Bücherschau der Woche
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Wolfgang Duffner
Mehr geneigt ins Nichts
Aus dem kurzen Leben des Johann Baptista Herrenberger alias Konstanzer Hans
Klappentext
Mehr geneigt ins Nichts erzählt das kurze "zweite Leben" des einst berühmt-berüchtigten schwäbischen "Jauners" Johann Baptista Herrenberger alias Konstanzer Hans nach seiner spektakulären Inhaftnahme bis an sein Lebensende in der Anstalt zu Ludwigsburg. Was Herrenberger über alle Allerweltsjauner seiner Zeit hinaushebt, ist der Umstand, daß er - um sein nacktes Leben zu retten - den "vollkommenen Verrat" beging: die Preisgabe der geheimen "Jaunersprache" an die Polizei. Mit dieser Schuld wurde er zeitlebens nicht mehr fertig. Unaufdringlich und mit spürbarer innerer Anteilnahme geht Wolfgang Duffner der Spur eines verfehlten, verspielten Lebens nach und zeichnet das facettenreiche Porträt "eines der eigenartigsten Jauner, der je in Deutschland gelebt hat" (Friedrich -Chr. B. Avé-Lallemant, Polizeipräsident zu Lübeck, 1858).
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.09.2000
Interessant findet der Rezensent Kurt Oesterle offensichtlich Wolfgang Duffeners Rekonstruktion eines Gaunerlebens im 18. Jahrhundert. Der hat aus Gerichtsakten und Äußerungen von Zeitgenossen ein anschauliches Porträt des erfolgreichen Diebs Johann Baptista Herrenberger alias `Konstanzer Hans` gezeichnet, das auch die gesellschaftlichen Umbrüche der Zeit mit einbezieht. So wirkte sich etwa das Zeitalter der Aufklärung auf Ermittlungsmethoden, die den Dieb nach 300 Vergehen im Alter von 24 Jahren stellte, sowieso auf die Form der Bestrafung aus, die Konstanzer Hans zum Verräter werden ließ. Zu diesen und weiteren Interpretationen wird Oesterle durch Duffeners Arbeit angeregt, was nahelegt, dass er die Lektüre genossen hat.
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