Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Ein Buch, das Mut macht, dem Unglücklichsein seinen Raum zu geben, und das tröstliche Erkenntnisse bereithält. Über das Glücklichsein scheint alles gesagt zu sein. Aber was ist mit dem Unglücklichsein? In der ausufernden Glücksdebatte sind die Schattenseiten des Glücks etwas in Vergessenheit geraten. Stattdessen entstand eine neue Art von Pflicht: die Pflicht zum Glück. Der Glücksstress, der sich daraus ergibt, macht viele nicht glücklicher. Und was ist mit all denen, die vom Glück allenfalls träumen können? Wilhelm Schmid bezieht kritische Position zur Glücksdebatte, zu der er 2007 mit seinem Bestseller "Glück" beigetragen hat mit der Behauptung, Glück sei nicht das Wichtigste im Leben. Nun unternimmt er eine Ehrenrettung des Unglücklichseins. Und zeigt Wege auf, wie es besser bewältigt werden kann.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2013
Richtig geärgert hat sich Katharina Teutsch über die Unglücksratgeber von Arnold Retzer und Wilhelm Schmid, die sich beide gegen einen Trend zum positiven Denken stemmen, der in den Augen der Autoren erst recht unglücklich macht. Dabei ist es nicht so, dass Teutsch jetzt alles ablehnen würde, was sie in diesen beiden Büchern gefunden hat, aber was ihr zum einen gegen den Strich geht, ist das selektive Zitieren. Barbara Ehrenreich zum Beispiel annonciert den Trend zum Denken in ihrem Buch "Smile or Die" nicht für die ganze Gesellschaft, wie sowohl Retzer als auch Schmid suggerieren, sondern für die Esoterik-Community. Und dann hätte die Rezensentin auch gern etwas mehr Empirie gesehen, anstatt nur rhetorische Taschenspielertricks und naheliegende Pointen. Wo sind denn hier all die superglücklichen Menschen? In Berlin zumindest sind sie ihr noch nicht begegnet. Vielleicht können sich die Herren das nächste Mal mit dem Thema Depression beschäftigen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.01.2013
Oha, mit Epikur und Montaigne vergleicht der Rezensent den Autor gleich ob dessen Stil und Tiefe. Dass den Leser kein bleischwerer Ratgeber erwartet, sondern eine in die Tasche passende Ermutigung zur Melancholie als Gegenmittel zum totalen Glücksversprechen, stimmt Michael Stallknecht heiter. Zwar erkennt er das dringliche gesellschaftskritische Moment im Buch des Philosophen Wilhelm Schmid, die Breitseite gegen Krisen vielerlei Art und auch das religiös Abgehobene daran. Doch die gekonnte Wiederbelebung des Vademecums durch den Autor findet er lobenswert genug.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.10.2012
"Das ist ein wichtiges Buch", stellt Franz Schuh gleich im ersten Satz seiner Besprechung von Wilhelm Schmids "Unglücklich sein" klar. Der Erfurter Philosophieprofessor böte darin einen dringend benötigten Gegenentwurf zur unheilvollen Glücksfixierung unserer Zeit. Der Rezensent führt an einem Beispiel aus dem Buch aus, dass "das sogenannte 'positive Denken'" das Unglück nicht abhält, sondern es, wenn es unweigerlich eintritt, nur noch verschlimmert. Es gehöre eben beides zum Leben, Glück und Unglück, und nur, wer auch mit Schlechtem rechne und in der Lage sei, im Leben irgendeine Form von Sinn zu erkennen, bleibe davor verschont, "bei jedem schweren Unglück hilflos umzukippen", wie es die Glücksgläubigen zu tun pflegen. Klingt soweit alles ganz vernünftig, aber warum das Buch "Unglücklich sein" und nicht "Realistisch sein" heißt, erklärt der Rezensent auch nicht.

Wilhelm Schmid
Wilhelm Schmid, geboren 1953 in Billenhausen (Bayerisch-Schwaben). Studium von Philosophie und Geschichte in Berlin, Paris und Tübingen. Außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt und Gastdozent an der Staatlichen Universität Tiflis ... mehr lesen
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