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Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann, Rüdiger Zoller
Eine kleine Geschichte Brasiliens
Klappentext
Brasilien, Brasilien - das ist Karneval und Copacabana, Sonne und Samba, Exotik und Erotik: diese Klischees vom tanzenden, träumenden und tropischen Brasilien geistern noch immer durch unsere europäischen Köpfe. Doch die brasilianische Realität ist eine andere. "Eine kleine Geschichte Brasiliens" rückt das Bild, das wir uns von einem der größten Staaten der Erde machen, zurecht. Die Autoren führen in diesem Buch, das zum 500. Jahrestag der Entdeckung des Landes durch die Spanier erscheint, die vielfältigen Wirklichkeiten Brasiliens vor Augen. Sie berichten über die präkolumbianische Zeit, über Kolonialismus und Sklaverei, den Siegeszug des Zuckerrohrs und des Kaffees, über das Diamanten- und Goldfieber, über die rasanten Veränderungen in technologischer, ideologischer und politischer Hinsicht, über die Spannungen zwischen Industriegesellschaft und Rückständigkeit und vermitteln so dem Leser ein eindrucksvolles Bild von diesem Land vitalster Widersprüche.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2000
Gustav Siebenmann scheint es grundsätzlich für schwierig zu halten, der Geschichte Brasiliens auf so knappem Raum gerecht zu werden. Doch gerade diese Verkürzung hat die Autoren dazu veranlasst, "über die Brüche und Spannungen der Gesellschaft hin die Entwicklungslinien zu suchen", wie der Rezensent anerkennend bemerkt. Er weist darauf hin, dass es sich bei den Autoren um "drei ausgewiesene Fachleute" handelt, und dass jeder von ihnen einen bestimmten Zeitraum beleuchtet hat: Pietschmann die "kolonialen Ursprünge", Bernecker das 19. und Zoller das 20. Jahrhundert. Gut gefallen dem Rezensenten das umfangreiche Literaturverzeichnis, eine Zeittafel, die schnelle Übersicht ermöglicht und das "ausführliche Inhaltsverzeichnis", das ein fehlendes Schlagwortregister durchaus ersetzen könne, so Siebenmann.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2000
Nils Havemann ist der Ansicht, dass der Titel des Buchs eine "bescheidene Untertreibung" ist. Vielmehr ist er sich sicher, dass der Band "über Jahre hinaus ein Standardwerk zur brasilianischen Geschichte sein wird". So lobt er an dem Kapitel von Horst Pietschmann, dass er die Geschichte der Seefahrt nicht nur anhand einiger Ereignisse schildert, sondern auch die Rahmenbedingungen berücksichtigt, ohne die die Entdeckung Brasiliens nicht möglich gewesen wäre (z. B. die Geschichte Portugals, technische Fortschritte etc.). Geradezu "beispielhaft" dargestellt findet Havemann die Wechselwirkungen von Politik und Wirtschaft in Walther L. Berneckers Beitrag über Brasilien im neunzehnten Jahrhundert, in dem dieser der Frage nachgehe, wieso die Industrialisierung dort nur schleppend voran kam. An Rüdiger Zollgers Beitrag "Präsidenten - Diktatoren - Erlöser" lobt der Rezensent vor allem, dass er etliche der zahlreichen Machthaber im zwanzigsten Jahrhundert porträtiert und auch die wirtschaftlichen Ursachen für die häufigen Militärdiktaturen aufgezeigt hat. Allerdings hätte sich der Rezensent mehr Informationen über die brasilianische Außenpolitik, insbesondere zur Zeit der Weltkriege gewünscht. Zum Schluss lobt Havemann den Anhang des Buchs, der sich u. a. durch zahlreiche Daten und eine Zeittafel auszeichne.
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