Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Diesmal erzählt Zoran von seiner jugoslawischen Heimat, den ersten Jahren in der kleinen Berliner Wohnung, den Streitereien zwischen Mutter und Vater. Zoran entdeckt einen Zugang in einen Supermarkt. Gemeinsam mit Adrian heckt er einen perfiden Plan aus, um Martina und Ilona in einen Keller zu locken. Die wechselnden Beziehungen zwischen Familie und Freunden auslotend, beschreibt Drvenkar diese ereignisreichen Jahre.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000
Heribert Prantl ist so begeistert von diesem Buch, dass er es sich "neben Huckleberry Finn ins Regal gestellt habe". Dabei hört sich die Schilderung von Zorans Alltag im Berliner Bezirk Charlottenburg in den siebziger Jahren auf den ersten Blick eher deprimierend an: Ladendiebstähle, Selbstmordversuch der Mutter, es kommt sogar zu einer Vergewaltigung. Aber auch Neugier, Zärtlichkeit und Sehnsucht spielen - so Prantl - in diesem Buch eine Rolle. "Schonungslos ehrlich, wie man schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen hat", lautet das Fazit des Rezensenten, nach dessen Ansicht die Lektüre des Buchs zahllose Artikel und Tagungen über das Leben und die Schwierigkeiten junger Ausländer in Deutschland überflüssig macht. Dabei ist diese spannende Geschichte weit entfernt von jeglicher "Multi-Kulti-Romantik", wie Prantl mit spürbarer Erleichterung feststellt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.06.2000
"Applaus" spendet Andreas Steinhöfer diesem Jugendroman, und was ihn dabei so besonders freut, ist, daß ausgerechnet ein Buch über die 70er Jahre mit dem pädagogischen Impetus jener Zeit bricht und damit eine längst fällige Erneuerung des Jugendbuchgenres in die Wege leitet. Drvenkars autobiografisch begründete Pubertätsgeschichte aus dem Berlin der 70er Jahre ist "so sensibel wie hart" erzählt, meint Steinhöfel. Nichts für zartbesaitete Jugendbuchkritiker, eher was für klarsehende Jugendliche. Weder verfalle Drvenkar der Sentimentalität im Rückblick auf pubertäre Entdeckungen und Geheimnisse, erläutert der Rezensent, noch erliege er der Schwarzmalerei, die jedes Problem existenzialistisch ausdeutet. Hinzukommen der ungeheure Humor und die Stilsicherheit des Autors, denen Steinhöfel seinerseits mit Wonne erlegen ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000
In einer Doppelbesprechung beschäftigt sich Monika Osberghaus mit den folgenden zwei Büchern von Zoran Drvenkar:
1) "Im Regen stehen"
Mit diesem Buch ist der Autor zurückgekehrt in die Welt seines ersten Buches "Niemand so stark wie wir", also in die Welt einer Jungenclique im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Aber er hat die Jungen, die älter geworden sind, in "ein härteres Licht" gestellt und erzählt schnörkelloser und weniger gewollt, meint Monika Osberghaus. Tatsächlich findet sie, hat er erst hier "den eigenen Ton und Rhythmus" gefunden. Seine Aufmerksamkeit für Alltags- und Nebengeräusche läßt den Leser noch dichter an die Jungen herankommen und die "trotzige Neugier" nachempfinden, mit der sie "Sex und Gewalt" erleben, suchen und meiden.
2) "Der Winter der Kinder oder Alissas Traum"
Eine "schwergewichtige Geschichte", die mit dem Tod von Alissas Vaters, ihrer depressiven Mutter und fidelen Oma "auf der Welle der kinderliterarischen Modethemen schwimmt", schreibt Monika Osberg verärgert und fragt sich, warum es für junge Autoren so schwer ist, ein gutes Kinderbuch zu schreiben. Bücher wie dieses sind für Kinder so "lästig", wie "ein Besuch bei einem unbegabten Schulpsychologen", urteilt die verstimmte Rezensentin kurz und bündig.
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