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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Uli Franz

Gebrauchsanweisung für Tibet

Cover: Gebrauchsanweisung für Tibet

Piper Verlag, München 2000
ISBN-10 3492041345
ISBN-13 9783492041348
Gebunden, 206 Seiten, 16,36 EUR

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Klappentext

Tibet, sagt man, ist der Erde entrückt und dem Himmel nahe. Seine Menschen leben auf dem Dach der Welt und sind durchdrungen von einer allumfassenden Lehre, die mehr ist als eine Religion: dem Buddhismus. Für viele ist Tibet deshalb ein spiritueller Zufluchtsort, seine Klöster sind Reiseziele aller auslndischen Besucher. Und bei Buttertee und Gerstenbrei verdaut mancher überrascht, was es bedeutet, auf 5000 Metern Meereshöhe zu leben. Wer die Ausdauer besitzt, erlebt eine hochentwickelte jahrhundertealte Kultur, erfährt von Lamas, Schamanen und mönchischen Bräuchen. Und er begreift, dass er die Sprache niemals lernen wird: Pö-käh - Tibetisch nämlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2000

Am 7.Oktober jährt sich der chinesische Einmarsch in Tibet zum fünfzigsten Mal. Aus diesem Anlass werden im Reiseteil der FAZ drei neue Tibet-Bücher vorgestellt, die vom Rezensenten mit "mve" unterschriebe sind:
1) Steve Lehmann: "Die Tibeter. Ein Kampf ums Überleben" (Neuer Verlag)
"Ein Gesamtkunstwerk" jubelt Kritiker "mve" über Steve Lehmans "großartiges Buch", das auch der Form nach "weit über herkömmliche exzellente Bildbände" hinausgehe. Vieles, was in Tibet geschah, sei der Weltöffentlichkeit oft erst durch Lehmans Fotos bekannt geworden. Eine Reihe dieser "spektakulären" und oft heimlich entstandenen Reportagebilder könne man nun in diesem Buch wieder finden. Daneben Fotos, auf denen die "bauliche Zerstörung Tibets" dokumentiert würde, sowie "eindringliche Portätserien", die im Studio entstanden. Manche Fotos sind mit Zeitungsausrissen oder Flugblättern zu Collagen montiert. Zu zahllosen Bildern habe der Fotograf "handschriftliche Zusätze verfasst, und Pfeile gemalt , die Details erklären oder Personen identifizieren". Bis in die Texte hinein, so der enthusiastische Kritiker, ziehe sich Lehmans "dichte, souveräne Beherrschung des Stoffes".
2) Uli Franz: "Gebrauchsanweisung für Tibet" (Piper)
An diesem Buch hat "mve" wenig Freude gehabt. Das lag nicht an der Kompetenz des Autors, sondern an dessen "Beschönigung der chinesischen Herrschaftspraxis". Da hat der Kritiker manchen Kommentar gefunden, der ihm die Schuhe auszog. Zum Beispiel dass es "das eigentliche Verbrechen der neidischen chinesischen Kommunisten gewesen sei, eine Ödnis in der tibetischen Seele anzurichten". Angesichts der Million Tibeter, die in Arbeitslagern, bei Massakern und inszenierten Hungersnöten ums Leben kamen, bewertet "mve" diese Verharmlosung schlicht als Entgleisung. Auch stößt nach Kritikeransicht manchmal der flapsige Stil des Autors auf. Und manchmal gäbe es arge thematische Sprünge. Die touristischen Aspekte findet "mve" dann allerdings "durchaus einfühlsam" dargestellt. Aber das kann ihn dann auch nicht mehr trösten.
3) Klemens Ludwig: "Tibet" (C.H. Beck)
Sehr überzeugend, "gerade in politischer Hinsicht", findet Kritiker "mve" dieses neu bearbeitete Tibet-Porträt. Gelobt wird die sprachliche Klarheit, die sachliche und komplexe Schilderung der tibetanischen Geschichte und Gegenwart. "Spannend wie ein Krimi", sei die Darstellung der politischen Ereignisse. Da wird dann Nachsicht geübt, was die "dürftige Bildqualität" und das triste Layout betrifft. Hervorgehoben ist am Ende, dass die Bibliografie nicht bloß Literatur sondern auch Internet-Adressen verzeichnet.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel LL lobt dieses Buch über Tibet, das er "in der Mitte zwischen Reiseführer und Ländermonographie" ortet, als differenziert und zuverlässig. Eine solche Ausgewogenheit zu erreichen ist seiner Ansicht nach bei der gegenwärtigen Polarisierung in der Tibetfrage gar nicht so einfach - angesichts der "kritiklosen Tibetophilie" auf der einen und der Gegenbewegung, die sich ebenso undifferenzierter Negativklischees bedient. Deshalb hebt der Rezensent lobend hervor, dass dieses Tibetbuch auf eines der sich inflationär im Umlauf befindenden Vorworte des Dalai Lamas verzichtet hat, ansonsten aber realistisch und faktenorientiert über das Land, die Religion, die Lebensgewohnheiten und die Geschichte informiert.

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