Bücherschau des Tages - Archiv
Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit. Täglich ab 14 Uhr.
Februar 2012
11.02.2012 FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
10.02.2012 Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen
09.02.2012 Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen
08.02.2012 Die SZ feiert Michael Ondaatjes Geschichte seiner Schiffspassage von Sri Lanka nach England "Katzentisch". Auch Petur Gunnarssons Kindheitserinnerungen "Punkt Punkt Kommas Strich" kann sie sehr empfehlen. Als großes Vermächtnis würdigt die NZZ die "Römische Sozialgeschichte" des ungarischen Althistorikers Geza Alföldy. Sehr beeindruckt ist sie auch von Norbert Hummelts neuem Gedichtband "Pans Stunde". Mehr lesen
07.02.2012 Einfach hingerissen ist die taz von Charles Dickens Roman "Große Erwartungen", der von der Liebe und Treue erzählt, von und dem Fluch des Geldes. Die NZZ liest sehr berührt, wie die schwerkranke Elisabeth Tova Bailey Trost bei einer Waldschnecke fand. Die FAZ kann Michel Bergmanns lebendigen und sehr vergnüglichen Frankfurt-Roman "Machloikes" empfehlen. Mehr lesen
06.02.2012 Die SZ feiert Manfred Geiers Geschichte der Aufklärung, die quicklebendig vom Leben, Leiden und Lieben in der Gelehrtenrepublik erzählt. Von einem Staat vor dem wirtschaftlichen Abgrund liest die FAZ in Ludvik Vaculiks tschechischem Klassiker "Die Meerschweinchen". Außerdem empfiehlt sie gleich zwei Nahost-Thriller: Abdallah Frangis Lebensgeschichte "Der Gesandte" und eine Biografie der Mossad-Agetin Sylvia Rafael. Mehr lesen
04.02.2012 Die FAZ begibt sich mit Michael Ondaatje auf einen Passagierdampfer und kentert zu ihrer großen Begeisterung nicht. Großes Lob in FAZ und FR für Stewart O'Nans Beschreibung des unspektakulären Lebens einer alten Frau. Die NZZ trauert um den Luftpoeten Christian Loidl. Die taz schürft nach dem Bösen in der rohstoffarmen Schweiz. Mehr lesen
03.02.2012 Die FAZ versinkt in William Trevors sehr irischem Roman "Turgenjews Schatten", der von der Liebe zweier Menschen erzählt, die einfach nicht für das Leben gerüstet sind. Die SZ liest Krimis von Buddy Giovinazzo, verübelt ihm aber, dass er den literarischen Wahnsinn zum Tiefstpreis verschleudert. Mehr lesen
02.02.2012 Mit großer Begeisterung lässt sich die Zeit von Jennifer Egan durch den "Größeren Teil der Welt" und einmal quer durch den Orbit katapultieren. Außerdem preist sie Melanie Walz' neue Übersetzung von Charles Dickens "Große Erwartungen". Die SZ kommt mit Carsten Strouds Roman "Niceville" auf ihre Kosten. Und die FAZ feiert Daniil Charms. Mehr lesen
01.02.2012 Unisono preisen NZZ und SZ Daniel Jüttes Geschichte des Geheimwissens, die uns unter anderem bekannt macht mit dem Hofingenieur, Mathematiker, Alchemisten, Pulverhersteller, Kryptologen, Magus und Luxusgüterhändler Abramo Colorni. Außerdem liest die SZ liest von der Fehde zwischen Karl Kraus und Franz Werfel und kommt mit Georg Oswalds "Unter Feinden" auf ihre Krimikosten. Die FAZ rühmt Laszlo Vegels Adoleszenzroman "Bekenntnisse eines Zuhälters" (hier unser Vorgeblättert). Mehr lesen