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Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Yassin Musharbash

Radikal

Thriller
Cover: Radikal
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2011
ISBN 9783462043389
Gebunden, 400 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Lutfi Latif ist die deutsche Antwort auf Barack Obama: Ein charismatischer Intellektueller mit ägyptischen Wurzeln, einer ebenso klugen wie hübschen Frau und dem Potenzial, die deutsche Islamdebatte komplett aufzurollen. Aber kaum in den Bundestag gewählt, gerät der Vorzeigemuslim ins Fadenkreuz von Radikalen. Mitten im Berliner Regierungsviertel kommt es zu einem Anschlag auf Latif. Das Terrornetzwerk al-Qaida bekennt sich zu der Bluttat, die deutsche Politik gerät in Aufruhr, die Stimmung im Land verschärft sich: Osama Bin Ladens Schergen haben in Deutschland zugeschlagen, mit Ansage. Doch Latifs Assistentin Sumaya al-Shami und der Terrorexperte Samuel Sonntag haben Zweifel. Sie ermitteln auf eigene Faust - und stellen bald fest, dass der Kreis der Verdächtigen größer ist. Ihre Ermittlungen führen sie in die Abgründe des Extremismus, in Kreuzberger Internetcafes und Zehlendorfer Villen, in Sozialwohnungen im Wedding und an Potsdamer Seegrundstücke.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

In diesem Buch "stimmt einfach alles", lobt Rezensent Michael Hanfeld. Er hat in Yassin Musharbashs Politthriller "Radikal" nicht nur eine höchstaktuelle Geschichte gelesen, sondern vor allem eine derart realitätsnahe Beschreibung der Berliner Republik, dass Hanfeld einige der Protagonisten gar wiederzuerkennen meint. Den Grünen-Politiker Lufti Latif etwa, der von Islamisten wie von Islamhassern gleichermaßen bedroht wird und schließlich einem Bombenanschlag im Frühstücksfernsehen zum Opfer fällt. Oder den Staatssekretär Enzo Graether, der an der Spitze der militanten Islamhasser steht. Neben weiteren perfekt gezeichneten Charakteren wie dem Blogger Samuel Sonntag oder der für den "Globus" arbeitenden Journalistin Merle Schwalb, die sich der Aufklärung des Verbrechens annehmen, hat den Kritiker insbesondere Musharbashs delikate, durchaus amüsante Abrechnung mit der eigenen Zunft interessiert: der Terrorexperte von Spiegel-Online berichte hier von internen Machtkämpfen, Intrigen und der zweifelhaften Angewohnheit für eine Schlagzeile sogar einen Rufmord zu riskieren, aber nicht die Konsequenzen tragen zu wollen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.08.2011

Omid Nouripour fühlt sich schon allein wegen der Gemeinsamkeiten, die ihn mit dem Mordopfer von Yassin Musharbashs Politthriller, einem muslimischen Grünenpolitiker, verbinden, dazu aufgerufen, sich zu dem Werk zu äußern. Er ist von dessen Radikalität, Aktualität und Schonungslosigkeit beeindruckt. Der Spiegel-Autor, selbst Sohn eines jordanischen Vaters und einer deutschen Mutter, schildert darin den Anschlag auf einen prominenten Politiker, der als Demokrat und Moslem sowohl im islamistischen Lager wie unter Nazis oder Islamfeinden gleichermaßen verhasst ist und einem Mordanschlag zum Opfer fällt, erklärt Nouripour. Die wichtigste Botschaft dieses Romans ist in seinen Augen, dass es "militante Radikale aller Couleur" sind, die die Demokratie gefährden. Wie scharf der Autor die bundesdeutsche Realität ins Auge fasst und soziale Brennpunkte oder die wachsende Gruppe organisierter Islamhasser in den Blick nimmt, haben den Kritiker nachhaltig beeindruckt, und er lobt diesen Roman insbesondere für die plausible Konsequenz, mit der Musharbash den scheinbaren Gegensatz zwischen Islamisten und Islamhassern auflöst.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.08.2011

Gereon Asmuth feiert den im Berlin unserer Tage spielenden Debütroman von Yassin Musharbash als politisches Buch im Krimipelz. Cliffhänger, Brüche, Zwischentöne, darauf setzt der Autor seiner Meinung nach, und schafft es, den Leser so durch den Text zu tragen. Was Asmuth als spannende Unterhaltung rühmt, hat für ihn aber auch eine ernste Seite. In der Wiedergabe von Intrigen in deutschen Online-Redaktionen (der Autor ist der Islamismusfachmann von Spiegel-Online) erschöpft sich das Buch für Asmuth nicht. Indem der Autor veranschaulicht, was ein Terroranschlag in Deutschland bewirken könnte, vermittelt er dem Rezensenten differenziert die Sichtweisen von Islamisten und Islamhassern gleichermaßen. Die Aktualität des Buches steht für Asmuth außer Frage.
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Yassin Musharbash

Yassin Musharbash, geboren 1975, ist Sohn eines jordanischstämmigen Vaters und einer deutschen Mutter. Während des Studiums der Arabistik und Politologie begann er als Journalist zu arbeiten, u.a. für die ... mehr lesen
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