Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ulrike Wendland

Biografisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil

2 Bände

K. G. Saur Verlag, München 1998
ISBN-10 3598113390
ISBN-13 9783598113390
Gebunden, 813 Seiten, 126,80 EUR

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2000

Ulrich Raulff bespricht diesen Band zusammen mit Karen Michels` Buch "Transplantierte Kunstwissenschaft - Deutschsprachige Kunstgeschichte im amerikanischen Exil" (Akademie Verlag).
Der Rezension von Wendlands Handbuch räumt Raulff dabei vergleichsweise wenig Raum ein, lobt aber, dass es mit "allen Schwächen und Stärken einer Enzyklopädie" auch den Randfiguren unter den Kunsthistorikern Raum gibt, und sich auch mit denjenigen beschäftigt, die es nicht mehr schafften zu emigrieren und die entweder in der inneren Emigration lebten oder ins KZ kamen. Anders als das Handbuch bietet Michels "Transplantierte Kunstwissenschaft" nach Auskunft des Rezensenten eine eher problemorientierte Studie zu den Lebenszusammenhängen der Exilierten. An der Studie gefällt ihm vor allem, dass sie neben den Einzelschicksalen der Exilanten auch die Frage berührt, inwieweit die Emigranten "einen spezifischen Beitrag zur englischen und nordamerikanischen Kunstgeschichte und Sammlungskultur geboten haben". Am Beispiel der internationalen Rezeption der Ikonologie belege sie den Einfluss dieser von deutschen Exilanten importierten Denkrichtung. Auch das Klischee vom "kunsthistorisch ungebildeten Amerika" wird von Michels Studie korrigiert.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000

Überaus verdienstvoll findet Gregor Wedekind dieses zweibändige Handbuch. "Methodisch vorbildlich" sei es, weil es neben den großen Namen auch den weniger Prominenten unter den exilierten Kunsthistorikern gerecht werde. Der Band sei so nicht nur ein umfangreiches Nachschlagewerk, sondern auch "Gedenktafel" für diejenigen, deren Karriere mit der Vertreibung, Flucht oder Ermordung ein gewaltsames Ende gefunden habe.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2000

Andreas Strobl bespricht das Buch zusammen mit "Transplantierte Kunstwissenschaft - die deutschsprachige Kunstgeschichte im amerikanischen Exil" von Karen Michels (Akademie Verlag). Er beginnt seine Rezension mit einem geschichtlichen Ausblick über die Emigration unter den Kunsthistorikern aus Deutschland und Österreich. Einer der berühmtesten - und dennoch hierzulande wieder wahrgenommenen - Emigranten ist der Kunsthistoriker aus Hamburg, Erwin Panowsky. 1933 reiste er nach Amerika aus, wo er sein Fach bleibend prägte, indem er die "Ikonologie" Aby Warburgs, "die interpretative Verbindung von Bildsprache" und Kulturgeschichte, weiterentwickelte. Die Rezension beleuchtet die wenig bekannte Tatsache, dass kein anderes Fach ein solches Ausbluten während der Nazizeit erfahren habe: 250 Kunsthistoriker seien nach 1933 "in die Emigration gezwungen" worden. Die Forschungsarbeiten von Ulrike Wendland und Karen Michels würden gleichzeitig - und unabhängig voneinander - mehr Licht auf die Schicksale dieser Wanderer zwischen der Welten werfen. So biete Michel ein "Handbuch" mit 250 Emigrantenbiografien , während Wendland sich eher verschiedenen Exilländern zuwende. Aus beiden Abhandlungen gehe hervor, dass nur die wenigsten Exilkunsthistoriker zurück in die Heimat wollten, die meisten Stellen seien eh von alten Kollegen besetzt worden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren