Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wendy Doniger

Der Mann, der mit seiner eigenen Frau Ehebruch beging

Cover: Der Mann, der mit seiner eigenen Frau Ehebruch beging

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3518121022
ISBN-13 9783518121023
Taschenbuch, 146 Seiten, 8,59 EUR

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Klappentext

Mit einem Kommentar von Lorraine Daston. Der Mythos von der Ehefrau, die sich vor ihrem Ehemann als eine andere ausgibt, ist in vielfältigen Vatiationen in allen Kulturen verbreitet. Wendy Doniger liefert eine ebenso erkenntnisreiche wie unterhaltsame geistegeschichtliche Reise durch das Reich geschlechtlicher Maskierungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2000

Eine ziemlich flapsige Besprechung eines womöglich ernstgemeinten (?) Buches der Chicagoer Religionswissenschaftlerin. Die Rezensentin Sylvia Schütz springt mit einiger Leichtfüßigkeit zwischen den kulturellen Verweisen - Altes Testament, Shakespeare, Madame Butterfly, Hollywood - hin und her und vergisst dabei, uns über das Buch zu informieren. Gut, also es geht um das Motiv des "Bettschwindels": ein Mann schläft mit seiner Frau, aber glaubt, es sei seine Geliebte, - siehe "Hochzeit des Figaro" Graf und Gräfin Almaviva. Diese Geschichte wird in wechselnden Kostümen und Landschaften überall auf der Welt erzählt. Aber gibt es das tatsächlich in der Realität, dass einer seine Ehefrau im Bett nicht erkennt? Donigers Antwort darauf, schreibt Sylvia Schütz, sei: ?Die Menschen können getäuscht werden, weil sie getäuscht werden wollen...? Das klingt nicht so schrecklich neu. Aber, so Schütz, dann gibt es immerhin noch die "Gender-Asymetrie", d.h. laut Doniger schwindeln Frauen im Bett, weil sie wissen, dass der Mann untreu ist; Männer tun es seltener und nur, weil sie eifersüchtig sind oder Angst haben "vor einer möglichen Untreue der Ehefrau". Ist das so überzeugend asymetrisch? Die "tiefere Einsicht", die uns nach Schütz dies Buch vermitteln will, ist, "dass Lüge und Betrug zu den Spielregeln des Sexuallebens gehören", und man solle darüber nicht allzu bestürzt sein. Na also gut, wenn das so ist! - Aber dennoch hätte man gern ein paar Fragen beantwortet gehabt, wie z.B. die, warum Frau Doniger sich als Religionswissenschaftlerin für das "weltumspannende" Motiv des Bettschwindels so sehr interessiert.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2000

"Hätte es nicht vielleicht doch Wichtigeres gegeben" als dieses Thema, fragt Karl-Heinz Kohl in seiner Kritik. Die Antwort liefert er gleich selbst mit der wohlwollenden Feststellung, dass die Autorin mit Hilfe der vergleichenden Mythenforschung zeige, dass sich in der Geschichte von der Ehefrau, die vortäuscht, die Geliebte ihres ungetreuen Ehemannes zu sein, einige "universale Einsichten in den Kampf der Geschlechter" wiederspiegeln. Donigers Untersuchung reicht von Beispielen aus der indischen Mythologie über Beaumarchais "Figaros Hochzeit" bis zu einigen realen Fällen in den USA, die vor Gericht verhandelt wurden. Positiv vermerkt Kohl auch, dass Doniger keine "endgültige Antwort" auf die Frage gebe, was eigentlich die Faszination dieser Geschichte ausmacht. Denn Literatur und Mythos, so Kohl, lassen sich nicht "auf einen rationalen Diskurs reduzieren".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren