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Klappentext
Carl Diem, Olympia-Organisator von 1936 und Gründer der Sporthochschulen Berlin und Köln, gilt bis heute als legendäre Figur der deutschen Sportgeschichte. Weniger bekannt sind seine damaligen Annäherungen an die nationalsozialistische Ideologie. Diems Mythos geriet ins Zwielicht, als sich der ehemalige ZDF-Chefredakteur Reinhard Appel an eine pathetische Durchhalterede Diems vom März 1945 erinnerte. Unser Buch berichtet nun ausführlicher über Diems Wirken während der Nazi-Zeit. Erstmals veröffentlichte Dokumente belegen, dass Diem jahrelang kriegsverherrlichende Propaganda und Durchhalteparolen verbreitete. Das offizielle Bild eines politisch integren Sportführers beruht auf Fälschung und Leugnung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2000
Eher nacherzählend und zusammenfassend geht Rezensent Erik Eggers in seiner Besprechung auf das Buch ein, das keine Biografie Carl Diems sein, sondern vor allem die Karriere des Sportfunktionärs im nationalsozialistischen Deutschland dokumentieren will. Insofern ist die Darstellung, meint Eggers, eine "einseitig erscheinende Abrechnung", die zu Repliken wiederum herausfordere. Ausgangspunkt für die beiden "jungen Autoren" war die seit den achtziger Jahren wütende Diskussion um Diem, ausgelöst durch die Erinnerung des ehemaligen ZDF-Chefredakteurs Apel an Diems Durchhalterede im März 1945 an die Hitlerjugend, erzählt Eggers. So zeichneten die Autoren nicht nur die Karriere eines Opportunisten nach, der sich mit Vortragsreisen an die Front zwischen 1942 und 1945 dem Propagandaapparat der Nazis zur Verfügung stellte. Sie betonen vielmehr vor allem die "soldatisch" und preußisch geprägte Auffassung vom Sport, die der gebürtige Würzburger in den deutschen Nachkriegssport hinübertrug. . Auch das Diem-Archiv in Köln wird von ihnen kritisch unter die Lupe genommen, so der Rezensent, und mit kritischen Vorwürfen bedacht. Für Eggers ist dieses Buch jedoch letztlich eine Etappe im Streit um "Diems geistiges Erbe".
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