Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

04.07.2002. In der Zeit meditiert Salomon Korn über das "Unbehagen am Unbehagen" zwischen Deutschen und Juden. In der FAZ gibt Jan Philipp Reemtsma zu, dass er sich an der falschen Nase kratzte. In der SZ veröffentlicht Julian Nida-Rümelin seine Gedanken zur Filmförderung. In der FR erklärt Herfried Münkler, wie der Krieg zum Geschäft wurde. Die taz spricht mit dem südkoreanischen Regisseur Park Chan-Wook, dessen Film "Joint Security Area" heute anläuft.

Die Zeit, 04.07.2002

Salomon Korn, Präsidiumsmitglied des Zentralrates der Juden in Deutschland, findet das Wort Antisemitismus künstlich und missverständlich und sieht hinter dem falschen Gegensatz zwischen "latentem" und "manifestem" Antisemitismus ein anderes Phänomen: das "deutsche Schweigen": Nach dem Krieg "hat sich die Latenzzeit des Schweigens häufig zu dauerhaftem Schweigen verfestigt. (?) So entstand aus dem Fortdauern eines lange nicht verbalisierten Unbehagens ein sekundäres Unbehagen: ein Unbehagen am Unbehagen."


Thomas E. Schmidt wundert sich, dass der Managerbetrug in Amerika zwar die Börse erschüttert hat, aber nicht den Glauben an den Kapitalismus. "Solange die Menschen nachweisen, warum der Kapitalismus zusammenbrechen müsste, wird er leben. Solange das Wirtschaften auf freien Märkten nicht nur Angst und Empörung auslöst, sondern auch Hoffnungen weckt, sind die Kräfte seiner Erhaltung verlässlich." Er ist umso unbeherrschbarer, als sein Wesen seltsam undefinierbar scheint: "Der Kapitalismus ist nicht bloße Natur, scheint aber auch nichts Zivilisiertes zu sein, er wird von Interessen getrieben und bleibt doch ein Geschehen, er ist Quelle des Elends und des allgemeinen Wohlstands, kurz: eine höchst vieldeutige Tatsache in der Zeit - und deswegen auch Fläche für wechselnde kulturelle Projektionen."

Weitere Artikel: Bildungsmisere, mag sein, aber bei der älteren Generation steht der Pisa-Turm noch wacker, meldet Petra Kipphoff und berichtet über Generationenkonflikte unter Studenten und Lösungsvorschläge für die Zukunft. Der Autor Martin Mosebach hat sich auf die Spuren des Dichters Rudolf Borchardt gemacht, der im italienischen Exil die Nazis überlebte. In der Reihe "Auf der documenta" sieht die Romanistin Barbara Vinken die documenta 11 und deren Inszenierung der Globalisierung im Zeichen der Vergänglichkeit alles Irdischen. Christoph Siemes war auf dem internationalen Festival Theater der Welt in Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn und führt uns durch eine Fülle von Inszenierungen, die nach wahren Momenten suchen. Für Andreas Merkel und Thomas Groß hat Oasis eine neue Variante des Rock'n'Roll-Klichees entdeckt. Den Ausdruckstanz des Folkwang-Studios Essen unter der Leitung von Kurt Joss feiert Evelyn Finger als das neue deutsche Tanztheater. Claudia Herstatt berichtet, dass das berühmte Londonder Auktionshaus Sotheby's den dritten Anlauf zum Internetauktionsbetrieb startet - diesmal in Zusammenarbeit mit ebay. Das Letzte sieht mit den Berliner Seiten der FAZ auch die Generation Golf beerdigt.

Besprochen werden Opern - Daniel Libeskinds Inszenierung von Messiaens "Saint Francois d'Assise" an der Deutschen Oper in Berlin und Hans-Jürgen von Boses Literaturoper "K-Projekt 12/14" am Münchner Cuvillies-Theater -, Tonträger - Kammermusikwerke von Hindemith, Berg, Poulenc und Prokofieff und das neue Album vom belgischen DJ-Duo Soulwax -, Kinofilme - der koreanische Thriller "Joint Security Area" von Park Chan-Wook, Avi Mograbis "August" und Richard Linklaters "Waking Life" - und Franz Xaver Kroetz? Inszenierung von Ferdinand Raimunds Theaterstück "Der Bauer als Millionär" am Münchner Residenztheater.

Aufmacher des Literaturteils ist Peter Schöttlers Besprechung von Felix Hartlaubs "Kriegsaufzeichnungen" (mehr hier).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 04.07.2002

Gerhard Matzig ruft verzweifelt in die ästhetische Wüste, als die er den Bundestag ausgemacht hat. Er vermutet, "dass jene Volksvertreter, die am heutigen Nachmittag von 16.15 Uhr an im Reichstag nach all den langen Jahren der Debatte endlich über Gestalt und Form des Berliner Schlosses befinden sollen, dass diese Frauen und Männer von der Architektur der Gegenwart, vom Moderne-Begriff oder von baukultureller Zeitgenossenschaft, von stadträumlicher Situierung, Kubatur oder Stereometrie, von Proportion und Material auch nicht mehr verstehen als andere Büromenschen, Milch-Schnitte-Esser oder sogar Werbeclip-Produzenten." Also: eigentlich sollten sie die Finger von der Entscheidung lassen. Aus Architektensicht ist die Sache ohnehin eindeutig: "Eine Entscheidung für die Rekonstruktion ist eine Entscheidung gegen die Architektur."


Julian Nida-Rümelin erklärt, wie das deutsche Filmfördersystem zu verbessern ist. Gestärkt werden sollen etwa die Produzenten, sehr interessant aber auch, wie in Zukunft kommerzieller und künstlerischer Erfolg gegeneinander aufgewogen werden: "Nur Filme, die mehr Zuschauer oder/und vor allem einen künstlerischen Erfolg aufweisen, erhalten zukünftig mehr Geld: (...) Konkret bedeutet dies, dass zum Beispiel ein Film, der einen Hauptpreis in Cannes, Berlin, Venedig erhält, ebenso viel an Referenzmitteln erhält wie ein Film mit 300.000 Zuschauern." Das dreifache "erhalten" täuscht übrigens nicht: ein in schauderhaft bürokratischem Stil geschriebener Text.

Außerdem: In der Pariser Fondation Cartier gibt es den Künstler (und Kurator) Takashi Murakami  (hier ein langes Interview) zu bewundern, den neuen Star des japanischen Neopop. Henning Klüver berichtet von konservativem Gegenwind für das Mailänder Piccolo Teatro (hier die Website). Ein wenig nostalgisch ging es zu beim Theaterfestival Eurothalia in Bratislava. Am Berliner Zentrum für Literaturforschung (Website) tagte man zum Thema "Generation". Das neueste Heft der Zeitschrift Du wird vorgestellt, gewidmet ist es der Polaroid-Fotografie. Einen kurzen Geburtstagsglückwunsch sendet Fritz Göttler an Gina Lollobrigida zum 75: "Mens sana in corpore sensazionalissime sano!" (Sehen Sie selbst.) Dazu eine Gratulation zum 80. an die dtv-junior-Verlegerin Maria Friedrich. Thomas Steinfeld schreibt einen Nachruf auf den Jazz-Bassisten Ray Brown.

Der Filmblock: Hans Schifferle ist, beim Münchner Filmfest (Website), begeistert von amerikanischen Independent-Filmen; kommentiert wird auch die "halbe Retrospektive", die dem Regisseur Goran Paskaljevic gewidmet ist. Dazu gibt's Tipps und ein Interview mit dem deutschen Regisseur Chris Kraus, dessen Film "Scherbentanz" für Diskussionen sorgt. Der Hollywood-Mainstream kommt aber auch nicht zu kurz, es gibt eine Besprechung zu "Mord nach Plan" mit Sandra Bullock und eine andere zu "Wir waren Helden" mit Mel Gibson.

Besprechungen gibt es unter anderem zu einem Band mit Gerhard-Schröder-Floskeln und zum griechischen Roman "Die Kiste" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Die Tageszeitung, 04.07.2002

Im Interview erzählt der südkoreanische Regisseur Park Chan-Wook von den Dreharbeiten für seinen Erfolgsfilm "Joint Security Area" über eine tragische Freundschaft zwischen süd- und nordkoreanischen Grenzsoldaten. Die Herstellung des Films wurde von der Geschichte überholt, als das Gipfeltreffen zwischen den Führern Nord- und Südkoreas im Juni 2000 plötzlich Entspannung brachte: "Wir waren vor dem Gipfel nicht ganz fertig mit der Produktion, wollten noch Propaganda aus dem Norden an der Grenze aufnehmen. Doch plötzlich stellte der Norden nach dem Gipfel die Lautsprecher ab, und wir mussten sie dann für unseren Film nachmachen."


Weitere Artikel: Jan Engelmann stellt die jüngste Ausgabe der "Deutschen Zeitschrift für Philosophie" vor, die Foucaults Verständnis von Kritik befragt (funken soll sie, die Kritik, wünschte sich der Philosoph). Besprechungen gibt es zu Rachid Boucharebs Film "Little Senegal" und zu Gabriel Baurs Dragkings-Doku "Venus Boyz".

Auf der Medienseite konstatiert Roland Hofwiler besorgt den Rechtsruck der Schweizer Zeitschrift "Weltwoche" (homepage hier), und in den Tagesthemen kritisiert der Göttinger Historiker Rudolf von Thadden (mehr hier) den Kanzlerkandidaten der Union für seine Reden vor den Vertriebenen: Der sicherste Weg, Deutschland zu isolieren, meint er.

Schließlich TOM.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 04.07.2002

Nicht mit Aufgeklärtheitsdefiziten, nicht mit einem kulturalistischen Ansatz seien Krieg und Gewalt heute noch zu erklären, schreibt der Politologe Herfried Münkler (homepage) in der FR und schlägt vor, die strukturellen Bedingungen dieser Kriege einmal in den Blick zu nehmen: "Nicht selten geht es um ganz zweckrationale Formen der Interessenverfolgung. Die Entscheidung manches Jugendlichen im Südsudan, im Kongo, in Afghanistan oder wo auch immer, sich der bewaffneten Gefolgschaft eines Warlords anzuschließen, dürfte selbst im Lichte ihrer Überprüfung durch rationale Entscheidungstheorien Bestand haben. Und genau das ist das Problem ... Die wohl größte sicherheitspolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist die Verbindung von Schattenglobalisierung und Kriegsverbilligung. Sie hat den Krieg für private Unternehmer wieder zu einem lukrativen Geschäft werden lassen."


Außerdem begrüßt Thomas Medicus den Rauswurf Lorenzo Rudolfs als Chef der Frankfurter Buchmesse. Ralf Grötker berichtet von einer Preisverleihung bei der Jungen Akademie in Berlin, zu beantworten war die Preisfrage "Was ist es, das in uns schmerzt?", "Times mager" philosophiert über den kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Gert Loschütz gratuliert dem Verleger, Theaterförderer und Stückeentdecker Karlheinz Braun zum siebzigsten Geburtstag, und Christian Broecking schreibt zum Tod des Jazzbassisten Ray Brown (mehr hier).

Besprechungen widmen sich Rachid Boucharebs Film "Little Senegal", dem neuen Album "Heathen Chemistry" von Oasis (homepage, und hier kann man was hören), und Büchern, darunter Wendelin Schmidt-Denglers Buch über Nestroy, Jannis Ritsos' letztem Gedichtband "Die Umkehrbilder des Schweigens" sowie zwei Romanen: Elke Naters "Mau Mau" und Nadine Gordimers "Ein Mann von der Straße" (auch in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2002

Die NZZ bespricht heute vor allem Bücher, darunter Juan Filloys Roman "Op Oloop", Stefan Sullivans Abenteuerroman "Sibirischer Schwindel" und Konrad Paul Liessmanns Essay "Kitsch!" (mehr hier). (Siehe unsere Bücherschau ab 14 Uhr.) Ferner schildert Gerhard Gnauck in einem "Schauplatz Ukraine" die Folgen eines Erlasses in der Ukraine, nach dem der Kirchenbesitz endgültig restituiert werden soll. Christoph Funke resümiert die Berliner Theatersaison. Anne Huffschmid porträtiert die auf Tournee befindliche Sängern Lila Downs, welche amerikanische und mexikanische Einflüsse verbindet. Knut Henkel stellt eine Big Band-CD des kubanischen Posaunisten Generoso Jimenez vor. Und Stephan Hentz schreibt zum Tod des Jazzbassisten Ray Brown.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2002

Patrick Bahners kritisiert den CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber, der es wagte, die ledige Mutter Katharina Reiche als Familienexpertin in sein Kompetenzteam aufzunehmen: "Auf die 'Basis des christlichen Menschenbildes' stellt sich die Union im 'Regierungsprogramm'. Sie verpflichtet sich nicht auf das Apostolische Glaubensbekenntnis. Gleichwohl würde sie zum Beauftragten für Kirchenfragen kein Mitglied machen, das sich als Christ versteht, aber keiner Konfession angehören möchte."


Jan Philipp Reemtsma gibt in Antwort auf einen Artikel von Joachim Güntner in der gestrigen NZZ zu, dass er sich verlesen hat. Es geht um den Roman "Tod eines Kritikers". Die "feine Nase", die Reemtsma als einen perfiden Beweis für Martin Walsers Antisemitismus gelesen hatte, gehört gar nicht der Kritikerfigur Andre Ehrl-König, sondern dem Schriftsteller Hans Lach. Aber "an dem Urteil ändert das nichts."

Weiteres: Joachim Müller-Jung resümiert zwei Wiener Kongresse über die Fortschritte der Reproduktionsmedizin. In einem zweiten Artikel berichtet Joachim Müller-Jung von Bedenken gegen die sogenannten "Spermienspritze", mit der unfruchtbaren Männern zum Kind verholfen wird. In einer Meldung erfahren wir, dass Lorenzo Rudolf als Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse geschasst wurde und vorerst vom Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Harald Heker ersetzt wird. Mark Siemons schildert am Beispiel des Helmholtzplatzes die Lage im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, der immer mehr gentrifiziert wird. Gerhard R. Koch gratuliert dem Frankfurter Theaterenthusiasten Karlheinz Braun zum Siebzigsten. Thomas Gädeke schreibt zum Tod des Kunsthistorikers Frank Neidhart Steigerwald. Edo Reents würdigt den Bebop-Kontrabassisten Ray Brown, der ebenfalls gestorben ist. In seiner Kolumne über sein "Leben in Venedig" berichtet Dirk Schümer von der Schwierigkeit, in Venedig einen Friseur zu finden.

Auf der letzten Seite legt Dietmar Dath dar, dass nach längeren mathematischen Forschungen die "Catalansche Vermutung" als bestätigt gelten darf: "8 und 9 sind, so darf man fortan gerechtfertigt behaupten, als 2 hoch 3 und 3 hoch 2 die beiden einzigen aufeinanderfolgenden echten Potenzen im Reich der natürlichen Zahlen." Andreas Rossmann resümiert das "Theater der Welt"-Festival, das in Köln und drei anderen Städten stattfand. Und Heinrich Wefing porträtiert den Berliner Stadtschloss-Aktivisten Wilhelm von Boddien. Auf der Filmseite kommentiert Peter Körte das Karriereende des selbstherrlichen Vivendi-Universal-Chefs Jean-Marie Messier. Michael Althen berichtet vom Münchner Filmfestival, das mehr ein Fernsehfestival war. Abgedruckt wird eine Rede des Regisseurs Michael Haneke, der gegenüber über dem österreichischen Parlament für eine Beibehaltung der österreichischen Filmförderung plädierte.

Besprochen werden eine Ausstellung altniederländischer Meisterzeichnungen im Antwerpener Rubenshaus, der koreanische Film "Joint Security Area", der sich mit der Situation an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea auseinandersetzt, eine Ausstellung der Fotosammlung des amerikanischen Landschaftsmalers Frederic Church im New Yorker Dahesh Museum.

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons