Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ursula Krechel

In Zukunft schreiben

Handbuch für alle, die schreiben wollen

Cover: In Zukunft schreiben

Jung und Jung Verlag, Salzburg - Wien 2003
ISBN-10 3902144661
ISBN-13 9783902144669
Gebunden, 215 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Sie möchten einen Roman schreiben und damit viel Geld verdienen? Dann sind Sie für dieses Buch nicht der Richtige. Wenn Sie aber nicht ans Geld, sondern an die Wörter und Sätze denken, die sich in Ihnen melden und die ein Text werden wollen, dann haben Sie gerade das Buch in der Hand, das Ihnen dabei helfen kann. Es enthält nämlich weder Schnittmuster noch Baupläne und schon gar keine Gebrauchsanweisungen; es nimmt vielmehr Sie selbst ernst als jemanden, der sich auf das riskante Unternehmen einlässt, aus Erfahrung und Sprache Kunst entstehen zu lassen. Da ist dann vom Glück des Beginnens ebenso die Rede wie vom Einfall, vom Figuren finden, von Klang und Wohlklang, aber auch von der Blockade und dem Warten. Kluges Nachdenken über die Rolle des Schriftstellers hilft beim Überprüfen der eigenen Erwartungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2004

So, wie Martin Krumbholz das Buch von Ursula Krechel beschreibt, kommt einem das Prosaschreiben wie ein Brettspiel vor, bei dem man ständig Gefahr läuft, wieder von vorne anfangen zu müssen: der Einfall, der Zweifel, was für ein Plot, wie finde ich Figuren, wie entsteht der Rhythmus - und überall lauern Sackgassen, Fallstricke und Schläge gegen die mentale Balance des Autors. Dem der Rezensent daher umso dringender diese vorzügliche Anleitung ans Herz legt. Krechel sei eine erfahrene Schreiblehrerin (Leipziger Literaturinstitut, Literarisches Colloquium) und habe ein "ebenso hilfreiches wie hellsichtiges Buch" verfasst, das mit wirklich guten Ratschlägen und bewährten Übungen aufwarte, aber dabei die Gefahren nicht unterschlägt, die auch den ausgeschlafensten Anfänger schon kurz vor dem Mittagessen ereilen können. Auf das ihm immer wieder aufs Neue das "Glück des Beginnens" (Krechel) zuteil werde.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2004

Rezensent Oliver Jungen zeigt sich recht angetan von der Leichtfüßigkeit und dem erfrischenden Ansatz von Ursula Krechels "Handbuch für alle, die schreiben wollen". Wie er darlegt, verortet die Lyrikerin, die sich seit Jahrzehnten in der "creative writing"-Szene um den schreibenden Nachwuchs kümmert, die Literatur im Bereich der Bedürfnisse. Das Schreiben erscheint demnach als "vitale Fortsetzung der Wahrnehmung, als Lebenslaut". Habe man diesen Ansatz und das entsprechende Vokabular einmal akzeptiert, dann lasse sich Krechels Text von der Lust am Texten mit großer Lust verschlingen, versichert Jungen. Gefallen hat ihm vor allem, dass Krechels Buch, obgleich ein Handbuch der Poetik, selbst sehr poetisch geschrieben ist. So gelingt es der Autorin zur Freude des Rezensentin, selbst abgegriffene Grundbegrifflichkeiten ein neues Gewand zu verpassen. "Amüsant und inspirierend" findet er Krechels gelegentliche Plaudereien aus dem Nähkästchen ihrer kreativen Textfabriken. Krechels lyrisch-subjektive Zugang zum Schreiben hat nach Ansicht Jungens allerdings auch einen Nachteil: Radikal Erlogenes, Erstunkenes, Zerbrochenes, Maschinelles oder auch kühle, depersonierte Erzählarchitekturen fielen leicht durch das Raster der affektiven Stimmungsschilderung.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren