Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Deutsche Orden wurde Ende des 12. Jahrhunderts während des Dritten Kreuzzuges in Jerusalem gegründet. Neben den Templern und Johannitern gehörte er zu den großen abendländischen Ritterorden. Uwe Ziegler zeichnet die bewegte Geschichte des Ordens von seinen mittelalterlichen Anfängen im Heiligen Land bis zu seinem Ende in Preußen und Livland nach. Er schildert die Anfänge als Krankenpflegeorden, die Unterwerfung und Bekehrung der heidnischen Pruzzen während der Kreuzzüge gegen die slavischen Völker, den Aufbau und die Besiedlung eines eigenen Territoriums sowie die außerpreußische und nachmittelalterliche Entwicklung des Ordens. Das Augenmerk des Buchs richtet sich dabei besonders auf die Modernität seiner Verwaltung und auf die großartigen architektonischen Leistungen, wie den Bau der Marienburg bei Danzig.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.08.2003
Sehr zufrieden zeigt sich Andreas Hergeth mit dieser Geschichte des Deutschen Ordens des Historikers Uwe Ziegler. Mit lockerer Hand schildere das Buch die Entwicklung des einstigen Krankenpflegeordens zu einer mächtigen Organisation, die während der Kreuzzüge gegen die slawischen Völker die heidnischen Pruzzen (Preußen) unterwarf, weswegen der Rezensent es besonders dem interessierten Laien empfehlen kann. Doch betont Hergeth, dass das Buch mehr sei als nur ein gut zu lesender Überblick über den Forschungsstand. Denn Ziegler befasse sich auch mit bisher vernachlässigten Bereichen, wie etwa den ökologischen Folgen der Kolonisierung (etwa die Abholzung des Waldbestandes). Besonders erfreulich findet der Rezensent jedoch, dass es Ziegler gelungen ist, die Geschichte des Deutschen Ordens von all den ideologischen und politischen Glättungen zu befreien, die bisher durch nationale Empfindsamkeiten in die Historiografie eingeflossen waren.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2003
Uwe Zieglers "Geschichte des deutschen Ordens" ist nach Ansicht von Rezensent Johannes Fried ein einziges Fiasko. Zwar wolle Zieglers Buch keinen wissenschaftlichen Anspruch erheben, aber gerade das fachlich ungeschulte Publikum hat Anspruch auf zuverlässige Informationen, stellt Fried klar. Um diese steht es bei Ziegler allerdings schlecht: "Die Fehler, Lücken, Ungereimtheiten sind zu dicht geballt, als dass man sie übergehen dürfte", findet Fried. Es folgt eine ellenlange Liste von Fehlern, die an Zieglers mangelnder Kompetenz keinen Zweifel lassen. Schließlich bricht der Rezensent ab mit der Bitte, nicht missverstanden zu werden. Denn nicht primär dem Autor, laut Fried kein Mann vom Fach, sondern Laie, trifft der Zorn des Rezensenten, sondern den Verlag, der beim Lektorat versagt und seinen Autor ins Schwert habe laufen lassen. "Auch ein Verlag", mahnt Fried, "wirkt mit an der Lesekompetenz der Gesellschaft, für die er publiziert."
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Michael Borgolte ist beinahe rundum enttäuscht von Zieglers Buch. Was als "Gesamtdarstellung des Deutschen Ordens bis zur Gegenwart" daherkomme, sei in Wirklichkeit nicht mehr als ein Überblick der Forschungsliteratur, ohne jede eigene wissenschaftliche Leistung. Zugegeben, das Buch sei gut lesbar und im Großen und Ganzen sachlich richtig, aber einiges sei dem Autor "schief geraten". Vor allem ärgert ihn, dass Ziegler alles "auf Preußen zulaufen lässt". Das zeige, wie befangen er noch sei in "der Fixierung der Deutschordensgeschichte auf die Frage der deutsch(-preußisch)-polnischen Verhältnisse". Leider lässt der Rezensent den uneingeweihten Leser darüber im Unklaren, was die beiden Dinge miteinander zu tun haben.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








