Bücherschau der Woche
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- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
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- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
28.05.2002. "Leider gar nicht gut" fällt für den französischen Autor Patrick Demerin in der FAZ die Bilanz des Senders Arte aus. Die FR analysiert Jürgen Möllemanns Antisemitismus. Die SZ interviewt Nikolaus Harnoncourt. Die taz findet die Manifesta "gediegen, umsichtig, vernünftig".
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2002
Arte wird zehn. "Leider gar nicht gut" fällt die Bilanz des von Kohl und Mitterrand gegründeten Senders nach den Worten des Schriftstellers Patrick Demerin aus, der jahrelang bei Arte mitarbeitete. Die Partikularinteressen in Paris und der deutschen Leitstelle in Baden-Baden seien stark, die Zentrale in Straßburg schwach. Und beide Seiten kriegen ihr Fett ab: "Die Franzosen, anders als die Deutschen, weigern sich nach wie vor, Arte überhaupt als 'deutsch-französischen Sender' zu bezeichnen. Sie sprechen lieber von einem 'europäischen' Programm. Würden sie sich auf das 'Deutsch-Französische' und damit auf die tägliche erlebte Arbeitswirklichkeit einlassen, müßten sie ein Mindestmaß an Überlegungen auf die Osmose zwischen deutschen und französischen Elementen wenden, die sie jedoch aus tiefster Überzeugung ablehnen." Und "die Deutschen - also ARD und ZDF - schauen auf die Kasse und sonst nichts: Für sie kam die Gründung von Arte Anfang der Neunziger gerade recht, um mit den dafür zusätzlich eingetriebenen Gebühren Verluste an Werbeeinnahmen zu mildern, die durch den Erfolg der Privatsender entstanden. Unter den Augen der machtlosen Franzosen machen sie nette Gewinne." Und so freuen sich beide Seiten!
Heinrich Wefing berichtet, dass George W. Bush jene Direktive zurückgenommen hat, nach der Akten des Weißen Hauses nach zwölf Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. "Der 'Presidential Records Act' hatte festgeschrieben, daß Regierungsdokumente nicht Privatbesitz des Amtsinhabers sind, sondern Staatseigentum. Bush versucht nun eine Reprivatisierung. Seine 'executive order 13 233' stellt das Gesetz von 1978 auf den Kopf: Aus dem allgemeinen Zugang zu den Dokumenten wird ein streng limitierter; der Forscher, der Anspruch auf Einsicht in die Papiere hatte, wird zum Bittsteller erniedrigt, der nach Gutdünken des Präsidenten abgewiesen werden kann."
Weiteres in einem heute trotz Anzeigenkrise recht umfänglichen FAZ-Feuilleton: Julia Spinola ist hingerissen vom Stuttgarter "Don Giovanni" unter Lothar Zagrosek und Hans Neuenfels und lobt unter anderem Rudolf Rosen in der Titelrolle: "Obwohl ganz augenscheinlich ein Monster, steckt in diesem Don Giovanni doch auch noch etwas von einem verletzten Jüngling." Johan Schloemann beschreibt die Stimmungslage in Dänemark, wo sich eine Möllefrau namens Pia Kjaersgaard (und hier) und ihre Volkspartei mit Hilfe der lutherischen Kirche zur rechtspopulistischen Kraft emporstemmten. Jordan Mejias sieht die mächtige Smithsonian Institution mit ihren Museen in Washington und New York in der Führungskrise. Wolfgang Schneider war dabei als Robert Menasse von Aleksander Tisma einen Preis im Namen Lion Feuchtwangers erhielt. Eva Menasse (verwandt?) meldet das 250-jährige Bestehen des Wiener Tiergartens Schönbrunn. Susanne Klingenstein war dabei, wie man in Cambridge, Massachusetts, am MIT, über Michael Frayns Stück "Kopenhagen" diskutierte.
Ferner hat Andreas Kilb angesichts der "filmischen Demut und schlichten Menschlichkeit" des Films nichts dagegen, dass Roman Polanskis "The Pianist" die Goldene Palme in Cannes erhielt. Dietmar Polaczek berichtet über die schwere Arbeit des italienischen Datenschutzbeauftragten. Oliver Jungen resümiert eine hoch besetzte Tagung über die Medien im Zeitalter des Internets am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung. Der Soziologe Walter Siebel erblickt in der FAZ-Serie über das Ruhrgebiet Chancen für "Deutschlands größte Stadt". Auf der Bücher-und-Themen-Seite erinnert der Philosophiehistoriker Ulrich Johannes Schneider an das erste deutsche Universallexikon, den "Zedler". Auf der letzten Seite porträtiert Eva Menasse den österreichischen Autor und Meister des Dramoletts Antonio Fian. Eleonore Büning porträtiert einen weiteren Österreicher, nämlich Nikolaus Harnoncourt, den "Unverzagten". Und Dietmar Polaczek erzählt, wie eine riesige Beton- und Bauruine am Golf von Salerno aus ökologisch-ästhetischen Gründen demoliert wurde und wie die selbe Unternehmerfamilie, die sie einst hochziehen wollte, nun ein neues Beton-Ungetüm an gleicher Stelle plant.
Besprochen werden das große, von drei Basler Museen veranstaltete Kunstspektakel "Painting on the Move" (mehr hier), Max Frischs Stück "Graf Öderland" in Köln, Stefan Puchers Inszenierung von Shakepeares "Heinrich IV.", die 2. Triennale der Fotografie in Hamburg (mehr hier), Lothar Baumgartens Installation "Carbon" im Industriebau der DuPont-Stiftung im holländischen Tilburg.
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Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2002
Reines Rezensionsfeuilleton heute in der NZZ. Besprochen werden Shakespeares "Heinrich IV." in der Zürcher Schiffbauhalle, von Stefan Pucher "effektvoll-spektakulär" in Szene gesetzt, die Ausstellung "Räume des XX. Jahrhunderts" in der Nationalgalerie Berlin, ein "Don Giovanni" in der Staatsoper Stuttgart, ein Kammermusikabend mit Emmanuel Pahud in Zürich, "Architecture de l'urgence" - eine Ausstellung im Centre d'Art Contemporain in Freiburg, die "Unterkünfte für Minderbemittelte und Obdachlose" präsentiert, Aufführungen des Royal Ballet und der Rampert Dance Company in London und Bücher, darunter ein Reisebericht von Hermann Kummler, der von 1888-1891 "Als Kaufmann in Pernambuco" war (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung
Die Tageszeitung, 28.05.2002
Brigitte Werneburg berichtet von der 4. Manifesta für zeitgenössische Kunst, die derzeit in Frankfurt stattfindet. Sie stellt eine Auswahl von Künstlern mit ihren Werken vor, lobt auch die sorgfältige Präsentation, aber ein wenig langweilig war's dann wohl doch: "Gediegen, umsichtig, vernünftig sind Begriffe, mit denen die Vielzahl der Sprechweisen, Untersuchungen, Dokumentationen und Aktionen charakterisiert werden können... Was fehlt, ist das Schrille, vielleicht Bösartige, schließlich das Misslungene, Ärgerliche, irgendetwas, das deutlich quer schießt."
Weitere Artikel: Cristina Nord kommentiert die Palmen-Verleihung in Cannes, Jenny Zylka arbeitet sich etwas bemüht an der These vom Aufstieg "alberner Jeans-Ideen" zum "Individualisierungsträger" ab, und die taz meldet den Tod von Hans Posegga, der (nicht nur) die Titelmelodie der "Sendung mit der Maus" komponierte.
Besprochen werden Bücher, so das neueste von Oskar Lafontaine, eine Studie des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Edward Said über "Das Ende des Friedensprozesses", Erzählungen von George Saunders und ein Krimi von Bill James (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Schließlich Tom.
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Frankfurter Rundschau, 28.05.2002
Christian Schlüter kommentiert Möllemanns Antisemitismus-Äußerungen und dessen Neuentdeckung für die FDP: dass der "politische Körper aus Fleisch und Blut" bestehe. Bislang habe es die FDP als "Partei der Besserverdienenden" verstanden, "allenfalls das Ressentiment des Sozialneids zu wecken. Doch Möllemann hat ihr ein neues Terrain erschlossen und den Affekt zur allgemeinen Grundlage politischer Entscheidungen gemacht." Im Zuge seiner "Erneuerung des politischen Körpers an Haupt und Gliedern" wolle Möllemann diesem "ein paar neue Prothesen verpassen, eine davon ist der Antisemitismus".
Weitere Artikel: Max Nyffeler porträtiert und würdigt den diesjährigen Siemens-Preisträger Nikolaus Harnoncourt, und Christiane Meixner stellt uns die vier Konkurrenten um den diesjährigen Berliner Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst vor. Daniel Kothenschulte resümiert die Filmfestspiele Cannes als "wunderbare Endlosschleife". V. Hummel und L. Bulnheim erklären und kommentieren den Bootleg-Trend und die Copyright-Diskussion in der Musikbranche. Natascha Freundel berichtet von einer Berliner Tagung, bei der es um "Schauplätze des Wissens" ging. Eckhard Henscheid geißelt in seiner Kolumne "Wahrworte" noch einmal J.B. Kerners Erfurt-Berichterstattungsdebakel. Peko. meditiert über die deutsche Grand-Prix-Schlappe. Und Rap. schließlich informiert in aller Kürze über den aktuellen Stand im Kasseler Intendantenstreit.
Besprochen werden das "Meistersinger"-Remake von Christof Nel an der Frankfurter Oper, ein Gastspiel von ZT Hollandia mit Euripides' "Die Bakchen" (mehr hier) und Stefan Puchers Inszenierung von Shakespeares "Heinrich IV" in Zürich.
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Süddeutsche Zeitung, 28.05.2002
Der Dirigent Nikolaus Harnoncourt wird heute mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet. Im SZ-Interview äußert sich der 1929 geborene Pionier der Alten Musik zu Pisa und über die Notwendigkeit der musischen Kindererziehung. Denn erst "durch die Kunst wird der Mensch zum Menschen. Nimmt man ihm die Kunst weg und alles, was mit der Kunst zu tun hat - dieses hypothetische Denken: über fünf Denkvorgänge hinweg schon ein Ziel im Auge haben -, dann ist er sehr effektiv, aber im Grunde ist er nicht sehr viel besser als ein Schimpanse, der einen Stein benutzt, um eine Nuss aufzuknacken. Das ist auch sehr gescheit. Und den Stein zu einem Hammer, dann zu einer Kreissäge und dann zu einem Computer auszubauen, das ist alles noch Affenintelligenz. Die menschliche Intelligenz kommt durch den Musenkuss."
Weitere Themen: Jörg Häntzschel berichtet über den Stadionbauboom in Japan und Korea. Tobias Kniebe bilanziert die Filmfestspiele von Cannes. Alex Rühle stöhnt über die Lebenslüge Bio, genauer seine neueste Errungenschaft: das federlose Huhn. Sonja Zekri informiert über einen Hackerangriff auf Möllemanns Forum im Internet. G.K denkt aus gegebenem Anlass über die rüden Motive und Methoden von Kunstklauern nach, und in der Kolumne "Zwischenzeit" geht es um Lektüreerfahrungen mit einer Christa-Wolf-Biografie. Tost kommentiert schließlich noch in Kurzform die angekündigte Kurzarbeit bei Hugendubel.
Im Musikschwerpunkt lesen wir heute ein Porträt des englischen Saxofonisten und "musikalischen Exzentrikers" Lol Coxhill, außerdem CD-Empfehlungen: des US-Sängers Little Jimmy Scott (mehr hier und hier), westafrikanische Reiseerinnerungen von Damon Albarn (mehr hier), der englischen Gruppe Doves (mehr hier), Adam Green, Bobby Previte (mehr hier), Moby (mehr hier), Altmeister Van Morrison (mehr hier) und Reclose. Die zugehörigen diskografischen Angaben finden Sie hier.
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Painting on the Move" in Basel an drei Orten, eine Theaterversion von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" in Bonn, Shakespeares "Heinrich IV" in der Zürcher Schiffbauhalle, Hans Neuenfels' Inszenierung von "Don Giovanni" in Stuttgart, ein Münchner Konzertabend mit Musik von Mahler und Rihm, sowie Bücher, darunter das letzte Werk des vergangene Woche verstorbenen Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould, ein neuer Roman von Julian Barnes und die Autobiografie der seit Februar entführten kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








