Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Victor Segalen

Stelen - Steles

Zweisprachige Ausgabe

Cover: Stelen - Steles

Droschl Verlag, Graz 2000
ISBN-10 3854205406
ISBN-13 9783854205401
Gebunden, 256 Seiten, 29,65 EUR

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Klappentext

Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Rainer G. Schmidt. Stelen: hochaufgerichtete, eine Inschrift tragende Steindenkmäler, auf die man in China allenthalben stößt, an den Straßenrändern, in Tempelhöfen, vor Grabmälern. Die Schriftzeichen darauf: Dekrete des Himmelssohnes, Huldigungen des Herrschers, Hymnen auf das Reich, Preisungen der Lehre. Victor Segalen, der auf seinen Reisen kreuz und quer durch das China der Mandschu-Kaiser das "Reich der Mitte" gerade im Umbruch erlebte, schrieb mit den Stelen seine wichtigste poetische Arbeit, Gedichte, die den Gestus der chinesischen Epigraphen wiederaufnehmen und gleichzeitig unterwandern, ein Kondensat des "chinesischen Denkens". Ein poetisch-ethnologisches Denkmal: 70 Prosagedichte, die den Geist des alten China evozieren, das Reich der Mitte, erfahren durch einen großen Reisenden und Dichter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2000

Elmar Schenkels Rezension klingt nach echter Faszination für Buch und Autor: ein poetischer Ethnologe, urteilt er, "der Michel Leiris vorwegnimmt". Begonnen hat der Rezensent mit der Schilderung von Segalens inszeniertem Tod. Ausführlich wird dann Einblick gewährt in das Leben dieses "Nomaden des Geistes", der Anfang des 20. Jahrhunderts auch China bereiste. Dort stieß er auf den Gegenstand dieses Buches: die Stelen, die an "Wegesrändern, Grabstätten und Tempelbezirken" zu finden waren, mit Inschriften, "die an den Krieg, die Liebe erinnerten, an mythische Fürsten und Geschichten". Diese Stelen werden, erklärt uns Schenkel, "zum Sprungbrett für die vagabundierenden Reflexionen und poetischen Träume", die er dann aus sicherem theoretischen Abstand ein wenig beschreibt. An der "aufwendig ausgelegten" deutschen Ausgabe wird besonders das aufschlussreiche Nachwort, die reichhaltigen Anmerkungen und die Übersetzung gelobt.

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