Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel. Die Londoner Pension des William Bird ist ein imposantes Gebäude im viktorianischen Stil und der ganze Stolz des Besitzers. Seine Gäste sind skurril: Die schrullige Schwester Clock, die die Bewohner tyrannisiert. Mr. Venables, der seit dem Weltkrieg hier wohnt, weil er damals ein Mädchen geschwängert hat und heute immer noch Angst vor deren Eltern hat. Oder »die kleine Miss Clerricott«, die darüber verlegen ist, überhaupt auf der Welt zu sein. Mr. Obd hingegen verließ vor 25 Jahren seine Heimat in Afrika mit dem Versprechen, als Jurist zurückzukehren. Doch das Haus von Mr. Bird gab dem verhinderten Anwalt bis in die Gegenwart ein Zuhause. Wie schrieb Mr. Bird vor seinem Tod über die Menschen in seinem Boardinghouse: "Sie brauchen alle eine Heimat. Ich habe eine kleine Heimat in ihre Herzen gepflanzt". Diese Menschen haben nach dem Tod ihres Gastgebers ein gemeinsames Ziel: Die Pension, die ihre eigene Heimat wurde, zu bewahren.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2000
Angela Schader hält diesen Roman für einen der besten des Autors. Allerdings wird in ihrer Rezension nur bedingt deutlich, wie sie zu diesem Urteil kommt. Klar wird, dass es dem Autor ihrer Ansicht nach gelingt, das "nicht allzu komplexe Grundmuster" des Romans mit Details anzureichern, die die Tristesse des Lebens in der heruntergekommenen Pension und die bisweilen recht niederträchtigen Handlungsmotive der Figuren recht plastisch hervortreten lassen. Der Autor "dampft dies scheinbare Nichts zu heißen und kalten Höllendünsten ein", findet Schader. Offensichtlich hat es ihr besonders die Atmosphäre in dem Roman angetan: Die Schilderung des fettigen, braunen Mobiliars, die Intrigen, die romantischen und erotischen Anflüge der Figuren, die auf ganz verschiedene Arten offenbar stets recht frühzeitig auf Grund laufen. Zu der Qualität der Übersetzung sagt Schader leider nichts.
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