Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Uros Zupan

Beim Verlassen des Hauses, in dem wir uns liebten

Gedichte

Cover: Beim Verlassen des Hauses, in dem wir uns liebten

Residenz Verlag, Salzburg 2000
ISBN-10 3701712026
ISBN-13 9783701712021
Gebunden, 94 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Aus dem Slowenischen von Fabjan Hafner. Der Blick fällt auf Straßen, Kaffeehäuser, Gemüsefrauen. Er folgt der Geliebten und weitet sich dann: zum Fluss, zum Meer, wo alle Festlegungen fortgespült werden. "Von den Stunden, in denen sich unser Leben zum Knäuel rundet", ist hier die Rede, von tagträumerischen Mittagsstunden, Morgenstunden. Ihnen gemeinsam ist die verlangsamte Zeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2000

Ilma Rakusa zeigt sich sehr angetan von diesen Gedichten, mit denen sich der Autor, wie sie feststellt, in mancherlei Hinsicht von der traditionellen slowenischen Dichtung abhebt: Keine Melancholie oder auch Erinnerung an den Krieg mehr, stattdessen eine "quasibuddhistische Heiterkeit" und den Einfluss verschiedenster Kulturen diagnostiziert sie hier. Rakusa macht darauf aufmerksam, dass Zupan die längere Form bevorzugt, dass er sich in ihr besser entfalten kann und sie seinem "geschmeidig flutenden Parlando" entgegen kommt. Dabei betont die Rezensentin das behutsam Betrachtende und Reflektierende in Zupans Dichtung, das Stille, mit dem er gleichermaßen Gegenstände wie auch existentielle Fragen zu seinem Thema macht. Rakusa begrüßt es sehr, dass diese Gedichte nun auch - in einer "kongenialen" Übersetzung - auf Deutsch veröffentlicht wurden.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2000

Mit feiner und nicht ganz so feiner Ironie bestaunt Hermann Kurzke den Gedichtband des siebenunddreißigjährigen Slowenen, einem "langhaarigen Träumer mit Novalisgesicht". Und so mancherlei Referenzpunkte, darunter Novalis, Tonio Kröger und Friedrich von Spee sind ihm eingefallen, als er die langen, vom Zerfließen und Entgrenzen des Ichs kündenden Gedichte gelesen hat. Schön, manchmal sind sie naiv oder nachahmerisch, aber Kurzke ist das allemal lieber als eine freudlos psychoanalytische Herangehensweise, die jede Herzensregung klein redet. Etwas strenger geht der Rezensent mit dem "Brief an den Vater" um, den der Autor in falschverstandener Kafka-Nähe geschrieben hat - und abgeschickt. Das ist nicht unbedingt Literatur, findet Kurzke, und ist froh, dass zumindest die späteren Gedichte langsam zu mehr Form finden, dass sie "herber, fester, ehrlicher" sind.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2000

In einer kurzen Rezension nennt Hans-Peter Kunisch den Autor einen ?altmodischen Dichter? was nicht als Kritik gemeint ist, sondern als Standortbestimmung: Zupan dichtet, so Kunisch, in der Tradition von William Carlos William. Es geht vornehmlich um Alltagsdinge wie den Rock der Freundin Natascha oder einen Gang zum Markt. Zupan kann seinen Anspruch Gedichte zu schreiben, ?die so einfach und schön, so tief und klar wie Miles Davis` Musik auf Kind of Blue` sind, manchmal einlösen - manchmal aber auch nicht, dazu ist er gelegentlich ?etwas zu selbstverliebt in seinem Parlando?, meint ein im Großen und Ganzen durchaus wohlwollender Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren