Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Vier Jungs aus den Tiefen Kanadas werden über Nacht zu Stars und niemand bekommt es mit. Vier Jungs stellen sich den Naturgewalten, kämpfen gegen Grizzlys und Wölfe, werden dabei zu Hebammen, Lebensrettern und treten auch noch im Fernsehen aufzutreten. Aber wieso diese vier Jungs die Kurzhosengang genannt werden, wer sie genau sind und warum noch keiner hier was von ihnen gehört hat, das ist eine ganz andere Geschichte - Rudolpho, Snickers, Island und Zement erzählen sie auf ihre Art und Weise. Und das heißt: alles weglegen, entspannen und zuhören.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.11.2005
Nach der Lektüre dieses Buches, dem die Kritikerjury dieses Jahr den Jugendliteraturpreis verliehen hat, ist Angelika Ohland hellauf begeistert. Die Titelhelden beschreibt sie als wilden Haufen teils heldenhafter, immer aber großkotziger Jugendlicher - leise ist anders. Aber schöne Pointen, viel Ironie mildern den eindruck. Allerdings muss Ohland einräumen, dass das alles für die jungen Leser, für die das Buch eigentlich gedacht ist, etwas verwirrend sein kann. Erwachsene jedoch, meint sie nach der eigenen Lektüre, würden sich einfach prima amüsieren.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.09.2004
In diesem Buch scheint es hoch her zu gehen: da fliegt eine Schule vor den Fernsehkameras weg, es gibt eine Geburt in einem im Schnee steckengebliebenen Auto, den Angriff eines Grizzlys im Wohnzimmer und einen führerlosen Zug. Doch die Rezensentin Birgit Dankert gesteht, dass sie der "Logik" und dem "Lebensgefühl" der "Kurzhosengang", vier kanadischen Jungen, die hier Geschichten zum Besten geben, "rettungslos erlegen" ist. Sie preist die "Situationskomik" und die heitere Absurdität", die das Buch prägen und hat sich an der "widerborstigen Grundhaltung" der Protagonisten erfreut. Die kundige Rezensentin weist darauf hin, dass die Berichte, in denen jeweils einer der Jungen aus seiner Sicht erzählt, auf den typischen Gattungsmerkmalen der Novelle basieren und somit von einer "unerhörten Begebenheit" handeln. Dabei ist ihr besonders bei der letzten Geschichte aufgefallen, dass mit dem Erzählenden, der sich hier der Kamera verschließt und sich nur noch in einem "stillen Monolog" äußert, "Transzendenz in das heitere Chaos" der Geschichten kommt. Weniger gefallen haben ihr die Fußnoten des Übersetzers Andreas Steinhöffel, der die Komik des Textes zu potenzieren versucht, dabei aber nach Einschätzung und zum Bedauern der Rezensentin allzu oft ins "Kalauern" gerät. Dafür erringen die Illustrationen von Ole Könnecke wiederum ihr uneingeschränktes Lob, sie glaubt, dass damit auch "männliche Lesemuffel" für das Buch begeistert werden können.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.04.2004
Wirklich aufregend findet Siggi Seuss diese Abenteuer um vier Jungen aus der kanadischen Provinz, die mal eine schwangere Frau, mal eine ganze Basketballmannschaft retten, gegen Grizzlys kämpfen oder gegen die eigene Unzulänglichkeit. Wie der Rezensent vorsichtig verrät, unterscheidet sich das Buch von den "üblichen Drei-bis-fünf-Freunde-Abenteuern", weil die Autoren Victor Caspak und Yves Lanois ihre jungen Helden stets und sehr sensibel zwischen "gedachter und gemachter Welt" wandeln lassen. So schwärmt Seuss: "Man spürt die Tragik der Helden im wirklichen Leben wie ein nahes Flüstern, aber man teilt mit ganzem Herzen ihr wahrhaftiges Heldenstreben."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2004
Als sympathische Gesamterfindung lobt Rezensent Wilfried von Bredow diese ziemlich unwahrscheinliche Geschichte. Deren, durch saftige Dialoge und immer wieder überraschende Wendungen sehr spannend erzählte Episoden hat er, eigenem Bekunden zufolge, in einem Zug gelesen. Vier Jungen, die zusammen vierundvierzig Jahre alt sind, sieht er darin fantastische, unglaublich, ja geradezu haarsträubende Abenteuer erleben. Auch das Kanada, in dem die Geschichte spielt, ist von Bredow zufolge eher ein fiktives Land. Später lässt der Rezensent durchblicken, dass er auch das Autorenduo für nicht ganz wirklich hält, und die Urheberschaft am Buch in Wahrheit dem "überaus kreativen Übersetzer" Andreas Steinhöfel zuzuschreiben ist. Manchmal scheint die Kreativität Steinhöfels in für den Rezensenten nicht mehr ganz nachvollziehbare Bereiche auszubrechen. Alles in allem ist er dennoch mit diesem "prächtigen Buch" zufrieden, auch mit den Zeichnungen von Ole Könnecke, in denen er die Geschichte der Kurzhosengang mal schreiend komisch, mal in gruseliger Atmosphäre abgebildet findet.
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