ignoriert". So weiht er sie in die Arcana des Souveräns ein: "Er darf gerade nicht die moderne Narretei der Ehrlichkeit, der kommunikativen Transparenz ausüben, sondern muss über hinreichend Intelligenz verfügen, die Kunst zu beherrschen, nicht zu meinen, was er sagt. Er muss, wie man auch sagen könnte, im Blick auf Dissimulieren-können eine üppigere Intelligenz entwickeln als der Durchschnittsmensch, der wegen des Fehlens dieses Überschusses an Täuschungsmöglichkeiten Untertan ist und gerade nicht: Fürst." Bush und Blair dagegen, seufzt Fuchs, "treten nicht als Leute auf, von denen man wissen kann, dass sie zur Dissimulation gezwungen sind, sondern einfach nur als flotte Lügner."

Besprochen werden Stefan Herheims Neuinszenierung der "Entführung aus dem Serail" bei den Salzburger Festspielen ("Allmählich kommt alles ins Rotieren und Explodieren, ein eventuell angerichtetes jesuitisches Lehrtheater überschlägt sich und purzelbäumelt munter multimedial und in wilden Sprüngen daher, dass man sich schon bald nicht mehr auskennt.") und das Industrie-Theaterprojekt  "Union der festen Hand" in der Essener Zeche Zollverein.

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Die Tageszeitung, 29.07.2003

Christoph Braun und Fehmi Baumbach erzählen, wie Helsinki den internationalen DJ-Jetset mit dem Koneisto-Festival ins sommerliche Finnland lockt: Vor allem die Sicherheitskräfte waren "für unterhaltsame Performances gut. So gab es selbst noch in den V.I.P.- Bereichen Wimpel-umsäumte Zonen, in die man verwiesen wurde, wenn man ein bestimmtes Bier trinken wollte - die Sponsoren-Claims waren unkonventionell eng abgesteckt. Von der Trinkzone einer finnischen Brauerei hatte man dafür einen exzellenten Einblick in das Rundzelt, in dem Erlend Oye mit seinem Magnificent Singing DJ Set die Mädchen in Ohnmacht fallen ließ. Zu Disco-Classics und House-Hits improvisierte der Norweger seine Liebesbeweise und sorgte für eine gelungene Stunde."


Weitere Artikel: Auf der Medienseite berichtet Roland Müller von dem Kolloquium "Komik der Medien", auf dem sich die Medienwissenschaftler und Medienmacher einig waren, dass Lacher billig sind. Besprochen werden die Bridget-Riley-Ausstellung in der Tate Britain und  Bücher, darunter Radek Knapps Roman "Papiertiger", Claudia Ruschs DDR-Erinnerungen "Meine freie deutsche Jugend" und der Sammelband "Bühnen des Wissens", der eine Antwort darauf versucht, warum wir Sehen immer noch mit Erkenntnis gleichsetzen (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und noch Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2003

In Österreich entdeckt Paul Jandl wieder die alten Ressentiments. Zurzeit werden dort die staatlichen Subventionen für die jüdische Gemeinde in Wien (IKG) diskutiert. Einst eine der größten und wichtigsten in Europa, wurde sie in den Jahren 1938-1945 quasi ausgelöscht. Und dann muss man sich heute zynische Fragen wie die des Vize-Chefredakteurs der "Presse", Michael Fleichhacker, anhören, "ob die Jüdische Gemeinde heute noch jene Leistung erbringe, für die sie einstmals berühmt gewesen ist". Das ist besonders makaber, findet Jandl, weil Österreich sich tatsächlich mit dem "geistigen Bonus" der jüdischen Intellektuellen und Künstlern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts schmückt: Freud, Schnitzler, Schönberg, Wittgenstein, Karl Kraus. Es ist nicht ohne Symbolik, so Jandl, dass die Unterstützung jetzt aus vorausgezahlten Entschädigungsgeldern der Länder kommen soll - so werde "die Wahrnehmung jüdischer Kultur wieder auf die Zeiten des Holocaust reduziert".


Begeistert ist Peter Hagmann von der Salzburger "Entführung aus dem Serail" in der historischen Aufführungspraxis des Salzburger Orchesters unter Ivor Bolton: "Da steht etwa der bedrohlich gemütliche Osmin vor der Tür zum Palast des Bassa Selim und trällert sein Liedchen vom treuen Liebchen. Wie aber das scheinbar harmlose Trallalera einsetzt, treten mit einem Mal die Celli und die Bässe, die zuvor noch unauffällig ihr durch Pausen durchbrochenes Fundament gelegt haben, mit wuchtig gezogenem Kontrapunkt zur Singstimme in den Vordergrund und unterstreichen dadurch die Doppelbödigkeit des Moments."

Weitere Artikel: Christoph Egger schreibt einen Nachruf auf den amerikanischen Komiker Bob Hope und es gibt einige Buchbesprechungen, darunter Norbert Gstreins Roman "Das Handwerk des Tötens" (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2003

Die FAZ treibt den investigativen Journalismus auf neue Höhen. Zweimal hat der Zeit-Autor Klaus Harpprecht in der taz den FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher angegriffen, einmal mit dem Argument, der Verantwortliche für Entlassungen müsse selbst zurücktreten, dann mit dem Gerücht, er wolle unter Kanzler Roland Koch Kulturstaatsminister werden, nun findet die FAZ heraus (und räumt dafür fast die ganze Medienseite frei), dass Klaus Harpprecht vor zwanzig Jahren an die Echtheit der von Konrad Kujau gefälschten Hitler-Tagebücher glaubte und sie in einem Fernsehkommentar lauthals proklamierte: "Mir war deutlich, dass hier ein Dokument von weltgeschichtlichem Rang vorliegt." Vom pressegeschichtlichen Rang der Angelegenheit wollen wir gar nicht erst reden!


Wilfried Wiegand flaniert durch die Ausstellung "Kunst in der DDR" in der Berliner Neuen Nationalgalerie und kommt zu dem Ergebnis, dass der viel gepriesene Realismus der DDR-Kunst gewisse Lücken kennt: "Man sieht dort vom Alltagsleben so gut wie gar nichts. Beispielsweise scheint es außer Sitte und dem naiven Ebert keinem Maler jemals aufgefallen zu sein, dass es auch in der DDR hübsche Frauen gibt. Kein Zimmer wird so gemalt, dass man das Mobiliar beschreiben könnte, und wiewohl alle dargestellten Menschen irgendwelche Kleidungsstücke tragen, kann man sich an keines erinnern. Es prägt sich nicht ein, weil es offenbar schon den Maler nicht interessierte. Das wiederum ist kein Wunder, denn die DDR war lange eine Welt ohne Mode. Es war auch eine Welt ohne Werbung, und vielleicht fehlte den Künstlern auch deshalb jeder Sinn für die Verführungskraft der Objekte, die Erotik der Gegenstände."

Weitere Artikel: Der Politologe Herfried Münkler betrachtet die Zurschaustellung der Leichen von Saddam Husseins Söhnen als Verstoß gegen die Genfer Konvention, aber auch als Fußnote zum Begriff der Weltinnenpolitik". Jürgen Kaube kommentiert das Urteil gegen den Mörder Jakob von Metzlers. Heinrich Wefing setzt die unter dem Titel "Geld oder Leben" stehennde Metropolenserie mit der Stadt San Francisco fort. Dieter Bartetzko gratuliert dem Schlagersänger Michael Holm zum Sechzigsten.

Auf der letzten Seite stellt Verena Lueken das Berliner Chronos Film Archiv vor, in dem noch ungehobene zeitgeschichtliche Schätze lagern. Hussain Al-Mozany erzählt das abenteuerliche Leben Samuel Shimons, eines irakischen Christen, der jetzt in London das (sehr empfehlenswerte!) arabisch-englischsprachige Internet-Kulturmagazin Kikah herausbringt. Und Gina Thomas kolportiert britische Klagen über das immer schlechtere Bildungsniveau britischer Studenten.

Besprochen werden Susan Sontags Bearbeitung von Henrik Ibsens "Frau vom Meer" bei den Salzburger Festspielen, Mozarts "Entführung" ebendort, der japanische Zeichentrickfilm "Vampire Hunter D" und die Wiederaufnahme des "Tannhäusers" in Bayreuth.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Muss ich etwas zu sagen haben?

20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix. Mehr lesen

Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche

19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen

Arrondierte Männergruppen

18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen

Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach

17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten.  Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und  des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Ein Mann wie Winnetou

16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz  von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen

Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert

15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen

Ich war verstört

13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas.  Mehr lesen

Zeitung lebt

12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen

Damals war die Zukunft heute

11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen

Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen

10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter,  meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In  taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen

Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel

09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen

Schwirren und fliegen und sausen

08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen

Denken Sie an Klaviersaitendraht

06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen

Antipathie gegen Beton und Stahl

05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen

Ein Fingernagel in ihrer Suppe

04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen.  Mehr lesen

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