Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

29.07.2003. Die FAZ rächt sich an Klaus Harpprecht. In der FR klärt Peter Fuchs Blair und Bush über ihren Dilettantismus auf. Die SZ stöhnt: Jetzt statten die Amerikaner sogar schon die Videospiele mit nicht letalen Waffen aus. Die taz sah einem norwegischen DJ zu, bei dem die Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen. Die NZZ untersucht das Verhältnis der Österreicher zu ihrer jüdischen Gemeinde.

Süddeutsche Zeitung, 29.07.2003

Die USA machen sich ernsthaft Sorgen über den Antiamerikanismus, berichtet Andrian Kreye. "Es ist keineswegs so, dass sich die USA mental auf eine Position des Isolationismus und der unilateralen Politik zurückgezogen hätten, von der sie sich um den Rest der Welt nicht weiter scheren. An der amerikanischen Ostküste vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendeine Konferenz stattfindet, die Motiv und Wesen des Antiamerikanismus untersucht." Meist gehe es dann um die Frage "Warum hassen sie uns so". Erwähnenswert auch Ann Coulters  Bestseller "Treasons", in dem europäische Außenpolitik, islamischen Fundamentalismus und inneramerikanische Kapitalismuskritik unter den Schlagworten "Antiamerikanismus" subsumiert werden und in dem sich laut Kreye der bemerkenswerte Gedanke findet: "Liberale haben die widernatürlich Gabe, sich auf die Seite des Hochverrats zu schlagen."


Eine Gruselgeschichte erzählt auch Olaf Arndt (mehr hier) aus den USA: Dort arbeiten Militär und Entertainment gemeinsam daran, den neuesten Technologien für den Kampf gegen den Terrorismus zu mehr Akzeptanz zu verhelfen: mithilfe des Gameboys, dessen Helden künftig mit so genannten nicht-letalen Waffen ausgestattet werden sollen. "John B. Alexander (mehr hier), der Mann, dessen Wissen hinter dem wohl größten Gemeinschaftprojekt von Militär und Entertainment steht, ist der Leitstern einer neuen militärischen Kultur. Seine Interessen klingen wie ein Alptraum jedes Bürgerrechtlers: Der 66-jährige ehemalige Hilfssheriff aus Dade County, Florida, und Oberst im Ruhestand ist der Botschafter einer Hightech-Ausrüstung für Polizei und Bodentruppen, die Aufrührer durch Schlaf, Schmerz, Blindheit, Lähmung, Erbrechen oder spontane Defäkation außer Gefecht setzt. Dieser Mann wird künftig Szenarien für die Entwicklung 'nicht-tödlicher Waffen' liefern, die als Plot für Comics, Featurefilme und die Entwicklung von Spielhandlungen in tragbaren Konsolen, PDAs und Mobiltelefonen genutzt werden können."

Weitere Artikel: Lothar Müller wirft einen Blick auf die Brand-Schäden im Hamburger Bahnhof und in die entsetzten Gesichter der Mitarbeiter. Willi Winkler hat sich beim Frank-Zappa-Konzert in Bad Doberan vergnügt, "der besten Gedenkfeier, die sich ein intelligenter Musiker nur wünschen kann". Wolfgang Jean Stock meldet, dass das berühmte Parkhotel von Hall in Tirol rekonstruiert, markant erweitert und wieder eröffnet ist. Fritz Göttler verabschiedet sich von der Komikerlegende Bob Hope, im "Testbild" nimmt er neueren Fahndungsplakate unter die Lupe.

Auf der Medienseite urteilt Hans Leyendecker über die gegen den Waffenexperten David Kelly geführte Treibjagd: "Derart ist eine saubere Quelle noch nie beschmutzt worden".

Besprochen werden Stefan Herheims Inszenierung der "Entführung aus dem Serail" bei den Salzburger Festspielen, Susan Sontags "lebertranige" Ibsenbearbeitung der "Frau am Meer", die Monika Gintersdorfer ebenfalls in Salzburg auf die Bühne gebracht hat, und Bücher, darunter Renate Bergers Biografie "Rudolfo Valentino", Elias Canetti postum erschienenes Buch "Über den Tod" und Navid Kermanis Berichte von Städten und Kriegen "Schöner neuer Orient" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 29.07.2003

Christian Horn stellt den neuen Star der englischen Kinderbuchszene vor, den Autor der fulminanten "Eddie Dickens Trilogie": "Philip Ardagh heißt er, sprüht in seinen Sach- und Kinderbüchern vor absurdem und rabenschwarzem Humor - und gibt sich alle Mühe, sein Talent belangloser erscheinen zu lassen, als es ist." Daniel Kothenschulte schreibt zum Tod von Bob Hope, der sich "zu den vielen Zweitschönsten" rechnen musste, und sich "dennoch nicht unterkriegen ließ". In "Times mager" fragt sich Volker Schmidt, ob die Bürgerversicherung auch gegen das Bürgerlich-Werden versichern soll.


Der Soziologe Peter Fuchs seufzt über den "Dilettantismus" von Bush und Blair, der jegliche Staatskunst der Vergangenheit komplett ignoriert". So weiht er sie in die Arcana des Souveräns ein: "Er darf gerade nicht die moderne Narretei der Ehrlichkeit, der kommunikativen Transparenz ausüben, sondern muss über hinreichend Intelligenz verfügen, die Kunst zu beherrschen, nicht zu meinen, was er sagt. Er muss, wie man auch sagen könnte, im Blick auf Dissimulieren-können eine üppigere Intelligenz entwickeln als der Durchschnittsmensch, der wegen des Fehlens dieses Überschusses an Täuschungsmöglichkeiten Untertan ist und gerade nicht: Fürst." Bush und Blair dagegen, seufzt Fuchs, "treten nicht als Leute auf, von denen man wissen kann, dass sie zur Dissimulation gezwungen sind, sondern einfach nur als flotte Lügner."

Besprochen werden Stefan Herheims Neuinszenierung der "Entführung aus dem Serail" bei den Salzburger Festspielen ("Allmählich kommt alles ins Rotieren und Explodieren, ein eventuell angerichtetes jesuitisches Lehrtheater überschlägt sich und purzelbäumelt munter multimedial und in wilden Sprüngen daher, dass man sich schon bald nicht mehr auskennt.") und das Industrie-Theaterprojekt  "Union der festen Hand" in der Essener Zeche Zollverein.

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Die Tageszeitung, 29.07.2003

Christoph Braun und Fehmi Baumbach erzählen, wie Helsinki den internationalen DJ-Jetset mit dem Koneisto-Festival ins sommerliche Finnland lockt: Vor allem die Sicherheitskräfte waren "für unterhaltsame Performances gut. So gab es selbst noch in den V.I.P.- Bereichen Wimpel-umsäumte Zonen, in die man verwiesen wurde, wenn man ein bestimmtes Bier trinken wollte - die Sponsoren-Claims waren unkonventionell eng abgesteckt. Von der Trinkzone einer finnischen Brauerei hatte man dafür einen exzellenten Einblick in das Rundzelt, in dem Erlend Oye mit seinem Magnificent Singing DJ Set die Mädchen in Ohnmacht fallen ließ. Zu Disco-Classics und House-Hits improvisierte der Norweger seine Liebesbeweise und sorgte für eine gelungene Stunde."


Weitere Artikel: Auf der Medienseite berichtet Roland Müller von dem Kolloquium "Komik der Medien", auf dem sich die Medienwissenschaftler und Medienmacher einig waren, dass Lacher billig sind. Besprochen werden die Bridget-Riley-Ausstellung in der Tate Britain und  Bücher, darunter Radek Knapps Roman "Papiertiger", Claudia Ruschs DDR-Erinnerungen "Meine freie deutsche Jugend" und der Sammelband "Bühnen des Wissens", der eine Antwort darauf versucht, warum wir Sehen immer noch mit Erkenntnis gleichsetzen (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und noch Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2003

In Österreich entdeckt Paul Jandl wieder die alten Ressentiments. Zurzeit werden dort die staatlichen Subventionen für die jüdische Gemeinde in Wien (IKG) diskutiert. Einst eine der größten und wichtigsten in Europa, wurde sie in den Jahren 1938-1945 quasi ausgelöscht. Und dann muss man sich heute zynische Fragen wie die des Vize-Chefredakteurs der "Presse", Michael Fleichhacker, anhören, "ob die Jüdische Gemeinde heute noch jene Leistung erbringe, für die sie einstmals berühmt gewesen ist". Das ist besonders makaber, findet Jandl, weil Österreich sich tatsächlich mit dem "geistigen Bonus" der jüdischen Intellektuellen und Künstlern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts schmückt: Freud, Schnitzler, Schönberg, Wittgenstein, Karl Kraus. Es ist nicht ohne Symbolik, so Jandl, dass die Unterstützung jetzt aus vorausgezahlten Entschädigungsgeldern der Länder kommen soll - so werde "die Wahrnehmung jüdischer Kultur wieder auf die Zeiten des Holocaust reduziert".


Begeistert ist Peter Hagmann von der Salzburger "Entführung aus dem Serail" in der historischen Aufführungspraxis des Salzburger Orchesters unter Ivor Bolton: "Da steht etwa der bedrohlich gemütliche Osmin vor der Tür zum Palast des Bassa Selim und trällert sein Liedchen vom treuen Liebchen. Wie aber das scheinbar harmlose Trallalera einsetzt, treten mit einem Mal die Celli und die Bässe, die zuvor noch unauffällig ihr durch Pausen durchbrochenes Fundament gelegt haben, mit wuchtig gezogenem Kontrapunkt zur Singstimme in den Vordergrund und unterstreichen dadurch die Doppelbödigkeit des Moments."

Weitere Artikel: Christoph Egger schreibt einen Nachruf auf den amerikanischen Komiker Bob Hope und es gibt einige Buchbesprechungen, darunter Norbert Gstreins Roman "Das Handwerk des Tötens" (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2003

Die FAZ treibt den investigativen Journalismus auf neue Höhen. Zweimal hat der Zeit-Autor Klaus Harpprecht in der taz den FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher angegriffen, einmal mit dem Argument, der Verantwortliche für Entlassungen müsse selbst zurücktreten, dann mit dem Gerücht, er wolle unter Kanzler Roland Koch Kulturstaatsminister werden, nun findet die FAZ heraus (und räumt dafür fast die ganze Medienseite frei), dass Klaus Harpprecht vor zwanzig Jahren an die Echtheit der von Konrad Kujau gefälschten Hitler-Tagebücher glaubte und sie in einem Fernsehkommentar lauthals proklamierte: "Mir war deutlich, dass hier ein Dokument von weltgeschichtlichem Rang vorliegt." Vom pressegeschichtlichen Rang der Angelegenheit wollen wir gar nicht erst reden!


Wilfried Wiegand flaniert durch die Ausstellung "Kunst in der DDR" in der Berliner Neuen Nationalgalerie und kommt zu dem Ergebnis, dass der viel gepriesene Realismus der DDR-Kunst gewisse Lücken kennt: "Man sieht dort vom Alltagsleben so gut wie gar nichts. Beispielsweise scheint es außer Sitte und dem naiven Ebert keinem Maler jemals aufgefallen zu sein, dass es auch in der DDR hübsche Frauen gibt. Kein Zimmer wird so gemalt, dass man das Mobiliar beschreiben könnte, und wiewohl alle dargestellten Menschen irgendwelche Kleidungsstücke tragen, kann man sich an keines erinnern. Es prägt sich nicht ein, weil es offenbar schon den Maler nicht interessierte. Das wiederum ist kein Wunder, denn die DDR war lange eine Welt ohne Mode. Es war auch eine Welt ohne Werbung, und vielleicht fehlte den Künstlern auch deshalb jeder Sinn für die Verführungskraft der Objekte, die Erotik der Gegenstände."

Weitere Artikel: Der Politologe Herfried Münkler betrachtet die Zurschaustellung der Leichen von Saddam Husseins Söhnen als Verstoß gegen die Genfer Konvention, aber auch als Fußnote zum Begriff der Weltinnenpolitik". Jürgen Kaube kommentiert das Urteil gegen den Mörder Jakob von Metzlers. Heinrich Wefing setzt die unter dem Titel "Geld oder Leben" stehennde Metropolenserie mit der Stadt San Francisco fort. Dieter Bartetzko gratuliert dem Schlagersänger Michael Holm zum Sechzigsten.

Auf der letzten Seite stellt Verena Lueken das Berliner Chronos Film Archiv vor, in dem noch ungehobene zeitgeschichtliche Schätze lagern. Hussain Al-Mozany erzählt das abenteuerliche Leben Samuel Shimons, eines irakischen Christen, der jetzt in London das (sehr empfehlenswerte!) arabisch-englischsprachige Internet-Kulturmagazin Kikah herausbringt. Und Gina Thomas kolportiert britische Klagen über das immer schlechtere Bildungsniveau britischer Studenten.

Besprochen werden Susan Sontags Bearbeitung von Henrik Ibsens "Frau vom Meer" bei den Salzburger Festspielen, Mozarts "Entführung" ebendort, der japanische Zeichentrickfilm "Vampire Hunter D" und die Wiederaufnahme des "Tannhäusers" in Bayreuth.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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