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Walter Gyßling
Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933
Der Anti-Nazi, Handbuch im Kampf gegen die NSDAP
Klappentext
Herausgegeben und eingeleitet von Leonidas E. Hill. Vorwort von Arnold Paucker.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.08.2003
"Der Anti-Nazi" war ein kleines Handbuch, das - 1930 zum ersten Mal erschienen - als praktischer Ratgeber im Kampf gegen die NSDAP dienen sollte, erklärt der mit "cjos" zeichnende Rezensent. "Bissig", "ironisch", bisweilen "grotesk", bemerkt der Rezensent, machte das Buch bereits damals jedem, der lesen konnte und wissen wollte, was er von den Nazis zu erwarten hatte. Herausgegeben wurde der Anti-Nazi vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, für dessen "Propagandastelle" auch der Pazifist, Sozialdemokrat und Freidenker Walter Gyßling arbeitete, dessen autobiografische Schrift "Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933" der Neuausgabe beigefügt wurde. Für den Rezensenten eine aufschlussreiche Publikation, die "nicht nur in jede Antifa-Bibliothek" gehört.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2002
Als "einfühlsames Porträt" Walter Gysslings (1903-1980), eines heute fast vergessenen Pioniers im Kampf gegen den aufkommenden Nationalsozialismus, würdigt der A.C. zeichnende Rezensent dieses Buch. Wie der Rezensent ausführt, warnte Gyssling, ein engagierter Humanist und streitbarer Geist, schon 1930 mit seinem "Handbuch im Kampf gegen die NSDAP" vor den Nazis. Dem Herausgeber Leonidas E. Hill ist es nach Ansicht des Rezensenten gelungen, "das Bild Gysslings treffend einzufangen". "Verdienstvoll" findet er insbesondere die erneute Publikation von Gysslings Schriften aus der Weimarer Zeit. "Heute wenden sich diese Frühschriften vor allem an eine jüngere Generation", erklärt der Rezensent abschließend, "die gegenüber den Versuchen neuer Totalitarismen hellhörig gemacht und davor gewarnt werden soll."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2002
Die hier in einem Band versammelten Erinnerungen und die Dossiers des "Anti-Nazi" sind nach Ansicht von Rezensent Hans-Jürgen Döscher "eine wahre Fundgrube für Historiker, Journalisten und zeitgeschichtlich Interessierte", die die "wesentlichen Gründe für den Aufstieg der NSDAP und den Untergang der Weimarer Republik erfahren wollen. Das Buch widerlege auch die weit verbreitete These, die deutschen Juden hätten passiv die Bedrohung durch die Nazis unterschätzt. Leider sei der publizistische Abwehrkampf Walter Gyßlings, dessen Lebenslauf der Rezensent kurz skizziert, nur Eingeweihten bekannt. Im Auftrag des "Centralvereins deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens" sei Gyßling in regionale Nazihochburgen gefahren, um dort deren soziale und ökonomische Machtbasis zu analysieren. Er habe Redner und Propagandafeldzüge beobachtet und Wähleranalysen erstellt. Anfang 1933 habe sein Archiv "mehr als 800 Dossiers mit 80.000 Stichworten" umfasst - Materialbasis für das 1933 publizierte "Anti-Nazi" Buch, das mit einer Auflage von 180.000 Exemplaren erschien. Gyßlings Memoiren legen für Döscher vor allem ein Zeugnis der mangelnden Bereitschaft von Polizei und Justiz ab, gegen Nazigewaltverbrechen vorzugehen.
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