Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

28.07.2003. Die taz weiß, wer unterm Kanzler Roland Koch Kulturstaatsminister werden will. In der SZ findet Boris Groys die geplante RAF-Ausstellung überhaupt nicht anstößig. Die FR nimmt Leo Strauss vor den Neocons in Schutz. Die FAZ lernt Scheitern mit Jan Ullrich.Die NZZ versucht, Zadek zu verstehen.

Süddeutsche Zeitung, 28.07.2003

Der Medientheoretiker Boris Groys mag an der geplanten RAF-Ausstellung überhaupt nichts Anstößiges finden, wie er im Interview mit Sonja Zekri bekennt. "Eine Ausstellung ist immer einseitig. Die Forderung nach vollständiger Repräsentation aller Seiten gilt vielleicht für die Politik. So etwas kann die Kunst nicht. Auf der anderen Seite leben wir in einer Demokratie, in der, wie Beuys es nannte, eine 'soziale Skulptur' entsteht. Auch die Empörung gehört in die Schau. Eine Ausstellung ist ja vor allem ein Appell an die Öffentlichkeit, zu einem Thema Stellung zu nehmen."


Joachim Kaiser ist not amused über Claus Guths "Fliegenden Holländer" in Bayreuth. Das Ganze, schimpft er, "erwies sich als eine psychologisierende Verkleinerung des Wagnerschen Geniestreiches. Elementares und Dämonisches löst sich auf in Gesten hypnotischer und selbsthypnotischer Beschwörung. Oder auch in pretiöse Beiläufigkeiten."

Weitere Artikel: Ludger Fittkau und Petra Gehring berichten, dass sich belgische und schweizerische Ärzte auf Sterbehilfe vorbereiten, "um Kosten zu sparen". Im Interview plaudert Stararchitekt Daniel Libeskind über kompromisslose Architektur und sein neues World Trade Center (Entwurf). Franziska Augstein wundert sich nicht, dass das Standardwerk zur Nazizeit in England geschrieben wird. Dem ersten Teil von Richard Evans "The Third Reich" bescheinigt sie schon mal im Voraus Sachkenntnis und Stil. Willi Winkler zeigt auf, dass aus den ganzen Superstar-Ausscheidungswettkämpfen nur normierte FDP-Wähler als Sieger hervorgehen. Lothar Müller sinniert über den klassischen, aber nicht ewigen Zweiten Jan Ullrich. "zig" kann sich im Gegensatz zum Grünen-Politiker Matthias Berninger nur halbherzig über Schokoladen-Zigaretten empören. Julia Encke wittert in der Renaissance der "Dr. Norden"-Arztromane die Sehnsucht nach der heilen Welt in der Krise. Fritz Göttler schreibt zum Tod des britischen Filmemachers John Schlesinger.

Auf der Medienseite untersucht Alexander Kissler in seiner Phänomenologie der letzten Ausgabe an erschreckend vielen Beispielen aus jüngerer Zeit, inwiefern sich der Geist einer eingestellten Zeitung im letzten Exemplar wiederfinden lässt. Gustav Seibt ehrt in der Reihe Große Journalisten den Erfinder des politischen Journalismus, Ludwig Börne.

Besprochen werden Christian Stückls wenig veränderte "Jedermann"-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen, Brian Gilberts untypischer Horrorfilm "The Gathering", Carl Philipp Emanuel Bachs wiedergefundene Matthäus-Passion bei der Ansbacher Bach-Woche, und Bücher, darunter "Kalkül und Leidenschaft", Joseph Vogls kluge Poetik des ökonomischen Menschen, Michael Alberts utopisch-sinnige Kapitalismuskritik "Parecon. Life After Capitalism" sowie Hans-Jörg Heneckes verfrühtes Resümee der Ära Schröder "Die dritte Republik - Aufbruch und Ernüchterung" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 28.07.2003

Nach allem, was wir bisher gehört haben, klärt uns Rudolf Walther nun auf, dass der konservative Philosoph Leo Strauss (hier ein Essay über Strauss und seine "Schule") rein gar nichts zu tun hat mit den Neokonservativen der Bush Regierung a la Wolfowitz. "Das Weltbild der Falken im Pentagon trägt zwar offen kreuzzüglerisch-manichäische und insofern para-religiöse Züge, aber diese stammen aus dem christlichen Fundamentalismus und nicht aus den subtilen religiösen Reflexionen von Strauss. Das von Paul Wolfowitz bereits 1992 vorgelegte Strategiepapier (mehr hier) lebt so wenig wie andere neokonservative Pamphlete von Anleihen bei Strauss... Im Horizont von Strauss' Denken liegt sicher ein Zurück und insofern ein konservatives Moment, aber Strauss weigerte sich beharrlich, den Weg dorthin auch nur anzudeuten."


Ganz und gar hingerissen ist Hans-Klaus Jungheinrich von Claus Guths "Fliegendem Holländer" in Bayreuth. Er lobt Anfang und Schluss, Bühnenbild, die Sänger, den Dirigenten und den Regisseur: "Alles in allem also eine hochrangige Wagneraufführung, die erste wirklich bedeutende seit Heiner Müllers Tristan-Inszenierung."

Auf der Medienseite verkündet Michael Grabenströer, dass das im September startende Rhein-Main TV einen neuen amerikanischen Investor gefunden hat. Die Frage aber bleibt: "Wozu braucht es Ballungsraumfernsehen?" Michael Ridder dankt Neun Live von ganzem Herzen, dass sie die 80er-Jahre-Serie "Ein Colt für alle Fälle" wieder auflegen.

Weiteres: Ursula März lässt es sich nicht nehmen, Hans-Christoph Buch zu seinem Welt-Artikel über die verheerende Wirkung von Frauen auf die Literatur die Meinung zu sagen: "Außen Christa Wolf und innen Otto Weininger. Das soll ihm erst mal jemand nachmachen." Gerhard Midding schreibt zum Tod des britischen Filmregisseurs John Schlesinger ("Marathon Man"). In Times mager verteidigt Volker Schmidt den zu Unrecht verteufelten Neid gegen seine schlechte Presse.

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Die Tageszeitung, 28.07.2003

Gabriele Goettle hat sich wunderbare 935 Zeilen lang mit Markus Moser unterhalten, BSE-Experte aus der Schweiz, Unternehmer und Erfinder des erfolgreichsten BSE-Prionen-Tests weltweit. Die beiden sprechen über Zufälle, Rückfälle und repressive Regierungen. "Alles, was wir glaubten überwunden zu haben in unseren modernen Demokratien, weil wir sagten, das kommt nur von der Diktatur selbst, weil sich jemand Zugang verschafft hat zur Macht und sie missbraucht, gewalttätig die Leute einschüchtert, die Meinungen unterdrückt, das kommt plötzlich ohne jede Not hoch. (...) Und dann, von einem Tag auf den anderen, wird gesagt, O.K., es gibt jetzt BSE, du kannst es melden, du musst es melden! Und nach ein paar Wochen fällt keinem mehr auf, dass es je anders gewesen war. (...) Also wenn 1998 keine positive Kuh unter den 3.000 getesteten gewesen wäre, wäre unser Test bei der Evaluierung nicht genommen worden, die Studien wären desaströs gewesen. Man hätte vielleicht die ganze Sache am Ende begraben und wäre der Meinung geblieben, dass Großbritannien ein BSE-Problem hatte im vorigen Jahrhundert und Resteuropa war so weit BSE-frei."


In ihrem Report auf der Tagesthemenseite breitet Eva Schweitzer die neuesten Erkenntnisse bezüglich der Propagandaschlacht im Irak-Krieg aus: War früher das CIA für die Desinformation zuständig, erledigt das jetzt das Pentagon. Hier noch ein paar Fakten zu Film und Krieg sowie CIA und Presse.

Außerdem: Barbara Schweizerhof verabschiedet den britischen Filmregisseur John Schlesinger. Klaus Harpprecht kolportiert auf der Meinungsseite, warum "FAZ-Hauptherausgeber" Frank Schirrmacher sich so bei Roland Koch andient: "Man sagt, er schiele auf das Amt des Kulturstaatsministers beim künftigen Kanzler Koch". Auf der Medienseite vermutet Marina Mai, dass hinter den Vertriebsproblemen einer in Warschauer erscheinenden Zeitschrift für Auslandsvietnamesen nur einer stecken kann: "der lange Arm Hanois". Brrr.

Eine überraschend wohlwollende Besprechung widmet sich der Bayreuther Inszenierung des "Fliegenden Holländers" in der genauen, frappierenden, gänzlich neuen Lesart von Claus Guth.

Schließlich Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2003

In leicht spöttelndem Ton kommentiert Franz Wille den "Zadek way of the art", den Europas teuerster Theaterregisseur in seinem Buch "Menschen Löwen Adler Rebhühner" darlegt. Wille fragt sich, ob der "Bilderstürmer der sechziger und siebziger Jahre endlich ruhiggestellt" ist. Zadeks Fürstentum ist das Literaturtheater und sein Regiestil hätte Machiavelli vor Neid erblassen lassen, findet Wille. Er zitiert Zadeks Ausspruch "Die Hauptfrage ist: Wie komme ich von dem, was der Schauspieler macht, zu dem, was ich will." Dazu stellt Wille fest: "Peter Zadeks Humor wird Donald Rumsfeld gefallen."


Weitere Artikel: Claudia Schwartz lobt die Ausstellung "Grazland - 100% Stadt" im Haus der Architektur in Graz, die sich mit der Zersiedelung der europäischen Städte beschäftigt. So werden in der Kulturhauptstadt 2003 nicht nur Architekten wie Peter Cook, Colin Fournier oder Klaus Kada, sondern auch die Kehrseiten der Suburbanisierung, vorgestellt. Peter W. Jansen schreibt den Nachruf auf John Schlesinger, den "Meister des Casting" (Filmografie hier). Besprochen werden die Claus Guth-Inszenierung des "Fliegenden Holländers", die Ausstellung des unkonventionellen "Ex-Designers" Marti Guixe im Mu.dac in Lausanne und die Lorenzo de' Medici-Biografie von Ingeborg Walter (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2003

Der Schriftsteller Burkhard Spinnen ("Der schwarze Grat") nimmt Jan Ullrichs zweiten Platz bei der Tour de France als Vorbild für eine von Deutschland zu lernende Kunst des Scheiterns: "Jan Ullrich .. hat deutlich verloren und ist nicht untergegangen. Er ist gefallen, aber nicht abgestürzt. Daran werden wir uns ein Beispiel nehmen. Weil wir müssen."


Gerhard R. Koch goutiert Claus Guths Bayreuther Inszenierung des "Fliegenden Holländers": "Claus Guth ist es bei seinem Bayreuth-Debüt fesselnd gelungen, die Innenwelt der Außenwelt als Außenwelt der Innenwelt auf die Bühne zu projizieren." Auch Eleonore Büning zeigte sich in der FAZ am Sonntag begeistert von der Aufführung.

Eine testamentarische Verfügung einer Millionärin zeigt laut Jordan Mejias, dass Spenden von Sponsoren manchmal groß, aber nicht großzügig sind. Zum Beispiel engt die verstorbene Millionärin und Mäzenin Sibyl B. Harrington die Programmplanung der Metropolitan Oper arg ein, denn mit ihrem hinterlassenen Geld sollen nur Opern von "von Komponisten wie Verdi, Puccini, Bizet, Wagner, Strauss und anderen, deren Werke zum Kernrepertoire der Metropolitan Opera während ihres ersten Jahrhunderts gehörten", finanziert werden. Und "Zu inszenieren und darzubieten ist jede dieser Neuproduktionen auf eine traditionelle Weise, die allgemein den Absichten des Komponisten und Librettisten die Treue hält." Da lobt man sich den Steuerzahler!

Weitere Artikel: Dietmar Polaczek schildert in der Leitglosse Italien als Land in dem alles zufällig geschieht (und zwar zufällig zu Gunsten von Berlusconi). Andreas Kilb schreibt zum Tod des Regisseurs John Schlesinger. Kerstin Holm berichtet, dass die russische Provinzstadt Pskow zu ihrem elfhundertsten Geburtstag ihrer Fürstin Olga zwei Denkmäler setzt. Oliver Tolmein wendet sich gegen die Abstellung der künstlichen Ernährung bei Komapatienten. Karin Leydecker fürchtet den Abriss des historischen Hafermagazins in der pfälzischen Stadt Landau.

Auf der letzten Seite berichtet Andreas Rosenfelder vom Prozess gegen Kölner Polizeibeamte, die einen Mann zu Tode prügelten. Katja Gelinsky lobt ein Gesetz des demokratischen Gouverneurs von Illinois Rod Blagojevich, das die Aufzeichnung von Polizeiverhören vorschreibt. Und Gina Thomas porträtiert den britischen Politiker, Bestsellerautor und Kriminellen Jeffrey Archer. Auf der Medienseite beschreibt Heinrich Wefing das immer größere Gewicht des spanischsprachigen Fernsehens in den USA. Und Sebastiano Sortino vom Verband der italienischen Zeitungsverleger beschreibt im Interview mit Francesca Giudice, wie Berlusconis neues Mediengesetz zufällig Berlusconis hauptsächlichem Medium, dem Fernsehen, zu gute kommt: "Das Fernsehen hält in Italien 51 Prozent des Werbemarktes. In Deutschland dagegen nur dreißig Prozent. Durch die Reform können die Sender noch mehr werben."

Besprochen werden eine Ausstellung von Skulpturen Roy Lichtensteins auf dem Dach des Metropolitan Museums und der Film "Natürlich Blond 2".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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