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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Werner Riegel, Klaus Rainer Röhl, Peter Rühmkorf
Zwischen den Kriegen
Werner Riegel, Klaus Rainer Röhl und Peter Rühmkorf, Briefwechsel mit Kurt Hiller 1953-1971
Klappentext
Die Edition rückt einen bislang kaum beachteten Aspekt deutscher Literaturgeschichte der Nachkriegszeit in den Fokus. Erstmals publiziert werden hier 125 Briefe einer umfangreichen Korrespondenz der damaligen Gegen-Avantgarde Werner Riegel (1925-1956), Klaus Rainer Röhl (geb. 1928) und Peter Rühmkorf (1929-2008) mit dem Impresario des literarischen Expressionismus und prominenten Autor Kurt Hiller (1885-1972) aus den Jahren 1953 bis 1971. Sie führen zu den Wurzeln der Studentenbewegung von 1968 und zeigen den Kampf einer kleinen Literaturguerilla, die sich - einen damals für wahrscheinlich gehaltenen Dritten Weltkrieg vor Augen - als Generation zwischen den Kriegen fühlte und mit ihrer hektografierten Zeitschrift "Zwischen den Kriegen - Blätter gegen die Zeit" die Welt verändern wollte. Das ambitionierte Blatt, zu dessen Lesern und Abonnenten große Namen zählten - darunter Alfred Andersch, Gottfried Benn, Heinrich Böll, Alfred Döblin und Hans Henny Jahnn -, nahm mit seiner ungewöhnlichen Kombination aus Lyrik und Politik eine absolute Sonderstellung in der deutschen Nachkriegspublizistik ein.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2009
Ein aufschlussreiches Dokument über Radikalismus in der Adenauer-Zeit und die Vorgeschichte der Studentenbewegung erblickt Friedmar Apel in diesem Briefwechsel zwischen Werner Riegel, Peter Rühmkorf, Klaus Rainer Röhl und Kurt Hiller um ihre zwischen 1952 bis 1956 erschienene Zeitschrift "Zwischen den Kriegen". Der von Rüdiger Schütt vorbildlich edierte und kommentierte Briefwechsel handelt seines Erachtens allerdings nur vordergründig von dieser Zeitschrift, die eher den Status eines "literarhistorischen Randphänomens" hat. Vielmehr bringt er für Apel die Komplexität des Verhältnisses von Tradition und Neuanfang in der politischen Kultur der jungen Bundesrepublik zum Ausdruck. Die zahlreichen Streitigkeiten unter den Protagonisten verleihen dem Briefwechsel in Apels Augen eine beinahe "tragikomische" Note. Deutlich wird für ihn darüber auch, "wie trüb, wenn nicht vergiftet, die ideologischen Quellen der Studentenbewegung waren".
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