Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ulrich Pfeil

Die anderen deutsch-französischen Beziehungen

Die DDR und Frankreich 1949-1990. Habil.

Cover: Die anderen deutsch-französischen Beziehungen

Böhlau Verlag, Köln 2004
ISBN-10 3412044032
ISBN-13 9783412044039
Gebunden, 704 Seiten, 64,90 EUR

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Klappentext

Im Januar 1988 wird der SED-Generalsekretär Erich Honecker in der französischen Hauptstadt mit allen staatlichen Ehren empfangen. Die DDR scheint einen neuen Gipfel internationaler Anerkennung erklommen zu haben. Doch als der französische Staatspräsident Francois Mitterand am 20. Dezember 1989 zu seinem Gegenbesuch in die DDR kommt, ist Honecker schon nicht mehr an der Macht und der SED-Staat bereits dem Abgrund nahe. Diese Reise gibt bis heute Anlass zu Spekulationen über Frankreichs Haltung zur deutschen Wiedervereinigung und zum Platz der DDR in der französischen Deutschlandpolitik. Paris hatte "Pankow" bis 1973 offiziell mit diplomatischer Missachtung behandelt und seine Beziehungen zur Bundesrepublik schrittweise ausgebaut, so dass viele ab den 1970er Jahren vom "couple franco-allemand" sprachen. Neue Archivfunde dokumentieren jedoch, dass auch die DDR in der Deutschlandpolitik Frankreichs eine zentrale Rolle spielte. Heute zeigt sich, dass man es auf politisch-diplomatischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene mit einer asymmetrischen und dynamischen Dreiecksgeschichte im Ost-West-Konflikt zu tun hatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2004

Ulrich Pfeils Studie zu den Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR ist nicht nur schwergewichtig, sondern hat auch soviel inhaltliches Gewicht, dass sie in Zukunft zu den historischen Grundlagenwerken über die deutsch-französischen Beziehungen zählen wird, versichert Ulrich Lappenküper. Im Grunde genommen beleuchte der Autor nämlich auch das Dreiecksverhältnis BRD - DDR - Frankreich. Zu keiner Zeit, resümiert der Rezensent, sei es der DDR gelungen, die enge Bindung zwischen Westdeutschland und Frankreich ernsthaft zu unterminieren. In den ersten Jahren nach 1949 habe die DDR heftig, aber vergeblich versucht, die Westbindung der Bundesrepublik mit Hilfe Frankreichs zu verhindern. Frankreich reagierte kühl, referiert der Rezensent weiter, erst nach 1973 war Paris überhaupt bereit, offizielle diplomatische Beziehungen mit der DDR aufzunehmen. Je zurückhaltender Frankreich sich verhielt, desto mehr intensivierte die DDR den Ausbau anderer Kommunikationskanäle, betont Lappenküper, in Form von Künstleraustausch, Freundschaftsgesellschaften, eine Art ikonografischer Imagepolitik. Doch die Kluft zu Frankreich ließ sich allenfalls überbrücken, nicht schließen, lautet das Fazit, das Lappenküper aus Ulrich Pfeils Studie zieht, der seines Erachtens "manche Eigentümlichkeit in der Disposition und im Duktus" vorzuwerfen sind, was aber nichts an ihrer Bedeutung ändere.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren