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Dokumentation

Abbrucharbeit am Subjekt

Von Jörg Plath

06.06.2012. Wie alle großen Romane der Moderne demontieren Péter Nádas' "Parallelgeschichten" das bürgerliche Subjekt. Es wird perforiert und entdeckt in sich unbekannte Gefühle, Gedanken, Gewalten. Es sieht "Im Zauberspiegel sich selbst". Laudatio auf Péter Nádas und die Übersetzerin Christina Viragh, die gestern den Brücke Berlin Preis erhielten.

Sehr geehrter Péter Nádas, sehr geehrte Christina Viragh, sehr geehrte Damen und Herren,

beinahe hätte ich Sie, Herr Nádas, und Sie, Frau Viragh, mit einem "Lieber" beziehungsweise "Liebe" angeredet, also recht vertraut. Sie scheinen mir nämlich auf eine seltsame, diskrete Weise eben das geworden zu sein durch die lange währende und noch immer nachwirkende Lektüre der "Parallelgeschichten". Wenn Sie, sehr geehrte andere Zuhörer, nun ein wenig peinlich berührt denken, da beschwört ein Laudator mal wieder die Stunde der wahren Empfindung, möge sie bald enden!, dann darf ich Ihnen Hoffnung machen: Zugestanden sind mir nämlich nur 20 Minuten. Und vielleicht beruhigt Sie noch mehr zu hören, dass mich auch manche weniger schöne Empfindung umtreibt, etwa nagender Neid.

Anlass und Anstand fordern jedoch, mit der Dankbarkeit anzufangen. Sie gilt dem Autor und der Übersetzerin, die mir eine gewaltige Leseerfahrung schenkten, die mich für Tage wegriss in einen anderen Kosmos und verwandelt wieder auftauchen ließ. Keine eskapistische Leseerfahrung mit Elfen oder Serienkillern! Péter Nádas' Opus magnum "Parallelgeschichten" eröffnet auf 1728 Seiten und mit einer Vielzahl von Figuren, Orten und Zeiten das gewalttätige 20. Jahrhundert als ein verschwenderisch breites Dickicht von Lebensgeschichten.

Es ist ein komplexes Buch, aber seine Komplexität schließt niemanden aus. Sie ist nämlich ganz eingegangen in die Erzählweise, in die Montage von Parallelen ganz verschiedener Art. Parallelen verbinden etwa die zwei Hauptstränge, zwischen denen knapp 30 Jahre liegen: Der Student Carl Maria Döhring findet 1989 im Berliner Tiergarten einen Toten, und Anfang der 60er Jahre sehnt sich in Budapest der mit 19 Jahren nur wenig jüngere Kristóf aus der Wohnung seiner wohlsituierten Verwandten, der Familie Lippay-Lehr, in die Arme einer Frau. In die Erschütterung des Deutschen und in das Begehren des Ungarn, beides Einsame, schieben sich Geschichten, die sie halb bewusst, halb unbewusst beunruhigen: Döhrings Verwandte waren Aufseher und Leiter eines Konzentrationslagers, sie mordeten und raubten das Gold der Häftlinge. Und Kristófs im Sterben liegender Onkel István Lippay hat die Deportation der ungarischen Juden 1944 unter den faschistischen Pfeilkreuzlern mitorganisiert, bevor er sich den Stalinisten andiente. Mit diesem Kollaborateur zweier Regime, mit seinem Sohn Ágost, einem Geheimdienstler, und der übrigen Familie kommt eine ungarische Gesellschaft in den Blick, die durch den 1956 niedergeschlagenen Aufstand, durch Ohnmacht und Verrat im Stalinismus moralisch zutiefst zerrüttet ist.

Erzählfäden, Erzählparallelen führen über Freunde, Bekannte, Liebschaften, Internatsbande in die Schweiz, nach England, in das Erzgebirge, nach Berlin in die vierziger Jahre, sogar in den Ersten Weltkrieg. Der Roman "Parallelgeschichten" gleitet in einem ganzen Jahrhundert zurück und wieder vor - als Ganzes, in fast jedem Kapitel, oft von Satz zu Satz. Es ist nicht falsch, wenn Sie bei diesem Zurück- und wieder Vorgleiten an die Bewegungen während des Liebesaktes denken. Allerdings sind Liebesakte bei Péter Nádas mehr als sexuelle Handlungen. Es sind mystische Begegnungen.

Ganze vier Tage schlafen Kristófs Cousin Ágost Lippay und die junge Gyöngyvér Mozes miteinander. Die Schilderung des fortgesetzten Interruptus ist höchst präzis, ohne je pornographisch zu werden. 120 Seiten lang treiben es da zwei miteinander, so dass man sich schon mal wund zu lesen meint - und immer wieder öffnet sich für beide ein Zeitschlund, wird aus dem körperlichen Hin und Her ein zeitliches Hin und Her: Die Liebenden erkennen sich selbst und einander plötzlich in einer vorher unvorstellbaren Tiefe. Sie wissen mit einem Mal, was sie vorher nicht wussten, ohne zu wissen, warum sie es wissen.

Sie wissen es auch nicht wirklich. Der Roman sucht hier tastend nach einer Bezeichnung für dieses "jenseits" - das Jenseits der Gegenstände, der Namen, der Gefühle, des Ich. Als Gyöngyvér in der Wohnung nach einer Decke sucht, setzt sie sich nackt auf den Klavierschemel und hört, wie die faschistischen Pfeilkreuzler die Möbel ihrer Vermieterin Irma Szemzö und der anderen jüdischen Mieter im Haus auf die Straße werfen. Sie hört, was sich 15 Jahre zuvor ereignete.

Das Ich sei nicht Herr im eigenen Haus, weiß schon Sigmund Freud - Péter Nádas zeigt, dass es auch nicht Herr in der von ihm gestalteten Welt ist. Wie alle großen modernen Romane, etwa Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" oder Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften", betreiben die "Parallelgeschichten" Abbrucharbeit am Subjekt. Es wird perforiert und entdeckt in sich vorher unbekannte Gefühle, Gedanken, Gewalten. Es sieht, so lautet eine Kapitelüberschrift, "Im Zauberspiegel sich selbst".

Die Abbrucharbeit am Subjekt enthebt es nicht der Verantwortung. Wenn Péter Nádas die Zeit staut, beschleunigt, stoppt oder sie ihre Richtung umdrehen lässt, so dass die Figuren in der Zeit zurückstürzen, dann gilt nicht mehr die übliche Kausalität "Aus A folgt B folgt C". Dann trägt das Subjekt Verantwortung auch für nicht beabsichtigte Konsequenzen seiner Taten: A beeinflusst neben B und C auch D, selbst wenn D ihm unbekannt ist. Das Jahrhundert der Massen wird bei Péter Nádas wieder zu einem Jahrhundert der Individuen, die in Abhängigkeit voneinander stehen. Die Romanästhetik besitzt ein ethisches Fundament.

Schon in Péter Nádas' erstem Roman "Ende eines Familienromans" aus dem Jahre 1977 erzählt der Großvater dem Enkel, Gott sei "immer dazwischen": Zitat " Weder Leib noch Seele, aber sowohl Seele als auch Leib." Immer dazwischen und über das bürgerliche Subjekt hinaus - mit dieser Ethik bezieht Nádas in den "Parallelgeschichten" Position gegen die politischen und Rassenideologien, gegen die Gewalt, die Juden gilt, Zigeunern, politischen Gegnern, Außenseitern, Missliebigen. Die Gewalt des 20. Jahrhunderts und ihre Rechtfertigungen werden erkennbar als Kehrseite eines verengten Begriffs von Handlung und Wirkung. Und als Notbehelfe des Bürgers gegen die Angst vor dem Ungeregelten, Unbekannten in ihm.

Um das Jahr 1800 herum, in der Aufklärung und der Romantik, formte die Literatur die bürgerliche Subjektivität. Diese Kraft besitzen auch die Bücher von Péter Nádas, das monumentale "Buch der Erinnerung" aus dem Jahr 1986 ebenso wie die "Parallelgeschichten". Dessen lange Kapitel lesen sich wie ein Breitwandkino der Wahrnehmungen und Erinnerungen, Gefühle und Gedanken. In einem dieser langen Kapitel sitzen Gyöngyvér, die Geliebte von Ágost, und dessen Mutter Erna Lippay-Lehr im Taxi. Die beiden Frauen hassen und bewundern einander: In der erzwungenen körperlichen Nähe erfährt die als Pflegekind immer wieder in den Hühnerstall gesperrte Gyöngyvér eine ungeheure, sie fast auslöschende Einsamkeit, während Erna sich körperlich nach einer Frau sehnt, für die sie vor Jahrzehnten beinahe ihren Mann verlassen hätte. Die entgegengesetzten Erinnerungen bringen sie einander schmerzhaft nah. Ein weiteres Beispiel: Kristóf, der 19-jährige Budapester, sucht im nächtlichen Schwulenpark nach einem mit aller Kraft begehrten riesenhaften Mann und findet ihn auch glücklich in der Schwulentoilette. Das Geschehen dort müssen Sie sich wie Capt'n Ahabs Kampf auf Leben und Tod mit dem weißen Wal vorstellen.

"Der Körper vergisst nicht", heißt es schon sehr früh in den "Parallelgeschichten". Der Satz fällt angesichts der Leiche im Berliner Tiergarten, deren Geist mit Sicherheit nichts mehr erinnert, die jedoch im Intimbereich nach Parfüm riecht. Mit dieser zarten ironischen Note führt Péter Nádas in das Zentrum seines Romans: zu körpergebundenen Erfahrungen, die der Reflexion nicht zugänglich sind, jedoch unsere Wahrnehmung und unsere Urteile strukturieren; die Soziologin Eva Illouz hat sie den formatierten "Gefühlen in Zeiten des Kapitalismus" gegenübergestellt. Nádas erschließt das Gedächtnis des Körpers, ohne im Mindesten auf das zu verzichten, worauf wir uns so viel einbilden: auf Intellekt und Emotion. Vielmehr tritt alles zusammen, was bewirkt, dass die Figuren der "Parallelgeschichten" aus ihrem begrenzten individuellen Körper heraustreten: Sie erleben, erfahren, erspüren, er-wissen nun auch noch, was außerhalb ihrer liegt.

Dieses Heraustreten geschieht auch dem Leser. Denn der Text gleitet zwischen Erzählperspektiven hin und her, schiebt Inneres und Äußeres ineinander, paart Wahrnehmungen mit Erinnerungen, Gefühle mit Gedanken. Jeder Augenblick scheint angefüllt bis zum Bersten, und niemals herrscht nur ein Wille, schon gar nicht der des Erzählers. Stets gibt es unvermittelt kreuzende, widersprechende, wegstrebende Momente. Stets gibt es einen Untergrund des aktuellen Geschehens, der plötzlich hervortritt und wieder bedeckt wird, als würden Wellen über ihn hinweg schlagen. Es ist der Eindruck organischen Daseins, gepaart mit blitzhafter, schrecklicher Erkenntnis eines anderen konkurrierenden Lebens, und diesen unentwegten, für Spannung und Intensität sorgenden Wechsel ins Deutsche übertragen zu haben, ist eine gar nicht genug zu lobende Leistung der Übersetzerin Christina Viragh.

Wenn der Körper nicht vergisst, dann unterliegt er nicht der Zeit. Daher erzählt Péter Nádas keine parallelen Biographien wie Plutarch, auf den der Romantitel verweist. Bei Nádas steht das die Lebensgeschichten einigende strukturelle Moment, ihre Parallelität, im Vordergrund. Die Parallelen treten hervor durch die Zeitschlünde, in die die Figuren bisweilen stürzen. Die Zeitschlünde parallelisieren Augenblicke und Handlungen, Gedanken und Gefühle, Gegenwart und Vergangenheit. Das 20. Jahrhundert der Gewalt und der Ideologie durchqueren die Gestalten von Péter Nádas und die Leser seines Romans wie einen Zeit-Raum.

Wohnungen, Häusern, Innenräumen widmen sich die "Parallelgeschichten" daher eingehend. Die große Wohnung von Döhrings Tante, einer Kunstsammlerin, ist weitgehend leer - Zitat: "Als lebten die Menschen weniger im Raum als vielmehr in der Zeit." Eine Folge der Globalisierung, vermutet der Erzähler, die Tante hetze von Termin zu Termin. Die modernen Möbel dagegen, für die in der Mitte des Buches und den dreißiger Jahren der Architekt Madzar für die von ihm begehrte Psychoanalytikerin Irma Szemzö baut, drücken seine und ihre Überzeugungen und Weltanschauungen aus. Sie sind menschliche Spuren und werden als solche von den faschistischen Pfeilkreuzlern aus dem Fenster geworfen.

Da hat der Leser schon erstaunt bemerkt, wie sich sein "inneres Raumgefühl" geweitet hat. Vor seinen Augen greift das Romangeschehen immer weiter zurück und wieder vor. Das 20. Jahrhundert wird ihm zu einem "überraschend beweglichen Bild", könnte man mit den Worten von Irma Szemzö sagen, jener Frau, in deren Wohnung Gyöngyvér und Ágost vier Tage lang miteinander schlafen.

Eigentümlich beweglich wird sogar das, was sich nicht ändern lässt: die historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Péter Nádas hat Kunstgriffe gefunden, "um die inneren Funktionsvoraussetzungen zu ändern", damit, so beschreibt Frau Szemzö die Wirkung ihres Berufes, der Psychoanalyse, "solche Veränderungen dann stark auf die Umgebung zurückwirken". Die Perforation des bürgerlichen Subjekts und die Zeitschlünde, die Verbindung von Ethik und Ästhetik, sind solche Kunstgriffe.

Im Nachhinein kann man Christina Viragh natürlich nur gratulieren, den Auftrag zur Übersetzung der "Parallelgeschichten" angenommen zu haben - was für eine gewaltige, was für eine lohnende Herausforderung! Christina Viragh, die 1953 in Ungarn geboren wurde, als Siebenjährige mit ihren Eltern in die Schweiz emigrierte und heute in Rom lebt, hatte im Jahr 2006 gerade ihren fünften, von der Kritik bald gelobten Roman "Im April" bei Ammann vorgelegt. "Im April" spielt mit vier Zeitebenen, zwischen denen über sechs Jahrhunderte liegen. Vielleicht schien es ihr der richtige Zeitpunkt zu sein, sich an das Massiv der "Parallelgeschichten" zu setzen. Und dass Christina Viragh mit vertrackten Konstruktionen und stilistischen Raffinessen vertraut ist, beweisen nicht nur ihre eigenen Bücher, auch die von ihr übersetzten - neben einigen französischen Werken sind es Bücher von László Krasznahorkai, Sandor Marai, Dezsö Kosztolányi, Antal Szerb und Imre Kertész, dem Literaturnobelpreisträger.

Wusste sie, was ihr mit den "Parallelgeschichten" bevorstand? Knapp fünf Jahre arbeitete Christina Viragh an der Übersetzung. Fünf Jahre? Jedes Jahr 350 Seiten? Jeden Tag eine? Das sieht nach einem gemütlichen Schnitt aus. Aber einen Roman, der die Grenzen dessen sprengt, was wir uns unter einem Roman vorstellen, übersetzt man nicht einfach so runter. Oft erschließt sich spät, wer gerade spricht - der Erzähler, eine Figur und welche? Alles gleitet hin und her und ineinander, sich gegenseitig erhellend: inneres und äußeres Geschehen, Rückblenden, Vorgriffe, Träume.

Christina Viragh ist eine Autorin mit einem prägnanten, exakten Stil. Und doch ist "Parallelgeschichten" kein Buch aus ihrer Feder geworden. Nádas' Prosa klingt bei ihr sowohl analytisch wie sinnlich, exakt beobachtend und emphatisch, unerschrocken, ja grausam zupackend und auffahrend emotional, intim und distanziert; dazu vielstimmig historisch und geographisch vom Berlinerischen bis zum Kakanischen, das im Dienstmädchensatz "Bitte nicht zu erschrecken" nachklingt. Das Ungarische, so hat Christina Viragh denen verraten, die wie ich diese literarische Weltsprache nicht sprechen, erlaubt es, Aussagen in Aussagen hineinzupferchen, Bedeutungen anzuhäufen. Diese Kompaktheit schafft Atmosphäre, Fülle, intellektuellen und sinnlichen Reichtum - und all das muss im Deutschen mit seinen Forderungen nach klaren Bezügen und Stringenz anders erzeugt werden. Rhythmus, hat Christina Viragh offenbart, sei ihre Lösung, Schwingung. Dazu kommen, was jeder Leser bemerkt, Diskretion, Unaufdringlichkeit. Denn diese hochgradig konstruierte, konzentrierte Erzählweise muss jeden Anschein des Auftrumpfens vermeiden. Man könnte vielleicht von Obertönen sprechen, deren Summe den Klang eines Tons ergibt. Sie müssen im Deutschen mitübertragen, nachgedichtet werden, ohne jedoch auffallen zu dürfen.

"Die Welt ist unauslotbar in ihren Glücksfällen", heißt es in den "Parallelgeschichten". Und weiter: "Na ja, auch in ihren unglücklichen Kombinationen, in allem, was sie nicht zeigt." Das sind zwei typische Sätze für dieses Buch. Changierend zwischen dem allwissenden und dem personalen Erzählen zeigen sie eine Denkbewegung und mit dem lässigen "Na ja" zugleich eine Haltung, eine Ironie, die noch so griffige Welterklärungssätze unfehlbar korrodieren lässt. Im Fall dieser Übersetzerin muss man allerdings sagen: Hier ist die Welt auslotbar - Christina Viragh ist, das ist evident, ein Glücksfall. Sie hat dieses Buch in der deutschen Sprache ankommen lassen.

Soweit zur Dankbarkeit, die ich abtragen wollte und musste. Nun zum Neid. Es ist ein Neid auf Sie, sehr geehrte Damen und Herren, die die "Parallelgeschichten" noch nicht gelesen haben, die diese gewaltige, wunderbare, wunderbar gewaltige Leseerfahrung noch vor sich haben. Freuen Sie sich!

Lieber Péter Nádas, liebe Christina Viragh, vielen, vielen Dank für ein Buch, das wir noch in Jahrzehnten bebend vor Aufregung und als Erweiterung unserer selbst und unserer Sicht auf die Welt lesen werden - und herzlichen Glückwunsch zum Brücke Berlin-Preis 2012.

Jörg Plath

Jörg Plath ist Literaturkritiker der NZZ, der FAZ und des Deutschlandradio Kultur.

Der Brücke Berlin-Preis wird von der BHF-Bank-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut, dem Literarischen Colloquium Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger waren László Krasznahorkai und Heike Flemming, Andrej Bitow und Rosemarie Tietze, David Albahari und Mirjana und Klaus Wittmann, László Darvasi und Heinrich Eisterer, Olga Tokarczuk und Esther Kinsky.

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