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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Die Buchmacher
Die Buchmacher
Ein Blick in die Branchenblätter der Buch- und Verlagswelt. Jeden Montag ab 12 Uhr.
12.01.2004. In dieser Woche: Warum Experten der deutschen Buchbranche apokalyptische Perspektiven bescheinigen. Und woher Bertelsmann seine Bestseller holt. Von Sandra Evertz
Börsenblatt, 08.01.2004
Der Markt wird immer enger, das dürfte jedem klar sein. Doch wie schlimm ist es wirklich um die Buchbranche bestellt? Die Verfasser der Studie "Brennpunkt Verlage", Medienberater Andreas Becker und Marc Ziegler, prognostizieren bis zum Jahr 2008 Umsatzeinbußen von 800 bis 900 Millionen Euro gegenüber 2002. Außerdem werde es am Ende der Dekade knapp 1600 weniger deutsche Buchverlage geben. Die Verlagsindustrie stehe vor einem längst überfälligen Strukturwandel, erklären Becker und Ziegler im Börsenblatt. Die Verlage hätten versäumt, ihre Unternehmen strikt nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auszurichten, das Produktmanagement zu straffen und innovative Martketing- und Vertriebskonzepte zu entwickeln.
Während sich viele in der Branche in 2003 sorgen mussten, dürften beim S. Fischer Verlag zum Jahresende die Sektkorken richtig doll geknallt haben: Die Frankfurter erzielten das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Titelzahl dürfe nicht zu groß sein, für jedes einzelne Buch müsse man Kraft und Ideen haben und keines könne ohne Assistenz gelassen werden, erläutert Programmgeschäftsführer Jörg Bong sein Erfolgskonzept im Börsenblatt-Interview.
Das Gebrauchtbuch boomt. Auf vier Prozent jährlich schätzt Boris Werts, Chief Operating Officer bei Abebooks, das Wachstum auf diesem Sektor. Der Online-Anteil sei mit 14 Prozent doppelt so hoch wie der des Internethandels mit neuen Büchern, 2006 solle dieser Anteil auf fast 17 Prozent steigen. Bei Gebrauchtbüchern lägen Potenziale brach, davon ist Werts überzeugt. "Für die Buchbranche sollten sie kein Stein des Anstoßes, sondern Anlass zum Ansporn sein - vorausgesetzt die Spielregeln der Preisbindung werden befolgt."
T.C. Boyle will erst mit 95 Jahren in Rente gehen. Das erzählte der 55-jährige Bestseller-Autor und promovierte Literaturwissenschaftler dem Börsenblatt. Schreiben sei eine Form der Abhängigkeit. "Wenn man etwas zu Ende gebracht hat, löst das ein Glücksgefühl aus, das einem Drogenrausch ähnelt. Diese Erfüllung und tiefe Zufriedenheit möchte man immer wieder erleben."
Personalien: Gunnar Schmidt übernimmt ab Februar die Leitung von Rowohlt Berlin. Möglicherweise steht dem Hamburger Verlag Rogner & Bernhard ein Eigentümerwechsel bevor - Jakob Augstein, Sohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, soll Interesse bekundet haben. Kerstin Gleba hat seit Januar Prokura und wird Mitglied der Geschäftsleitung von Kiepenheuer & Witsch. Jens Marquardt ist zum Geschäftsführer der Aufbau-Buchverlage ernannt worden. Mehr.
Meldungen: Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann rechnet für 2004 mit einem leichten Umsatzplus, zwischen einem und drei Prozent, im Vergleich zum vergangenen Jahr. Unter dem Dach von Springer Science + Business Media sind der Westdeutsche Verlag und der Verlag Leske + Budrich zum VS - Verlag für Sozialwissenschaften verschmolzen. VS plant jährlich mehr als 500 Novitäten.
buchreport.express, 08.01.2004
Die alte und neue Supermacht Bertelsmann - das Titelthema im Buchreport. In den Jahresbestsellerlisten 2003 (siehe auch unten) dominierten die Bertelsmann Verlage - Random House-Imprints und Heyne zusammengerechnet - drei der vier Rankings. Im Hinblick auf die Frühjahrsvorschau stellt der Konzern ebenfalls "mit Abstand" die meisten Bestseller-Kandidaten. Seine Vorrangstellung habe der Branchenriese fast ausnahmslos mit Büchern fremdsprachiger Autoren, die ihre Marktprobe bereits in den Heimatländern bestanden hätten, erkämpft.
Für den Dezember 2003 verzeichnet der Buchreport-Umsatztrend ein positives Ergebnis von + 2,02 Prozent. Insgesamt habe der Buchhandelsumsatz gegenüber dem Vorjahr um weitere 2,24 Prozent abgespeckt. Das heißt, so der Buchreport, dass der Buchhandel nach 2001 und 2002 das dritte Mal mit einer roten Zahl unterm Strich abschließe.
Der Bertelsmann Club provoziert erneut die Sortimenter: "Jede Sekunde zählt", das zweite Buch von Lance Armstrong, soll nach Katalogangaben zeitgleich mit der Originalausgabe (auch bei Bertelsmann) erscheinen. 15 andere Titel blieben unter dem Sechs-Monats-Abstand, der laut Potsdamer Abkommen zwischen Buchhandels- und Originalausgabe liegen müsse, weiß der Buchreport. Nach dem Durchsetzen einer einstweiligen Verfügung, die Rudolf Braun-Elwert, stellvertretend für den Sortimenter-Ausschuss des Börsenvereins, angestrengt hat, soll eine ordentliche Verhandlung diesen Januar stattfinden.
Da der Buchclub anscheinend seine Felle wegschwimmen sieht, startet er einen weiteren ("letztmaligen", so der Buchreport) Versuch, wieder schwarze Zahlen zu schreiben: Er bietet Club-Kunden seit Jahresbeginn über den Bücher-Bestellservice Zugriff auf das reguläre Buchhandelsangebot. "Für die Sortimenter könnte das einen weiteren Verlust von Marktanteilen bedeuten", vermutet der Buchreport.
Elke Heidenreich hat mit "Lesen!" beim ZDF vorgemacht, wie man Quote macht. Die anderen Sender möchten's ihr nachtun. Während die Zukunft von Bodo Kirchhoffs Büchermagazin "cult date" wegen mangelnder Zuschauerresonanz für den Hessischen Rundfunk noch in den Sternen steht, hat der WDR, nach eigenen Angaben, gleich zwei Konzepte von Literatursendungen erfolgreich an den Start gebracht: "Kaminers Klub" und "Was liest du?". Wladimir Kaminer und seine beiden Gäste, die Autoren Ahne und Claudia Kaiser, lasen in der Pilotsendung aus eigenen Texten und diskutierten anschließend darüber. Jürgen von der Lippe trug zusammen mit seinen Gästen, den Comedians Cordula Stratmann und Matze Knop, die besten Stellen aus komischen Büchern vor.
Personalien: Peter Wilfert musste zum Jahreswechsel seinen Sessel im Eichborn-Vorstand räumen.
Meldungen: Letzten Samstag wurde die Hörbuchproduktion von "Harry Potter V" (Hörverlag) - jetzt doch mit der Stimme von Rufus Beck - abgeschlossen, am 19. Februar sollen die 30 CDs in den Handel kommen. Schon im März, ein halbes Jahr früher als geplant, bringt der im Herbst 2003 gegründete Schirmer Graf Verlag seine ersten Bücher auf den Markt. Jahresbestseller 2003 sind Joanne K. Rowlings "Harry Potter und der Orden des Phönix" (mehr), Carlsen, (in der Rubrik Hardcover Belletristik), Michael Moores "Stupid White Men" (mehr), Piper, (Hardcover Sachbuch), Henning Mankells "Der Mann, der lächelte" (mehr), Zsolnay, (Taschenbuch Belletristik) und Allan&Barbara Peases "Warum Männer nicht zuhören...", Ullstein, (Taschenbuch Sachbuch). Hier die aktuellen Bestsellerlisten.
Archiv: Die Buchmacher
Rache für bleischwere Bücher
21.04.2008. Wie Buchhändler für Ladenhüter und blöde Bestseller an Autoren Vergeltung üben. Wer sich im Zeitalter des "funktionalen Analphabetismus" über die Ausdünnung des Buchhandelsnetzes Sorgen macht. Und worüber die Branche auf der London Book Fair diskutiert hat. Mehr lesen
Antipoden der Blödel- und Quasselkultur
14.04.2008. Warum literarsche Wucht-Wälzer so beliebt sind. Weshalb der Fall der Buchpreisbindung eine Buchhandelskatastrophe wäre. Welche Romane für Frühlingsgefühle sorgen. Und wieso HarperCollins auf Autoren-Vorschüsse und Remissionsrecht verzichten möchte. Mehr lesen
Ausweitung der Bilderzone
07.04.2008. Warum der Aufbau-Chef heilen oder klagen kann. Wie sich die Börsenvereinianer unter dem Damoklesschwert der Haftung winden. Wieso Brockhaus durch die Heye-Übernahme jetzt verstärkt in Kalender macht. Und weshalb Karstadt auf der Suche nach Buchhandelspartnern in der Klemme steckt. Mehr lesen
Riese in der Wachstumsfalle
31.03.2008. Warum die Branche eine konzertierte Marketing-Aktion benötigt. Wie Wikipedia Kleinverlage auslöscht. Inwiefern Amazon zu komplex und unflexibel ist. Und weshalb das Ehrenamt beim Börsenverein noch unattraktiver wird. Mehr lesen
Archiv: Buchmacher
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Archiv: Die Buchmacher
Freie Preise, freies Handeln
17.03.2008. Warum das Bundeskartellamt gegen die Preisbindung ist. Wer bester Verleger und Misthaufen in einer Person ist. Weshalb auf der Bestsellerliste so viel los ist. Und wie Fachhändler gegen Ketten kämpfen. Mehr lesen
Erfüllungsgehilfen der Filial-Fürsten
10.03.2008. Was die Ausbildung in den Buch-Ketten fragwürdig macht. Wer im Wettstreit mit den Filialisten auf Expansionskurs ist. Und warum Verlage zu defensiv sind. Mehr lesen
Einschussloch der Erinnerung
03.03.2008. Warum Daniel Cohn-Bendit "Die Wohlgesinnten" drei Mal gegen die Wand geworfen hat. Wie beliebt Buchhändler sind. Warum sich die Filialisierung im Buchhandel nicht verlangsamt. Und was Götz Aly bei seiner Recherche zu seinem Buch "Unser Kampf" besonders überrascht hat. Mehr lesen
Leiden mit Fuckoh
25.02.2008. Warum der Fall Brockhaus doch nicht für den Tod der gedruckten Enzyklopädie steht. Wo man Print-on-Demand-Bücher bald produzieren kann. Und was "Nazis in Dortmund" mit "Narziß und Goldmund" und "Foucault" mit "Fuckoh" zu tun haben. Mehr lesen
Print ist tot
18.02.2008. Warum die gedruckte Enzyklopädie Geschichte ist. Weshalb HarperCollins Bestseller verschenkt. Wieso Ratgeber nicht unter der Internet-Konkurrenz leiden. Und wer keine Lust mehr auf Untergangsszenarien und Nullsummenspiele hat. Mehr lesen
Flucht in den kulturellen Naturschutzpark
11.02.2008. Was die Kalender-Verleger besorgt. Warum die Branche von einer Audible-Amazon-Allianz profitiert. Wieso die eskapistischen Buchhandels-Azubis keine Ahnung von BWL und elektronischen Medien haben. Und weshalb Verleger demnächt ein Praktikum als Übersetzer absolvieren sollen. Mehr lesen
Stiefmütterliche Feuilletons
04.02.2008. Warum um Open-Access nicht mehr so scharf gestritten wird. Inwiefern der Wettstreit der Filialisten um Flächen dafür umso schärfer wird. Wieso "ThaliaPreise" verboten sind. Und wer sich darüber ärgert, dass Feuilletons zweite Bücher stiefmütterlich behandeln. Mehr lesen
Gefährliche Makulatur
28.01.2008. Warum Bücher zu billig sind. Welche Comics den Buchhandel erobern sollen. Wie sich Verlage gegen Schutzgeld wehren wollen. Und weshalb die große Ramscherei die Branche bedroht. Mehr lesen
Kollektives Krumenpicken
21.01.2008. Wo die Preisbindung wieder auf der Kippe steht. Weshalb die Hörbuch-Branche nicht mehr euphorisch ist. Warum die kleinen Verleger-Nager in Zukunft nur noch gemeinsam ein paar Krumen picken können. Und mit welchen Hilfen zwei Ex-Suhrkampianer in die Selbstständigkeit starten.
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Club der toten Sparte
14.01.2008. Warum unter der neuen Bertelsmann-Führung düstere Wolken über dem Buch-Club hängen. Welches Tempo die Jäger der Branche vorlegen. Wie der deutsche Buchhandel 2007 abgeschlossen hat. Und was Sortimenter an den Vorschauen der Verlage monieren. Mehr lesen
Angst vor dem Scheitern
07.01.2008. Wie Georg Klein radikal seine Bücher ausmistet - und damit eine Debatte auslöst. Was sich die neue Suhrkamp-Marketingleiterin vorgenommen hat. Und wer aus Angst vor dem Scheitern auf gute Vorsätze verzichtet und lediglich seinen Schreibtisch im neuen Jahr aufräumen will.
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