Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Udo Grashoff

In einem Anfall von Depression

Selbsttötungen in der DDR. Forschungen zur DDR-Gesellschaft

Cover: In einem Anfall von Depression

Ch. Links Verlag, Berlin 2006
ISBN-10 3861534207
ISBN-13 9783861534204
Kartoniert, 450 Seiten, 29,90 EUR

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Klappentext

Wie glücklich waren die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies wirklich? Die DDR gehörte zu den Staaten, in denen überdurchschnittlich viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten nahm der "erste sozialistische Staat auf deutschem Boden" einen Spitzenplatz ein. War das eine Folge der SED-Diktatur? Warum wurde das Thema jahrelang tabuisiert? Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff hat mehrere tausend Suizidfälle ausgewertet und fertigte erstmalig eine Analyse des Selbstmordgeschehens für die gesamte Zeit der DDR an. Dabei zeigt er unterschiedliche Arten im Umgang mit Selbsttötungen auf und geht auf entsprechende Entwicklungen im medizinischen Bereich ein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2007

Bemerkenswert scheint Rezensentin Marita Krauss diese Studie über Suizid in der DDR, die Udo Grashoff vorgelegt hat. Überzeugt hat sie der Ansatz des Autors bei der Untersuchung dieses in der DDR tabuisierten Themas, die Makroebene der statistischen Betrachtung durch die Mikroebene der Einzelfallanalysen zu ergänzen und historische, psychologische und medizinische Erkenntnisse miteinander in Beziehung zu setzen. In einem ersten Teil untersuche Grashoff die Ursachen und die Häufigkeit von Selbsttötungen in der SBZ/DDR, die Entstehung der Selbstmordstatistik, die Lebensbedingungen, die protestantische Tradition sowie die Suizide in DDR-Gefängnissen und in der "Nationalen Volksarmee". Besonders die Revision scheinbar eindeutiger "politischer" Suizide findet sie fesselnd. Als Ergebnis der Untersuchung nennt sie, dass schon im 19. Jahrhundert die Selbsttötungsraten im Gebiet der späteren DDR höher lagen als im westlichen Teil des Landes. Sie konstatiert, das Ansteigen und Absinken dieser Rate sei wohl eher Teil weltweiter Trends als ein Produkt der DDR-Gesellschaft. Interessant findet sie auch den zweiten Teil, der sich mit dem Umgang mit den Selbsttötungen befasst.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren