Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Veronique Ovalde

Die Männer im allgemeinen gefallen mir sehr

Roman

Cover: Die Männer im allgemeinen gefallen mir sehr

Antje Kunstmann Verlag, München 2005
ISBN-10 388897383X
ISBN-13 9783888973833
Gebunden, 186 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer. Die Männer im allgemeinen gefallen Lili sehr. Und sie gefällt den Männern, zum Beispiel Samuel, dem Sozialarbeiter mit dem pelzfarbenen Blick und der sanften Stimme, der sie aus dem Jugendknast gleich mit zu sich nach Hause genommen hat. Jetzt wohnen sie in einem Reihenhäuschen am Zoo, und die Tage vergehen wie ein ruhiger, stiller Traum. Doch nachts wacht Lili von der vielen Stille auf. Durch die Vorhänge sieht sie, wie die Zootiere in einer gespenstischen Prozession ihre Käfige verlassen. Am nächsten Tag meint sie aus dem Augenwinkel eine vertraute Gestalt zu erkennen. Geht es wieder los? denkt sie. Yoim ist wieder da, um sie zurückzuholen, und mit ihm kehren die Gespenster der Vergangenheit zurück. Yoim, der sie aus dem Gefängnis ihrer Kindheit befreit hat, um sie in eine noch tiefere Abhängigkeit zu stürzen. Er braucht nichts zu tun als zu warten, und schon sind der Hass und die Verzweiflung wieder da, und zugleich die hypnotische Anziehung, die Lust der Unterwerfung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2005

Der Vater ist ein gewalttätiger Säufer und die Mutter depressiv; sie setzt ihrem Leben ein Ende und überlässt die beiden Kinder ihrem Schicksal. Und dieses ist schlimmer, als man es sich in den düstersten Träumen ausmalen könnte, versichert Sandra Kegel. Es komme nämlich noch schlimmer, das Grauen in Veronique Ovaldes Roman nehme hier erst seinen Anfang, warnt sie. Der vermeintliche Retter der Geschwister erweise sich als wahrer Peiniger, der vor allem das Mädchen durch eine Schule der Gewalt schicke. Der Geschichte von Lili und ihrem Bruder Loulou ist Kegel wie gebannt gefolgt, sie hat sich gefühlt wie bei einem Verkehrsunfall oder einer anderen Katastrophe, gesteht sie, sie wollte weggucken, konnte sich aber nicht abwenden. Denn Ovalde erzählt ihre böse Geschichte als inneren Monolog, der Vergangenes und Gegenwärtiges, Reales und Geträumtes ineinander übergehen läßt und den Leser im Unklaren darüber lässt, welche inneren Gespenster real sind oder nicht. Im Grunde ist das aber auch nebensächlich, hat Kegel erfahren, für die weibliche Heldin seien die Gespenster der Vergangenheit allemal real und würden sie auch in ihrer scheinbar friedlich gewordenen Welt aufspüren. Die Leser werden nicht geschont, verspricht Kegel, aber durch Claudia Kalscheuers "kühne" Übersetzung für die tour de horreur belohnt

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2005

Eine gewisse Effekthascherei macht Rezensent Thomas Laux in Veronique Ovaldes neuem Roman aus. Bei aller "Schwere" und zahlreicher "Implikationen einer Psychopathologie" komme die Geschichte einer jungen Frau, die sich aus der totalen Abhängigkeit von einem Mann löst, allzu gewollt daher. Diverse "Geschmacklosigkeiten", Schockmomente und eine "krude" Sprache bestärken den Kritiker nur noch mehr in seiner Annahme, die Autorin sei ihrem eigenen Anspruch "nicht wirklich gewachsen". Lobende Worte findet er nur für ein Kapitel aus dem Mittelteil des Romans, in dem Ovalde den alltäglichen Faschismus in Frankreich thematisiert. Doch da die Autorin diesen Aspekt nicht weiter verfolgt, bleibe der Roman ein Buch, das den Leser mit "willfährigem Geplapper" an die "Schmerzgrenze" zu bringen droht.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren