Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

03.07.2002. Die NZZ fasst Jan Philipp Reemtsma an die jüdische Nase. Die FR sieht in der Walser-Debatte Ödipus am Werk. In der FAZ beklagt ein Lehrer die schlechten Schulen in Bayern. In der SZ warnt der Historiker Volker Berghahn vor einer Rebellion der Amerikaner.

Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2002

Joachim Güntner nimmt sich noch einmal die Argumente der Walser-Kritiker vor, die dem Autor in der "zweiten, an das reguläre Erscheinen von 'Tod eines Kritikers' geknüpfte Etappe" Antisemitismus vorwarfen, und stellt fest, dass es nicht die Journalisten, sondern "in der Mehrzahl Wissenschafter" wie - Literaturprofessoren wie Jochen Hörisch und Klaus Briegleb und der Psychoanalytiker Kurt Grünberg - sind, die diesen Vorwurf erheben. Und natürlich Jan Philipp Reemtsma in der FAZ. Dessen Argumente findet Güntner am wenigsten überzeugend. "In seinem Bemühen, Walsers Buch das Spiel mit antisemitischen Klischees nachzuweisen, gibt er jeder heiklen Stelle die übelste aller möglichen Auslegungen. Zum Desaster gerät seine Behauptung, Walser mache aus der Physiognomie Ehrl-Königs alias Reich-Ranicki eine 'antisemitische Karikatur', wobei ihm die Beschreibung der Nase besonders verdächtig ist. Doch die 'so kräftige wie feine Nase', an deren Zeichnung Reemtsma unbedingt das antisemitisch Karikierende entdecken möchte, gehört gar nicht Andre Ehrl-König, sondern Hans Lach. Das hat der Hamburger Professor für Literaturwissenschaft ganz einfach übersehen." (Wir haben nachgeguckt, Güntner hat recht! Die zitierte Passage von Reemtsma können Sie hier nachlesen, Reemtsmas komplette Kritik in der FAZ hier.)


Weitere Artikel: Aldo Keel berichtet von Protesten gegen die Hamlet-Proben Stefan Bachmanns in Kopenhagen. Bachmann hat die Rolle der Ophelia mit einer mongloiden Frau besetzt. Besprochen werden die Aufführungen von "Iphigenie en Aulide" und "Euryanthe" in Glyndebourne, ein Konzert von Elisabeth Leonskaja und dem Borodin-Quartett in der Tonhalle Zürich und Bücher, darunter ein Sammelband über Adorno, Rudolf Lorenzens Roman "Alles andere als ein Held" und eine Biografie Bertha Pappenheims, Freuds "Anna O." (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 03.07.2002

Volker Berghahn, Professor für Europäische Geschichte an der Columbia University in New York, stellt fest: Die USA sind zu arm für Bushs Politik. Die Rezession, die großzügige Steuerpolitik der Regierung und die horrenden Ausgaben für den Krieg gegen den Terror daheim und auswärts haben ein riesiges Loch in den US-Haushalt gerissen. An einen Krieg gegen Saddam ist kaum noch zu denken, aber bestätigt sich damit auch Paul Kennedys These vom "imperial overstretch", dem unweigerlich der Niedergang der Weltmacht folgt? Indem Bushs Steuerpolitik und die wachsenden Haushaltsdefizite zusammenwirken, meint Berghahn, könnte dieser Effekt rasch eintreten: "einfach weil die weniger wohlhabenden Amerikaner an der Wahlurne rebellieren werden. Eine Konsequenz daraus könnte ein neuer Isolationismus sein, der Rückzug in eine 'Fortress America'."


Die Berliner Soul-Sängerin Joy Denalane (Debütalbum "Mamani") erzählt im Interview von einer Begegnung der ganz unheimlichen Art: "Neulich war ich beim Empfang einer großen Plattenfirma, da standen diese zwei ekligen Typen ?rum und haben ihren Manager zu mir geschickt. Mitten in die Unterhaltung platzt der rein: Ob ich Lust hätte, was mit ihnen zu machen. Da habe ich nur gesagt: Neee! Das konnte er nicht verstehen, dass mich Dieter Bohlen und Ralph Siegel nicht interessieren."

Stefan Koldehoff berichtet Neues vom Raubkunstfall Jen Lissitzky gegen Ernst Beyeler. Thomas Thiemeyer war auf einer Feier des Deutsch-Französischen Jugendwerks auf der Loreley. Rainer Gansera findet das junge deutsche Kino beim Münchner Filmfest ganz schön exzentrisch. Dorothee Müller gratuliert zum 80. Geburtstag des COBRA-Malers Corneille. Tim B. Müller besuchte eine Tagung auf Schloss Elmau, wo Daniel Levy, Natan Sznaider u.a. diskutierten, ob der Holocaust ein Genozid ist. Andreas Wilink sendet einen wohlwollenden Abschlussbericht vom Festival "Theater der Welt".

Und der syrisch-libanesische Dichter Adonis schickt uns ein Gedicht: "Ändert diese Erde, die die Menschen barg / Wischt die Zeit aus, die ihre Geschichte erzählte / Wischt den Himmel aus, der sich über sie beugte / Ähre für Ähre / Damit die Erde wieder wird, wie sie war / Ähre für Ähre."

Besprochen werden der neue Disney-Animationsfilm "Lilo und Stitch", Fotoarbeiten des Schweizers Ugo Rondinone in der Wiener Kunsthalle, Vincenzo Bellinis "Norma" in Stuttgart, eine Ausgabe der Zeitschrift Tumult, die den Rechtshistoriker und Religionswissenschaftler Pierre Legendre vorstellt, eine (beim Verlag Internationale Beziehungen in Moskau erschienene) Studie über den sowjetischen Antisemitismus sowie ein Buch über die Helden der Medizingeschichte (siehe auch unsre Bücherschau um 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 03.07.2002

Da morgen in Berlin über den Wiederaufbau der wohl meistumkämpften Schlossfassade aller Zeiten entschieden wird, lässt Uwe Rada in zwei Tagesthemen-Artikeln (1, 2) die barocke Schloss-Debatte noch einmal Revue passieren und in die vorläufige Endphase treten. Wenn - etwas enttäuschend - am Donnerstag weder die Abgeordneten durch ein Spalier von Demonstranten werden laufen müssen noch am Schlossplatz eine Kundgebung gegen eine nostalgische Geschichtspolitik der schwarz-rot-grünen Schlossbefürworter stattfinden wird, so hat das für Rada zum einen mit dem "immer undurchsichtiger werdenden Dschungel von Akteuren und Zuständigkeiten", zum andern aber damit zu tun, dass es schlicht um keinen symbolischen Ort in der Mitte Berlins oder gar der gesamten Bundesrepublik mehr geht, sondern "nur noch um die architektonische Zukunft eines regionalen Ortes, irgendwo zwischen Alexanderplatz und ehemaligen Außenministerium der DDR." Mensch, zwölf Jahre! Det kann doch janich bloß symbolisch sein!


Außerdem berichtet Heide Platen von der Computerspiele-Schau "game_over - Spiele, Tod und Jenseits" im Kasseler Museum für Sepulkralkultur. Christiane Rösinger war beim Berlin-Konzert von Willie Nelson (hier seine homepage). Jenni Zylka und Andreas Becker hat's beim Roskilde-Festival ins Zelt geregnet (sonst war's aber prima, Roskilde finden Sie hier). Yves Rosset muss bei der Besichtigung von Thomas Hirschhorns "Bataille-Monument" auf der documenta an dessen Prinzip der "maßlosen Verausgabung" denken, und Cristina Nord hat in Bolivien den Spannungen zwischen den unterschiedlichen Ethnien des Landes nachgespürt und im Goethe-Institut von La Paz (mehr hier) einen echten Vermittler entdeckt.

Schließlich TOM.

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Frankfurter Rundschau, 03.07.2002

Was wir schon lange geahnt haben... Martin Altmeyer entdeckt uns den Narzissmus im Subtext der neuesten Literaturdebatte. Über John Updikes Kritikertötungsphantasie "Bech in Bedrängnis" kommt er zu Walser-MRR und erklärt: "Es ist die über die Zeit durchgehaltene Haltung des enttäuschten Vaters, die den längst erwachsenen Zögling mal in die bittere Resignation, mal zur wütenden Raserei und schließlich zum symbolischen Mordversuch treibt: Der attackierte Literaturbetrieb gleicht einer ödipalen Familienszene, die phantasierte Ermordung des Szenepaten ist ein versuchter Vatermord. Der Versuch entspringt freilich der Hassliebe eines in seinem Inneren tief verwundeten Autors, der immer noch darauf wartet erhört zu werden." Und am Ende? Sind alle verletzt und keiner ist gestorben. "Im unbewussten Zusammenspiel von Ego und Alter Ego ist der gemeinsame Ruhm gemehrt und wieder ein Stück Unsterblichkeit erworben worden. Videor ergo sum - die narzisstische Kollusion hat funktioniert."


Krystian Woznicki untersucht die Rolle des Soldaten als Friedensstifter, Umweltschützer, Entwicklungshelfer und Schauspieler und erklärt ihn zum Protagonisten der Globalisierung, der dafür zu sorgen hat, "dass sich die US-amerikanische Standarddemokratie weltweit durchsetzt ... Der Soldat repräsentiert die Globalisierung, er ist ihr Held und Aushängeschild. Sein Aktionsradius wird demnach weniger durch einen akuten Notstand festgelegt, als durch Mechanismen der Repräsentationspolitik."

Ulrich Speck war auf einem Elmauer Kolloquium zum Thema Holocaust und Globalisierung. Christian Schlüter vergleicht die Güte der Fruchtsäfte u.a. auf Berliner Tagungen. Aus Chile berichtet Karin Ceballos Betancur, dass die Verfahren gegen den Ex-Diktator Pinochet eingestellt werden. Auf der documenta hat sich Peter Iden Thomas Hirschhorns Bataille-Monument aus der Nähe angesehn, und vor Möllemanns Düsseldorfer Firma erfährt Stefan Keim den Schlingensief-Effekt: "Schlingensief gräbt obsessiv immer wieder das Dumpfe im Deutschen heraus, und das wahre Grauen seiner Aktionen ist die Tatsache, wie kurz unter der Oberfläche er fündig wird."

Besprechungen widmen sich Barbet Schroeders Film "Mord nach Plan" und der großen Retrospektive des Werkes von Eva Hesse im Kunstmuseum Wiesbaden.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2002

Nun dachten wir gerade, wenigstens an bayerischen Schulen wäre alles gut, da erklärt Stefan Greifenstein, geboren 1961, Lehrer für Englisch und Latein am Aventinus-Gymnasium in Burghausen, warum er unzufrieden ist mit sich, "dem bayerischen Gymnasium und allen seinen Reformen": "Die Bemühung um kontinuierlichen Erfolg im Unterricht ist oft Show-Elementen gewichen. Der mit der Stofffülle kämpfende Kernfachlehrer sieht sich mit Stundenausfall konfrontiert, wenn Schüler auf Exkursion, Austausch, Workshop, Besinnungstag weilen - alles selbstverständlich spannender als Lateinvokabeln. Es wird besonders für Schüler zunehmend schwieriger, zu erkennen, was das Kerngeschäft ist. Da darf es dann nicht verwundern, wenn Hausaufgaben nicht erledigt werden, weil 'wir zum Shopping nach München fahren mussten' oder 'weil ich gestern Geburtstag hatte'." Soll man das um des lieben Friedens willen akzeptieren? Greifenstein vermisst hier klare Regeln im Umgang mit den Schülern.


Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz werden zunehmend Antisemitismusvorwürfe erhoben. Jürg Altwegg beschreibt in diesem Zusammenhang auf der letzten Seite das schwierige Verhältnis zwischen 1. der Schweiz und den Schweizer Juden, 2. allen Schweizern und den Israelis sowie 3. den Schweizer Juden und den Israelis.
Dazu passt eine kurze Meldung von Joseph Hanimann, der von einem Aufruf der Vereinigung "Reporter ohne Grenzen" in Frankreich berichtet, nicht jede Kritik an der israelischen Politik als antisemitisch zu bezeichnen. Anlass ist eine Klage gegen den Journalisten Daniel Mermet, der in einer Reportagesendung aus Jerusalem und Gaza auch Zuhörer hat zu Wort kommen lassen, deren Äußerungen als Antisemitismus ausgelegt werden können. Unterschrieben haben den Aufruf unter anderen Edgar Morin, Jorge Semprun, Pierre Vidal-Naquet, das Ehepaar Aubrac, aber auch israelische Intellektuelle wie der Historiker Amnon Raz-Krakotzkin.

Dieter Bartetzko plädiert dafür, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen und zwar als Rekonstruktion, aber mit "Hilfe der Moderne". Für diese Kombination gebe es in Deutschland hervorragende Beispiele: Frankfurter Paulskirche, Dresdner Frauenkirche, Berliner Gedächtniskirche und Berliner Dom. Ilona Ehrhardt berichtet über die Renovierung der Staatsbibliothek unter den Linden: 42 Millionen Euro hat sie gekostet, und dann ließ sich beim "bescheidenen Festakt" kein einziger Kulturpolitiker sehen. Monika Osberghaus kommt unzufrieden von einer Tagung in Tutzing zurück, auf der über die Fantasy-Welle im Kinderbuch diskutiert wurde.

Auf der Stilseite beschreibt Andreas Platthaus die modische Karriere nationaler Symbole im Zuge der WM, und Susanne Klingenstein bespricht die Ausstellung "Chic Clicks: Modefotografie zwischen Kunst und Auftrag" im Fotomuseum Winterthur.

Besprochen werden Aufführungen aus Toronto und Schiras beim Festival Theater der Welt, Matthew Barneys Cremaster-Welt im Kölner Museum Ludwig, eine Ausstellung der Sammlung des Kunstmuseums Bern, das "kleine, aber feine" Kammermusik-Festival in Heimbach, Richard Linklaters Film "Waking Life" und eine Aufführung von Lope de Vegas "Kluge Närrin" in Salamanca.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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