Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Zoran Drvenkar

Im Regen stehen

(Ab 12 Jahre)

Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2000
ISBN-10 3499209934
ISBN-13 9783499209932
Gebunden, 221 Seiten, 6,60 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Diesmal erzählt Zoran von seiner jugoslawischen Heimat, den ersten Jahren in der kleinen Berliner Wohnung, den Streitereien zwischen Mutter und Vater. Zoran entdeckt einen Zugang in einen Supermarkt. Gemeinsam mit Adrian heckt er einen perfiden Plan aus, um Martina und Ilona in einen Keller zu locken. Die wechselnden Beziehungen zwischen Familie und Freunden auslotend, beschreibt Drvenkar diese ereignisreichen Jahre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000

Heribert Prantl ist so begeistert von diesem Buch, dass er es sich "neben Huckleberry Finn ins Regal gestellt habe". Dabei hört sich die Schilderung von Zorans Alltag im Berliner Bezirk Charlottenburg in den siebziger Jahren auf den ersten Blick eher deprimierend an: Ladendiebstähle, Selbstmordversuch der Mutter, es kommt sogar zu einer Vergewaltigung. Aber auch Neugier, Zärtlichkeit und Sehnsucht spielen - so Prantl - in diesem Buch eine Rolle. "Schonungslos ehrlich, wie man schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen hat", lautet das Fazit des Rezensenten, nach dessen Ansicht die Lektüre des Buchs zahllose Artikel und Tagungen über das Leben und die Schwierigkeiten junger Ausländer in Deutschland überflüssig macht. Dabei ist diese spannende Geschichte weit entfernt von jeglicher "Multi-Kulti-Romantik", wie Prantl mit spürbarer Erleichterung feststellt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.06.2000

"Applaus" spendet Andreas Steinhöfer diesem Jugendroman, und was ihn dabei so besonders freut, ist, daß ausgerechnet ein Buch über die 70er Jahre mit dem pädagogischen Impetus jener Zeit bricht und damit eine längst fällige Erneuerung des Jugendbuchgenres in die Wege leitet. Drvenkars autobiografisch begründete Pubertätsgeschichte aus dem Berlin der 70er Jahre ist "so sensibel wie hart" erzählt, meint Steinhöfel. Nichts für zartbesaitete Jugendbuchkritiker, eher was für klarsehende Jugendliche. Weder verfalle Drvenkar der Sentimentalität im Rückblick auf pubertäre Entdeckungen und Geheimnisse, erläutert der Rezensent, noch erliege er der Schwarzmalerei, die jedes Problem existenzialistisch ausdeutet. Hinzukommen der ungeheure Humor und die Stilsicherheit des Autors, denen Steinhöfel seinerseits mit Wonne erlegen ist.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000

In einer Doppelbesprechung beschäftigt sich Monika Osberghaus mit den folgenden zwei Büchern von Zoran Drvenkar:
1) "Im Regen stehen"
Mit diesem Buch ist der Autor zurückgekehrt in die Welt seines ersten Buches "Niemand so stark wie wir", also in die Welt einer Jungenclique im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Aber er hat die Jungen, die älter geworden sind, in "ein härteres Licht" gestellt und erzählt schnörkelloser und weniger gewollt, meint Monika Osberghaus. Tatsächlich findet sie, hat er erst hier "den eigenen Ton und Rhythmus" gefunden. Seine Aufmerksamkeit für Alltags- und Nebengeräusche läßt den Leser noch dichter an die Jungen herankommen und die "trotzige Neugier" nachempfinden, mit der sie "Sex und Gewalt" erleben, suchen und meiden.
2) "Der Winter der Kinder oder Alissas Traum"
Eine "schwergewichtige Geschichte", die mit dem Tod von Alissas Vaters, ihrer depressiven Mutter und fidelen Oma "auf der Welle der kinderliterarischen Modethemen schwimmt", schreibt Monika Osberg verärgert und fragt sich, warum es für junge Autoren so schwer ist, ein gutes Kinderbuch zu schreiben. Bücher wie dieses sind für Kinder so "lästig", wie "ein Besuch bei einem unbegabten Schulpsychologen", urteilt die verstimmte Rezensentin kurz und bündig.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren