Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2000
Auch Journalisten haben Vorurteile, das ist eine Allerweltsweisheit, so Oliver Schmidt, die dennoch in der Berichterstattung fatale Auswirkungen haben kann. Er sieht seine These durch Wulf Schmieses Untersuchung bestätigt; der Historiker hat sowohl amerikanische wie deutsche Printmedien für den Zeitraum 1989 bis 1991 ausgewertet und sie auf die "übernommenen Negativ-Bilder" hin untersucht. Und siehe da, das Deutschland-Bild der Amerikaner ist differenzierter ausgefallen, erläutert Schmidt. Zwar lauere das Bild eines "dominierenden Deutschland" stets irgendwo im Hintergrund, gleichzeitig galt die Bundesrepublik als Garant von Demokratie und Stabilität. Umgekehrt handelten deutsche Berichterstatter, so Schmidt, die amerikanische Politik mit den immer wiederkehrenden Klischees von Imperialismus, Materialismus und Heuchlertum ab. In einem historischen Exkurs gelinge es dem Autor faszinierenderweise sogar den Ursprung dieser Feindbilder bis in die Romantik zurückverfolgen. Unangebracht oder schlicht naiv findet Schmidt am Ende den Appell Schmieses für einen fairen journalistischen Umgang der beiden Staaten miteinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2000
Wohlwollend schreibt Ulrike Koltermann in ihrer Rezension über Schmieses Anliegen, die gegenseitigen Stereotypen der Deutschen und der Amerikaner voneinander durch die Recherche in Presseartikeln herauszuarbeiten. Der Mauerfall und der Golfkrieg hätten ihm das Material für seine "Ausführliche Presseschau" geliefert, bemerkt sie. Allerdings wendet sie dann auch ein, dass Stereotypenforschung sich auf "nachgiebigem Untergrund" bewege. Sie ist vor allem skeptisch bei Folgerungen, die Schmiese aus "stereotypen" Äußerungen zieht. So bezweifelt sie etwa, dass die Deutschen wegen kursierender negativer Amerikabilder den amerikanischen Anteil an der Wiedervereinigung verkennen würden.
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