Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Yoko Tawada

Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur

Eine ethnologische Poetologie

Cover: Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur

konkursbuchverlag, Tübingen 2000
ISBN-10 3887691571
ISBN-13 9783887691578
Taschenbuch, 240 Seiten, 12,68 EUR

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.09.2000

Kurz hintereinander hat die in Hamburg lebende deutsch-japanische Schriftstellerin Yoko Tawada zwei Bücher herausgebracht, einen kuriosen Roman und eine ebenso aus dem Rahmen fallende Dissertation, die Uta-Maria Heim mit Interesse und Wohlwollen betrachtet. Beiden Büchern, so unterschiedlich sie formal auch sein mögen, ist ein unbestimmtes Raunen zu eigen, das die Rezensentin sichtlich irritiert.
1) Yoko Tawada: "Opium für Ovid"
Es geht in diesem Buch um Biografien von heutigen Frauen, so Heim, die in der griechisch-römischen Mythologie lustwandeln. Sie überlassen sich der Wiederentdeckung der Sinne und Sinnlichkeit, als müssten sie zweitausend Jahre verschluckter Geschichte der Weiblichkeit nachholen. Unter anderem auch deshalb liest sich der Episodenroman wie eine "mythologisch verbrämte Antwort auf den Postfeminismus", meint Heim, die Frauen blieben aber in dieser bewusstlosen Gier letztlich unbefriedigt. So sei aus Diana eine der Literatur verfallene Leseratte geworden, die nie wieder frei durch die Wälder streifen wird. Der Text sei "gänzlich ironiefrei" und recht pathetisch, wenn auch stellenweise wunderschön. Heim vermisst die resolute Hand einer Lektorin, die der Opulenz und Vielzahl der Bilder behutsam zu Leibe hätte rücken müssen.
2) Yoko Tawada: "Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur"
Mindestens ebenso seltsam mutet Uta-Maria Heim die Dissertation der Autorin an, die sie so mutig wie unverständlich, aber unterhaltsam und anregend geschrieben findet. Keine schlechte Mischung also. Zunächst einmal: es gibt laut Heim keinen nachvollziehbaren wissenschaftlichen Standort, die Arbeit vermischt Ethnologie, Psychoanalyse, Literaturwissenschaften und beschränkt sich außerdem keineswegs auf Erfahrungen aus unserem Kulturkreis. Vor allem bei der Herleitung der von Tawada benutzten Begrifflichkeiten ("Puppenschrift" beispielsweise) vermisst die Rezensentin klare Worte, in jener "Leerstelle des akademischen Diskurses" vernimmt Heim wieder das für die Autorin so typische Raunen. Doch bringt das Raunen auf dem Papier offenbar interessante, eher essayistisch denn wissenschaftlich verfasste Kapitel zustande, in denen die Leser interessante Dinge über Walter Benjamins Leidenschaft für Puppen erfahren.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren