Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wolfgang Hardtwig

Hochkultur des bürgerlichen Zeitalters

Kritische Studien zur Geisteswissenschaft

Cover: Hochkultur des bürgerlichen Zeitalters

Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2005
ISBN-10 3525351461
ISBN-13 9783525351468
Kartoniert, 387 Seiten, 46,90 EUR

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Klappentext

Im langen 19. Jahrhundert, dem "bürgerlichen Zeitalter", setzte das Bürgertum in den Bildungsinstitutionen, im Parlament, in den Lebensformen des modernen Stadtbewohners, häufig selbst bei Hof seine politischen Machtansprüche, seine ökonomische und gesellschaftliche Ordnung und seine kulturellen Wertvorstellungen durch. Wolfgang Hardtwig analysiert die Zusammenhänge zwischen bürgerlicher Wirklichkeitseroberung und der Formenwelt eines Zeitalters, das von der Ästhetik der alteuropäischen Elitenkulturen zur modernen Massenkultur hinüberführt. Seine Themen sind die Wahrnehmung und Gestaltung von Naturräumen und Stadtlandschaften, die Symbolisierung der Nation, die Soziologie der Kunstförderung, utopische Ordnungsentwürfe und nicht zuletzt die ästhetische Dimension der Erzählung des Bürgertums über sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2005

Die in diesem Band vorliegenden Aufsätze von Wolfgang Hardtwig befassen sich damit, wie sich Fragen der Macht innerhalb des deutschen Bürgertums zwischen 1830 und 1930 in dessen "Kulturproduktion" niederschlugen, erklärt Gerrit Walther, der sich von der kontinuierlichen Beschäftigung des Autors mit dem Thema hohen Erkenntnisgewinn verspricht. Zunächst einmal aber konstatiert er eine "beeindruckende, bisweilen einschüchternde Gelehrsamkeit", mit der Hardtwig seine Überlegungen "methodenschwer und hoch reflexiv" darlegt. Es ist nämlich "alles", was Hardtwig erörtert, "unerhört komplex", weshalb sich der Autor in den meisten Fällen auch weigert, seinen Überlegungen eindeutige Urteile folgen zu lassen und sie mitunter "mitten im Gedanken" einfach abbrechen ließe, wie der Rezensent bei aller Ehrfurcht spitz bemerkt. Dennoch böten die Aufsätze "viele Anregungen", die über die engen Grenzen des historischen Gegenstands hinausweisen, lobt der Rezensent, der in der ihm "merkwürdigen Mischung" aus Gelehrsamkeit, "sibyllinischen Indifferenz und diffuser Melancholie" auch einiges über die geistige Verfassung unserer "nachbürgerlichen Hochkultur" herauslesen will.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2005

Der Rezensent mit dem Kürzel "cjos" entdeckt in dieser Aufsatzsatzung zur Bedeutung der Geschichtsschreibung für die bürgerliche Gesellschaft durchaus interessante Ideen, die einem auch bei der Analyse gegenwärtiger gesellschaftlicher Diskurse hilfreich sein können. Denn - so die These, die Wolfgang Hardtwigs fünfzehn Aufsätzen über die Kultur des 19.Jahrhunderts unterliegt - wenn die bürgerlichen Tradition der analytischen Geschichtsschreibung in Frage gestellt wird, kann man die Gesellschaft auch nicht mehr bürgerlich nennen. Die Geschichtsschreibung ist und war für die bürgerliche Gesellschaft so relevant, weil sich mittels ihr " das Bürgertum über seine eigenen ökonomischen und kulturellen Leistungen, über seine politischen Konzepte und insofern auch über seine Zukunftsperspektiven verständigte".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren