Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Vom Wirtschaftswunder zur Wiedervereinigung: Die deutsche Nachkriegsgeschichte ist eine einzige Erfolgsstory. So sagt es die Geschichtsschreibung. Nur: Es stimmt nicht, sagt Wolfgang Herles. Seine Darstellung ist bewusst gegen den Strich gebürstet, darauf gerichtet, zu erklären, wo unsere Geschichte geschönt wird - bis heute. Herles zeigt, wieso seit Konrad Adenauer der Sozialstaat aus dem Ruder läuft. Wie der Staat immer mehr zur Beute der Parteien geworden ist. Was die Wiedervereinigung alles zerstört hat. Warum den meisten Deutschen Sicherheit immer wichtiger war als Freiheit. Warum wir bis heute - außer bei Fußballweltmeisterschaften - kein vernünftiges Verhältnis zur Nation hinkriegen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.09.2008
Distanziert aber amüsiert steht Rezensentin Elke Nicolini den Thesen Wolfgang Herles gegenüber. In seinem Buch "Neurose D." spielt er den Therapeuten und schreibt Deutschland nicht nur zwanghafte, sondern vor allem schizoide Züge in der Politik zu. Dabei stütze sich Herles auf die Herangehensweise von Wirtschaftspsychologen, die die Auswirkungen ganzer Kollektive auf die Unternehmensentwicklung untersuchen. Herles diagnostiziert, dass Deutschland an einer "unsicheren, zurückgezogenen und unverbindlichen Führung" leide (schizoid); sowie an einem Übermaß an Bürokratie (zwanghaft). Das gilt seiner Ansicht nach nicht nur für das heutige Deutschland, es begann schon in der Adenauer-Ära, lesen wir. Eine Heilung sei laut Herles nicht möglich, allerdings sollten neue Denkweisen das Ziel sein. Nicolini gibt zu, dass die Argumentation etwas verwirrend ist, schreibt Herles aber dennoch "Geistesgegenwart" und "scharfen Verstand" zu.
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