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Klappentext
Aus dem Japanischen von Richmod Bollinger. Drei Erzählungen, drei Paare: Sie finden und verlieren sich, spielen die unterschiedlichsten Facetten der Liebe durch - ihr plötzliches unsicheres Erwachen, das Taktieren und der Alltag einer langjährigen Ehe. Die Geschichten erschienen in Japan erstmals 1950/51.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.12.2000
Dieser Band bündelt drei Erzählungen von Yasushi Inoue, den Luger Lütkehaus als hierzulande "vermutlich populärsten Autor der japanischen Gegenwartsliteratur" bezeichnet. Anders als der Titel vermuten lässt, zeichnen sich die Erzählungen nach Meinung des Rezensenten in erster Linie durch Kälte aus, durch einen "selbstmörderischen Zug hinab, zur kalten Düsternis der Brunnentiefe". Trotzdem enden die Geschichten nicht tragisch, sondern entfalten nach Lütkehaus einen "skurrilen Witz", weil die distanzierte Betrachtungsweise im letzten Moment von der "nicht verkitschten Humanität" des Autoren relativiert wird. Besonders gefallen hat dem Rezensenten die Geschichte `Der Hochzeitstag`, die er ein "brillantes tragikomisches Satyrspiel" über ein vom Geiz zerfressenes Paar nennt. Lütkehaus lobt ausdrücklich die Übersetzung von Richmod Bollinger.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.07.2000
Hugo Dittberner sieht sich bei der Lektüre der drei Erzählungen an Hemingway erinnert und unterzieht die beiden Autoren einem detaillierten Vergleich. Inoue, der biographische Parallelen zu Hemingway aufweise, lasse sich auch stilistisch mit diesem vergleichen. Die Erzählungen, lobt der Rezensent zunächst, sind "kraftvoll und gut lesbar". Dann gerät er richtig ins Schwärmen: über die "überragende Formulierkunst", das "Genie des Abwägens und Verstehens", das in den Geschichten deutlich werde und die "weise, humorvolle Energie", die allenthalben spürbar sei. Die "chronikale Distanznahme", die der Rezensent als formales Hauptmerkmal der Texte Inoues bestimmt, habe einen süchtig machenden Effekt, bekennt Dittberner begeistert und empfiehlt das Buch jedem, der wissen will, was die "Menschengeschichte zusammenhält".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Wolfgang Werth erklärt in seiner Rezension, dass diese Erzählungen Inoues "die Reifezeit seines literarischen Schaffens eingeleitet" haben. Den Schwerpunkt der Geschichten sieht er in den Problemen, die beim Aufeinandertreffen von alten japanischen Traditionen und modernen Interessen entstehen. Inoue zeige, welche Kompromisse oftmals nötig sind, um solche Konflikte zu entschärfen. Aber gerade durch das Aufeinandertreffen von Tradition und modernem Leben komme es bisweilen zu unverhofften Lösungen. Als Beispiel dafür nennt er die Geschichte eines Mannes, der einen Ehren-Selbstmord plant und auf eine betrogene Frau trifft, die ähnliches vorhat. Sie lassen ihre Absichten fallen und "halten sich beide aneinander fest".
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