Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Von Lesern empfohlene Bücher
Romane, Lyrik, Kinderbücher / Zweiter Weltkrieg / Politische Bücher / Sachbücher
Arbeit hat als Grundlage unseres Selbstverständnisses ausgedient. Mit dieser schlichten Behauptung hat Wolfgang Engler offenbar den Nerv der Feuilletons getroffen. Auch wenn einige Rezensenten die von Engler vorgeschlagene Einführung eines Bürgergelds für jedermann aus anthropologischen oder finanziellen Gründen für nicht realisierbar halten, Englers radikale Streitschrift "Bürger, ohne Arbeit" (bestellen) lädt die meisten zum Nachdenken, einige sogar zum Nachlegen ein. Es gilt, "gemeinsam neu zu überlegen, wie wir morgen leben und arbeiten wollen", murmelt die Zeit grüblerisch. Der SZ geht der Vorschlag eines Bürgergelds sogar nicht weit genug, und auch FR sieht den umstürzlerischen Aufwand nicht ein, wenn am Ende nur der Ruf nach einem europäischen Sozialpakt formuliert wird.
"Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF". Dieser Band mit Essays von Wolfgang Kraushaar, Karin Wieland und Jan Philipp Reemtsma (bestellen) hat in der taz eine heftige Debatte um den Schutzpatron des Hauses ausgelöst. Hat Dutschke den Terror befürwortet? Es sieht nach dem Essay von Wolfgang Kraushaar ganz so aus. Die 68er und ihre Nachfolger verlieren ihre letzten Illusionen!
"Man muss hoffen, dass sich Ian Buruma und Avishai Margalit irren", munkelt die Zeit sorgenvoll. Sie hofft, dass die hier unter dem Schlagwort "Okzidentalismus" (bestellen) in erschreckendem Ausmaß präsentierten Vorurteile gegen den Westen nur Versatzstücke verschiedener Autoren sind, die es so konzentriert in Wirklichkeit nicht gibt. "Aber sicher sein kann man sich dabei nicht". Der FR gefällt die raffinierte These, dass die in der islamischen Welt verbreitete ideologisch-kritische Haltung ihren Ursprung in Europa hat. Die FAZ gibt sich strenger und mahnt mehr Analyse und Verknüpfung an, die bloße Aneinanderreihung unzusammenhängenender Vorurteile ist ihr zu wenig.
Necla Kelek lässt in ihrer Kritik an Zwangsheirat und arrangierten Ehen innerhalb türkischer Familien in Deutschland "an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig", staunt die taz und will "Die fremde Braut" (bestellen) zur Pflichtlektüre an den Schulen machen. Mit etwas mehr Zurückhaltung regieren SZ und FAZ, letztere ist die Haltung der Autorin stellenweise zu undifferenziert. Im Sammelband "Islam in Sicht" (bestellen) wird dagegen das neue Auftreten der islamischen Religiosität im öffentlichen Raum beleuchtet, und das nuanciert und vielfältig, wie die NZZ meint. Die FR hat aus den "sehr anregenden Reflexionen" gelernt, dass der praktizierte Islam beileibe nicht rückständig ist, sondern schon immer eine Reaktion auf den Westen beinhaltet.
Romane, Lyrik, Kinderbücher / Zweiter Weltkrieg / Politische Bücher / Sachbücher
Archiv: Bücher der Saison
Frühjahrsbücher 2013
15.04.2013. In diesem Frühjahr dominieren autobiografisch grundierte Romane, Bücher über die Geburtstagskinder Jean Paul und Wagner, eine fette Derrida-Biografie und ein Band über Sexualität in der arabischen Welt. Reichlich Lektüre für die Sonnentage im Park, die jetzt hoffentlich anstehen. Mehr lesen
Bücherherbst 2012
12.11.2012. Mit Rainald Goetz, John Lanchester und Nadine Gordimer gewinnt die Literatur in dieser Saison an Aktualität, Schärfe und Wut. Aber auch die Liebe und das Experiment kommen zu ihrem Recht. Für aufregende Reportage bleiben die Amerikaner zuständig. Bemerkenswert ist, wie chinesische Autoren die düstere Geschichte aufzuarbeiten beginnen. Außerdem gibt es ein Loblied auf die Brüsseler Beamten, das Porträt eines vielköpfigen Politungeheuers und endlich einen guten Grund, Ezra Pound zu lesen. Mehr lesen
Frühjahrsbücher 2012
07.04.2012. In der Literatur schickt Ungarn uns in die Abendschule, Prag in die Vorstadt, Israel in den Schlaf, Schottland liefert uns der Huldra aus, Amerika stellt uns auf ein Schlachtfeld, die Niederlande grübeln in Wales über Emily Dickinson, das Surselva veranstaltet ein letztes Besäufnis. Und dann gibt es noch diese multiethnischen Autoren, die feste Identitäten nur lächerlich finden. Die Sachbücher geben uns eine Lektion in Sachen Aufklärung, Rückzug und Beethoven. Mehr lesen
Bücherherbst 2011
28.11.2011. Liegt's am Hype des Deutschen Buchpreises oder ist die deutsche Literatur tatsächlich so in Form? Jedenfalls dominierte sie in den Buchmessenbeilagen. Außerdem begegnen wir Michelangelo in Konstantinopel, selbstmöderischen Käfern in Bukarest und Dandys in Stockholm. Wer etwas belebenden Optimismus tanken will, vertiefe sich in Steven Pinkers "Gewalt". Eva Illouz' Analyse des Liebesmarktes ist eher was für Hartgesottene. Und, tja, wer die Geschichte des Computers besser verstehen will, sollte die Steve Jobs-Biografie von Walter Isaacson durchaus lesen!
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Bücherfrühjahr 2011
11.04.2011. Literatur ist, wenn es ungemütlich und doch herrlich ist. Den Literaten gelang es in dieser Saison am besten in Erzählungen, an erster Stelle Clemens J. Setz in "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes". Große Romane sind in dieser Saison Mangelware. Dafür gibt's gute Reportagen, Erinnerungsbücher und viel böse Philosophen.
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Bücherherbst 2010
15.11.2010. Dieser Bücherherbst war stärker von politischen Büchern geprägt als von literarischen. Stichwort: Sarrazin und Auswärtiges Amt. Dabei gibt es eine Fülle literarischer Neuerscheinungen, die politische Themen aufgreifen. Das gilt in hohem Maße für die argentinischen Romane, aber auch zum Beispiel für Ian McEwans "Solar", eine Komödie über den Klimawandel, oder Sofi Oksanens Roman "Fegefeuer" über die estnischen Traumata. Mehr lesen
Frühjahr 2010
06.04.2010. In den Frühjahrsromanen sehen wir die unheimliche Welt mit den Augen einer Horde Kinder, beobachten Liebende in Teheran, lassen uns von Rosslyns Brüsten zu einem Reim inspirieren und begleiten einen Lehrer auf einer Höllenfahrt im Volvo. Unter den Sachbüchern stachen Daniel Everetts Buch über die Pirahas, "Das glücklichste Volk", heraus, Oliver Jens Schmitts Biografie des albanischen Nationalhelden Skanderbeg und Simon Sebag Montefiores farbenprächtiges Porträt des Fürsten Potemkin. Mehr lesen
Bücherherbst 2009
18.11.2009. Dies ist ein Literaturherbst! Man kann sich auf literarische Entdeckungsreise nach China begeben. Eine Vielzahl von gut besprochenen deutschen Romanen ist erschienen, allen voran Herta Müllers "Atemschaukel". Und in den Amerikas sind zwei fette Romane erschienen, die die Rezensenten euphorisiert und erschöpft haben. Viel Spaß beim Lesen!
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Bücherherbst 2008
04.12.2008. Dieser Winter bietet die Gelegenheit, sich auf literarische Entdeckungsreise in die Türkei zu begeben, oder sich von Uwe Tellkamps "Turm" in die Stadt Dresden vor der Wende zurückversetzen zu lassen. Reiche Ernte auch bei den Sachbüchern. Diskutieren Sie mit!
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Frühjahr 2008
22.04.2008. Okay, da sind die "Feuchtgebiete", da sind Jonathan Littells SS-Fantasien, da sind ein paar wackere deutsche Romane. Aber es gibt nur zwei Bücher, die auf einhelliges Echo der Kritiker stießen. Eins ist gut, das andere ist böse. Außerdem lasen die Kritiker herausragende Comics. Kroatien interessierte nicht alle, aber einige um so mehr. Ein Blick auf die Bücher des Frühjahrs 2008. Mehr lesen
Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer: Herbst 2007
26.11.2007. Dieser Literaturherbst gehört zwei russischen Schriftstellern: Wassili Grossman und Warlam Schalamow, deren Jahrhundertwerke endlich auf Deutsch erschienen sind. Einen respektablen Auftritt haben aber auch die deutschen Autoren der mittleren Generation, polnische Tunten, rumänische Manieristen, deutsche Romantiker, streitlustige Atheisten, neapolitanische Camorristi, katalanische Ritter und ein ungenierter Genussmensch. Mehr lesen
Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer: Frühjahr 2007
19.04.2007. Einen großen Auftritt haben in diesem Jahr die deutschen Erzähler und Erzählerinnen, und zwar quer durch alle Altersklassen. Wir begegnen verliebten Trollen in Schweden, erbarmungswürdigen Pechvögeln aus Dänemark, piemontesischen Schmugglern und abgestürzten bulgarischen Schriftstellern. Bei den Sachbüchern stechen vor allem die Reportagen und Essays zum Multikulturalismus von Ian Buruma und Amartya Sen hervor, aber auch Geschichtsbände zum Kalten Krieg und Preußen. Und die Kunst wird übersichtlich. Mehr lesen
Thekla Dannenberg, Christoph Mayerl: Herbst 2006
10.11.2006. Absurde Komik aus der Ukraine und Gangsterbosse aus Bombay: Indien und Osteuropa retten die Literatur in dieser Saison. Die Erinnerungen großer Männer bestimmen die Presse, die Erinnerungen an den Ungarnaufstand 1956 berücken die Feuilletons. Das real existierende Sarmatien entzieht sich jeglicher Definition. Und noch vieles mehr in unseren Büchern der Saison. Mehr lesen
Thekla Dannenberg, Christoph Mayerl: Frühjahr 2006
03.04.2006. Die deutschen Feuilletons haben die Fremden entdeckt - und das mit Macht. Die am häufigsten besprochenen literarischen Bücher beschäftigen sich mit einem Reisenden des 19. Jahrhunderts, türkischen Mädchen im Anatolien der Fünfziger, Jugendbanden in Leipzig oder global Sex suchenden serbischen Diplomatentöchtern. Im Sachbuchbereich hat vor allem Necla Keleks Untersuchung über die türkischen Männer in Deutschland heftige Diskussionen ausgelöst. Mehr lesen
Thekla Dannenberg, Anja Seeliger: Herbst 2005
14.11.2005. Die wichtigsten Romane der Saison handeln von Klonen. Die zweitwichtigsten von der Wende. Die wichtigsten Sachbücher handeln von Mao, von der Rückständigkeit Arabiens und vom Hass. Der Perlentaucher hat die Produktion der Saison durchgesehen und viel interessanten Stoff für lange Abende gefunden. Mehr lesen








